RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 10.2.2014

Tagesmeldungen vom 10.2.2014

- Papst will keinen Santa-Marta-Tourismus -
- Caritas: „Schweizer sind nicht fremdenfeindlich“ -
- Sambia: Radio-Vatikan-Mitarbeiter wird Bischof -

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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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BLICKPUNKT VATIKAN:

Papst will keinen Santa-Marta-Tourismus
Wer wäre nicht gern mal dabei, wenn Franziskus morgens im Vatikan-Gästehaus die Messe feiert? Auch dem Papst selbst ist nicht entgangen, dass das fast schon eine neue Touristen-Sehenswürdigkeit ist, fast so wie der Angelus, nur exklusiver. An diesem Montag sagte Franziskus in seiner Predigt dazu: „Ihr kommt hierhin, und wir treffen uns hier, um ins Geheimnis einzutreten: Das ist Liturgie. Die Zeit Gottes, der Raum Gottes, die Wolke Gottes, die uns alle umhüllt.“ Leider gebe es auch viele, die während der Messe immer mal wieder auf die Uhr schauten und sich fragten: Wie lange dauert`s noch? Aber das sei nicht die richtige Haltung, „um in die Zeit und den Raum Gottes einzutreten“. (rv)
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Ein Jahr danach: Vatikansprecher zum Amtsverzicht Benedikts
So abrupt ist die Stimmung wohl selten umgeschlagen an einem Rosenmontag: Am 11. Februar vor genau einem Jahr kündigte Benedikt XVI. seinen Verzicht auf das Papstamt an. Kaum jemand war weltweit auf einen solchen Epochenschnitt vorbereitet, die Reaktionen reichten von Verständnis bis Entsetzen. Der Jesuitenpater Federico Lombardi ist Sprecher des Papstes – damals Benedikts, heute der von Papst Franziskus. Im Interview mit Radio Vatikan urteilt er: „Wer Benedikt XVI. nahe war, der konnte allerdings spüren, dass er über dieses Thema nachgedacht hatte, dass er darüber betete und sich um geistliche Urteilskraft bemühte.“ Das alles sei dann eingegangen in seine Erklärung des Amtsverzichts. (rv)
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Vor 75 Jahren: Pius XI. stirbt
Am 10. Februar vor 75 Jahren starb im Vatikan Papst Pius XI. – der Papst der Lateranverträge und der Enzyklika „Mit brennender Sorge“. Wenige Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sprangen die Zeiger damit auf Wechsel im Vatikan. Der gelehrte Lombarde Achille Ratti hatte 17 Jahre lang als Nachfolger des heiligen Petrus auf dem römischen Bischofsstuhl gesessen. Sein größtes Verdienst in dieser Zeit: Er hatte mit Mussolini die Lateranverträge geschlossen und damit seinen Frieden mit Italien gemacht, der Vatikan war entstanden und hatte eine völkerrechtliche Absicherung. (rv)
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BLICKPUNKT SCHWEIZ:

Caritas: „Mehrheit hat nicht gegen Migranten gestimmt“
„Land des Geldes, Land der Angst“, so titelten einige Medien die Schweizer Abstimmung zur sogenannten Masseneinwanderungsinitiative. Das Resultat war jedoch sehr knapp – mit 50,3 Prozent nahmen die Schweizer Bürger die Initiative am Sonntag an. Das sorgt nicht nur im Ausland für Aufsehen. Selbst für etliche Schweizer ist die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative ein Schock. Das sagt im Interview mit Radio Vatikan Marianne Hochuli von Caritas Schweiz. Die Migrationsexpertin ist Leiterin des „Grundlagenbereichs“ bei der Schweizer Caritas. Schaut man sich das Ergebnis an, so sieht es so aus, als ob eine Mehrheit der Schweizer „fremdenfeindlich“ sei. Die sei aber nicht der Fall, so Hochuli. Das Interview führte Mario Galgano. (rv)
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Bischöfe kritisieren Zuwanderungsbegrenzung
Die Bischöfe haben den Volksentscheid für eine Begrenzung der Zuwanderung kritisiert und appellieren an mehr Offenheit in der Bevölkerung. Das Wahlergebnis sei die Folge einer Kampagne, die „die psychische Angst vor Fremden“ geschürt habe, sagte der Informationsbeauftragte der Schweizer Bischofskonferenz, Simon Spengler, dem Internetportal katholisch.de am Montag. Das habe das gesellschaftliche Klima in der Schweiz verschärft. Direkten Einfluss könne die Kirche nicht auf die Politik nehmen; aber man wolle „entlarven, dass hinter der geschürten Angst eigentlich nur wirtschaftliche Interessen stehen“, sagte der Sprecher. Dazu wolle man aufzeigen, dass das Fremde eine Bereicherung sei. (kap/katholisch.de)

Kirchenbund: Bedauern über Begrenzung
Mit Bedauern haben der Evangelische Kirchenbund und Vertreter der evangelikalen Bewegung in der Schweiz auf den Ausgang der Volksinitiative „Gegen Masseneinwanderung“ reagiert. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund forderte nach der Abstimmung dazu auf, das Ergebnis in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und den Menschenrechten umzusetzen. Sie könnten nicht durch Kontingente beschränkt werden. Auch der Familiennachzug müsse beibehalten werden. Der Kirchenbund hatte im Vorfeld – wie auch Regierung, Arbeitgeber, Gewerkschaften und fast alle Parteien – die Bürger aufgefordert, die Initiative abzulehnen. Sie zeichne das Bild einer anonymen Masse, die die Schweiz zu überfluten drohe. Es sei unvereinbar mit dem biblischen Menschenbild, das die christliche Tradition der Schweiz präge. (idea)

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Ein Radio-Vatikan-Mitarbeiter wird Bischof: Papst Franziskus hat Moses Hamungole zum Bischof von Monze im ostafrikanischen Sambia ernannt. Bisher leitet der 48-Jährige das Radio-Vatikan-Programm in Swahili und Englisch für Afrika. Erste Erfahrungen mit dem Radio hatte er als Leiter des Bistumssenders von Lusaka gemacht. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Mitarbeiter des Papstsenders zu Bischofswürden kommt. So ist zum Beispiel auch der derzeitige maronitische Patriarch des Libanon, Kardinal Béchara Raï, ein früherer Direktor eines RV-Sprachprogramms, in diesem Fall des Programms in arabischer Sprache. (rv)
Der Papst will im Vatikan keinen Argentinien-Gipfel veranstalten. Eine entsprechende Meldung der Zeitung „La Nación“ wurde am Sonntag vom Papst selbst per Telefon dementiert. Die Zeitung hatte gemeldet, der aus Argentinien stammende Franziskus wolle sich Mitte März mit Regierungs-, Gewerkschafts- und Unternehmervertretern beraten. Nach Angaben der offiziellen argentinischen Nachrichtenagentur nannte der Papst diese Meldung „eine Verrücktheit“. (ansa)

Europa

Deutschland
Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger ist mit dem deutschen Gesundheitssystem unzufrieden. Losinger ist Mitglied im Deutschen Ethikrat. In einem Interview mit der Internetplattform „Katholisch.de“ bemängelte er vor allem, dass es wegen „knapper Mittel und falscher Strukturen“ mehr und mehr zu „Qualitäts-Einbußen“, komme. Losinger kritisierte auch die ungleiche Behandlung von Kassen- und Privatpatienten und auf Ärzteseite „Überlastungen im Dienst und ein zu enges Korsett“. Das habe wiederum Auswirkungen auf das Verhältnis zum Patienten: Immer mehr würden sich beklagen, dass Ärzte zu wenig Zeit für das persönliche Gespräch hätten, so Losinger. (katholisch.de)

Österreich
Die Öffnung des katholischen Priestertums für Frauen wäre ein gravierender Traditionsbruch - auch wenn die Tatsache, dass dieser Dienst nur Männern vorbehalten ist, heute „sehr schwer erklärbar“ sei: Das sagte der Salzburger Erzbischof Franz Lackner in einem Interview für die ORF-Sendung „Radio Salzburg Café“ am Sonntag. Er verglich die auf Jesus zurückgeführte Regelung, nur Männer zu Priestern zu weihen, mit einem Flussbett, das heute nicht mehr umleitbar sei. Auch beim „heißen Eisen“ Zölibat warnte der Erzbischof vor der Gefahr, etwas „aus guten Gründen aufzugeben“ - aber am Ende „bleibt etwas übrig, das konturlos geworden ist“. Bei den Vorbehalten gegenüber der Zölibatsverpflichtung als Zulassungsbedingung zum Priesteramt werde stets die Frage ausgeblendet, wie die Radikalität der Jesusnachfolge sonst lebbar sei. (kap)

Frankreich
Das vor 10 Jahren eingeführte Verbot religiöser Symbole an Frankreichs Schulen hat eine anti-muslimische Haltung im Land verstärkt. Das erklärte die französisch-kanadische Soziologin Valérie Amiraux am Montag im Interview der Presseagentur „Kipa“. Das Gesetz vermittele durch das Gebot, seine Religion nur privat auszuüben, die Idee, dass man nicht guter Bürger und gläubig zugleich sein könne. Das sei „nicht nur unverhältnismäßig, sondern auch irreführend“. Zudem drehe sich die Debatte hauptsächlich um Muslime und andere religiöse Minderheiten, so Amiraux. Selten sei die Rede von Kippas oder christlichen Kreuzen. Insofern sei das Problem nicht allein das Gesetz, sondern auch die öffentliche Debatte. (kipa)

Türkei
Der These von der Unvermeidbarkeit eines Aufeinanderprallens der Kulturen („Clash of Civilizations“) hat der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. eine klare Absage erteilt. „Konflikte zwischen Christen und Muslimen haben historisch gesehen ihre Wurzeln in der Politik und nicht in der Religion“, betonte Bartholomaios I. beim 17. „Eurasian Economic Summit“ in Istanbul. Eine politische Instrumentalisierung etwa durch nationale Führer habe mit der „wahren Natur und dem Ziel von Religion“ aber nichts zu tun. Wie die österreichische „Kathpress“ berichtet, forderte der Ökumenische Patriarch individuelle und institutionelle Entscheidungen, um in Zukunft eine friedliche Koexistenz zu erreichen. (kap)

Russland
In Sotschi ist hinter den Olympia-Kulissen auch über den Syrienkrieg und die Sorge über das Entstehen einer islamistischen Machtbasis am Euphrat beraten worden. Das berichtet die Stiftung „Pro Oriente“ am Montag. Der libanesische Ministerpräsident Najib Mikati sei in Sotschi mit Präsident Wladimir Putin und Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew zu Gesprächen über die „jüngsten Entwicklungen in der Region“ zusammengekommen. In einem Interview berichtet Mikati auch von einem vor kurzem erfolgten Treffen mit dem Außenminister von Katar, Khalid bin Mohammed al-Attiyah. Dieser habe ihm unter anderem versichert, dass die vor zwei Monaten im syrischen Maaloula entführten zwölf Nonnen - syrische und libanesische Staatsbürgerinnen - demnächst wieder frei sein würden. (kap)

Ukraine/Vereinigte Staaten
Zu mehr Engagement der USA und der EU in der Ukraine hat das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, Swjatoslaw Schewtschuk aufgerufen: „Sonst kann die Menschheit tatsächlich an der Schwelle eines neuen Kalten Krieges stehen“, warnte der Großerzbischof von Kiew in einem TV-Interview in Washington. Wie der ukrainische Pressedienst „Risu“ berichtet, befürchte der Kirchenführer Auswirkungen der politische Krise in der Ukraine auf die Bürger der USA. „Die Zukunft der Demokratie in Osteuropa und Russland“ stünde auf dem Spiel, so Schewtschuk. (pm)

Afrika

Zentralafrika
Bei neuer Gewalt sind am Wochenende in Bangui mindestens elf Menschen getötet worden. Unter ihnen ist ein Abgeordneter, der vor dem Übergangsparlament scharf gegen die Jagd auf Muslime protestiert hatte. Die Zusammenstöße gegen im Kern auf den Umsturz vom März 2013 zurück, bei dem mehrheitlich muslimische Rebellen die Macht in der Zentralafrikanischen Republik erobert hatten. Mittlerweile richtet sich die Gewalt vor allem gegen Muslime. Den in ihrer Mehrheit christlichen Anti-Balaka-Gruppen werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. (afp)

Asien

Japan
Ein Samurai des 16. Jahrhunderts könnte bald von der Kirche seliggesprochen werden. Die Akten zu einer Seligsprechung von Takayama Ukon seien nach Abschluss der diözesanen Prüfung nun an die zuständige Kongregation in Rom übergeben worden. Ukon habe angesichts einer Christenverfolgung „große Treue zur christlichen Berufung bewiesen“, so der Postulator seines Falles, der Jesuit Anton Witwer. Takayama Ukon wurde 1552 geboren – drei Jahre nach dem Jesuitenmissionar Franz Xaver, der das Christentum nach Japan gebracht hatte. Mit 12 Jahren empfing er die Taufe. (apic)

Amerika

Kolumbien
Der Erzbischof von Cali, Dario de Jesús Monsalve Mejía, freut sich über positiven Verlauf der Vorgespräche für bevorstehende Friedensverhandlungen. „Auf allen Seiten“ bestehe Bereitschaft“, betonte der Erzbischof. Wie der Fidesdienst berichtet, ist eine Teilnahme der Guerillabewegung ELN aus Sicht des kolumbianischen Bischofs von „wesentlicher Bedeutung“. Die ELN müsse an „einem separaten Verhandlungstisch“ beteiligt werden. Die Guerillabewegung habe schon verschiedene Punkte für die Friedensgespräche festgelegt, lobt Monsalve. Der Bischof fordert auch eine Beteiligung der Bürger des Landes am Dialogprozess. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Dienstag Abend, 11.2.2014: Unsere Februar-Radioakademie
85 Jahre Vatikanstaat. Mit den Lateranverträgen vom 11. Februar 1929 zog Papst Pius XI. einen Schlussstrich unter den politischen Streit mit Italien und stellte den Heiligen Stuhl auf ein eigenes Stück Land: den Staat der Vatikanstadt. Die 44 Hektar auf dem römischen Papst-Hügel sind der kleinste Staat der Welt und der einzige, der zur Gänze als Weltkulturerbe anerkannt ist. Unsere Februar- Radioakademie von Gudrun Sailer stellt den Vatikanstaat, seine Geschichte und seine Gegenwart vor

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom VortagRadio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

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·
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Im Internet:

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