RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 8.2.2014

Tagesmeldungen vom 8.2.2014

- Papst ruft zu Frieden in Sri Lanka auf -
- Bosnien: Soziale Not vereint im Protest -
- Philippinen: „Baut unsere Kirchen wieder auf!“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst empfängt Christen Sri Lankas
Franziskus hat zu Frieden und Versöhnung für Sri Lanka aufgerufen. Vor einer christlichen Pilgergruppe vom Inselstaat, die mit Kardinal Malcolm Ranjith und Bischöfen des Landes in den Vatikan gekommen war, ging der Papst auf die ethnischen Spannungen in Folge des Bürgerkrieges in Sri Lanka ein, die bis heute andauern. Der einzige wenn auch nicht leichte Weg sei es, mit dem Gegner von gestern zusammen zu arbeiten, um gemeinsam die Zukunft aufzubauen, so der Papst. Außerdem nehme er gerne die Einladung entgegen, Sri Lanka selber zu besuchen. (rv)
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Bosnien-Herzegowina: Soziale Not vereint im Protest
Sie wollen grundlegende Dinge wie Arbeit und haben die Nase voll von der Korruption – wütende Bürger gehen in Bosnien-Herzegowina seit Tagen auf die Straße und schrecken offenbar auch vor drastischen Aktionen nicht zurück. In mehreren Städten kam es zu Ausschreitungen mit zahlreichen Verletzten, in der Hauptsadt Sarajewo setzten Demonstranten das Präsidentschaftsgebäude in Brand. Seit dem Krieg vor knapp zwanzig Jahren hat es in dem Balkan-Staat nicht mehr so schwere Unruhen gegeben. Azra Ibrahimovic von der Nichtregierungsorganisation Cesvi berichtet gegenüber Radio Vatikan von den Protesten der Menschen, die es einfach nicht mehr schafften, zu überleben. Grundlegende Rechte würden den Menschen vorenthalten: Das Recht auf Arbeit, Gehalt, Krankenversicherung, Rentenversicherung etc. Die Sozialproteste haben sich laut Presseberichten auf acht Städte im Land ausgeweitet, von rund 6.000 Demonstranten ist die Rede. (rv)
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Nigeria: Armut und Korruption spielen Boko Haram in die Hände
Seit Mai 2013 sind in Nigeria über 1.300 Menschen den Überfällen der radikalislamischen Sekte Boko Haram zum Opfer gefallen. Die Terroristen haben es dabei besonders auf staatliche Einrichtungen und Christen abgesehen. Emmanuel Ogbunwezeh leitet das Afrika-Referat der Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Er ist vor wenigen Tagen von einer Reise aus Nordnigeria nach Deutschland zurückgekehrt. Dem Kölner Domradio berichtete er über die Unfähigkeit der nigerianischen Regierung. Gleichzeitig würde der Terror immer ausgeklügelter, beide Faktoren spielten in die Hände von Boko Haram. (domradio)
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Phillipinen: „Baut unsere Kirchen wieder auf!“
Auf den Philippinen herrscht bis heute eine Notsituation. Das sagt Cor Unum Mitarbeiter Segundo Tejado Muñoz gegenüber Radio Vatikan. Drei Monate nach dem verheerenden Taifun Haiyan, bei dem über 5.000 Menschen starben und über vier Millionen Menschen evakuiert wurden, hat eine vatikanische Delegation das Land besucht. Die Gruppe um den Leiter der Caritas-Behörde Cor Unum, Kardinal Robert Sarah,  inspizierte unter anderem ein Waisenhaus und ein Altersheim, das mit Hilfe des Vatikans errichtet wird. „Man spricht noch gar nicht von Wiederaufbau“, so Segundo Tejado Muñoz. Es fehle an Unterkunft, an Nahrungsmitteln, an Wasser und generell am Nötigsten für die Menschen. „Wir müssen noch warten, bis wir von Wiederaufbau der zerstörten Häuser sprechen können.“ (rv)
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UNSER BUCHTIPP:

Ulrich Nersinger: Tatort Konklave. Eine Besprechung von Marion Sendker
Zur Überraschung der ganzen Welt hat Papst Benedikt XVI. vor fast einem Jahr seinen Rücktritt vom Papstamt bekannt gegeben. 29 Tage später folgte das Konklave. Vatikan-Kenner Ulrich Nersinger gewährt in seinem Buch „Tatort Konklave“ einen Einblick in die Vorgänge rund um die Papstwahl. Dem Autor gelingt ein lebendiger Streifzug durch die Geschichte des Vatikans. Wie ein unsichtbarer Beobachter ist Nersinger dabei, wenn in „der Sixtina die Nerven blank“ liegen, weil sich die Kardinäle ihre Mägen verdorben haben und um einen Giftanschlag auf das Kolleg fürchten oder wenn das Kardinalskolleg auf einmal weibliche Unterstützung im Konklave bekommt. Ulrich Nersinger ist Journalist, Historiker und ausgewiesener Kenner des Vatikans, der Kurie und der Kirchengeschichte. Sein Werk „Tatort Konklave“ ist ein erzählendes Sachbuch mit Krimi-Elementen, was der Sprache wie auch dem Thema zu danken ist. Die Masse an Information ist fast so beeindruckend, wie der präzise und an manchen Stellen auch brisante Schreibstil, der Lust auf mehr macht. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat das Martyrium koreanischer Christen anerkannt, die aufgrund ihres Glaubens im Zeitraum 1791 bis 1888 getötet wurden. Das gab der Vatikan an diesem Samstag bekannt. Es handelt sich um Paolo Yun Ji-chung und 123 weitere Märtyrer. Ebenso bestätigte der Papst am Freitag das Martyrium des italienischen Franziskanerminoriten Francesco Zirano, der 1603 in Algerien umgebracht wurde. Den heroischen Tugendgrad – eine notwendige Vorstufe zur Seligsprechung - sprach er dem 1937 verstorbenen italienischen Franziskaner Faustino Ghilardi zu, ferner dem Mexikaner Gesù Maria Echavarría y Aguirre und der spanischen Ordensschwester Maria Rocío di Gesù Crocifisso, die 1956 starb, zu. (rv)
Neuer Untersekretär der Bischofssynode ist der Italiener Fabio Fabene, der bisherige Büroleiter der Synode. Seine Ernennung durch den Papst gab der Vatikan an diesem Samstag bekannt. Fabene wird dem Generalsekretär der Bischofssynode Lorenzo Baldisseri zuarbeiten. Baldisseri erhebt Franziskus am kommenden 22. Februar zum Kardinal. Seine Ernennung sorgte für Überraschung. Sie wird als Zeichen dafür gewertet, dass Franziskus die Synode als Institution kollegialer Führung der Weltkirche stärken will: Im Vatikan kam es bisher nie vor, dass der Generalsekretär der Bischofssynode ein Kardinal war. (rv)

Europa

Deutschland
Beihilfe zur Selbsttötung relativiert den Wert des Lebens „in inakzeptabler Weise.“ Das sagt der deutsche Gesundheitsminister Hermann Gröhe in einem Interview der Zeitung Welt am Sonntag. Gröhe sprach sich erneut für ein weitreichendes Verbot der aktiven Sterbehilfe aus. Er wünsche sich, dass „kommerzielle Beihilfe zur Selbsttötung, das Geschäftemachen“, unter Strafe gestellt werde. Zwar versteher er die Angst vor der letzten Lebensphase, „vor einem Ausgeliefertsein an eine Apparatemedizin“, sagte Gröhe weiter. Die Freiheit zur Selbsttötung dürfe jedoch nicht verklärt werden. Beim Thema Sterbehilfe gehe es für ihn um eine „ethische Fundamentalfrage“, so Gröhe. (kna)
Mit einem Pontifikalrequiem nahm das Bistum Essen an diesem Samstag Abschied von seinem Altbischof Hubert Luthe. Im Namen von Papst Franziskus betonte der  vatikanischen Staatssekretär in einem beim Requiem verlesenen Schreiben die Einheit aller Christen, für die sich Bischof Luthe sein Leben lang eingesetzt habe. „Der Priester und Bischof Hubert Luthe hat das Lob Gottes in das Herz vieler Menschen gepflanzt“, heißt es in dem Schreiben. Luthe habe gezeigt, was einen „Hirten der Kirche“ ausmache, der mit seinem Leben die klare wie einfache „Botschaft des guten Hirten“ verkündet, so Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck in seiner Predigt. Luthe sei ein „Mann des Gesprächs und Dialogs“ gewesen, der die Wirklichkeit fest in den Blick genommen habe, der sich bemühte, Brücken zu bauen, dem der Zusammenhalt, die Solidarität sowie die Sensibilität für soziale und gesellschaftliche Fragen wichtig waren. (pm)

Österreich
Der verstorbene emeritierte Diözesanbischof Kurt Krenn ist am Samstag in der Bischofsgruft des St. Pöltner Domes beigesetzt worden. Krenn sei „ein streitbarer Bischof“ gewesen, sagte der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng bei dem von ihm geleiteten Trauergottesdienst. „Er hat es weder sich selber noch den anderen leicht gemacht, aber eines ist klar: Sein Leben stand im Dienst der Kirche.“ Als „treuen Sohn der Kirche“ würdigte auch Papst Franziskus den Verstorbenen in einem von Staatssekretär Parolin unterzeichneten Kondolenzschreiben an die Trauergemeinde, das vom Apostolischen Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen verlesen wurde. Krenn, der von 1991 bis 2004 St. Pöltner Bischof und zuvor ab 1987 Weihbischof in Wien war, starb am 25. Januar im Kloster Gerersdorf nahe St. Pölten. (kap)  (kap)

Spanien
Nach dem Flüchtlingsdrama in Südspanien drängen Kirchenvertreter die Politik zum Handeln. Solche „Tragödien“ müssten in Zukunft mit allen Mitteln verhindert werden, heißt es in einer Erklärung der Diözesen Ceuta und Cádiz. Vor der spanischen Exklave Ceuta waren am Donnerstag unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen sieben und neun Migranten ertrunken. Insgesamt versuchte eine Gruppe von etwa 400 Menschen, von Marokko aus zu der spanischen Stadt an der nordafrikanischen Küste zu schwimmen, teilte ein Sprecher der marokkanischen Behörden mit. (rv/dw)
Das Bistum Malaga verteidigt Äußerungen des designierten spanischen Kardinals Fernando Sebastian Aguilar zu Homosexualität. In einer am Freitag vorab verbreiteten Erklärung in der Sonntagszeitung des Bistums Malaga heißt es, Sebastian habe Homosexualität keineswegs als „Krankheit“ bezeichnet. Der von ihm benannte „Mangel“ beziehe sich darauf, dass der Homosexualität die Dimension der Fortpflanzung fehle. Ferner habe Sebastian im Einklang mit der Lehre der Kirche den Respekt gegenüber Homosexuellen betont. (kna)

Niederlande
Königlicher Kollege für Deutschlands künftige Vatikanbotschafterin Annette Schavan: Die Nachbarn aus den Niederlanden senden den 41-jährigen Prinz Jaime von Bourbon-Parma als diplomatischen Vertreter an die Kurie. Das niederländische Kabinett stimmte der Ernennung am Freitag zu. Prinz Jaime ist ein Neffe von Beatrix, die bis 2013 Königin der Niederlande war. Zuvor war er unter anderem als Diplomat in Baghdad und Afghanistan eingesetzt. Prinz Jaimes Mutter, Prinzessin Irene von Oranien-Nassau, trat in den 60er Jahren heimlich vom protestantischen zum katholischen Glauben über und löste in der Folge einen heftigen Skandal in den Niederlanden aus. Die Prinzessin verzichtete zugunsten der Ehe mit dem Herzog, die 1981 geschieden wurde, auf ihren Platz in der niederländischen Thronfolge und verlor offiziell ihre Zugehörigkeit zum Königshaus.
(kna)

Naher Osten

Syrien
Anlässlich der Winterspiele im russischen Sotschi hat Pax Christi International hat zu einem „olympischen Waffenstillstand“ für Syrien aufgerufen. Dem an die Vereinten Nationen gerichteten Appel schlossen sich zahlreiche Hilfsorganisationen wie „Human Rights Watch“ und „Christian Aid“ an. Neben dem Waffenstillstand fordert Pax Christi International mit Nachdruck die flächendeckende Einrichtung humanitärer Korridore für das kriegsgeschüttelte Land. In Homs konnten derweil erste Zivilisten die Stadt verlassen. Mindestens 80 Frauen, Kinder und ältere Menschen seien mit Bussen aus der belagerten Altstadt gebracht worden, berichtet die Agentur afp. Die Evakuiierung ist ein Ergebnis der Syrienkonferenz in der Schweiz. (pm/afp)

Israel
Palästinensische Christen haben jüngsten israelischen Bestrebungen zur Armee-Rekrutierung arabisch-israelischer Christen eine Absage erteilt. In einem fünf Seiten umfassenden Positionspapier vom Freitag fordert der Zusammenschluss „National Coalition of Christian Organizations in Palestine“ die Kirche auf, deutlich zu machen, dass die israelische Armee „zu Lasten der Palästinenser als Instrument der Förderung der Interessen der jüdischen Bevölkerung“ benutzt werde. Ablehnend steht sie auch dem Zivildienst arabischer Israelis gegenüber; dieser verfolge dasselbe Ziel einer „Israelisierung der arabischen Minderheit“, schreiben die Verfasser. (kna)

Amerika

Kanada
Der orthodoxe Erzbischof Seraphim Storheim ist wegen einem sexuellen Übergriff an Minderjährige verurteilt worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur apic am Samstag. Storheim gehört zu den bedeutendsten Kirchenvertreter der Orthodoxie in Nordamerika. Das staatliche Gericht in Winnipeg im südlichen Kanada hat den Erzbischof für schuldig befunden, vor 30 Jahren einen Jungen sexuell missbraucht zu haben. Damals war Storheim Rektor einer Bildungseinrichtung in Winnipeg. Der Verurteilte wurde bereits vor drei Jahren seines Amtes suspendiert. (apic)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

An diesem Sonntag blicken wir in der Abendsendung nach Österreich: Wozu noch Klöster und Stifte?
Eine Sendung von Marion Sendker und Pater Bernd Hagenkord

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
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·
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Im Internet:

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