RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 19.2.2014

Tagesmeldungen vom 19.2.2014

- Papst: „Fürchten wir uns nicht, arm zu sein“  -
- Papst ruft argentinischen Theologen nach Rom -
- Ukraine: Hoffen auf Gewaltverzicht -

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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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PAPST UND VATIKAN:

Papstvorwort für Erzbischof Müller: „Fürchten wir uns nicht, arm zu sein“
Armut kann sich in Reichtum verwandeln, wenn man ihr richtig begegnet. Das schreibt Papst Franziskus in einem Text, den er als Vorwort für ein Buch des Präfekten der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, geschrieben hat. Der Text ist außerdem an diesem Mittwoch in der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ abgedruckt. „Povera per i poveri“, „Arm für die Armen“ heißt das Buch Müllers, es wird am kommenden Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Pater Bernd Hagenkord hat den Text für uns gelesen. (rv)
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Zu Beginn seines Pontifikates sagte Papst Franziskus, er wolle eine „arme Kirche für die Armen. Mit seinem Vorwort legt er nun eine weitere „Verstehenshilfe“ dafür vor. (rv)
Hier lesen Sie den Kommentar von Pater Bernd Hagenkord

Franziskus holt sich theologische Unterstützung aus Argentinien
Papst Franziskus ruft einen berühmten argentinischen Theologen und Mitbruder nach Rom: Pater Juan Carlos Scannone, ein langjähriger Freund und Mitarbeiter Bergoglios, wird Vorlesungen in verschiedenen europäischen Ländern halten und Beiträge für die Jesuitenzeitschrift „La Civiltà Cattolica“ liefern. Das bestätige Pater Antonio Spadaro, der Direktor der Zeitschrift, gegenüber der Webseite „Vatican Insider“. Scannone war Schüler Karl Rahners und gehört der in Argentinien verbreiteten „Theologie des Volkes“ an, die auch Bergoglio schätzt. Der argentinische Jesuit werde im Haus der „Civiltà Cattolica“ nahe der Spanischen Treppe Wohnung nehmen, hieß es. (agi)

Kardinalsberatungen gehen weiter
Die acht Kardinäle, die Franziskus bei der Kurienreform beraten, haben dem Papst an diesem Mittwoch Vorschläge zur Reorganisation wirtschaftlicher Angelegenheiten im Vatikan unterbreitet. Darüber informierte Vatikansprecher Federico Lombardi die versammelte Presse. Die Vorschläge seien vertraulich, sie dienten dem Papst als Entscheidungsgrundlage, so Lombardi. Seinen Angaben zufolge betreffen die Reformvorschläge der Kardinäle sowohl das vatikanische Geldinstitut IOR als auch die verschiedenen wirtschaftlich-administrativen Einheiten, die mit Geldflüssen zu tun haben. Der Kardinalsrat – auch „K8“ genannt – werde sich das nächste Mal von 28. bis 30. April in Rom treffen, danach wieder von 1. bis 4. Juli. (rv)
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Generalaudienz: „Sei mutig und geh zur Beichte“
Über das Sakrament der Versöhnung hat Papst Franziskus an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz gesprochen. Die Beichte sei – so wie die Krankensalbung – ein „Sakrament der Heilung“. „Wenn ich beichten gehe, dann möchte ich gesund werden: gesund werden in der Seele und im Herzen für etwas, das ich getan habe und das nicht in Ordnung ist“, so der Papst. Die Vergebung der Sünden könne man sich nicht selbst erteilen, betonte Franziskus. (rv)
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UKRAINE UND JORDANIEN:

Ukraine: Papst wünscht Gewaltverzicht
Papst Franziskus hat zu einem Stopp der Gewalt in der Ukraine aufgerufen. Er verfolge die Ereignisse in der Hauptstadt Kiew „mit besorgtem Herzen“, sagte Franziskus bei seiner Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz. „Ich ermutige alle Parteien, alle Gewalt zu beenden und die Eintracht und den Frieden für das Land zu suchen.“ Er sei dem ukrainischen Volk nahe und bete für die Opfer der Gewalt und ihre Familien sowie für alle Verletzten, so der Papst. (rv)
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Ukraine: Kirchen rufen zum Dialog auf
Die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats ruft die Behörden und die Opposition auf, einen Dialog in die Wege zu leiten. Jegliche gewaltsame Konfrontationen in Kiew seien einzustellen, so die Erklärung der Kirche in einer Pressemitteilung von diesem Mittwoch. (ria novosti/kipa)
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Jordanien/Österreich: Erschüttert vom Leid der Flüchtlinge
Österreichs Caritaspräsident ist tief betroffen vom „unbeschreiblichen Leid und Elend“ der syrischen Flüchtlinge. Michael Landau besuchte dieser Tage in Jordanien Hilfsprojekte der örtlichen Caritas. Zwar kämen die Spenden an. Doch die Situation werde sich in den kommenden Monaten dramatisch verschlimmern, warnte Landau. Zugleich rief er die österreichische Bundesregierung zu mehr Hilfe auf. (kap)
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Jordanischer Bischof: Papstbesuch stärkt christliche Präsenz
Der Besuch von Papst Franziskus im kommenden Mai in Jordanien bedeutet eine deutliche Stärkung der christlichen Präsenz in diesem Land. Das betonte der katholische Patriarchalvikar für Jordanien, Bischof Maroun Lahham, im „Kathpress“-Gespräch vor Ort. Die Christen seien in die jordanische Gesellschaft integriert, das haschemitische Königshaus mit König Abdullah II. an der Spitze halte große Stücke auf die kleine christliche Minderheit, die nur rund drei Prozent der Bevölkerung ausmacht, so Bischof Lahham. Der Papstbesuch sei auch als Würdigung der Politik des Königshauses zu werten. (kap)
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UNSER FILMTIPP:

Das finstere Tal
Ende des 19. Jahrhunderts kommt ein Fremder in ein abgelegenes Bergdorf in Bayern, in dem er den Winter verbringen muss, als über Nacht der einbrechende Winter den Ort von der Außenwelt abschneidet. Als kurz hintereinander die beiden Söhne des Dorfpatriarchen sterben, wird der Fremde verdächtigt, damit etwas zu tun zu haben. Es machen sich aber auch Vermutungen breit, dass ein altes Dorfgeheimnis eine Rolle spielen könnte. Die Verfilmung eines Romans von Thomas Willmann wirkt in manchen Elementen überstilisiert, zeichnet jedoch ein atmosphärisch dichtes Bild von einem Mikrokosmos, in dem Terror und Gewalt herrschen. - Ab 16. (FilmDienst)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Kardinal Kurt Koch bleibt Präsident des Päpstlichen Einheitsrates. Papst Franziskus hat den aus der Schweiz stammenden Kurienkardinal in seinem Amt bestätigt, wie der vatikanische Pressesaal an diesem Mittwoch bekannt gab. Daneben ernannte Franziskus mehrere Berater der Kommission für die Beziehungen mit dem Judentum, die beim Einheitsrat angesiedelt ist, so den Schweizer Priester und Jesuitenpater Christian Rutishauser und den deutschen Theologen Gregor Maria Hoff. Rutishauser gehört den jüdisch-katholischen Dialogkommissionen sowohl der Schweizer als auch der Deutschen Bischofskonferenz als Konsultor an. Er ist auch Provinzial der Jesuitenprovinz Schweiz. Hoff lehrt Fundamentaltheologie und Ökumene an der Universität Salzburg und ist ebenfalls Konsultor der Deutschen Bischofskonferenz. Sekretär der Kommission für die Beziehungen mit dem Judentum beim Päpstlichen Einheitsrat bleibt der deutsche Salesianerpater Norbert Hofmann. (rv)
Kardinal Leonardo Sandri ist weiterhin Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen. Papst Franziskus bestätigte ihn in diesem Amt. Das gab der Vatikan an diesem Mittwoch bekannt. Ebenfalls bestätigt wurde der Sekretär, Erzbischof Cyril Vasil SJ. Zu den Mitgliedern der Kongregation gehören in Zukunft unter anderem der koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak, und der chaldäische Patriarch Raphaël I. Sako. Weiterhin sind unter anderem die Kardinäle Kurt Koch, Christoph Schönborn, und Reinhard Marx in ihrer Mitgliedschaft für weitere fünf Jahre bestätigt worden. Neu im Rat sind Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, Staatssekretär Pietro Parolin, der Erzbischof von Westminster Vincent Nichols und der Erzbischof von Buenos Aires, Mario Aurelio Poli. Diese vier werden am Samstag vom Papst in das Kardinalskollegium aufgenommen.(rv)
Nach dem feierlichen Konsistorium vom Samstag können Gäste und Besucher den neuen Kardinälen Höflichkeitsbesuche abstatten. Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, wird Gratulanten in der Sala Ducale im Apostolischen Palast empfangen. Dieser Saal befindet sich zwischen Sixtinischer Kapelle und dem vatikanischen Staatssekretariat. Der Zugang ist über den Portone di Bronzo am Petersplatz zugänglich. Die Zeremonie beginnt um 16.30 Uhr und ist auf zwei Stunden begrenzt. Die Höflichkeitsbesuche finden jedes Mal nach Erhebungen in den Kardinalstand statt; sie sind ein willkommener Anlass für Gläubige und Neugierige, einen Blick von innen auf den Apostolischen Palast zu werfen. (rv)
Ein internationales Symposium im Vatikan beleuchtet in den kommenden Tagen die „Rassendebatte“ rund um die Päpste und die Kurie in der Zwischenkriegszeit. Die Organisatoren wollen damit zehn Jahre nach der Öffnung der vatikanischen Archive eine Zwischenbilanz zur Epoche des Nationalsozialismus in Deutschland vor 1939 ziehen. Bei der Tagung geht es unter anderem um die öffentliche Kritik Pius XI. am Faschismus und die Rassendebatte in jener Zeit. Veranstalter der Tagung am Campo Santo Teutonico sind das Historische Institut der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Römischen Institut der Görres-Gesellschaft. (rv)

Vatikan/Argentinien
Franziskus will 2016 nach Argentinien reisen. Lokalen Medienberichten zufolge hat die argentinische Regierung den Besuch von Papst Franziskus in seinem Heimatland offiziell bestätigt. Der argentinische Botschafter am Heiligen Stuhl, Juan Pablo Cafiero, sagte dem Radiosender Del Plata am Dienstag (18.2.): „Für 2016 ist ein Besuch des Papstes in Argentinien vorgesehen.“ In der Stadt Tucuman wolle Franziskus am Eucharistischen Kongress teilnehmen. Ein weiterer Anlass seien die Feiern zum 200. Jahrestag der staatlichen Unabhängigkeit Argentiniens 2016. Im Jahr 2014 wird  der Papst voraussichtlich zwei interkontinentale Reisen unternehmen: Ende Mai fliegt er ins Heilige Land; im Spätsommer nach Südostasien. (kna)

Afrika

Ägypten
Die christlichen Kirchen im Land wollen für die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen keine Stimmempfehlung abgeben. Der Öffentlichkeit sei bewusst, „wer dem Land am besten dient und ihm treu sein würde“, sagte der Vorsitzende der Ägyptischen Kirchenrates, Bishoy Helmi Amin, Medienberichten zufolge mit Blick auf die erwartete Kandidatur von Armeechef Abdel Fatah al Sisi. Nach der neuen Verfassung müsste die Wahl eines Staatspräsidenten bis Mitte April stattfinden. Der Vorsitzende des Kirchenrates äußerte sich besorgt über eine „Welle von Atheismus“ in Ägypten. Die „rebellische Attitüde gegen alles Traditionelle“ gehe bei vielen einher mit einer Leugnung Gottes, so Amin. Der koptische Geistliche warnte zudem vor innerchristlichen Spaltungen. Einheit komme nicht von selbst; „Extremisten gibt es überall“, sagte er. (kna)

Amerika

Vereinigte Staaten
Eine Ordensfrau muss wegen Einbruchs in eine Kernwaffenanlage knapp drei Jahre ins Gefängnis. Ein Gericht in Knoxville im US-Bundesstaat Tennessee verurteilte die 84-jährige Friedensaktivistin Schwester Megan Rice zu 35 Monaten Haft. Ihre beiden Komplizen bekamen höhere Strafen, wie örtliche Medien meldeten. Rice gehört der Ordensgemeinschaft der „Schwestern vom Heiligen Kinde Jesu“ an. Sie war im Juli 2012 mit ihren Mitstreitern in die staatliche Urananreicherungsanlage Y-12 in Oak Ridge eingedrungen und hatte pazifistische Parolen auf ein Uran-Lager gesprüht. Der Einbruch in die Kernwaffenanlage ist laut nationalen Medien beispiellos in der US- Militärgeschichte. (kna)

Haiti
Haitis Bischöfe haben Papst Franziskus
für die Erhebung von Erzbischof Chibly Langlois in den Kardinalsstand gedankt. Das sei ein „Zeichen großen Vertrauens, welches das gesamte Volk Haitis ehrt“, heißt es in einer Botschaft des haitianischen Bischofskonferenz. Der bitterarme Karibik-Staat erhält am Samstag seinen ersten Kardinal. Für Haiti sei mit der aktuell laufenden Vermittlung der Kirche auf politischem und sozialem Gebiet überdies ein wichtiger Moment gekommen, so die Bischöfe. Einer kirchlichen Gruppe unter Leitung des Bischofs von Les Cayes, des zukünftigen Kardinals Chibly Langlois, war es zuletzt gelungen, eine Übereinkunft zwischen den verschiedenen politischen Akteuren zur Durchführung einer Parlamentswahl im nächsten Jahr zu finden. Die Unterschrift unter das Abkommen ist allerdings noch nicht gesetzt. (rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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