RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 22.2.2014

Tagesmeldungen vom 22.2.2014

- Papst kreierte 19 Kardinäle vor Überraschungsgast -
- Neuer Kardinalstaatssekretär bedankt sich -
- Vatikan erweitert Abkommen gegen Geldwäsche -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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DAS KONSISTORIUM:

Papst erhebt 19 neue Kardinäle – „Die Kirche braucht euch“
Die Kirche hat 19 neue Kardinäle: Papst Franziskus hat sie an diesem Samstag im Petersdom feierlich eingesetzt. Es war sein erstes Konsistorium zur Schaffung neuer Kardinäle überhaupt. Zur allgemeinen Überraschung nahm auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. an der Feier teil; für ihn war es der erste Auftritt in einer größeren Öffentlichkeit seit seinem Amtsverzicht vor ziemlich genau einem Jahr. Benedikt saß auf einem eigenen Platz neben den Kardinälen in der ersten Reihe, Franziskus hatte ihn zur Teilnahme eingeladen. Zu den neuen Kardinäle sagte Papst Franziskus: „Die Kirche braucht euch, eure Mitarbeit und vor allem eure Gemeinschaft – Gemeinschaft mit mir und untereinander.“ Nach nicht einmal anderthalb Stunden ist die Feier – keine Messe – vorüber, mit dem Gesang des Salve Regina. Insgesamt besteht das Kardinalskollegium jetzt aus 218 Trägern des Roten Hutes. (rv)
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Hier die Papstansprache beim Konsistorium

Kardinalstaatssekretär bedankt sich
„Danke, Heiliger Vater, für das große Vertrauen, dass Sie uns schenken“, sagt bei der Feier im Petersdom der – ab jetzt darf man sagen: Kardinalstaatssekretär – Pietro Parolin. „Auf dieses Vertrauen wollen wir antworten mit Treue, Großzügigkeit und Standhaftigkeit. Wir wollen bereit sein dazu, uns unerschrocken und mit aller Kraft bis hin zum Vergießen des Blutes einzusetzen für die Förderung des christlichen Glaubens, für den Frieden und das Wohlergehen des Volkes Gottes und für die Freiheit und die Ausbreitung der Heiligen Römischen Kirche.“ Es gehe den neuen Kardinälen um die Nachfolge des Gekreuzigten, so Parolin mit einem Zitat des emeritierten Papstes Benedikt. (rv)
Hier das Grußwort von Pietro Parolin

Kardinal Müller, der Brückenbauer
Die Deutsche Bischofskonferenz freut sich über die Kardinalserhebung von Erzbischof Gerhard Ludwig Müller. Der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Norbert Trelle, nannte Müller am Samstag einen Brückenbauer. Diese Qualität sei in seinem Amt als Präfekt der  vatikanischen Glaubenskongregation besonders wichtig, so Trelle auf einem Empfang nach dem Konsistorium. Und wörtlich: „Wir zählen dabei sehr auf Dich, auch und gerade die Kirche in Deutschland.“ Ausdrücklich würdigte Trelle auch Kardinal Müllers „Beitrag zum theologischen Gespräch mit den Kirchen der Reformation und mit der Orthodoxie in Deutschland“ während seiner früheren Zeit als Bischof von Regensburg. An dem Empfang nahmen auch die deutschen Kardinäle Joachim Meisner und Paul Josef Cordes, der Schriftsteller Martin Mosebach, der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa und der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst teil. Der Letztgenannte nimmt derzeit auf Anweisung des Papstes eine Auszeit, bis Vorwürfe gegen ihn geklärt sind. (rv)

Papst: „Der Herr hat uns auf diesen Weg geführt“
Papst Franziskus bittet darum, für die kommenden Bischofssynoden zu beten. Das sagte er zum Abschluss von zweitägigen Beratungen mit Kardinälen im Vatikan am Freitagabend. In einem Konsistorium hatte der Papst mit seinem „Senat“ über eine erneuerte Ehe- und Familienpastoral beraten; darum soll es auch bei den Bischofssynoden im Herbst 2014 und 2015 gehen. Der Papst zeigte sich „überzeugt, dass der Herr die Kirche auf den Weg geführt hat, um über das Evangelium der Familie nachzudenken, und dass er sie auf diesem Weg begleiten wird“. Auf der vierten und letzten Sitzung des Konsistoriums, an der am Freitagnachmittag etwa 160 Kardinäle und der Papst teilnahmen, gab es nach Angaben von Vatikansprecher Federico Lombardi 26 Wortmeldungen. Insgesamt haben in den zwei Tagen des Gipfels hinter verschlossenen Türen 69 Kardinäle Wortbeiträge geleistet. Pater Lombardi sprach von „einem Klima großer Zufriedenheit bei allen Anwesenden“ angesichts „sehr breit angelegter und profunder“ Debattenbeiträge. (rv)

Kardinal Baldisseri: „Bischöfe sollen Hirten sein“
Dem Papst ist es wichtig, dass die Bischöfe vermehrt zu „Hirten“ werden. Das schreibt der zuständige Generalsekretär der Bischofsfamiliensynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, in der Wochenendausgabe des „L´Osservatore Romano“. Baldisseri war ebenfalls einer der 19 neuen Kardinäle. In ihrem Bistum müssten Bischöfe als Seelsorger auftreten und mit ihrem Klerus die Gemeinschaft in Kollegialität praktizieren“, so Baldisseri. Es handele sich um eine „globale Herausforderung“. Das Innere der Kirche sei davon berührt, genauso wie der Evangelisierungsauftrag in der Welt. Zur Umfrage über die Familie schreibt Kardinal Baldisseri, dass „viel Leid“ enthüllen. 80 Prozent der Umfrageergebnisse seien mittlerweile im Vatikan angekommen, am kommenden Montag gehe die Synode in die erste Runde. (or)
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An diesem Samstag: Fest Petri Stuhlfeier
Die Kirche feiert jedes Jahr am 22. Februar das Fest Petri Stuhlfeier. Es ist in Rom seit dem 4. Jahrhundert bekannt und erinnert an die Übernahme des römischen Bischofsstuhls, der Kathedra, durch den Apostel Petrus. Gedanklicher Mittelpunkt des Festes ist die Vollmacht des Petrus (und seiner Nachfolger auf dem römischen Bischofsstuhl), zu „binden“ und zu „lösen“, von der das Matthäusevangelium im 16. Kapitel spricht. Doch das Fest hat Wurzeln, die sogar in die vorchristliche Zeit zurückreichen: Ursprünglich geht es nämlich offenbar auf eine römische Totengedenkfeier zurück, bei der für den Verstorbenen ein leerer Stuhl aufgestellt wurde. (rv/te deum)

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BLICKPUNKT MIGRATION:

Warum verlassen Afrikaner ihre Heimat?
An diesem Dienstag gab es die ersten Todesopfer des Jahres unter Bootsflüchtlingen von Afrika nach Lampedusa. Und wieder stellen viele die Frage: Warum verlassen Afrikaner ihre Heimat? Weil sie verfolgt werden, keine Arbeit finden, sich in einem anderen Land mehr Perspektiven erwarten? Stimmt alles – und greift trotzdem zu kurz. Die europäische Sicht ist „viel zu stark von einer ökonomischen Optik geprägt“, sagt die (europäische) Migrationsforschung. Wirtschaftliches Elend sei aber „längst nicht immer der ausschlaggebende Faktor“ für eine Auswanderung. Mindestens genauso wichtig sei: Abenteuerlust. Zumindest bei jungen Männern aus Westafrika. Ein überraschender Blick auf das Phänomen der afrikanischen Einwanderer nach Europa. (rv)
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UNSER BUCHTIPP:

„Die große Scheidung“ von C.S. Lewis
„Die große Scheidung“, erschienen in der 12. Auflage (2013) im Johannes Verlag Einsiedeln, ist ein Buch, das in aller Kürze den Weg ins Paradies erklärt. Denn Himmel und Hölle sind strikt voneinander getrennt. Witzig, verwirrend und an manchen Stelle ein bisschen irre: Die Botschaft der „großen Scheidung“ steckt zwischen den Zeilen. Aus der Ich-Perspektive schildert Lewis wie er zusammen mit anderen Gefährten auf längst Verstorbene treffen. Als Geister erscheinen ihnen alte Bekannte, die sie in persönlichen Gesprächen zu Gott, in den Himmel, einladen. Aber nicht jeder nimmt diese Einladung an. Zwischen den Zeilen geht es Lewis darum, zu zeigen, dass es eine Hölle gibt, die für sich und für alle, die sie wählen existiert. Seine zweite Botschaft richtet sich an alle, die – wie der Erzähler – in den Himmel wollen: Erlösung gibt es nur für den, der Verzeihung schenken und sie selbst auch annehmen kann. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Vatikan hat mit Zypern und Australien Abkommen zur Zusammenarbeit gegen Geldwäsche geschlossen. Das gab der Vatikanische Pressesaal bekannt. Mit den Abkommen – ähnliche wurden schon mit anderen Ländern, darunter Deutschland, vereinbart – geht die Finanzaufsichtsbehörde des Vatikans, kurz AIF, einen weiteren Schritt in ihrem Einsatz gegen grenzüberschreitende Geldwäsche und gegen die Finanzierung von Terrorismus. Wesentlicher Inhalt der Abkommen ist der gegenseitige Informationsaustausch über verdächtige Geldflüsse. Die AIF gehört seit Juli 2013 zur sogenannten Egmont-Gruppe. Diese kooperiert mit Finanzaufsichtsbehörden der USA, Belgiens, Italiens, Spaniens, Sloweniens, Hollands und Deutschlands. Weitere Abkommen sind für die nächsten Wochen geplant. Eingerichtet wurde die AIF 2010 durch den damaligen Papst Benedikt XVI. (rv)
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff war am Freitagabend im Vatikan, um Papst Franziskus zu treffen. Dabei versicherte ihr der Papst seine Verbundenheit mit dem brasilianischen Volk. Es sei eine „herzliche Begegnung“ gewesen, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi hinterher. Als Geschenk überreichte Rousseff dem Papst ein Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft. Unterschrieben war es von der brasilianischen Fußball-Legende Pelé. Außerdem schenkte sie dem Papst einen Fußball mit einer Widmung des brasilianischen Star-Kickers Ronaldo. Papst Franziskus hat im vergangenen Sommer Brasilien besucht, um am Weltjugendtag von Rio teilzunehmen. Es war seine erste Auslandsreise seit seiner Wahl zum Papst gewesen. (rv)

Europa

Ukraine
Auf dem Kiewer Maidan-Platz rufen Katholiken mit einem vom verstorbenen Papst Johannes Paul II. geweihten Kreuz zur Versöhnung auf. Sie stellten auf dem zentralen Ort der Proteste gegen Präsident Viktor Janukowitsch jenes Kreuz auf, das Johannes Paul II. 2004 weihte, um Frieden in die Welt zu bringen, wie örtliche Medien berichteten. Es wurde demnach bereits in mehr als dreißig Hauptstädten gezeigt. Der römisch-katholische Kiewer Weihbischof Stanislaw Szyrokoradiuk sagte, das Kreuz solle in die Ukraine die Hoffnung bringen, dass in dem Land Frieden einkehre. Das Kreuz soll einen Tag auf dem Maidan bleiben. Am 27. April wird Johannes Paul II. zusammen mit Johannes XXIII. in Rom heiliggesprochen. (kna)

Afrika

Marokko
Drei weitere Länder wollen das neue System der Imam-Ausbildung von Marokko übernehmen. Es sind Tunesien, Libyen und Guinea-Conakry. Im September hatte bereits Mali ein ähnliches Abkommen mit Rabat geschlossen. Marokko hat eine lange Erfahrung in umfassenden Ausbildungs-Kursen für angehende Imame an Moscheen. Unterrichtsthemen sind auch „Menschenrechte“ und Kommunikation. Die Ausbildung gilt als wichtiger Baustein im Kampf gegen islamischen Extremismus. In vielen Ländern mit islamischer Mehrheit tut sich die jeweilige Regierung schwer, mäßigend auf Imame und Koranlehrer einzuwirken. (apic)

Naher Osten

Irak
Das Schulministerium führt an 152 öffentlichen Schulen christlichen Religionsunterricht ein. Das Pilotprojekt gilt in den Provinzen Bagdad, Ninive und Kirkuk, wo es eine größere christliche Bevölkerung gibt. Die Neuerung, zu der auch Sprachunterricht im aramäischen Dialekt gehört, betrifft nach offiziellen Angaben mehr als 20.000 Schüler. Die katholische Bischofskonferenz des Irak will bis zum nächsten Jahr Richtlinien für den Religionsunterricht erarbeiten. Die Entscheidung der Regierung könnte ein wichtiges Element sein, um Angehörige der christlichen Minderheiten doch zum Bleiben im Irak zu bewegen. Iraks Christen gehören vierzehn verschiedenen Konfessionen an. (apic)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Am Sonntag, dem 23. Februar, wird Papst Franziskus gemeinsam mit den neuen Kardinälen im Petersdom die Heilige Messe feiern. Unsere Live-Übertragung beginnt um 9.50 Uhr. Kommentator ist ebenfalls P. Bernd Hagenkord SJ. Sie können alle Übertragungen jeweils auf unserem Vatikan-Player mitverfolgen

 

Sonntag Abend, 23.02.2014: Sondersendung
Themen u.a.: Franziskus feiert gemeinsam mit den neuen Kardinälen im Petersdom die Heilige Messe

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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