RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 15.9.2013

Tagesmeldungen vom 15.9.2013

- „Barmherzigkeit ist kein Gutmenschentum“ -
- Lajolo-Besuch in Limburg abgeschlossen -
- Kirche kritisiert Genderideologie -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Max. Immanuel Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Franziskus: Barmherzigkeit ist nicht „Gutmenschentum“
Christliche Barmherzigkeit ist kein Gutmenschentum. Darauf hat Papst Franziskus beim Angelusgebet bestanden. Es sei für Gott eine Freude zu vergeben, so der Papst, und Barmherzigkeit die wahre Macht, die den Menschen und die Welt vom „Krebs“ der Sünde retten könne. Es drohe die Gefahr, dass die Christen sich selber für gerecht hielten und von Gott verlangten, die anderen Sünder zu bestrafen, anstatt ihnen zu vergeben. Wie im Sonntagsevangelium vom „verlorenen Sohn“ gebe es ohne Barmherzigkeit im Herzen und die Freude über die Vergebung anderer keine Gemeinschaft mit Gott. Man müsse aus der Spirale des „Aug um Aug, Zahn um Zahn“ heraustreten. Der Teufel sei schlau und lasse uns glauben, wir könnten mit menschlicher Gerechtigkeit uns selber und die Welt retten. In Wahrheit könne dies nur die Gerechtigkeit Gottes. Und diese Gerechtigkeit Gottes habe sich im Kreuz geoffenbart. Im Kreuz habe Gott sein höchstes Urteil gesprochen, in dem er seinen Sohn hingegeben hat: Einem Akt der Barmherzigkeit. Danach lud er alle Anwesenden ein, in Stille zu beten und an Menschen zu denken, den man nicht mag, und über den man sich geärgert hat. „Beten wir für diese Person und dass wir barmherzig mit ihr sind“, so Franziskus. (rv)
Hier zum Nachhören und -lesen

Fragen eines syrischen Priesters
Ein amerikanischer Angriff auf Syrien scheint – vorerst – abgewendet; und nicht wenige schreiben dies auch der weltweiten Gebetsinitiative zu, die Papst Franziskus am Samstag vor einer Woche lanciert hatte. Die Lage bleibt aber weiterhin dramatisch für die Menschen im Bürgerkrieg. In unserm Wocheninterview haben wir mit Hanna Ghoneim gesprochen. Er ist melkitisch-katholischer Priester aus Damaskus und kann derzeit nicht in seine Heimat zurück. Im RV-Wocheninterview äußert er Zweifel an der Schuld des Regimes am Giftgasangriff und hofft auf Unterstützung vor allem der Kinder, von denen viele nicht mehr zur Schule gehen könnten. Viele Christen hätten das Land bereits verlassen. (rv)
Hier der Beitrag von Brigitte Schmitt und Stefan Kempis

Polen/Vatikan: Genderideologie in der Kritik
In Krakau findet derzeit eine Internationale Tagung zum Thema „Die Familie im heutigen Europa“ statt. Auf der u.a. von der COMECE (Kommission der europäischen Bischofskonferenzen) und der Päpstlichen Universität in Krakau organisierten Tagung wird über Schwierigkeiten und Herausforderungen für die Familien in Europa debattiert. In seinem Eröffnungsvortrag diagnostizierte der örtliche Kardinal Stanislaw Dziwisz die sog. Homo-Ehe und die Genderideologie als Hauptproblem. Wir haben mit dem Präsidenten des Päpstlichen Familienrats, Erzbischof Vincenzo Paglia gesprochen. Er betont die trotz aller kulturellen Wandlungen bleibende Sehnsucht nach stabilen familiären Bindungen und unterstrich die Notwendigkeit, die Debatte mit der „Genderideologie“ auch wissenschaftlich zu vertiefen. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

„Im Einsatz für den Nächsten“ - Reden über Gott und die Welt
Jugendliche, die internationale Freiwilligendienste übernehmen: Solche Auslandsaufenthalte dauern zwischen drei und achtzehn Monaten und zeichnen sich durch ein hohes ehrenamtliches Engagement der Teilnehmer aus. Seit mehr als 25 Jahren gibt es das „Voluntario“-Programm. Das süddeutsche Erzbistum Freiburg vermittelt jungen Leuten einen Freiwilligendienst im Partnerland Peru. Wichtig ist eine gute Vorbereitung für die Jugendlichen, die einen Freiwilligendienst machen möchten. (rv)
Hier hören Sie die Sendung von Mario Galgano

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus ist am Wochenende mit einem venezolanischen Priester zusammengetroffen, der wegen seines mutigen Eintretens für Straßenkinder Opfer der Drogenmafia wurde. Wie die vatikanische Tageszeitung „Osservatore Romano“ am Sonntag berichtete, feierte Horacio Nelson Zuniga de la Parra am Samstag mit dem Papst die Frühmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Zuniga de la Parra hatte sich im venezolanischen Bistum La Guaira um Straßenkinder gekümmert und eine Kampagne gegen Handel und Konsum von Drogen gestartet. Daraufhin wurde er 2009 von Handlangern der Drogenbosse am helllichten Tag vor einem Einkaufszentrum überfallen und mit Baseballschlägern schwer verletzt. Nach einer längeren Rehabilitationsphase ist der Geistliche Direktor einer bischöflichen Schule. Bis heute ist er auf eine Gehhilfe angewiesen. (or/kna)
An diesem Montag trifft Papst Franziskus erneut mit dem Klerus der Stadt Rom zusammen. Bereits am 17. Juni fand ein erstes Treffen in der Aula Pauls VI. statt. Zur Vorbereitung hat Franziskus diesmal seinen Kardinalvikar Vallini gebeten, einen Text unter den Priestern zu verteilen, den er 2008 verfasst hatte für die Priester seines damaligen Erzbistums Buenos Aires. Seinerzeit war gerade die Versammlung lateinamerikanischer Bischöfe (CELAM) in Aparecida zu Ende gegangen. Das Treffen findet am Montag um 10 Uhr in der Lateran-Basilika statt. (rv)

Vatikan/Deutschland
Der Limburger Bischof will besser mit den Beratungsgremien seines Bistums zusammenarbeiten und die anstehenden Probleme im „Geist der Offenheit und der Geschwisterlichkeit“ lösen. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, Kardinal Giovanni Lajolo und dem Domkapitel zum Abschluss des „brüderlichen Besuchs“ aus Rom hervor. Der Bischof sichert zugleich zu, alle Kosten für die Baumaßnahme auf dem Domberg feststellen zu lassen und der Sonderprüfung einer Kommission zugänglich machen zu wollen, die er beim Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz erbeten habe. Der Abschlussbericht der Kommission, der alle Kosten, die Finanzierung und die eingeschlagenen Verfahrenswege überprüft und erfasst, solle offengelegt werden. Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bat am Sonntag alle Menschen um "Verzeihung und Nachsicht", die er "enttäuscht und verletzt" habe.Er dankte Lajolo für seinen Besuch. Er sei „durch sein intensives Zuhören in dieser belasteten Situation“ eine große Hilfe gewesen. Lajolo sagte, sein Besuch zeige die besondere Fürsorge von Papst Franziskus für das Bistum. (pm)
Hier die Erklärung im Wortlaut

Europa

Deutschland
Der Münsteraner Bischof Felix Genn hat am Samstag im Dom seine Solidarität mit den Christen in Syrien ausgedrückt. „Wir spüren alle einen inständigen Schrei nach Frieden in Syrien“, so der Bischof in einem Grußwort aus Anlass eines Pontifikalamts zur Investitur des ‚Patriarchalischen Ordens vom heiligen Kreuz zu Jerusalem‘. In diesen Tagen müssten die Anhänger Jesu im Nahen Osten unter ihrer Verfolgung besonders leiden: „Viele Gläubige bezahlen ihre Liebe zu Jesus Christus mit dem Leben“. – Der Orden gehört zur melkitisch-katholischen Kirche, ist allerdings noch nicht vom Vatikan anerkannt worden. (pm)

Schweiz
Am vergangen Samstag (Bettagssamstag) haben 2.000 Menschen in Zürich gegen die Abtreibung und für ungeborenes Leben demonstriert. Prominenter Teilnehmer war der Churer Weihbischof Marian Eleganti. In seiner Rede bezeichnete er Antreibung als „Übel, das die Gesellschaft nachhaltig schädigt“. Die Fristenlösung sei einer der Gründe für die Überalterung der westlichen Gesellschaft. „Uns fehlen Millionen von Kindern“. Man müsse aber auch die Frauen von einem Lebenstrauma schützen. Wie Seelsorger wüssten, bedeute eine Abtreibung für viele eine Lebenswunde. „Wir wollen ihnen so helfen, dass Abtreibung keine Option mehr ist. (kipa)

Großbritannien
Eine Rückkehr des nach Missbrauchsvorwürfen zurückgetreten Kardinals Keith O'Brien (75) nach Schottland ist aus Sicht seines Nachfolgers „ziemlich unwahrscheinlich“. Er gehe nicht von einer Rückkehr aus, zudem sei es vermutlich besser für O'Brien und für die Kirche im Land, wenn er nicht nach Schottland zurückkomme, sagte der zum Nachfolger als Erzbischof von Saint Andrews und Edinburgh ernannte Leo Cushley (52) laut britischen Medienberichten vom Sonntag. O'Brien sei jedoch ein freier Mann in einem freien Land und könne prinzipiell zurückkommen, wann immer er wolle. - Kardinal O'Brien war im Februar von der Leitung des schottischen Erzbistums zurückgetreten. Sein aus Altersgründen eingereichter Amtsverzicht war überschattet von Vorwürfen sexueller Belästigung von Priesteramtskandidaten. Der Kardinal räumte damals moralische Verfehlungen in seiner Zeit als Seminarleiter in den 80er Jahren ein. O'Brien verzichtete nach den Anschuldigungen auf seine Teilnahme an der Papstwahl im März. (kna)

Afrika

Nigeria
Der entführte nigerianische Erzbischof Ignatius Kattey ist wieder frei. Die Polizei bestätigte die Freilassung des anglikanischen Geistlichen nach gut einer Woche Geiselnahme, wie die nigerianische Zeitung „Daily Post“ berichtete. Unklar sei jedoch, so der Bericht, ob Lösegeld geflossen sei. Nigerias Präsident Goodluck Jonathan hatte am Freitag den Einsatz der Regierung zugesagt und das Kidnapping durch „kriminelle Elemente“ verurteilt. Kattey war am 6. September nahe der Stadt Port Harcourt im Süden Nigerias von Bewaffneten verschleppt worden. Gemeinsam mit der Erzbischof war auch seine Frau entführt worden; die Kidnapper ließen sie aber wenig später frei. Anfang der Woche hatten Mitglieder der Vereinigung Anglican Fellowship im Nigerdelta mit Straßenblockaden ein Eingreifen der Bundesregierung zur Befreiung des Erzbischofs gefordert. (kna)

Naher Osten

Syrien/Vatikan
Kardinal Sandri hat erneut zum Frieden im Bürgerkriegsland Syrien aufgerufen. Bei einer Messe in Kasachstan erinnerte er vor allem an die Christen in Maaloula, die derzeit besonders unter den Angriffen zu leiden hätten. Er wies auf eine alte bis heute gepflegte Tradition hin, nach der seit Wiederauffindung des Kreuzes durch Kaiserin Helena am 14. September nachts Gedenkfeuer auf den Hügeln um die christlichen Dörfer in Syrien entzündet werden. „Möge dort endlich das Feuer des Friedens aufleuchten“, so der Präfekt der Ostkirchenkongregation. Sandri befindet sich derzeit in Kasachstan, wo er die kleine griechisch-katholische Gemeinschaft besucht. (or)

Asien

Indien/Vatikan
„The Image of the Other – das Bild vom Anderen“ ist das Thema eines Workshops, der an diesem Montag in Neu Delhi beginnt. Verantwortlich zeichnet das Internationale Zentrum für interreligiösen und kulturellen Dialog „König Abdullah Bin Abdulaziz“ (KAICIID). Das Zentrum war 2012 von Saudi-Arabien, Spanien und Österreich gegründet worden – mit dem Vatikan im Beobachterstatus. Nach ersten Treffen im laufenden Jahr in Wien und Addis Abeba zum Thema Erziehung soll das kommende Jahr sich den Massenmedien widmen und 2015 dem Internet. Der Vatikan erhofft sich – trotz mancher Kritik an der Mitarbeit – einen Raum des Dialogs mit dem sunnitischen Königshaus pflegen zu können. Mit dem erdölreichen Wüstenstaat, in dem Christen ihre Religion nicht frei ausüben können, bestehen derzeit noch keine diplomatischen Beziehungen. (rv)

Vereinte Nationen

UNO/Jordanien
Der UNO-Funktionär Heiner Bielefeldt hat das haschemitische Königreich für seine interreligiöse Offenheit gelobt. Nach Abschluss einer zehntägigen Mission in dem Land sagte er, die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen seien „positiv und freundschaftlich“. Sowohl bei den Christen, wie bei den Muslimen hätten radikale und sektierische Tendenzen wenig Chancen. Die Religionsfreiheit sei in dem Land relativ gut gewährleistet. Bielefeldt regte an, in den Personalausweisen die Konfession nicht mehr anzugeben. (fides) 

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 15.09.2013: Reden über Gott und Welt

Montag Abend, 16.09.2013: Weltkirchen-Magazin

Dienstag Abend, 17.09.2013: Die Radioakademie (Teil 3)

Mittwoch Abend, 18.09.2013: Die Woche in Rom

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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