RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 23.2.2014

Tagesmeldungen vom 23.2.2014

- Papst Franziskus ruft Kardinäle zu Einheit auf -
- Ukraine: Caritas fordert sozialen Wiederaufbau -
- Deutsche Kirchen kritisieren Gier in der Wirtschaft -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst an die neuen Kardinäle: „Ihr tretet nicht in einen Hofstaat ein“
Mit der Aufnahme in das Kardinalskollegium würden die 19 neuen Kardinäle nicht in einen Hofstaat eintreten, sondern in die Kirche Roms. Das betonte Papst Franziskus am Sonntag bei der Messe für die neuen Kardinäle im Petersdom. In seiner Predigt richtete er sich auch an die bisherigen Träger der Roten Hüte: Franziskus rief das gesamte Kardinalskollegium zur Einheit untereinander auf, sowie zur Unterstützung und zur Zusammenarbeit mit ihm, dem Papst. Es war eine besondere Dankesmesse: Einen Tag nach seinem ersten ordentlichen Konsistorium stand der Gottesdienst mit Papst Franziskus und den 19 neuen Kardinälen in der Petersbasilika im Zeichen der Weltkirche. In seiner Predigt unterstrich Franziskus, dass Jesus nicht gekommen sei, „um uns gutes Benehmen, das Benehmen der feinen Gesellschaft zu lehren!“ (rv)
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Hier lesen Sie die Predigt im Wortlaut

Papst beim Angelus: „Wir sind nicht Eigentürmer besonderer Mächte“
Ausgehend von der zweiten Tageslesung aus dem ersten Korintherbrief ging der Papst beim Angelusgebet auf dem Petersplatz auf die Bedeutung der christlichen Zugehörigkeit ein. Der Apostel Paulus erkläre, dass es falsch sei zu denken, dass die Gemeinde nicht den Aposteln gehöre, sondern dass sie als Ganzes Christus gehöre. Deshalb dürften Kardinäle, Bischöfe, Priester und alle jene, die einen Leitungsdienst innehaben, sich nicht als Eigentümer besonderer Mächte betrachten, so der Papst weiter. Vielmehr müssten sie der Gemeinde helfen, „freudig den Weg der Heiligkeit zu begehen“. (rv)
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Tausende Gäste gratulierten neuen Kardinälen
Viele Tausend Menschen, römische Bürger, wie angereiste Gäste, haben den neuen Kardinälen am Samstagnachmittag persönlich gratuliert. Wenige Stunden nach der Aufnahme der 19 neuen Mitglieder im Kardinalskollegium durch den Papst nahmen diese – mit Ausnahme des nicht in Rom anwesenden Kardinal Loris Capovilla – in Räumlichkeiten des Vatikans bei den traditionellen Höflichkeitsbesuchen zahlreiche Glückwünsche entgegen. Die längste Menschenschlange bildete sich vor dem neuen Staatssekretär Pietro Parolin, der in der Sala Regia des Apostolischen Palastes seine Gäste begrüßte. In der anschließenden Sala Ducale nahm Kardinal Gerhard Ludwig Müller viele Glückwünsche entgegen. (kna/rv)

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BRENNPUNKT UKRAINE:

Caritas-Direktor: „Ukraine braucht sozialen Wiederaufbau“
Nach der plötzlichen Kehrtwende in der Ukraine am Wochenende brauche das osteuropäische Land nun einen sozialen Wiederaufbau. Das fordert der Direktor von Caritas Ukraine, Andrij Waskowicz, im Gespräch mit Radio Vatikan am Sonntag. Oppositionsführerin Julia Timoschenko war am Samstagnachmittag nach zweieinhalb Jahren aus der Haft entlassen worden. Anschließend flog sie nach Kiew. Das Parlament in der Ukraine setzte Staatschef Viktor Janukowitsch ab. Dieser wollte daraufhin nach Russland fliehen. Was man in seiner Privat-Villa vorgefunden habe, sei Sinnbild für all das, was in den vergangenen Jahren schief gelaufen sei, so Waskowicz. Auf Janukowitsch Residenz fanden die Demonstranten, die am Samstag eingestürmt waren, viele Reichtümer, während die meisten Ukrainer knapp an der Armutsgrenze leben. (rv)
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Landesweit Trauergottesdienste – Wiedervereinigung der Orthodoxen?
Mit Trauergottesdiensten hat die Bevölkerung in der ganzen Ukraine am Sonntag der mehr als 80 Toten der Straßenschlachten zwischen Polizisten und Demonstranten gedacht. Das Oberhaupt der von Moskau abgespaltenen orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats, Filaret, sagte, die Menschen sollten ihre Feinde lieben. In einem TV-Interview sprach er sich für eine Bestrafung der Täter aus. Alle müssten sich für ihre Taten verantworten. Filaret schlug der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats zugleich eine Wiedervereinigung beider Konfessionen vor. Angesichts der jetzigen Tragödie sollten beide Kirchen ihre seit mehr als 20 Jahren andauernde Teilung überwinden. Dies würde auch die Bevölkerung einigen. (kap)
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Moskauer Patriarch: Konflikt in der Ukraine beenden
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat ein Ende des Konflikts in der Ukraine gefordert. Es sei „unerträglich schmerzhaft“, von den vielen Opfern in Kiew und den Unruhen in einigen Regionen des Nachbarlandes zu hören, schreibt das Kirchenoberhaupt in einem am Sonntag in Russland und der Ukraine in den Gottesdiensten verlesenen Hirtenbrief. Die gesamte Kirche bete für Frieden und für die Beilegung des „Bruderzwistes“. Auf die vom ukrainischen Parlament am Samstag beschlossene Absetzung von Staatspräsident Viktor Janukowitsch geht der Patriarch in dem Hirtenbrief nicht ein, weil das Schreiben bereits davor verfasst wurde. (kna)
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Religionsgemeinschaften warnen vor Teilung des Landes
Der Gesamtukrainische Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften hat vor einer Teilung des Landes gewarnt. In einer am Samstagnachmittag veröffentlichen Erklärung heißt es, der Rat „verurteilt kategorisch jede Diskussion über eine mögliche Teilung unseres Vaterlandes und jeden Versuch des Separatismus, der die Einheit und territoriale Integrität der Ukraine bedroht“. Eine Teilung sei eine „Sünde vor Gott und künftigen Generationen unseres Volkes“. Die Stellungnahme ist vom Ratsvorsitzenden, Metropolit Antonij, unterschrieben. Er ist Kanzler der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Besonders die Halbinsel Krim droht mit einer Abspaltung von der Ukraine, nachdem Staatspräsident Viktor Janukowitsch abgesetzt wurde. Der Gesamtukrainische Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften gehören 18 christliche, muslimische und jüdische Glaubensgemeinschaften an. (kna/pm)

Angst vor Antisemitismus
Aus Angst vor antisemitischen Übergriffen inmitten der Unruhen in Kiew hat der ukrainische Rabbiner Moshe Reuven Asman am Samstagabend die Juden zum Verlassen der Stadt aufgefordert. Auch die israelische Botschaft in Kiew habe Juden gewarnt, vorerst ihre Häuser nicht zu verlassen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. In den vergangenen Wochen waren Juden wiederholt angegriffen und überfallen worden. Nach offiziellen israelischen Angaben lebten 2012 noch etwa 250.000 Juden in der Ukraine. (dw)

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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Vatikanische Archivöffnungen befeuern die Forschung
Wie stand der Vatikan in den 1930er Jahre zur Rassendebatte der damaligen Zeit? Mit dieser Frage setzte sich ein internationaler Kongress auseinander, der am Freitag im Camposanto Teutonico im Vatikan zu Ende gegangen ist. Ziel der von der Görres-Gesellschaft organisierten Tagung war es auch, acht Jahre nach der Öffnung der Bestände zum Pontifikat Papst Pius XI. an den vatikanischen Archiven eine Zwischenbilanz zu ziehen. Einer der Organisatoren, der Potsdamer Kirchenhistoriker Thomas Brechenmacher, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan: „(Wir haben) eine Vielfalt von höchst unterschiedlichen Haltungen (erfahren), zum Beispiel innerhalb des Jesuitenordens, von starrem Antijudaismus bis hin zu sehr avancierten modernen theologischen Positionen zum Judentum.“ Brechenmacher selbst sprach bei der Tagung über die „Rassenenzyklika“, die Papst Pius XI. im Jahr 1938 in Auftrag gab. Das Lehrschreiben sollte nie erscheinen. Pius XI. starb am 10. Februar 1939, sein Nachfolger Pius XII. – der bisherige Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli – verfolgte das Vorhaben nicht weiter. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/Italien
Unter dem Titel „Auf dem Weg der Schönheit“ hat der „Vorhof der Völker“ einen Wettbewerb an Italiens Schulen gestartet. In Zusammenarbeit dem italienischen Bildungsministerium hat die vatikanische Einrichtung des Päpstlichen Kulturrates diese Initiative gestartet. Es gehe darum, bei den italienischen Schülern das Thema „Schönheit“ näher zu bringen und zwar aus der wissenschaftlichen, philosophischen und theologischen Perspektive. Die Idee sei dem Präsidenten des Kulturrates, Kardinal Gianfranco Ravasi, gekommen, so die Organisatoren beim „Vorhof der Völker“. (rv)

Europa

Deutschland
Gegen „Gier und Maßlosigkeit“ in der Wirtschaft wenden sich die evangelische und die katholische Kirche in einem gemeinsamen Papier. In dem Dokument würden die „Gewinnmaximierung um jeden Preis“ und die „Ideologisierung der Deregulierung“ kritisiert, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf das ihr vorliegende Papier. Die Schrift mit dem Titel „Für eine gerechte Gesellschaft“ sei von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam erarbeitet worden und werde kommenden Freitag präsentiert, hieß es weiter. Die Kirchenvertreter loben der Zeitung zufolge die geplante Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns. Allerdings dürfe die Höhe des Mindestlohns nicht neue Barrieren für den Zugang zum Arbeitsmarkt schaffen. Dem Bericht zufolge wird in dem Kirchen-Papier auch „laxe Steuermoral“ angeprangert. (afp/fas)

Italien
Die neue Regierung unter der Leitung von Matteo Renzi muss „konkrete Antworten“ liefern. Das betont Bischof Giancarlo Maria Bregantini, der bei der italienischen Bischofskonferenz für Sozial- und Arbeitsfragen zuständig ist. Vor allem Italiens Jugend brauche derzeit „seriöse Politiker“, die sich darum bemühen, Arbeitsplätze zu sichern. In den vergangenen Monaten und sogar Jahren habe Italiens Politik sehr wenig über den Süden des Landes gesprochen, fügte Bregantini im Gespräch mit Radio Vatikan an. Er fände es „ein falsches Zeichen“, wenn der neue Regierungspräsident Renzi, statt auf Problemlösung für das Arbeitsproblem, auf andere Prioritäten setzen würde, wie etwa die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare, so Bischof Bregantini. (rv)

Amerika

Vereinigte Staaten
Ein wegen Missbrauchs verurteilter US-Priester soll aufgrund seiner pädophilen Neigung seit Jahren eine Berufsunfähigkeitsrente seines Bistums beziehen. Das berichtete die Zeitung „Star Tribune“ in ihrer Onlineausgabe am Sonntag unter Berufung auf eigene Recherchen. Das habe zu heftigen Diskussionen in dem Erzbistum geführt. Demnach wurde der heute 62-jährige Geistliche, der bereits 1983 wegen sexueller Vergehen an Minderjährigen aus dem Dienst entfernt wurde und inzwischen als Berater für Führungskräfte arbeitet, im Juli 2006 vom Erzbistum Minneapolis als berufsunfähig mit entsprechenden Versorgungsrechten eingestuft. Das Erzbistum habe dies bestätigt und gerechtfertigt, dass dies ein Gebot des Kirchenrechts und der „christlichen Nächstenliebe“ sei. Dem Bericht zufolge hatte der Priester zwischen 1977 und 1982 mehrere Jungen missbraucht. (kna)

Vereinte Nationen

UNO/Syrien
Der UNO-Sicherheitsrat hat eine Syrien-Resolution verabschiedet, in der einstimmig freier Zugang für humanitäre Helfer in Syrien gefordert wird. In dem Text wird die Regierung von Präsident Baschar al-Assad aufgefordert, überall im Land humanitäre Hilfe zuzulassen. Die Bürgerkriegsparteien werden aufgerufen, die Angriffe auf Zivilisten und die Belagerung syrischer Städte sofort zu beenden. Flächenbombardements und sogenannte „Fassbomben“ werden in dem Text geächtet, weil diese vor allem Zivilisten träfen. Für den Fall der Missachtung wird mit „weiteren Schritten“ gedroht, allerdings ohne solche genauer zu erläutern. Automatische Sanktionen sind nicht vorgesehen. Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen 9,3 Millionen Menschen dringend Hilfe. Der Resolutionstext war lange umstritten. Drei vorherige Entwürfe scheiterten am Veto Russlands und Chinas. Die nun verabschiedete Version hatten Luxemburg, Australien und Jordanien ausgearbeitet. (reuters/dw)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Dienstag Abend, 25.02.2014: Radioakademie - 85 Jahre Vatikanstaat - Eine Reihe von Gudrun Sailer

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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