RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 1.2.2014

Tagesmeldungen vom 1.2.2014

- Papst an Neokatechumenalen: Achtet die Ortskirche! -
- Wirtschafts-Experten prüfen Vatikan-Krankenhäuser -
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Schweiz: Kirche verschärft Normen gegen Missbrauch
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Live bei uns: Papstmesse für gottgeweihtes Leben
Die Kirche begeht am 2. Februar den „Tag des geweihten Lebens“, an dem die Orden im Mittelpunkt stehen. Der Sekretär der Ordenskongregation, Erzbischof Jose Rodriguez Carballo sagte am Wochenende, dass sich Franziskus an diesem Sonntag zum Themenjahr äußern werde. Mit einem Themenjahr will nämlich der Vatikan die Rolle der Orden in Kirche und Welt würdigen. Mit zahlreichen Konferenzen und einer Reihe von Grundsatzdokumenten solle das „Jahr des konsekrierten Lebens“ ab November die zentrale Bedeutung der Orden für das kirchliche Leben unterstreichen und ihre Aufgaben in der Welt von heute definieren. Papst Franziskus wird am Sonntagvormittag eine Messe im Petersdom zelebrieren. Wir übertragen diesen Gottesdienst live und mit deutschem Kommentar. Beginn der Übertragung ist um 10.00 Uhr. Sie können die Übertragung auf unserem Vatican Player mitverfolgen. (rv)
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Papst empfängt Neokatechumenale
Papst Franziskus bittet geistliche Bewegungen darum, sich gut mit den Bistümern und Pfarreien, in denen sie arbeiten, zu vertragen und zu koordinieren. Das sagte er an diesem Samstag bei einer großen Audienz für Mitglieder des „Neokatechumenalen Wegs“, er empfing sie in der vatikanischen Audienzhalle. Die Gemeinschaft sei „etwas Wesentliches“, so der Papst. Etwa 10.000 Mitglieder des Neokatechumenalen Wegs nahmen an dieser Begegnung mit dem Papst teil. Es war das erste Mal seit der Wahl, dass Franziskus mehrere tausend Personen in einer Audienz empfängt, die diese christliche Initiation für Erwachsene durchlaufen, welche erst 2008 vom Heiligen Stuhl endgültig approbiert worden war. (rv/zenit)
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Bischöfe gegen Gender-Denken
Die Bischöfe Norditaliens sagen der so genannten „Gender“-Theorie den Kampf an: In einem gemeinsamen Hirtenwort nennen die 15 Bistümer des „Triveneto“ rund um Venedig sie „inakzeptabel“. Erzbischof Francesco Moraglia ist Patriarch von Venedig, er sagte im Gespräch mit Radio Vatikan: „Wir betonen zwei Grundeinsichten: dass Familie auf einer stabilen Verbindung von Mann und Frau gründet, die die Unterschiedlichkeit der Geschlechter als etwas Gutes akzeptiert, und dass die Familie eine grundlegende Zelle der Gesellschaft ist, weil man hier lernt, mit Unterschieden zu leben und zu anderen zu gehören.“ (rv)
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BLICKPUNKT FRIEDEN:

Syrien: Nichts erreicht in Genf
UNO-Vermittler Lakhdar Brahimi ist enttäuscht über das Ergebnis der Verhandlungen der syrischen Bürgerkriegsparteien in Genf. „Wir haben nichts erreicht“, gestand er nach Abschluss der einwöchigen „Direktgespräche“ von Vertretern der syrischen Regierung und der Opposition. Der Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, Martin Bröckelmann-Simon, sprach in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur von einem viel zu langsamen Prozess. Andererseits sei es „gut, dass beide Seiten weiter miteinander reden wollen“. Die Lage der Flüchtlinge nannte Bröckelmann-Simon dramatisch. (ap/kna/faz/rv)
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Zentralafrika: „Der Hass ist zu stark“
Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik ist weiter äußerst angespannt. Das sagte der Erzbischof von Bangui Dieudonné Nzapalainga jetzt bei einem Besuch in Köln dem Domradio. Allerdings handle es sich „nicht um Konflikte zwischen Muslimen und Christen“, sondern „um einen militärisch-politischen Konflikt“. Es gehe um einen Machtkampf, so der Erzbischof der Hauptstadt. Nzapalainga ist zusammen mit einem führenden Imam der Zentralafrikanischen Republik unterwegs in Europa. Ihre gemeinsame Botschaft laute: Christen und Muslime haben ein gemeinsames Schicksal. (domradio/rv)
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UNSER BUCHTIPP:

Kongo – eine Geschichte
David Van Reybrouck
Schon die ersten Abschnitte des Buches sind eine Art Kameraschwenk von den Wellen des Atlantiks hinüber zur kongolesischen Küste, und in einem Kapitel über Mobutu greift Van Reybrouck einmal ganz explizit zu filmischem Vokabular: „Auszoomen. Kameraschwenk. Erneut kadrieren. Neuer Fokus: ... Grelles Sonnenlicht. Mobutu... Aufnahmen seiner massiven Statur.“ Wann immer er kann, schaltet der Autor um in den Reportage-Modus, besonders eindringlich bei seinen Gesprächen mit einem über hundertjährigen Kongolesen über die Anfänge der Kolonialzeit und bei seinem Besuch im Lager des Rebellenführers Laurent Nkunda. Deprimierend, aber ausgesprochen klarsichtig ist das Bild des heutigen Kongo, das dieser außergewöhnliche Autor zeichnet. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Heilige Stuhl führt bei zwei Gesundheits-Einrichtungen in seinem Zuständigkeitsbereich ein „Audit“ durch. Das wurde an diesem Freitag bekannt. Experten von „PWC“ und „Deloitte“ sollen die finanzielle und Organisations-Struktur des römischen Kinderkrankenhauses Bambino Gesù und der süditalienischen Stiftung „Casa Sollievo della sofferenza“ durchleuchten. Die letztgenannte Stiftung mit Sitz in San Giovanni Rotondo wurde vom heiligen Pater Pio gegründet. Dem Heiligen Stuhl geht es darum, „das Management-Modell zu verbessern und Transparenz und Effizienz zu gewährleisten“. Seit dem Beginn des Pontifikats von Papst Franziskus gibt es schon mehrere ähnliche Untersuchungen beim Heiligen Stuhl, vor allem im finanziellen Bereich. Kurz vor Weihnachten hat Franziskus das Bambino Gesù besucht. (rv)

Vatikan/Italien
Die Bischöfe wünschen sich offenbar, dass der Papst auch künftig den Vorsitzenden ihrer Bischofskonferenz ernennt. Das wurde am Schluss ihrer Vollversammlung am Freitag bekannt. In der Regel wählt eine Bischofskonferenz ihren Vorsitzenden selbst; Italien stellt da eine Ausnahme dar. Die italienische Bischofskonferenz hat zu diesem Punkt eine interne Konsultation durchgeführt. Ihr derzeitiger Leiter ist der Erzbischof von Genua, Kardinal Angelo Bagnasco. (rv)

Europa

Deutschland
Bereits eine zweite Auflage des Apostolischen Schreibens „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus wurde von der Deutschen Bischofskonferenz im Januar 2014 veröffentlicht. Nachdem die Erstauflage in Höhe von 50.000 Exemplaren innerhalb einer Woche vergriffen war, sind nun weitere 50.000 Exemplare gedruckt worden. Noch nie zuvor sei ein Papstdokument in so hoher Auflage und so kurzer Zeit abgerufen worden, teilte die Bischofskonferenz mit. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, nennt das Dokument „eine beeindruckende Analyse der derzeitigen Situation“. (pm)

Österreich
Mit einer Pilgerfahrt der Diözese St. Pölten hat am Samstag die diesjährige „Volkswallfahrt“ der österreichischen Diözesen in das Heilige Land begonnen. Rund 1.800 Pilger werden in den kommenden Wochen bei  Diözesanwallfahrten gestaffelt nach dem jeweiligen Beginn der Semesterferien nach Jerusalem pilgern, bestätigte Markus Bugnyar, Rektor des Österreichischen Hospizes in Jerusalem. Anlass ist das 100-Jahr-Jubiläum der letzten großen österreichischen „Volkswallfahrt“ im Jahr 1914. Die Idee zur Volkswallfahrt kam vom Österreichischen Hospiz. Das traditionsreiche Pilgerhaus an der Via dolorosa in der Altstadt von Jerusalem feierte im Vorjahr sein 150-jähriges Bestehen. (kap)

Schweiz
Die Bischöfe erneuern ihre Richtlinien gegen sexuellen Missbrauch. So tritt an diesem Samstag die dritte Auflage der Bestimmungen in Kraft; sie tragen den Titel: „Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld - Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz und der Vereinigung der Höheren Ordensobern der Schweiz“. Der Geltungsbereich der Richtlinien wird damit deutlich erweitert. Erstmals hatte die Bischofskonferenz 2002 Richtlinien gegen sexuelle Übergriffe in der Seelsorge erlassen; diese wurden 2010 verschärft. Neu werden auch Ordensgemeinschaften, religiöse Bewegungen und Gruppierungen erreicht, die nicht direkt der Aufsicht der Bischöfe unterstehen. (kipa)

Russland
Das Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Christen in Syrien, Libanon und Irak, Patriarch Youhanna X. Yazigi von Antiochien, hat seinen Moskau-Besuch beendet. Er traf dabei auch mit der Vorsitzenden des Föderationsrats Walentina Matwijenko und mit Außenminister Sergej Lawrow zusammen. Bei dem Treffen mit Lawrow sage Yazigi, Syrien müsse geeint bleiben und der Libanon müsse seine Stabilität bewahren, damit „Christen und Muslime in Frieden und Freundschaft in der Region miteinander leben können“. Der Patriarch unterstrich seine Dankbarkeit für die humanitäre Hilfe des russischen Volkes. (kipa)

Afrika

Südsudan
Der Anführer der Aufständischen, Südsudans früherer Vizepräsident Riek Machar, wirft der Regierung ethnische Säuberung vor. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärte er von einem Versteck aus, Präsident Salva Kiir boykottiere alle Friedensbemühungen. Regierung wie Aufständische werfen sich gegenseitig vor, das Waffenstillstands-Abkommen vom 23. Januar zu brechen. Nach Machars Angaben hat nur die Hilfe ugandischer Truppen eine Einnahme der Hauptstadt Juba durch die Rebellion verhindert. Die Bischöfe des Südsudan haben sich bis Freitag in Juba über die angespannte Lage beraten. In einem Statement erklären sie sich „schockiert“ von der Gewalt und rufen nach einer „dringenden demokratischen Reform“. (reuters/rv)
Der anglikanische Primas Justin Welby hat mitten in der Krise Juba besucht. Dort traf sich der Erzbischof von Canterbury, der schon öfters zu heiklen Vermittlungsmissionen in Afrika war, unter anderem mit Präsident Kiir. Er hoffe auf Anstrengungen zu Vergebung und Versöhnung im Land, um das derzeitige Trauma zu überwinden, so Welby. (reuters/rv)

Naher Osten

Israel
Das Oberste Gericht hat das Urteil über den Ausbau des Grenzzauns auf dem Boden zweier historischer Klöster und 58 christlicher Familien im Cremisantal aufgeschoben. „Ein kleines Fenster der Hoffnung hat sich geöffnet“, kommentierte der Jerusalemer Weihbischof William Shomali die Entscheidung. Die Grundstücke der palästinensischen Familien aus der Stadt Beit Jala und zweier Klöster sollen für den Ausbau der Sperranlage beschlagnahmt werden. Shomali betonte, er sei positiv beeindruckt von der Aufmerksamkeit der Richter für die Argumente der Betroffenen. Schon bisher habe es starken internationalen Druck auf Israel gegeben. Dieser Druck könne zu einer Lösung im „Sinn von Gerechtigkeit und Wahrheit“ führen. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Morgen Abend, 2.2.2014: Menschen in der Zeit - von Aldo Parmeggiani
Eva Petrik, Leben und Vermächtnis

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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20.20 Uhr „Magazin“

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