RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 17.2.2014

Tagesmeldungen vom 17.2.2014

- Kardinalsrat: Reden über die Reform -
- Zentralafrika: „Das ist Völkermord“ -
- Syrien: Evakuierung von Homs lief sehr ruhig -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Treffen des Kardinalsrates: Reden über die Reform
Papst Franziskus hat an diesem Montagvormittag die dritte Begegnungsrunde mit den Kardinälen eröffnet, die ihn bei seiner Kurienreform beraten. Bei den dreitägigen Beratungen stehen diesmal Fragen wirtschaftlich-administrativer Art im Vordergrund, informierte Vatikansprecher Federico Lombardi in der Mittagspause der Beratungen. Der Papst und die Kardinäle des „K8“ genannten Beratungsgremiums hörten an Montagvormittag einen Zwischenbericht der so genannten „COSEA“, der Kommission für die Organisation der wirtschaftlich-administrativen Struktur des Heiligen Stuhles. Bei dem Treffen war auch der vatikanische Staatssekretär Erzbischof Pietro Parolin anwesend. (rv)
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Papstpredigt: Geduld hat mit Vollendung zu tun
Geduld ist keine Resignation, sondern lässt unser Leben reifen. Ohne Geduld gibt es auch keine Weisheit. Daran hat Franziskus an diesem Montag bei seiner Morgenmesse in der Casa Santa Marta erinnert. Ausgehend vom Brief des Jakobus warnte der Papst vor den Versuchungen der Ungeduld: Alles immer sofort zu wollen, sei unreif und bockig und beinhalte nicht zuletzt auch den Wunsch nach Allmächtigkeit. Beispiel dafür seien die Pharisäer, die von Jesus ein Zeichen verlangten. Sie hätten das Handeln Gottes mit dem Handeln eines Zauberers verwechselt, so der Papst. Das christliche Leben müsse sich zu dieser „Musik der Geduld abspielen“, so der Papst. (rv)
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Papstbesuch in Pfarrgemeinde: „Keine Demokratie“
Der Pfarrgemeinderat ist keine Demokratie, er dient aber dazu, den Klerikalismus in einer Gemeinde abzubauen. Das hat Papst Franziskus am Sonntagabend beim Besuch der römischen Pfarrei „San Tommaso Apostolo all´Infernetto“ nahe der alten Hafenstadt Ostia gabend gesagt. Den Pfarrgemeinderat hält Franziskus deshalb für unersetzlich, weil die Laien der Pfarrei oftmals viele Ideen hätten, „wie man das Apostolat voranbringt, Ideen, die der Pfarrer nicht hat.“ Sand ins Getriebe kommt aus Sicht des Papstes aber dann, wenn der Pfarrgemeinderat seiner Natur nicht gerecht wird. (rv)
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Zentralafrika: „Das ist Völkermord“
„Was da in Zentralafrika passiert, erfüllt den Tatbestand des Völkermords.“ Das sagt der Völkerrechtler Christian Tomuschat von der Humboldt-Universität zu Berlin. Der emeritierte Professor war Mitglied im UN-Menschenrechtsausschuss und gehörte der UN-Völkerrechtskommission an. Im Gespräch mit Radio Vatikan bestätigt er die Sorge der UN, dass in der Zentralafrikanischen Republik „alle Zutaten für einen Völkermord vorhanden“ wären. Aus der Ferne sei die Situation zwar nicht leicht zu bewerten, so Tomuschat. Angesichts der „brutalsten Akte“, die einzelne religiöse Gruppen derzeit in Zentralafrika aber gegeneinander verübten, kommt der Völkerrechtler aber zu dem Schluss: „Das ist Völkermord.“ Die Gewalt sei unvorstellbar. Ganz offensichtlich würde die Gewalt auch von beiden Seiten ausgeübt, (rv)
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Syrien: Evakuierung von Homs lief sehr ruhig
Die Genfer Friedensgespräche für Syrien sind am Wochenende spektakulär gescheitert; vieles deutet darauf hin, dass sich der Nahe Osten jetzt auf eine Art Dreißigjährigen Krieg einstellen muss. Immerhin gibt es inmitten all der üblen Nachrichten aus Syrien auch eine gute: Nach Monaten der Belagerung konnten Zivilisten die Altstadt von Homs verlassen. Der Jesuitenpater Ziad Hillal hat die Evakuierung beobachtet. Die Evakuierung der belagerten Altstadt von Homs ist kein Ergebnis der Genfer Gespräche, sondern lokaler Bemühungen, betont Hillal, etwa 600 Menschen hätten es geschafft, aus der Stadt heraus zu kommen, obwohl nur mit 100 gerechnet worden war. (rv)
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Italien: Renzi-kritische Töne aus der Kirche
„Eine Reform pro Monat“ verspricht der künftige italienische Ministerpräsident Matteo Renzi. Der Jungstar von der „Demokratischen Partei“ verdrängte seinen Parteifreund Enrico Letta aus dem Amt des Regierungschefs; an diesem Montag hat er vom Staatspräsidenten den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Doch von der italienischen Kirche kommen einige Renzi-kritische Töne. Vor allem die entschlossene Art und Weise, mit der Parteichef Renzi nach der Macht gegriffen hat, missfällt den Machern des „Avvenire“, der katholischen Tageszeitung, die der Bischofskonferenz gehört. „Renzi sollte sich im Klaren sein, dass sein Bruch mit dem derzeitigen Rahmen der Politik, wie er sich aus der Parlamentswahl vor einem Jahr ergab, und mit dem Koalitionsgleichgewicht, das Letta 2013 geschickt hergestellt hatte, wie eine Fortsetzung der „politica di palazzo“ (Hinterzimmer-Politik) mit anderen Mitteln wirkt.“ (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

„Es ist für das IOR ein bedeutsamer Augenblick, da wir auf die Entscheidung des Papstes warten. Ich weiß nicht, was passieren wird.“ Mit diesen Worten beschreibt der Aufsichtsratsvorsitzende des Institutes für Religiöse Werke IOR, Ernst von Freyberg, die Lage im vatikanischen Geldinstitut. Er könne nicht darüber spekulieren, was die Entscheidung des Papstes sein werde, sagte Freyberg in einem Interview mit der argentinischen Zeitung „La Nación“. Von Freyberg war vor genau einem Jahr ernannt worden, nach der Ankündigung Papst Benedikt XVI., auf sein Amt zu verzichten, aber noch vor der Sedisvakanz. Als einen der ersten Schritte in seiner Arbeit hatte er die Firma Promontory beauftragt, alle Konten des Instituts zu durchleuchten, diese Aufgabe sei noch nicht abgeschlossen. (la nación)
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Europa

Deutschland
Eine direkte Spende an den Papst kann in Deutschland nicht von der Steuer abgesetzt werden. Das berichtet die private Nachrichtenagentur für Gerichtsentscheidungen „juragentur“ unter Berufung auf ein an diesem Montag veröffentlichtes Urteil des Finanzgerichts Köln. Geklagt hatte ein Steuerberater, der 2007 in den Genuss einer Generalaudienz bei Papst Benedikt XVI. kam. Dabei übergab der Mann dem Papst persönlich einen Scheck über 50.000 Euro. Die Spende sollte osteuropäischen Jugendlichen die Teilnahme am Weltjugendtag 2008 in Sydney ermöglichen. Die Richter kamen zu dem Schluss, die Zuwendung sei steuerlich nicht absetzbar, weil der Vatikan nicht der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum angehöre. Wegen grundsätzlicher Bedeutung hat das Kölner Finanzgericht eine Revision des Urteils zugelassen. Mit der Causa befasst sich als nächste Instanz der Bundesfinanzhof in München. (juragentur)
Der Digitalisierung wohnt „ein totalitärer Zug inne“. Mit dieser Warnung ruft der Erlanger Theologieprofessor Werner Thiede zu kritischem Abstand gegenüber dem Internet auf. Im Newsletter des Deutschen ökumenischen Predigtpreises spricht er davon, dass die digitale Revolution technische Bedingungen für eine neue Diktatur bereitstelle. „Wir brauchen eine neue Aufklärung, um die Mündigkeit des Menschen zu wahren“, meinte Thiede. Thiede forderte von Verantwortlichen in Theologie und Kirche „mehr Sensibilität für die Zweischneidigkeit des digitalen Schwertes“. (pm)

Österreich
Die Kritik an der belgischen Entscheidung für eine Ausweitung der Sterbehilfe-Gesetzgebung auf Kinder hält an: So wurde aus Österreich unmittelbar nach Bekanntwerden der Entscheidung des belgischen Parlaments am vergangenen Donnerstag eine Online-Petition an den belgischen König gestartet, die inzwischen von mehr als 120.000 Menschen unterzeichnet wurde. Initiatorin der Petition ist die Theologin, Juristin und ÖVP-Politikerin Gudrun Kugler. Die Petition fordert den belgischen König Philippe auf, das Gesetz nicht zu unterschreiben. Wörtlich appellieren die Unterzeichner an den König: „Hören Sie auf Ihr Gewissen und zeigen Sie sich als Monarch mit ethischen Prinzipien.“ (kap)

Afrika

Nigeria
Islamisten haben im Nordosten des Landes offenbar mehr als hundert Zivilisten massakriert. Wie der örtliche Senator Ali Ndume am Sonntag sagte, töteten die mutmaßlichen Mitglieder der Gruppe Boko Haram 106 Menschen. Der Angriff ereignete sich am Samstagabend in dem überwiegend von Christen bewohnten Dorf Izghe im Bundesstaat Borno, wo bereits hunderte Zivilisten aus Angst vor Angriffen geflohen waren. Seit 2009 wurden bei Angriffen der Boko Haram tausende Menschen getötet. Der Bundesstaat Borno ist eine Hochburg der Gruppe, die gezielt Christen angreift. Seit Mai 2013 gilt in Borno der Ausnahmezustand. (faz)

Amerika

Venezuela
Minderjährige Täter haben am Sonntagmorgen zwei katholische Ordensmänner ermordet. Ein dritter wurde schwer verletzt. Tatort war eine Schule der Salesianer Don Boscos in der venezolanischen Stadt Valencia. Die beiden mutmaßlichen Täter im Alter von 13 und 15 Jahren töteten die beiden 80 und 84 Jahre alten Ordensmänner mit zahlreichen Messerstichen. Nach Angaben lokaler Zeitungen gingen nach Bekanntwerden des Doppelmordes zahlreiche Menschen in Valencia auf die Straße, um gegen die Gewalt in Venezuela zu demonstrieren, das als das derzeit gefährlichste Land Südamerikas gilt. Im ganzen Land gibt es seit Tagen Massenproteste gegen die hohe Kriminalitäts- und Mordrate. (rv/kna)

Uruguay
Die Regierung des Landes hat gute Absichten, dem Rauschgifthandel ein Ende zu setzen. Das bescheinigte den Gesetzgebern der neue Bischof von Montevideo, Daniel Sturla. Er selber habe aber noch keine klare Meinung zur Legalisierung von Marihuana in seinem Land. Der Tageszeitung „El Pais“ sagte Sturla, dass es sich um eine komplexe Angelegenheit handele. Marihuana sei eine Droge, „die krank macht“, stellte er klar. Der Bischof der Hauptstadt Uruguays bezweifelt jedoch, dass die Regierung den Rauschgifthandel überhaupt kontrollieren könne. (rv) 

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Dienstag Abend: Unsere Februar-Radioakademie - 85 Jahre Vatikanstaat
Mit den Lateranverträgen vom 11. Februar 1929 zog Papst Pius XI. einen Schlussstrich unter den politischen Streit mit Italien und stellte den Heiligen Stuhl auf ein eigenes Stück Land: den Staat der Vatikanstadt. Die 44 Hektar auf dem römischen Papst-Hügel sind der kleinste Staat der Welt und der einzige, der zur Gänze als Weltkulturerbe anerkannt ist. Unsere Februar- Radioakademie von Gudrun Sailer stellt den Vatikanstaat, seine Geschichte und seine Gegenwart vor. (rv)

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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