RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 12.9.2013

Tagesmeldungen vom 12.9.2013

- Papstbrief als „Manifest“ des Vorhofs der Völker -
- Entführt in Syrien: „Gott hat mich nie verlassen“ -
- Einladung ins EU-Parlament für Franziskus  -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefanie Stahlhofen
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Kardinal Ravasi: Papstbrief taugt zum „Manifest“ des Vorhofs der Völker
Als „Manifest“ im Dialog mit Nichtglaubenden sieht Kardinal Gianfranco Ravasi, der Präsident des Päpstlichen Kulturrates den Offenen Brief von Papst Franziskus. Der umtriebige Kardinal freut sich, dass Franziskus an Nichtglaubende geschrieben hat, denn  dieses Thema beschäftigt auch Ravasi. Er organisiert den „Vorhof der Völker“. Die Veranstaltungsreihe wurde 2009 von Benedikt XVI. ins Leben gerufen und bringt Vertreter der katholischen Kirche, Atheisten und Agnostiker miteinander ins Gespräch. Franziskus´ Brief könne zu einer Art „Manifest des Vorhofs der Völker“ werden, denkt Ravasi. (rv)
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Papst Franziskus besucht zum Fest Allerheiligen am 1. November den römischen Zentralfriedhof Campo Verano. Das geht aus dem päpstlichen Terminplan für die kommenden Monate hervor, den der Vatikan am Donnerstag veröffentlichte. Am 2. November, dem Fest Allerseelen, begibt sich Franziskus, wie vor ihm schon Benedikt XVI., zum Gebet an den Gräbern der Päpste in die Grotten unter dem Petersdom. Am 24. November beendet er das „Jahr des Glaubens“ auf dem Petersplatz. Ein weiterer schon bekannter Termin des Papstes ist ein s Konsistorium am 30. September. Hierbei soll es auch um das Datum für die Heiligsprechung von Johannes Paul II. gehen. (kna/rv)
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Entführt in Syrien: „Gott hat mich nie verlassen“
In Syrien herrscht mittlerweile eine „Totalität des Bösen“: Das berichtet der italienische Journalist Domenico Quirico, der nach 152 Tagen Gefangenschaft in der Hand syrischer Rebellen nun wieder nach Italien zurückkehren konnte. Trotzdem habe er immer gespürt: „Gott hat mich nicht verlassen“. Im Gespräch mit Radio Vatikan berichtet der Journalist der Tageszeitung La Stampa, er sei auch shcon in anderen Erdteilen entführt worden, habe aber noch nie ein so „absolutes Fehlen von Barmherzigkeit, Mitleid und Respekt gegenüber dem anderen, der leidet, gesehen.“ (rv)
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Militärputsch in Chile vor 40 Jahren: Versöhnung ist kein leichtes Wort
In Chile wird in diesen Tagen viel von „Versöhnung“ gesprochen. Doch im Kontext des 40. Jahrestages des Staatsstreiches kommen bei vielen Menschen eher andere Gefühle wieder hoch: Trauer und Leere, Wut und Verzweiflung. In Santiago gingen in diesen Tagen Tausende Menschen auf die Straße, um an die etwa 1.200 Menschen zu erinnern, von denen bis heute jede Spur fehlt – eine offene Wunde für Angehörige und Überlebende bis heute. Radio Vatikan hat mit Landsleuten gesprochen, die die Zeit der Militärdiktatur aus erster Hand kennen. (rv/amnesty international/diverse)
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Papstpredigt: „Maria zeigt uns die Gnade der Milde”
Um dem Evangelium folgen zu können, gilt es, sich an zwei Dingen zu orientieren: Am menschlichen Leiden Jesu und an der Zärtlichkeit Marias. Dies sagte Papst Franziskus bei der Morgenmesse in der Casa Santa Marta. Das Evangelium verlange viel von den Christen. Um das zu erfüllen, sei Maria ein gutes Beispiel, so Franziskus an diesem Donnerstag, an dem die Kirche „Mariä Namen“ feiert. „Wir brauchen heute diese Zärtlichkeit der Madonna, um zu verstehen, was Jesus von uns verlangt“, so der Papst. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat an diesem Donnerstagvormittag die thailändische Premierministerin, Yingluck Shinawatra, im Vatikan zur Audienz empfangen. Wie der Vatikan nach der Begegnung mitteilte, sprachen die beiden über die Zusammenarbeit von Kirche und Staat, besonders im sozialen und im Bildungsbereich. Es ging auch um die politische Lage in Asien, in diesem Zusammenhang wurde die Bedeutung des interreligiösen Dialogs betont. Weitere wichtige Themen: die Gewährleistung der Menschenrechte und des Friedens in der Region. (rv)

Europa

Europäische Union
Papst Franziskus hat eine Einladung ins EU-Parlament nach Straßburg erhalten. Ausgesprochen hat sie der Präsident des Parlaments, Martin Schulz. Der deutsche Sozialdemokrat lobte den Friedensappell des Papstes für Syrien und erklärte, in Zeiten von Krieg und Frieden seien die „klaren Worte des Papstes“ sehr wichtig. Die Einladung solle auch ein „Zeichen der Anerkennung für all jene sein, die mit Mut für Frieden, interreligiösen und interkulturellen Dialog eintreten“. Eine Reaktion des Heiligen Stuhls auf die Einladung liegt noch nicht vor. (ansa)

Deutschland
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit schaltet sich in die Kreuzberger Religionsdebatte ein. Nach neuesten Angaben will der Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg die Bezirksmedaille für Ehrenamtliches Engagement nicht mehr an Engagierte im kirchlichen Bereich vergeben. Der SPD-Politiker Wowereit nannte dieses Vorhaben „ unerträglich“. Vor dem Berliner Senat betonte der Katholik, dass bürgerschaftliches Engagement, wie etwa bei der Caritas, sehr wichtig sei. Den Vorstoß des Bezirks, religiöse Feste in der Öffentlichkeit zu verbieten, nannte er „fatal und rechtswidrig“. (kna)

Österreich
Katholische Hilfswerke haben im Jahr 2012 ein Rekordergebnis in der Entwicklungszusammenarbeit erzielt. Mit 113 Millionen Euro unterstützten sie 3.822 verschiedene Projekte in 137 Ländern. Das geht aus dem Jahresbericht der Österreichischen Koordinierungsstelle für Entwicklung und Mission hervor. „ Die Hilfe der katholischen Organisation erreicht die Basis und ist für viele lebensnotwendig“ so der KOO–Vorsitzende und Linzer Diözesanbischof Alois Schwarz gegenüber Kathpress. (apic)

Schweiz
Die Leiter der schweizerischen Kirchenverbände in Zürich kritisieren in einem gemeinsamen Statement die aus ihrer Sicht „zu einseitige Auslegung des Vademecum für die Zusammenarbeit von katholischer Kirche und staatsrechtlichen Körperschaften in der Schweiz“. Das Papier enthalte nicht mehr als Empfehlungen. Das Vademecum sind Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz zum Umgang mit den Landeskirchen. (kipa)

Italien
Der Oberrabbiner von Rom, Riccardo di Segni, ist positiv „ überrascht“ über den Offenen Brief von Papst Franziskus an Nichtglaubende. In dem Brief, der am Mittwoch bekannt wurde, bezieht sich der Papst unter anderem auf die „jüdischen Brüder“ als „positives Beispiel für einen unerschütterlichen Glauben trotz allen Leidens“. Der Oberrabbiner freut sich über diese Anerkennung. Er sagte der Nachrichtenagentur „Ansa“ über Papst Franziskus: „Es ist seine Stärke, Dinge zum Ausdruck zu bringen, die Gehör finden und erstaunen“. (ansa)

Slowakei
Am 10. September ist im Alter von 89 Jahren Silvester Krcmery gestorben. Der enge Freund von Papst Johannes Paul II. war einer der führenden Köpfe der katholischen Kirche während des Kommunismus in der Slowakei. Der Mediziner und Mitglied des Laienapostolates hat 10 Jahre lang wegen angeblichen Hochverrats in Haft gesessen. Nach seiner Freilassung 1974 gründete er mit anderen ehemaligen Dissidenten das Säkularinstitut „Fatima“, das sich zum Ziel setzte, aus der slowakischen Untergrundkirche wieder eine offene und freie Kirche im Land aufleben zu lassen. Das Parlament gedachte am heutigen Donnerstag mit einer Schweigeminute des „Generals der Untergrundkirche“, wie man ihn auch nannte. (apic)

Afrika

Zentralafrikanische Republik
Die Lage in Zentralafrika spitzt sich weiter zu. „Die Lage wird immer schlimmer, es spielen sich apokalyptische Szenen ab“, berichtete der italienische Karmelit und Missionar Aurelio Gazzera dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Die Aggressivität seitens der Seleka-Rebellen habe enorm zugenommen, sie hätten etwa ein ganzes Dorf mit 3. 500 Häusern völlig niedergebrannt. Aus Angst vor den Rebellen fliehen viele Menschen in den Busch. (pm)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 12.09.2013: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Komplex: Syrien und das Völkerrecht / Wie ist die Lage der syrischen Flüchtlingskinder im Libanon? / Schmerzhafte Erinnerung: Militärdiktatur in Chile vor 40 Jahren

Freitag Abend, 13.09.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Suizid-Prävention: Ein wichtiges Thema auch für Jugendliche / Syrien: Gedichte im Gefängnis

Samstag Abend, 14.09.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 15.09.2013: Reden über Gott und Welt

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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