RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 8.9.2013

Tagesmeldungen vom 8.9.2013

- Petersplatz: Große Gebetsvigil für Frieden -
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Franziskus: „Krieg ist immer eine Niederlage!“-
- Vatikan-Kardinal Lajolo besucht Bistum Limburg -

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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Franziskus: "Gewalt ist niemals der Weg des Friedens!"
Es war die längste Liturgie eines Papstes in den vergangenen Jahrzehnten: die vierstündige Gebetswache für den Frieden in Syrien und dem Nahen Osten an diesem Samstagabend. Papst Franziskus hatte angesichts der politischen Entwicklungen zu einem Tag des Fastens und des Gebets aufgerufen. "Krieg ist immer eine Niederlage der Menschheit", sagte das Kirchenoberhaupt auf dem Petersplatz. Er wünsche sich, dass „für einen Augenblick alle Menschen guten Willens auf das Kreuz schauten“. Dort könne man die Antwort Gottes ablesen: „Im Schweigen des Kreuzes verstummt das Getöse der Waffen und kommt die Sprache der Versöhnung, des Verzeihens, des Dialogs und des Friedens zu Wort. (rv)
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Die Papstmeditation zum Frieden in voller Länge

Angelus: Waffenhandel zerstört Frieden
Papst Franziskus hat den illegalen Waffenhandel für die zahlreichen Konflikte auf Weltebene verantwortlich gemacht. Beim Angelusgebet an diesem Sonntag auf dem Petersplatz sagte er in einer Anmerkung im Katechesenteil seiner Ansprache: „Es bleibt immer im Zweifel, ob dieser oder jener Krieg – denn es gibt so viele davon – wirklich ein Krieg aufgrund von Problemen ist, oder ob es ein Wirtschaftskrieg ist, um diese Waffen im illegalen Handel zu verkaufen.“ Gegen das Böse zu kämpfen, „heißt Nein zu sagen zum Hass, zur Gewalt in allen ihren Formen, Nein zur Verbreitung von Waffen und zu ihrem illegalen Handel!“ (rv)
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Deutschland/Vatikan: Kardinal Lajolo zum "brüderlichen Besuch" in Limburg erwartet
Das Bistum Limburg hat bestätigt, dass Kardinal Giovanni Lajolo aus dem Vatikan am Montag die Diözese besucht. Allerdings handle es sich nicht um eine „Apostolische Visitation“, sondern um einen „brüderlichen Besuch“, stellte die Pressestelle des Bistums klar. Der Meldung lag ein Brief des vatikanischen Bischofs-Verantwortlichen Kardinal Marc Ouellet an den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bei. Daraus geht hervor, dass dieser selbst in Rom um eine Apostolische Visitation gebeten hatte. Im Rahmen einer solchen Überprüfung nimmt ein vom Papst bestellter Abgesandter Institute, Diözesen oder sonstige kirchliche Einrichtungen in den Blick, um Vorfälle zu untersuchen, die möglicherweise gegen kirchliche Normen verstoßen. (pm/rv)

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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Menschen in der Zeit: Andrea Nahles, SPD-Politikerin und Katholikin
Andrea Nahles ist seit 2009 Generalsekretärin der SPD. Für die 43 Jahre alte studierte Literaturwissenschaftlerin sind Glaube und Politik unzertrennlich. Ohne die Verbindung zwischen der Gottesliebe und der Nächstenliebe wäre sie bestimmt nicht Politikerin geworden, sagt die bekennende Katholikin. Trotz ihrer starken Vereinnahmung durch den politischen Alltag sucht sie immer wieder Momente der Besinnung - am besten in Ihrer Heimat in der Eifel. Aldo Parmeggiani hat mit der Politikerin über Religion und Politik, Karriere und anderes mehr gesprochen.
Hier zur vollen Fassung unseres Interviews

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat seine wichtigsten Mitarbeiter für kommenden Dienstag zu einer Versammlung gebeten. Vatikansprecher Federico Lombardi bestätigte das von Medien vorweggenommene Treffen und erinnerte er daran, dass solche „Kuriengipfel“ mit dem Papst seit Beginn des neuen Pontifikates regelmäßig stattfänden. Ein vorgegebenes Thema wurde den Präfekten und Präsidenten der päpstlichen Kongregationen und Räte vorerst nicht mitgeteilt; es geht den Angaben zufolge um eine Rückschau auf die ersten sechs Amtsmonate von Papst Franziskus. (agi)
Papst Franziskus trifft erstmals den römischen Klerus. Die Begegnung wird am 16. September in der römischen Bischofskirche des Papstes, San Giovanni in Laterano, stattfinden, teilte das Vikariat des Bistums Rom am Wochenende auf seiner Internetseite mit. Papst Franziskus hat seit seinem Amtsantritt seine Eigenschaft als Bischof von Rom sehr stark hervorgehoben. Dadurch genährte Mutmaßungen, er verzichte auf seinen Leitungsanspruchs der Weltkirche, wies er jedoch Ende Juli zurück. (kna) 

Vatikan/Syrien
Ein Drittel der syrischen Bevölkerung ist aus der Heimat vertrieben. Daran erinnerte Kardinal Robert Sarah, der Präsident des päpstlichen Caritas-Rates „Cor Unum“. „Wenn man an mögliche bewaffnete Einsätze denkt, lässt sich eine Eskalation der Lage vorhersehen, die fürchterliche Folgen hätte“, so der Kardinal im Gespräch mit der Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“. Der Rat „Cor Unum“ und Caritas Internationalis arbeiteten weiterhin an der Koordinierung der Hilfsmaßnahmen, sowohl für Vertriebene innerhalb Syriens als auch für Flüchtlinge, die das Land bereits verlassen haben und in prekären Umständen in Lagern leben. (or)

Europa

Des „Gründervaters der EU“, Robert Schuman (1886-1963), hat am Wochenende die katholische Kirche in der EU und katholische Akademikerverbände Bei einem Symposium in Metz erinnerten die Veranstalter daran, dass die Existenz der EU auf die Visionen und das hartnäckige Engagement christlich geprägter Politiker zurückgehe. Schuman war vor 50 Jahren, am 4. September 1963, im lothringischen Scy-Chazelles gestorben. Das Symposium in Metz stand unter Vorsitz des französischen Primas, Kardinal Philippe Barbarin; Veranstalter ist das „Institut Saint-Benoit Patron de l'Europe“. 1950 wurde in Paris der sogenannte Schuman-Plan vorgestellt. Der damalige französische Außenminister sah darin eine „Montanunion“ zwischen Frankreich und Deutschland vor, also eine behördliche Aufsicht über die Stahl- und Kohleproduktion beider Länder. Dieses Instrument wurde zur Keimzelle der europäischen Einigung. Ein Seligsprechungsverfahren für Schuman ist im Vatikan anhängig. (kna)

Deutschland
Freiburg hat einen neuen Weihbischof: An diesem Sonntag empfing der Regens des diözesanen Priesterseminars Michael Gerber aus den Händen von Erzbischof Robert Zollitsch die Weihe im Freiburger Münster. Gerber ist 43 Jahre alt und gehört damit zusammen mit dem gleichaltrigen Augsburger Weihbischof Florian Wörner zu den jüngsten Mitgliedern des deutschen Episkopates. Der neue Weihbischof war von seinem Heimatort Oberkirch aus zur Bischofsweihe nach Freiburg gepilgert. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet „Mit Dir im Bund“. (pm)
Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) will sich der Kritik an seinem umstrittenen Familienpapier stellen. Mit Blick auf theologische Grundsatzfragen vor allem zum evangelischen Bibel- und Eheverständnis gebe es weiteren Diskussionsbedarf, erklärte der Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider laut der der KNA am Wochenende in Hannover. Nach einer Sitzung des Gremiums kündigte er für den 28. September eine Theologentagung in Berlin zu diesen Themen an. Die im Juni veröffentlichte "Orientierungshilfe" geht von einem "erweiterten Familienbegriff" aus. Er umfasst auch Patchwork-Lebensgemeinschaften und homosexuelle Paare. Dies löste eine heftige innerprotestantische Diskussion und deutliche Kritik von anderen Kirchen aus. (kna)

Österreich
Kardinal Christoph Schönborn hat vor der Gefahr eines Krieges in Syrien mit seinen unabsehbaren Folgen gewarnt und jeden einzelnen zum Einsatz für den Frieden aufgerufen. „Krieg beginnt klein und endet mit großer Gewalt", so der Wiener Erzbischof beim vierstündigen Friedensgebet für Syrien und den Nahen Osten am Samstagabend im Wiener Stephansdom. Frieden zu stiften sei ein Auftrag, der an jeden ergehe und dabei oft vom Gefühl der Ohnmacht begleitet sei. "Wie ohnmächtig erscheint das Gebet und das friedliche Zusammenleben gegen Mächte wie Geld, Waffen und Einfluss", so Schönborn. Gegen alle Mutlosigkeit gelte es auf die Kraft des Gebets zu vertrauen. (kap)

Asien

Indien
Liturgiereform in Indien: Die mit Rom unierte syro-malabarische Kirche hat beschlossen, ihre alte orientalische Liturgie etwas zu vereinfachen. Die Änderungen zielen darauf, die Liturgie für die Gläubigen zugänglicher zu machen, erläutert die auf Asien spezialisierte katholische Nachrichtenagentur „Ucanews“. Die Bischöfe der syro-malabarischen Kirche trafen die Entscheidung auf einer Synode, die in den vergangenen Tagen im südindischen Kochi unter der Leitung von Großerzbischof George Alencherri stattfand. Eine Expertenkommission werde Vorschläge zur Reform der Liturgie erarbeiten, hieß es. Die syro-malabarische Kirche zählt knapp vier Millionen Gläubige. Sie gilt als eine außerordentlich lebendige Kirche. Ihr Ritus ist einer der drei in Indien vertretenen katholischen Riten. (ucanews)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Montag Abend, 09.09.2013: Weltkirchen-Magazin

Dienstag Abend, 10.09.2013: Radio-Akademie

Mittwoch Abend, 11.09.2013: Die Woche in Rom

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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20.20 Uhr „Magazin“

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