RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 24.2.2014

Tagesmeldungen vom 24.2.2014

- Papst gründet Wirtschaftssekretariat für den Vatikan -
- Venezuela: „Reale Chance, dieses System zu ändern“ -
- Ukraine: „Janukowitsch soll sich bekehren“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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AUS DEM VATIKAN:

Franziskus gründet Wirtschaftssekretariat für den Vatikan
Der Vatikan bekommt eine zentrale Aufsichtsbehörde für alle wirtschaftlichen Angelegenheiten. An diesem Montag hat Papst Franziskus durch ein Motu Proprio mit dem Titel Fidelis Dispensator et prudens (zu Deutsch: der treue und kluge Verwalter) die ‚Segreteria di Economia’ gegründet. Die Einrichtung hat Autorität über alle wirtschaftlichen und finanziellen Belange sowohl des Vatikanstaates als auch des Heiligen Stuhles; ein Revisor hat das Recht und die Aufgabe, jederzeit jede Institution des Heiligen Stuhles oder des Vatikanstaates finanziell zu kontrollieren. Leiter der neuen Behörde wird der australische Kardinal George Pell. (rv)
Einzelheiten zu der neuen Vatikanbehörde hier

Kleines „Wer ist Wer“ im Vatikan
Die Umgestaltung der römischen Kurie ist ein knappes Jahr nach dem Amtsantritt von Papst Franziskus weit fortgeschritten. Nach dem Konsistorium mit der Schaffung von 19 neuen Kardinälen hier eine Auflistung der wichtigsten Ämter des Heiligen Stuhles und der Vatikanstadt von Gudrun Sailer und Hartmut Benz, Römisches Institut der Görres-Gesellschaft. (rv)
Hier zu unserer Aufstellung

Papstbotschaft an Medienschaffende: „Köpfe und Herzen berühren“
Die kommunikative Macht der Bilder prägt durch die Massenmedien die Erfahrungen, Hoffnungen und die Sorgen der kommenden Generationen. Das schreibt Papst Franziskus in einer Botschaft für den SIGNIS-Weltkongress katholischer Medien, der an diesem Dienstag in Rom beginnt. „In einer globalisierten Welt, in der ständig neue Kulturen und neue Sprachen und Symbole geboren werden, entsteht eine neue Vorstellungswelt“, so der Papst. Katholische Medienschaffende seien „ständig herausgefordert, die Weisheit, Wahrheit und Schönheit des Evangeliums in einer Sprache zu vermitteln, welche die Köpfe und Herzen der vielen Menschen berührt, die nach Sinn und Richtung in ihrem Leben suchen.“ (rv)
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Papstpredigt: „Jesus ist kein Hexer, der heilt und weiterzieht“
Ein von Krämpfen geschüttelter Jugendlicher wird auf den Boden geworfen, er hat Schaum vor dem Mund. Sein Vater beschwört Jesus, ihn von der Besessenheit zu befreien. Dieses im Evangelium des Tages (Mk 9:14-29) geschilderte Drama nahm Papst Franziskus zum Ausgangspunkt seiner Predigt während der Morgenmesse an diesem Montag. Das Geschnatter der Umstehenden, die nicht helfen, dann die Ankunft Jesu, der Vater voller Sorge und Angst, der hervortritt und gegen alle Hoffnung hofft, auf Jesus. Und Jesus, der sich über den Jungen beugt und ihm aufhilft. „Wenn Jesus unter die Menschen geht und einen von ihnen heilt, dann lässt er ihn nicht allein“, so Franziskus. (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Venezuela: „Reale Chance, dieses System zu verändern“
„Die Repression in Venezuela ist unheimlich stark“: Das sagt Reiner Wilhelm vom bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerk „Adveniat“. Im Gespräch mit Radio Vatikan meinte der Venezuela-Experte am Montag, die Bilder aus Caracas, wo seit zwei Wochen vor allem Studenten demonstrieren, könnten einen durchaus an die Bilder aus Kiew von vor ein paar Tagen erinnern. Zu den Hintergründen sagte Wilhelm, die Kriminalitätsrate im Land sei immens gestiegen; im letzten Jahr wurden fast 25.000 Menschen ermordet. „Alle Leute bitten einfach um Frieden. Und das ist auch einer der Gründe, weshalb es in Venezuela diese Ausschreitungen gibt. Man ist mit Präsident Maduro absolut unzufrieden!“ (rv)
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Ukraine: „Janukowitsch soll sich bekehren“
Gegen den nun ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ist ein Haftbefehl erlassen worden. Ihm wird Massenmord an Zivilisten vorgeworfen, teilte die Übergangsregierung am Montag mit. Zuletzt war der langjährige Präsident der Ukraine am Sonntag auf der Halbinsel Krim gesehen worden. Jedenfalls ist für Janukowitsch nun „die Zeit der Bekehrung gekommen“. Das denkt zumindest der Großerzbischof von Kiew und Halytsch, Svjatoslav Schewtschuk. Er hatte den Präsidenten mehrmals öffentlich kritisiert und die Gewaltwelle angeprangert. (rv/rai)
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Ukraine: Bischöfe warnen vor Rachsucht

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

In den Kardinalstand erhoben zu werden ist keine schmeichelnde Geste, sondern ein Zeichen des Vertrauens. Das sagte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, an diesem Montagvormittag bei einem Dankesgottesdienst im Petersdom anlässlich seiner Erhebung zum Kardinal durch Franziskus am Samstag. An dem Gottesdienst nahmen die Mitarbeiter der Glaubenskongregation sowie eine Delegation aus dem Bistum Regensburg teil, wo Müller vor seinem Amt im Vatikan Bischof war. Bei der Eucharistiefeier an der Kathedra Petri konzelebrierten auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sowie u.a. die deutschen Bischöfe Walter Mixa und Franz-Peter Tebartz-van Elst. (rv)
Mehr als zwölf Millionen Menschen folgen mittlerweile den Twitter-Botschaften des Papstes unter @Pontifex. Begonnen hatte das Projekt noch unter Papst Benedikt XVI. im Dezember 2012 mit acht Sprachen, im Januar 2013 kam dann Latein dazu. Einschließlich der Re-Tweets erreichen die Kurztexte des Papstes nach Vatikan-Schätzungen je 60 Millionen Menschen. Die meisten Follower hat der Papst auf Spanisch (4,9 Millionen), Englisch und Italienisch. Auf Deutsch folgen @Pontifex nur 174.000, weniger noch als auf Latein (218.000). (rv)
Papst Franziskus hat an diesem Montag den Präsidenten Haitis, Michel Joseph Martelly, in Audienz empfangen. Das gab der Pressesaal des Vatikans bekannt. Martelly war anlässlich der Kardinalserhebung des ersten Haitianers in der Geschichte nach Rom gekommen. Bei dem Treffen mit dem Papst und anschließend mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin ging es vor allem um den Beitrag der Kirche des Landes für das soziale Leben und den Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 2010. (rv)

Vatikan/Spanien
Insgesamt 83 Bischöfe aus Spanien sind in dieser Woche zum Ad-Limina-Besuch in Rom. Sie reisen in zwei Gruppen in den Vatikan, wie spanische Medien am Sonntag meldeten. Der Besuch des Vorsitzenden der Spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Antonio Rouco Varela aus Madrid, ist laut den Berichten mit der zweiten Gruppe vom 3. März an geplant. An diesem Tag wolle Papst Franziskus auch eine Rede an die Bischöfe halten. Ein kirchliches Themen in Spanien ist im Augenblick die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes durch die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy. (kna)

Europa

Deutschland
Der Präsident der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, Dominikanerpater Richard Schenk, tritt von seinem Amt zurück. Das kündigte er in einem Schreiben an alle Mitglieder der Universität an. Er sehe sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, das Amt des Präsidenten auszuüben, daher werde er in der Mitte seiner fünfjährigen Amtszeit zurücktreten, den genauen Termin werde er noch bekanntgeben. Schenk ist seit Oktober 2011 Präsident der KU. Der Vorsitzende des Hochschulrats, Wilhelm Vossenkuhl, nahm die Entscheidung des Präsidenten „mit großem Respekt und Bedauern“ zur Kenntnis. (pm)
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) begrüßt die Bündelung aller Freiwilligendienste. In einer Pressemitteilung betont der Jugendverband, dass bei einer Beibehaltung der entwicklungspolitischen Dimension des Dienstes „Weltwärts“ nichts gegen die von der Bundesregierung geplante Verlagerung in das Familienministerium spricht. Entscheidend sei nicht die ministerielle Zuordnung, sondern die ausreichende finanzielle Ausstattung und die Begleitung der Dienste wie etwa „Weltwärts“ oder des freiwilligen ökologischen Jahres. Jährlich machen rund 700 Freiwillige einen „Weltwärts“-Dienst über einen katholischen Träger. (pm)

Schweiz
Katholische Organisationen laden zu einer Gebetsinitiative am 9. März ein, um den derzeit tobenden Streit innerhalb der Kirche in der Schweiz abzufedern. Die Initiative trägt den Titel „Nein zum Krieg unter uns!“ und ruft zu einem geistlichen Zeichen „gegen zerstörerische Verhaltensweisen wie Demonstrationen zur Relativierung des christlichen Glaubens“ auf. In St. Gallen wollen am 9. März Katholiken für eine Ablösung des Churer Bischofs Vitus Huonder demonstrieren. Für den 8. März ist eine Gegenkundgebung anderer Katholiken angesetzt, die nach eigenen Angaben solchen Bischöfen, Priestern und Gläubigen den Rücken stärkt, die sich „für die unverfälschte katholische Lehre“ einsetzen.  (pm/kipa)

Schottland
Der Erzbischof von Edinburgh, Leo Cushley, hat im Vatikan Anzeige gegen seinen Vorgänger Kardinal Keith O'Brien wegen sexueller Übergriffe eingereicht. Laut Berichten mehrerer britischer Zeitungen am Montag werfen drei Priester dem heutigen Kardinal vor, seine frühere Position als Leiter eines Priesterseminars in den 80er Jahren zu „erzwungenen“ und „missbräuchlichen“ sexuellen Beziehungen genutzt zu haben. Der 75-jährige O'Brien lebt nach seiner Emeritierung im Februar 2013 in einem Ordenshaus. Der Kardinal räumte vor einem Jahr moralische Verfehlungen in seiner Zeit als Seminarleiter ein und verzichtete auf seine Teilnahme an der Papstwahl im März. Im Mai zog er sich laut Vatikanangaben mehrere Monate zu geistlicher Erneuerung, Gebet und Buße zurück. (kna)

Ukraine
Mögen Hass und Rache schwinden. Das wünscht sich die römisch-katholische Bischofskonferenz der Ukraine nach den jüngsten Entwicklungen in dem osteuropäischen Land. In der 48 Millionen Einwohner zählenden Ukraine leben rund 1,1 Millionen römisch-katholische Bürger. Vorsitzender der Bischofskonferenz ist der ehemalige Papst-Sekretär und jetzige Erzbischof von Lemberg (Lviv), Mieczyslaw Mokrzycki. Die Bischöfe rufen ihre Pfarreien in den sieben Bistümern des Landes zu Gebetswachen auf. Neben der römisch-katholischen gibt es auch eine mit Rom unierte griechisch-katholische Kirche. Ihr gehören rund sechs Millionen Ukrainer an. (pm)

Afrika

Zentralafrika
Bewaffnete Gläubige müssen ihre Waffen ablegen, damit die Milizionäre und Plünderer, die das Land terrorisieren, neutralisiert werden können. Dies fordern Dieudonné Nzapalainga und Oumar Kobine Layama, der Erzbischof und der Imam von Bangui in einem gemeinsamen Appell. Die Soldaten sollten alle Gläubige in Kirchen und Moscheen entwaffnen, so die beiden Geistlichen laut der Agentur „Fides“. Zu viele Menschen, darunter Muslime und Christen, besitzen in Zentralafrika eine Waffe, so Erzbischof Nzapalainga. (fides)

Naher Osten

Fast jedes vierte Kleinkind im Nahen Osten und Nordafrika leidet an Folgen chronischer Unterernährung. 24,5 Prozent der Kinder unter fünf Jahren zeigen nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO ernährungsbedingte Entwicklungsverzögerungen. Insgesamt sei in der Region jeder Zehnte unterernährt, teilte die UN-Organisation am Montag in Rom mit. Konflikte, rasches Bevölkerungswachstum und Urbanisierung sowie eine starke Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten stellten eine ernste Herausforderung für die Ernährungssicherheit in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas dar, so die FAO. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Dienstag Abend, 25.02.2014: Radioakademie - 85 Jahre Vatikanstaat - Eine Reihe von Gudrun Sailer. Gegen eine Spende schicken wir Ihnen alle vier Teile der Serie auf CD zu. Mail to: lichter@radiovaticana.de

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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