RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 7.2.2014

Tagesmeldungen vom 7.2.2014

- Papst an Polens Bischöfe: „Steht Geschiedenen bei“ -
- Vatikan: UN-Komitee „überschreitet Kompetenz“ -
- Schweiz: Kirche gegen Masseneinwanderungsinitiative -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst an polnische Bischöfe: „Steht Geschiedenen bei“
Bischöfe und Gläubige sind aufgerufen, Geschiedenen und Getrennten beizustehen. Daran erinnerte der Papst an diesem Freitagmittag. Er traf polnische Bischöfe, die derzeit anlässlich ihres Ad-limina-Besuches im Vatikan sind. Etwa 30 Prozent der Ehen in Polen gehen mittlerweile zu Bruch. Die Zahl der Scheidungen hat innerhalb eines Jahrzehnts um mehr als die Hälfte zugenommen. Ausgehend von der Situation in Polen erläuterte der Papst, dass sich jede Gesellschaft auf drei Elemente stütze: Familie, Jugend und Berufung. (rv)
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Vatikan: Kinderschutzkomitee „überschreitet seine Kompetenz“
Mängel im Kinderschutzbericht weist Vatikansprecher Pater Federico Lombardi dem UN-Komitee nach, das dem Heiligen Stuhl am Mittwoch ein strenges Zeugnis ausstellte. Das Gremium habe „die schriftlichen und mündlichen Beiträge der Vatikanvertreter nicht adäquat berücksichtigt“, so Lombardi in einer Erklärung von diesem Freitag. Der Bericht zeuge von „Unwissen um die Natur des Heiligen Stuhls“. Zudem überschreite das Komitee in seinen Empfehlungen bei Fragen der Sexualethik die eigenen Kompetenzen. Überhaupt seien die Beratungen und die Veröffentlichung des Genfer Berichtes im Vergleich zur üblichen Praxis „absolut anomal“ verlaufen, kritisiert Lombardi. (rv)
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Papstpredigt: „Gehen wir auf dem Weg Jesu Christi?“
„Wo es einen Hof gibt, kann alles passieren: Korruption, Laster, Verbrechen.“ Das sagte Papst Franziskus an diesem Freitagmorgen bei seiner Frühmesse in der Kapelle von Santa Marta. Der Papst bezog sich dabei auf den Hof des Herodes: Der König von Juda ließ aus einer Laune heraus Johannes den Täufer töten, um seine Geliebte zufriedenzustellen, so Franziskus: „Ein Hof fördert solche Dinge. Was hatte Johannes der Täufer getan? Er hatte vor allem den Herrn angekündigt, die Nähe des Herrn, das Heranbrechen des Reiches Gottes. Und er hatte das mit Entschiedenheit getan: Er rief alle dazu auf, sich zu bekehren. Er war eine starke Persönlichkeit, und er verkündete Jesus Christus.“ (rv)
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Zentralafrika: Lynchjustiz sorgt für Entsetzen
Ein neuer Fall brutaler Lynchjustiz in der Zentralafrikanischer Republik sorgt für Empörung und Entsetzen bei der Bevölkerung. Regierungssoldaten hatten am Mittwoch in der Hauptstadt Bangui einen mutmaßlichen muslimischen Seleka-Rebellen auf offener Straße brutal getötet. Das ganze wurde von vielen Schaulustigen gefilmt und ins Internet gestellt. Pétula Fernandé Malo von der Caritas Bangui kommentiert den schrecklichen Fall im Interview mit Radio Vatikan. (rv/reuters/afp)
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BLICKPUNKT SCHWEIZ:

Schweiz: „Ausländer sind keine Ware“
Die Schweizer und ihre Haltung zu Nicht-Schweizern im Land: Seit den 70er-Jahren gab es mehrere Abstimmungen darüber, ob und wie man den Ausländeranteil in der Eidgenossenschaft senken könnte. Auch wenn sich bei Umfragen eine Mehrheit gegen Ausländer aussprach, waren die Ergebnisse der Abstimmungen fast immer „ausländerfreundlich“. Am Sonntag könnte es aber – laut Berechnungen der Politologen – anders sein: Die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) will mit ihrer sogenannten „Masseneinwanderungsinitiative“ möglichst viel der zukünftigen Immigration im Land verhindern. Darüber stimmt die Schweiz am Wochenende ab. Die katholische Kirche lehnt die Initiative klar ab. Weshalb, erklärt der Präsident ad interim der bischöflichen Kommission „Justitia et Pax“, Thomas Wallimann, im Interview mit Radio Vatikan. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die Glaubenskongregation hat ein Ermittlungsverfahren gegen den chilenischen Bischof Cristian Contreras eingeleitet. Die vatikanische Behörde überprüft die Anschuldigung des sexuellen Missbrauchs. Der Bischof habe selber beim Vatikan um Ermittlungen gebeten, nachdem Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden. Das teilte Bischof Contreras in einer Erklärung seines Bistums San Felipe mit. Der Bischof bezeichnete die Anschuldigungen als haltlos. Zuvor hatte das chilenische Nachrichtenportal „CIPER“ berichtet, im Januar hätten zwei Geistliche aus Mexiko auf Bitten der Glaubenskongregation Missbrauchsvorwürfe gegen Contreras und andere hochrangige Kirchenvertreter vor Ort untersucht. (kna/reuters)
Viele Länder haben eine unzureichende Versorgung mit notwendigen Medikamenten. Darauf weist der vatikanische Gesundheitsrat hin. In etwa 90 Staaten stünden Menschen weniger als die Hälfte der benötigten Arzneien zur Verfügung, weil das entsprechende Gesundheitssystem nicht funktioniere, sagte am Donnerstag der Präsident des Päpstlichen Gesundheitsrates, Erzbischof Zygmunt Zimowski. Davon seien auch viele sogenannte „reiche Staaten“ betroffen. Die Regierungen müssten sicherstellen, dass alle Teile der Bevölkerung gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung erhielten, „mit besonderer Berücksichtigung der Schwächsten: der Kinder, der Alten, der Armen und der Menschen, die am Rand leben“, so Zimowski. Der Kurienerzbischof erinnerte an eine Forderung von Papst Franziskus während seines Besuchs auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa im vergangenen Jahr, wonach die Politik nicht allein die bürgerlichen Rechte zu garantieren habe, sondern auch jedem den Zugang zu den materiellen Grundvoraussetzungen des Lebens sichern müsse. (rv/kna)
17.000 junge Erwachsene haben sich laut Angaben des Päpstlichen Familienrates für eine Begegnung mit Papst Franziskus am Valentinstag auf dem Petersplatz angemeldet. Die Anmeldefrist sei aufgrund des großen Andrangs bis zum Mittwoch verlängert worden. Das Treffen richtet sich an katholische Paare, die sich gerade auf die Trauung vorbereiten. Interessierte können sich beim Päpstlichen Rat für die Familie unter der Mailadresse events@family.va registrieren lassen. Da die ursprünglich vorgesehene vatikanische Audienzhalle zu klein ist, wurde die Veranstaltung auf den Petersplatz verlegt. (rv/kipa)

Vatikan/Palästina
Der Heilige Stuhl und die Palästinensische Autonomiebehörde
haben das Ziel, einen gemeinsamen Grundlagenvertrag abzuschließen. Das teilte der vatikanische Pressesaal an diesem Freitag mit. Die „Bilaterale Kommission des Heiligen Stuhls und des Palästinenserstaats“ hätten einen „bedeutenden Fortschritt“ in der Erstellung des endgültigen Textentwurfs für das Abkommen erreicht, so die Vatikan-Note. Das Dokument solle demnächst unterschrieben werden. Das Gremium hatte am Donnerstag im PLO-Hauptquartier in Ramallah getagt. Beide Seiten hätten zugesichert, die noch laufenden staatsrechtlichen und internen Prozesse abzuschließen, um den Weg für eine Vertragsunterzeichnung frei zu machen, so die Erklärung. Zudem habe die palästinensische Seite ihre große Freude über den Besuch von Papst Franziskus im Heiligen Land Ende Mai zum Ausdruck gebracht. (rv/kna)

Europa

Deutschland
Der UN-Bericht zum Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Kindern wirft „alles in einen Topf“. Das bemängelt Jesuitenpater Klaus Mertes in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Frankfurter Rundschau“. In der Freitagausgabe der Zeitungen sagte Mertes, dass er „nur den Kopf schütteln“ könne, wenn die Experten des UN-Kinderrechtekomitees (UNCRC) von einer zwingenden Meldepflicht von Missbrauchsfällen an die staatlichen Behörden redeten. Gerade Opferverbände warnten „vor solch einem Automatismus“, so der Pater, der 2010 als Rektor am Berliner Canisius-Kolleg die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ins Rollen brachte. „Und wenn dann noch Themen wie Abtreibung oder Homosexualität in den Bericht einfließen, kommt endgültig gerührter Quark heraus“, so das Fazit des Jesuitenpaters. (kna)
Die Morallehre der Katholischen Kirche wird von
Gläubigen überwiegend als „Verbotsmoral“ und „lebensfern“ angesehen. Das hält der Trierer Bischof Stephan Ackermann zu den Ergebnissen der Vatikan-Umfrage unter katholischen Gläubigen in den deutschen Bistümern fest. Im Gespräch mit der „Mainzer Allgemeinen“ plädiert der Bischof dafür, das Verantwortungsbewusstsein der Menschen zu stärken, ihre Gewissensentscheidung dann aber auch zu respektieren. Es sei etwa nicht mehr zeitgemäß, eine neue Ehe nach einer Scheidung als dauernde Todsünde anzusehen. Auch sei es nicht mehr haltbar, jede Art von vorehelichem Sex als schwere Sünde zu bewerten, so der Trierer Bischof: „Wir können die katholische Lehre nicht völlig verändern, aber Kriterien erarbeiten, anhand derer wir sagen: In diesem und diesem konkreten Fall ist es verantwortbar. Es geht nicht an, dass es nur das Ideal auf der einen und die Verurteilung auf der anderen Seite gibt.“ (pm)

Italien/Israel/Vatikan
Der Vatikan und Israel sollten im Kampf gegen
Antisemitismus enger zusammenarbeiten. Das sagte der israelische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Zion Evrony, bei einer Konferenz in Siena. Dazu sollten nicht nur katholische und jüdische Einrichtungen involviert werden, sondern auch alle israelischen Botschaften und vatikanischen Nuntiaturen in der Welt, so Evrony. Seine Idee stütze er auf die Botschaft des Konzilsdokument Nostra Aetate, fügte der israelische Diplomat an. Er danke auch Papst Franziskus für seine „klaren Worte“ gegen Antisemitismus, die der Papst geäußert hatte. Die Worte des Papstes dazu sollten „überall auf der Welt“ verbreitet werden, sagte der israelische Botschafter beim Heiligen Stuhl weiter. (agi)

Polen
Die katholische Kirche des Landes muss sich erstmals wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor Gericht verantworten. Der heute 26-jährige Marcin K. beschuldigt einen Priester, ihn in seiner Jugend sexuell missbraucht zu haben. Im Oktober war ein Schlichtungsversuch vor dem Gericht gescheitert. Ortsbischof Edward Dajczak hatte dem Opfer persönlich tiefes Bedauern ausgedrückt und ihm 2012 etwa 500 Euro für eine Therapie erstatten lassen. Marcin K. fordert nach eigenen Angaben von der Diözese Köslin-Kolberg, einer Pfarrei und deren zu einer Haftstrafe verurteiltem ehemaligen Pfarrer insgesamt fast 48.000 Euro und eine Entschuldigung. Im Gegensatz zu den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz lehnen Polens Bischöfe Schadenersatzzahlungen an Missbrauchsopfer, die über die Therapiekosten hinausgehen, ab. (kap)

Großbritannien
Die Bischöfe in England und Wales werden die Ergebnisse der Familienumfrage der katholischen Kirche nicht veröffentlichen. Ein Sprecher der Bischofskonferenz sagte, dass die englischen und walisischen Bischöfe „gemäß den Wünschen des Vatikans“ die Antworten der Öffentlichkeit nicht preisgeben wollen. Allgemeine Daten der Antwortgeber wurden jedoch veröffentlicht. Die Bischofskonferenz von England und Wales habe demnach insgesamt rund 16.500 Antworten erhalten, wie britische Medien am Freitag berichten. Die meisten – mehr als 12.000 – seien online verschickt worden. 80 Prozent der Befragten waren Laien, 69 Prozent verheiratet; 20 Prozent waren in kirchlichen Ämtern, etwa als Priester oder Diakone; sechs Prozent waren Gemeindemitglieder oder Musiker. Rund ein Prozent der Befragten bezeichnete sich als nicht-katholisch. (rv/kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 9.2.2014: Reden über Gott und Welt
Katholische Klöster: was sie können und wo es krankt. Eine Sendung von P. Bernd Hagenkord und Marion Sendker

Dienstag Abend, 11.2.2014: Unsere Februar-Radioakademie
85 Jahre Vatikanstaat. Mit den Lateranverträgen vom 11. Februar 1929 zog Papst Pius XI. einen Schlussstrich unter den politischen Streit mit Italien und stellte den Heiligen Stuhl auf ein eigenes Stück Land: den Staat der Vatikanstadt. Die 44 Hektar auf dem römischen Papst-Hügel sind der kleinste Staat der Welt und der einzige, der zur Gänze als Weltkulturerbe anerkannt ist. Unsere Februar- Radioakademie von Gudrun Sailer stellt den Vatikanstaat, seine Geschichte und seine Gegenwart vor

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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