RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 20.2.2014

Tagesmeldungen vom 20.2.2014

- Beginn des Konsistoriums: Thema Familie -
- Ukraine: Machtkampf, nicht Bürgerkrieg -
- 50 Jahre Liturgiereform: „Geschenk für die Kirche -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Zwei Tage Beratungen hinter verschlossenen Türen
Fast sah es an diesem Donnerstagmorgen so aus, wie letztes Jahr vor dem Konklave: Kardinäle unter Regenschirmen, die über den Petersplatz Richtung Audienzhalle gehen. Papst Franziskus hatte zu einem „Außerordentlichen Konsistorium“ geladen, um mit den Kardinälen über das Thema Ehe und Familie zu beraten. Zu diesem Thema hat der Vatikan kürzlich eine Umfrage unter Katholiken in aller Welt durchgeführt, und ihm gilt auch eine Bischofssynode, die im Herbst im Vatikan stattfinden soll. Eine neue Ehe- und Familienseelsorge anzustoßen, gehört zu den Prioritäten von Papst Franziskus. (rv)
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Die vollständige Ansprache des Papstes lesen Sie hier

Papstpredigt: Jesus kennen lernen – durch Mitgehen
Jesus lernt man durch Nachfolge kennen, weniger durchs Studieren. Das sagte Papst Franziskus an diesem Donnerstag bei seiner Frühmesse im Vatikan-Gästehaus Santa Marta. Der Herr stelle uns – wie einst seinen Jüngern – immer wieder die Frage, wer er für uns sei. Es sehe so aus, als ob es nicht reiche, auf diese Frage einfach mit dem zu antworten, was man im Katechismus gelernt habe. Um Jesus kennenzulernen, müsse man den Weg mitgehen, den Petrus gegangen ist. Petrus habe die Wunder Jesu gesehen, habe die Steuern für ihn bezahlt, habe ihn in einem bestimmten Moment aber auch verleugnet und verraten. Und damit habe er diese schwierige Wissenschaft – oder eher Weisheit – der Tränen, des Weinens gelernt. (rv)
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Ukraine: Machtkampf, nicht Bürgerkrieg
Die Zahl der Toten in der Ukraine steigt: nachdem ein Waffenruheabkommen zwischen Demonstranten und Behörde am Mittwochabend kläglich gescheitert ist, sind die Kämpfe in der gesamten Ukraine wieder aufgeflammt. Es sei jedoch kein Bürgerkrieg im Gange, sagt im Gespräch mit Radio Vatikan der Direktor von Caritas Ukraine, Andrij Waskowicz. Die Trennlinie sei nicht zwischen zwei Seiten des Volkes, hier gehe es um einen Konflikt der Machthaber mit dem Volk. Die Regierung des Präsidenten habe über Monate hinweg nicht auf die Forderungen des Volkes gehört und habe dann zugelassen, dass es zu diesem Konflikt gekommen sei. (rv)
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50 Jahre Liturgiereform: Über Formen lässt sich streiten
Vor 50 Jahren brachten die Konzilsväter eine weitreichende Reform auf den Weg: die Liturgiereform, eine Rundumerneuerung des katholischen Gottesdienstes mit all seinen Riten und Ordnungen bis hin zu Kirchenmusik und Sakralkunst. Am 4. Dezember 1963 wurde die Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ mit überwältigender Mehrheit angenommen und von Papst Paul VI. abgesegnet. Eine Tagung an der Lateranuniversität in Rom gedenkt der Reform in diesen Tagen als einer Wegbereiterin kirchlicher Einheit - so war etwa die „bewusste, tätige und leicht zu vollziehende Teilnahme der Gläubigen“ am Gottesdienst oberstes Anliegen der Reform. Der vatikanische Staatssekretär predigte am Mittwoch zum Thema in einer Messe im Petersdom. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

„Schlechte Gesundheit oder Behinderungen sind niemals ein Grund, um eine Person auszuschließen oder, schlimmer noch, des Lebens zu berauben.“ Das schreibt Papst Franziskus in einer Botschaft an die Päpstliche Akademie für das Leben, die am Donnerstag bekannt wurde. Die „Fülle des Lebens“, die Gott jedem Menschen schenken wolle, stehe „nicht im Widerspruch zu Krankheit oder Leiden“. Schlimmer als Krankheit oder Behinderung sind aus der Sicht des Papstes „Verlassen sein, Ausschluss oder das Verweigern von Liebe“. Gesundheit sei sicher „ein wichtiger Wert“, doch könne sie nicht über „den Wert einer Person entscheiden“. Franziskus verurteilt neuerlich „die tyrannische Herrschaft einer Wirtschaftslogik, die ausgrenzt und manchmal sogar tötet“. (rv)
19 Häftlinge aus Haftanstalten in Pisa und Pianosa hat Papst Franziskus am Mittwoch früh spontan zum gemeinsamen Gespräch und Gebet getroffen. Das berichtete die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ am Mittwochabend. Der Papst habe die Häftlinge in der Casa Santa Marta empfangen, mit ihnen und für sie gebetet und sie gesegnet. Zudem habe er mit jedem einzelnen einige persönliche Worte gewechselt. Die Begegnung dauerte etwa 45 Minuten. Besonders für einen Häftling, der ihm einen Brief geschrieben hatte, fand Papst Franziskus Worte des Erbarmens und der Vergebung, heißt es in dem Bericht des Osservatore. (or)

Europa

Italien
Der designierte Kardinal Loris Capovilla wird zur Kardinalserhebung nicht nach Rom reisen. Das teilte der 98-jährige dem Onlineportal Vatican Insider mit. Ursprünglich war seine Anreise geplant und die Ordensschwestern, die bei ihm leben, hätten ihm schon einen roten Talar angefertigt. Jetzt habe Capovilla sich aber für das Konsistorium am Wochenende beim Papst entschuldigt und ihn gebeten, ihn von seiner Präsenz in Rom freizustellen. „Meine Kräfte sind geschwunden und ich fühle mich nicht wohl, wenn ich so viele Menschen treffen muss“, gab der Erzbischof zu. Seit einiger Zeit würde Capovilla das Haus nicht mehr verlassen. (rv)
Ein „gemeinsamer Pakt” zwischen den Religionen, Kulturen und der Diplomatie weltweit soll für ein Ende der Gewalt geschlossen werden. Das ist der Wunsch der katholischen Basisgemeinde Sant´Egidio, die diese Woche zu einer Tagung nach Rom eingeladen hatte. Der Präsident der Gemeinschaft, Marco Impagliazzo, hatte sich unter anderem mit dem amerikanischen Diplomaten und Friedensnobelpreisträger Jerry White getroffen. Das Treffen stand unter dem Motto „Religionen und Gewalt“. Diplomaten und religiöse Persönlichkeiten aus Europa, Asien, Afrika und dem Mittleren Osten hatten daran teilgenommen. (pm)

Afrika

Somalia
Mehr als 850.000 Menschen brauchen in Somalia dringend Nahrung. Das sagt der UNO-Verantwortliche John Ging nach seiner Rückkehr von einem Somalia-Besuch. Ging spricht von einem humanitären Notstand. Von den zehn Millionen Einwohnern gebe es für weit über zwei Millionen „keine Nahrungs-Sicherheit“. Auch der Apostolische Vikar für Somalia, Giorgio Bertin, bestätigte gegenüber Radio Vatikan, dass die Lage dramatisch sei. Die Situation sei besonders durch die enorme Zahl an Binnenflüchtlingen entstanden, so Bertin. (ansa/rv)

Tschad
Die Evakuierung von Staatsbürgern des Tschad aus der benachbarten Zentralafrikanischen Republik ist abgeschlossen. Ein letzter Konvoi verließ unter militärischer Begleitung am Mittwoch Bangui, die zentralafrikanische Hauptstadt. Nach offiziellen Angaben sind damit „99 Prozent der Tschader, die dies wünschten, repatriiert“ worden. Während der wochenlangen Evakuierung sei es immer wieder zu Angriffen auf die Konvois gekommen. Die in der Regel muslimischen Immigranten aus dem Tschad wurden im Nachbarland Opfer von Übergriffen bis hin zu „ethnischen Säuberungen“. Zehntausende von muslimischen Zivilisten, darunter viele aus dem Tschad, sind seit Dezember vor der Gewalt in Zentralafrika geflohen. (afp)

Asien

Japan
Japans Katholiken kennen die katholischen Morallehre nicht: Das ist das Fazit einer Studie der Bischofskonferenz des Landes. Zur Vorbereitung der Synode zu Familienfragen habe man ein Lagebild zur Beachtung der katholischen Morallehre an der Basis gezeichnet. Davon berichtet jetzt die Agentur UCA-News. Vor der Ehe zusammenzuleben sowie Verhütungsmittel zu benutzen sei „nicht mit Schuldgefühlen verbunden“. „Es gibt eine große Kluft zwischen der Morallehre und der Wirklichkeit“, so die Bischöfe. Auch dem Ausschluss von der Kommunion stünden die meisten Katholiken „fast gleichgültig“ gegenüber, wenn sie überhaupt in die Kirche gehen würden. (uca/kap)

Philippinen
Die christlichen Kirchen auf den Philippinen wollen ihre Kooperation bei der Aidshilfe verstärken. Dazu starteten sie jetzt eine Kampagne mit dem Titel „Keine Ansteckung, keine Diskriminierung, kein Sterben“. Das kirchliche Engagement verfolgt zwei Ziele: Bildung und Aufklärung unter jungen Menschen zur Vorbeugung gegen mögliche Ansteckungen; Hilfe für Patienten und HIV-Infizierte. Vertreter des Weltkirchenrates auf den Philippinen betonten, dass „die Themen der Prävention, der Behandlung und der Bekämpfung des HI-Virus eng miteinander verbunden sind“. Damit die Bekämpfung von Aids nachhaltig sei, müssten dringen verschiedene Formen der Ungerechtigkeit bekämpft werden. Nach UNO-Angaben hat die Verbreitung von Aids auf den Philippinen in den vergangenen Jahren zugenommen: Durchschnittlich gebe es neun neue Infektionen pro Tag. (fides) 

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Papst Franziskus wird am Wochenende 19 neue Kardinäle kreieren
Dies wird eine Premiere im Pontifikat von Papst Franziskus sein. Unter den 19 Kandidaten ist auch der Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller. Die Heilige Messe anlässlich des Öffentlichen Ordentlichen Konsistorium findet am Samstag, dem 22. Februar, im Petersdom statt. Wir übertragen die Feier live ab 10.50 Uhr mit dem deutschen Kommentar. Unser Kommentator ist P. Bernd Hagenkord SJ.

Am Sonntag, dem 23. Februar, wird Franziskus gemeinsam mit den neuen Kardinälen im Petersdom die Heilige Messe feiern. Unsere Live-Übertragung beginnt um 9.50 Uhr. Kommentator ist ebenfalls P. Bernd Hagenkord SJ. Sie können alle Übertragungen jeweils auf unserem Vatikan-Player mitverfolgen

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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