RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 16.8.2014

Tagesmeldungen vom 16.8.2014

- Franziskus spricht in Seoul 124 Märtyrer selig -
- Fast eine Million Menschen bei Papstmesse -
- Franziskus betont Rolle der Laien -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Nina Oetzelt
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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PAPST IN SÜDKOREA:

Papst spricht 124 Märtyrer selig: „Wofür wären wir eigentlich zu sterben bereit?“
Papst Franziskus hat am Samstag in Seoul 124 Märtyrer des 18. Jahrhunderts feierlich seliggesprochen. An der Messe im Zentrum der südkoreanischen Hauptstadt nahm fast eine Million Menschen teil. In seiner Predigt ermunterte Franziskus zum Einsatz für eine „gerechtere, freiere und versöhntere Gesellschaft“. Das Vorbild der Märtyrer der ersten christlichen Generation Koreas habe auch den heutigen Menschen „viel zu sagen“: Sie lebten in Gesellschaften, „wo neben unermesslichem Reichtum schreckliche Armut lautlos“ zunehme und „wo der Schrei der Armen selten Gehör findet“, so der Papst. Das werfe die Frage auf, „wofür wir selbst – wenn überhaupt – zu sterben bereit wären“. Die Seligsprechungsfeier war die bisher größte Veranstaltung während der fünftägigen Südkorea-Reise des Papstes, die noch bis Montag dauert. (rv/kna)
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Im Volltext: die Predigt des Papstes bei der Seligsprechung

Papst: Laien sind Protagonisten der Kirche in Korea
Papst Franziskus hat die Gläubigen in Korea ermuntert, Familien stärker zu fördern. Die Familie sei der „Baustein der Gesellschaft“ und „erste Schule“ für moralische Werte. Das sagte er am Samstag beim Treffen mit Vertretern des Laienapostolates in Kkottognae. Der Papst betonte auch, dass Laien die entscheidenden Protagonisten der Kirche in Korea seien; Korea ist das einzige Land der Welt, in dem das Christentum ohne die Hilfe ausländischer Missionare Fuss fasste. Auch heute brauche die Kirche „glaubwürdige Laienzeugen“ und aktive Laienverbände. (rv)
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Im Volltext: die Papstrede an die Laien

Papst an Ordensleute: „Die Heuchelei schadet der Kirche“
„Die Heuchelei jener gottgeweihten Männer und Frauen, welche die Gelübde der Armut versprechen, dann aber wie der Reiche leben, verwundet die Seelen der Gläubigen und schadet der Kirche.“ Das sagte der Papst am Samstag bei einer kurzen Begegnung mit Ordensleuten in Kkottongnae. „Denkt auch daran, wie gefährlich die Versuchung ist, eine bloß funktionale, weltliche Mentalität anzunehmen“, mahnte Franziskus, der dem Jesuitenorden angehört. Eindringlich riet er zu echter Armut und Bescheidenheit. (rv)
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Im Volltext: Papstansprache an Ordensleute

Papst trifft Menschen mit Behinderung - Gebet für abgetriebene Kinder
In einem „spirituellen Zentrum“ außerhalb von Seoul hat sich Papst Franziskus am Samstag mit Behinderten getroffen. Außerdem betete er vor einem „Garten zum Gedenken an abgetriebene Kinder“. Dabei wurde er von Vertretern koreanischer Pro-Life-Gruppen begleitet. (rv)
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Franziskus auf Spontanbesuch bei Jesuiten
Auch Freitagabend hat Papst Franziskus unangemeldet die Universität seiner Mitbrüder, der Jesuiten, in Seoul besucht. In einem Interview mit Radio Vatikan bestätigte der italienische Jesuit Antonio Sparado, dass es für die Mitbrüder eine große Überraschung war, als Franziskus auf dem Hubschrauberplatz der Universität landete. Franziskus habe die Jesuiten ermuntert, „Menschen des Trostes und des Beistandes“ zu sein.
Die 1960 von US-Jesuiten gegründete Uni mit derzeit rund 12.000 Studenten zählt zu den führenden Hochschulen des Landes. (rv/kna)

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KIRCHE UND GESELLSCHAFT IN SÜDKOREA:

Während der Seligsprechungen in Seoul: Internationale Gemeinde feiert „Simultanmesse“
Koreaner im ganzen Land haben die Papstmesse von Seoul am Samstag im Fernsehen mitverfolgt – und nicht nur Koreaner: Auch die internationale katholische Gemeinde in Seoul kombinierte ihre Messfeier mit einem ‚Public Viewing’ der Seligsprechungen. Unser Korrespondent Pater Bernd Hagenkord berichtet von einer Konzelebration der etwas anderen Art. (rv)
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Hintergrund: Die Rolle der Märtyrer für die koreanische Identität
Die neuen Seligen von diesem Samstag – 124 Koreanerinnen und Koreaner – starben alle als Märtyrer während der vielen Verfolgungen in den 200 Jahren des Bestehens der Kirche im Land. Diese Märtyrer – unter ihnen sind Gelehrte und Töpfer, Ärzte und Witwen – haben eine ganz besondere Rolle für die Identität der Christen in Korea, wie unser Korrespondent Pater Bernd Hagenkord berichtet. (rv)
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Die Grenze (Teil 3): Nordkorea - Kirchliche Hilfe konkret
Der große Konflikt in Korea: Nord gegen Süd, Süd gegen Nord. Unser Korrespondent Pater Bernd Hagenkord hat in früheren Beiträgen die Grenze besucht und nach den Initiativen der Kirche des Südens gefragt. Diesmal geht es um die Hilfen von außen – im Gespräch mit dem Benediktiner-Erzabt Notker Wolf. „Ab 1994 war ich etliche Male in Nordkorea, das letzte Mal 2009“, erzählt Wolf. Die Missionsbenediktiner unterhielten seit 2005 ein Krankenhaus im Norden, aber natürlich sei das nur mit „Kompromissen“ möglich. „Es nennt sich ‚International Catholic Hospital‘, aber es läuft ganz unter koreanischer Trägerschaft...“ (rv)
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Presseschau: Medien betonen Hoffnungsbotschaft des Papstes
Die ermutigenden Worte des Papstes an die koreanische Gesellschaft und das positive Echo in der Bevölkerung stehen im Mittelpunkt südkoreanischer Presseberichte über Franziskus in den Samstagsausgaben. Die „Kyunghyang Sin-Mun“ hält das Wort ‚Würde’, das der Papst auf der Reise häufig benutzt, für seine Kernbotschaft. Die „Korean Times“ nennt den Papstbesuch „die einzige Möglichkeit für die meisten Koreaner, wieder Hoffnung in dieser harten und gnadenlosen Welt zu finden“. (rv)
Hier finden Sie die Presseschau  

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LIVE-ÜBERTRAGUNGEN ZUR PAPSTREISE:

Alle Live-Übertragungen mit deutschem Kommentar können Sie auf unserem Vatican-Player mitverfolgen. Hier die nächste Übertragung: Am Sonntag, den 17. August, übertragen wir ab 9:15 Uhr Mitteleuropäischer Zeit die Abschlussmesse des VI. Asiatischen Jugendtags in der Burg von Haemi mit Papst Franziskus. Unser Kommentator ist Mario Galgano. (rv)

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan/Nordirak
Der Sondergesandte des Papstes für den Nordirak hat jesidischen Flüchtlingen 25.000 US-Dollar übergeben. Damit wolle er die Solidarität von Papst Franziskus auch mit nichtchristlichen Opfern der IS-Terrorgruppe deutlich machen. Das sagte Kardinal Fernando Filoni bei einem Treffen mit Jesiden in der nordirakischen Stadt Lalish; sie liegt etwa sechzig Kilomer nordwestlich von Mossul, das in der Hand der Terroristen ist. In Lalish ist Scheich Adi begraben, den die Jesiden als ihren Religionsstifter verehren. Er habe „furchtbare Zeugenaussagen“ von einigen jesidischen Flüchtlingen gehört, notiert Kardinal Filoni in einem Kurzbericht über seine Aktivitäten vom Freitag, der Radio Vatikan vorliegt. (rv)
Ausführlich

Vatikan

Vor genau sechzig Jahren hat die Tradition begonnen, dass der Papst an Sonntagen mit den Gläubigen den Angelus betet und Radio Vatikan das live überträgt – wir berichteten. Papst Pius XII. sprach am 15. August 1954 mit Besuchern in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo das Mittagsgebet der Kirche; schon damals war Radio Vatikan dabei. Nach seiner Sommerpause begann Pius dann von Rom aus, jeden Sonntag am Petersplatz den Angelus zu beten. Seine Nachfolger setzten den Brauch bis heute fort. Die Gebete sowie kurze Ansprachen der Päpste bei diesen Gelegenheiten werden nach der Live-Übertragung im Radio-Vatikan-Tonarchiv aufbewahrt. (rv)
Hier können Sie die historische Aufnahme nachhören  

Europa

Deutschland
Mit einem Festgottesdienst ist am Freitagabend der Hildesheimer Mariendom nach viereinhalbjähriger Sanierung wiedereröffnet worden. An der Feier mit Bischof Norbert Trelle nahmen mehrere tausend Gläubige teil, darunter zahlreiche Gäste aus Gesellschaft, Politik und Kirche. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, überbrachte eine Grußbotschaft von Papst Franziskus. Der Hildesheimer Dom war 2010 geschlossen worden. In der Folgezeit wurde das zum Unesco-Weltkulturerbe zählende, rund 800 Jahre alte Gotteshaus innen und außen umfassend saniert. Die Kosten gibt das Bistum mit 37,2 Millionen Euro an. (kna)

Afrika

Liberia/Sierra Leone/Guinea
Die Ebola-Epidemie breitet sich in Westafrika weiter aus und lähmt das Alltagsleben. In Sierra Leone arbeiten katholische und evangelische Kirchen, darunter auch Pfingstgemeinden, mit muslimischen Verbänden bei der Bekämpfung der Krankheit zusammen. Sie haben einen „Arbeitskreis der Religionsführer zu Ebola“ gebildet. Eine wichtige Aufgabe ist neben der Verteilung von Schutzkleidung vor allem die Aufklärung der Bevölkerung über die Symptome und die Übertragungswege der Krankheit. Das Virus breitet sich durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schleimhäute aus. Der Arbeitskreis organisiert Schulungen und Informationen, etwa über das Radio. Außerdem lässt er T-Shirts und Aufkleber drucken, um auch Analphabeten aufzuklären. Christliche und muslimische Geistliche weisen auch in ihren Gottesdiensten auf die Gefahren hin. Eimer mit Desinfektionsflüssigkeit stehen vor jeder Kirche und Moschee. (idea/rv)
Weitere Infos  

 Asien

Indien
In seiner ersten Rede zum nationalen Unabhängigkeitstag hat Indiens neuer Premierminister Narendra Modi die steigende Zahl von Vergewaltigungen im Land verurteilt. Er appellierte am Freitag an die Eltern, ihre Söhne in die Verantwortung zu nehmen, statt vergewaltigten Mädchen und Frauen die Schuld zuzuweisen. „Eltern stellen ihren Töchtern eine Menge Fragen, wenn sie ausgehen. Aber haben sie jemals den Mut, ihren Sohn nach seinen Freunden zu fragen oder wohin er warum geht? Letztlich ist doch jeder Vergewaltiger jemandes Sohn“, sagte der Politiker der nationalistischen Hindu-Partei BJP laut der in Auszügen auf seiner Website veröffentlichten Rede. (kna)
Amerika

Kanada
Die Redemptoristen in Québec zahlen 20 Millionen kanadische Dollar an Entschädigungen für die Opfer von sexuellem Missbrauch. Das berichtet die Nachrichtenagentur apic, die von einer „Rekordsumme“ spricht. Zugleich verzichtet die Ordensgemeinschaft, gegen eine richterliche Entscheidung Berufung einzulegen. Die Entscheidung hatte für mehrere Dutzend Missbrauchsopfer einer kirchlichen Einrichtung aus den Jahren 1960 bis 1987 den Weg zu Entschädigungen freigemacht. Durch ihren Verzicht auf die Berufung erspart der Orden den Opfern einen Prozess. (apic) 

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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Im Internet:

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