RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 25.2.2014

Tagesmeldungen vom 25.2.2014

- Papstbrief an Familien: Betet für Weltbischofssynode -
- Neuer Vatikan-Wirtschaftssekretär über seine Aufgabe -
- Öffnet euer Herz: Franziskus warnt vor Abstumpfung -

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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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BLICKPUNKT FAMILIE:

Papst schreibt an Familien: Betet für die Synode
Papst Franziskus hat einen Brief an katholische Familien geschrieben, in dem er zum Gebet für die Weltbischofssynode zur Familienpastoral im kommenden Oktober aufruft: „Diese Synodenversammlung ist ja in besonderer Weise euch gewidmet, eurer Berufung und Sendung in der Kirche und in der Gesellschaft, den Fragen der Ehe, des Familienlebens, der Erziehung der Kinder und der Rolle der Familien in der Sendung der Kirche. Daher bitte ich euch, inständig zum Heiligen Geist zu beten, dass er die Synodenväter erleuchte und sie in ihrer wichtigen Aufgabe leite.“ Der Papstbrief ist auf den 2. Februar datiert, der Vatikan veröffentlichte ihn an diesem Dienstag. (rv)
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Hier der Papstbrief im Volltext

Päpstlicher Familienrat: Familien gestalten mit
Mit seinem Brief an die Familien will der Papst diese in den synodalen Weg miteinbeziehen. Das schreibt der Präsident des Päpstlichen Familienrates, Erzbischof Vincenzo Paglia, in einem Begleitschreiben zum Papstbrief an die Familien. Das Gebet sei „die erste Art und Weise, an diesem gemeinsamen Weg teilzunehmen“, so Paglia wörtlich: „Die Familien – und das ist die Absicht von Papst Franziskus – sind nicht einfach das Objekt der Aufmerksamkeit. Sie sind auch Subjekt dieses Pilgerweges – sie stellen den überwiegenden Teil der Kirche.“ (rv)
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Kardinal Ricard über wiederverheiratete Geschiedene
Bei den internen Kardinalsberatungen mit dem Papst letzte Woche hat sich ein möglicher Weg gezeigt, wie die Kirche stärker auf wiederverheiratete Geschiedene zugehen könnte. Das gab der Erzbischof von Bordeaux, Kardinal Jean-Pierre Ricard, im Gespräch mit der Zeitschrift „Famillie Chrétienne“ zu erkennen. Es gehe nicht darum, die Enzyklika „Humanae Vitae“ Pauls VI. in der Schublade verschwinden zu lassen noch die katholische Lehre der Zeit anzupassen, sondern Betroffenen einen Weg anzubieten, der zu ihrer Wiederzulassung zu den Sakramenten führen könne. (rv)
Wie kann der aussehen? Mehr hier

Frankreich: Schlechtes Zeugnis für Familienpastoral
Die Ergebnisse der Familienumfrage in Frankreich sind da: Die aktuelle Familienpastoral sei „ungenügend“, resümiert die Französische Bischofskonferenz die Antworten auf die vatikanische Befragung. Auf der Homepage der französischen Bischöfe bezeichnet der Vize-Vorsitzende der Bischofskonferenz, Pierre-Marie Carré, die Ergebnisse als einen „Anstoß zum Nachdenken für die Kirche in Frankreich“. Die starke Beteiligung von Familien, kirchlichen Gruppen und Einzelpersonen zeige das große Interesse der Franzosen und illustriere auch den hohen Stellenwert der Familie. Auf 2.000 Seiten ist die Auswertung der Antworten auf die vatikanische Familienumfrage zusammengefasst. (pm)
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VATIKAN UND FINANZEN:

Neuer Vatikan-„Wirtschaftsminister“ freut sich auf seine Aufgabe
Der australische Kardinal George Pell findet sein neues Amt als Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariats „eine enorme Aufgabe“. Das sagte er am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur afp. Er freue sich aber über das Vertrauen des Papstes, so der bisherige Erzbischof von Sydney. Das bisherige Finanzsystem des Vatikans habe wegen Unklarheiten über Kompetenzen „viele Probleme und Skandale“ hervorgebracht. Pell will vor allem auf die Stimme der Wirtschafts- und Finanzexperten hören. „Wenn wir unsere Aufgabe gut machen, dann haben wir auch mehr Ressourcen, um Armen und Benachteiligten besser zu helfen“, so der Kardinal, der am Montag vom Papst zum Präfekten des neuen Vatikan-Sekretariats für Wirtschafts- und Finanzfragen berufen wurde. Er wird ab März in Rom sein. (rv/afp)
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Vatikansprecher Lombardi: Rolle des IOR weiter ungeklärt
Durch die Einrichtung eines neuen Wirtschaftssekretariats durch Franziskus ist die zukünftige Rolle des „Istituto per le Opere di Religione“ (IOR) noch nicht geklärt worden, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi im Interview mit Radio Vatikan. Die von Franziskus eingerichtete Aufsichtsbehörde beschreibt der Sprecher als „starke Institution“ mit zentralen Kompetenzen, die alle wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhles und des Vatikanstaates betreffen. Der Papst habe die bisherige Rolle der vatikanischen Güterverwaltung (APSA) als Zentralbank des Vatikans „bestärkt“ und „präzisiert“, so Pater Lombardi weiter. Auch die Finanzaufsichtsbehörde Aif werde ihre bisherige Rolle behalten. (rv)
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Kardinal Marx: „Nicht das wichtigste Thema der Welt“
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die von Franziskus eingeleitete Reform der Verwaltung der Vatikanfinanzen gewürdigt. Die Einrichtung eines eigenen Finanzministeriums an der Kurie sei „ein tiefer Einschnitt in der Geschichte des Heiligen Stuhls“, sagte Marx am Dienstag in München. Der Umgang mit Geld werde künftig transparent und nach internationalen Standards gestaltet. Dabei handle es sich nicht „um das wichtigste Thema der Welt“, sagte Marx, fügte aber hinzu: „Wir müssen es irgendwann mal abräumen, damit wir zu anderen wichtigen Dingen kommen.“ (kna)
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WEITERE TOP-THEMEN:

Papstpredigt: „Fünf Tote hier, vier Tote da...“
In seiner Predigt in der Casa Santa Marta warnte Franziskus am Dienstagmorgen vor Abstumpfung und Gleichgültigkeit. Dabei appellierte er eindringlich dazu, sich der Trauer, die Krieg und Leid in der Welt auslösen, zu öffnen: „Wir sind daran gewöhnt, diese Dinge zu lesen! Und wenn wir nur die Geduld hätten, alle Kriege aufzulisten, die es jetzt in der Welt gibt, dann würden wir sicherlich auf viele Seiten kommen. Es scheint doch, als hätte sich der Geist des Krieges unser bemächtigt!“ Auch auf die Waffenindustrie und das diesjährige Gedenken an den Ersten Weltkrieg kam der Papst in seiner Predigt zu sprechen. (rv)
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Caritas Internationalis nimmt an der Expo 2015 teil
An der Expo 2015 in Mailand wird auch Caritas Internationalis teilnehmen. Das kündigte der Präsident des katholischen Hilfswerkes, Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga, an. Damit will der Dachverband, der 164 nationale Caritasverbände bündelt, das Evangelium dort verkünden, wo man über Wirtschaft und Handel spricht, sagte der aus Honduras stammende Kardinal im Gespräch mit Radio Vatikan. Das Motto der Ausstellung lautet „Den Planeten ernähren“. (rv)
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UNSER CD-TIPP:

Radioakademie 85 Jahre Vatikanstaat
Unsere Radioakademie im Monat Februar beschäftigte sich mit dem Vatikanstaat, der am 11. Februar mit der Unterzeichnung der Lateranverträge 85 Jahre alt wurde. Über die Geschichte und die Gegenwart des Vatikanstaates – inklusive eines kleinen virtuellen Rundgangs in den Vatikanischen Gärten – sprach Gudrun Sailer mit dem Historiker Ulrich Nersinger. Gegen eine Spende können Sie eine CD mit allen vier Folgen der Radioakademie bestellen. Mail an: lichter@radiovaticana.de

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UNSERE LATEINNACHRICHTEN:

Jede Woche frisch: unsere Nachrichten auf Latein. Gero P. Weishaupt übersetzt für Radio Vatikan ausgewählte Meldungen unseres Programms. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

„Bildungsnotstand und Weitergabe des Glaubens an die Jugend in Lateinamerika“: Mit diesem Thema beschäftigt sich ab diesem Dienstag die Vollversammlung der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika. Bis zum Ende dieser Woche will das 13-köpfige Gremium in Rom über die Realität der jungen Menschen in Lateinamerika, ihre Beziehung zur Politik und über die Rolle der Kirche als Erzieherin der jungen Menschen diskutieren, heißt es im Vatikan. Darüber hinaus soll auch über die Finanzierung des Weltjugendtags in Rio de Janeiro vom vergangenen Jahr gesprochen werden. Das Treffen wird am Freitag mit einer „Pastoralen Empfehlung“ zur Lage von Jugendlichen in Lateinamerika schließen. Am Freitag wird die Kommission außerdem zur Audienz bei Papst Franziskus erwartet. (rv)
In einem Tweet erinnert Papst Franziskus an diesem Dienstag an die Missionsaufgabe der Christen weltweit. Auf @Pontifex schreibt er: „Als Getaufte sind wir alle missionarische Jünger. Wir sind dazu berufen, in der Welt ein lebendes Evangelium zu werden.“ (rv)

Europa

Deutschland
Auch nach dem Rücktritt des Präsidenten bleiben Bayerns Bischöfe der Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) treu. „Wir bleiben bei unserer Universität“, sagte der Münchner Kardinal Reinhard Marx am Dienstag. Richard Schenk hatte am Montag überraschend nach nur zweieinhalb Jahren im Amt seinen Rücktritt als Präsident der einzigen katholischen Hochschule im deutschsprachigen Raum angekündigt - aus gesundheitlichen Gründen, wie der 62-Jährige mitteilte. Kardinal Marx ist Großkanzler der Uni Eichstätt. Vor Journalisten in München sagte er, dass er stets gut mit Schenk zusammengearbeitet habe. Ihn habe die Rücktrittsankündigung Schenks überrascht. Nun sei es wichtig, die Wahl eines Nachfolgers zu organisieren. (pm)

Schweiz
Ein katholischer Bischof in Zürich wäre für die Reformierten eine Herausforderung. Die „mediale Wirkung eines Bischofs“ wäre nämlich ein „kommunikativer Vorteil gegenüber der Öffentlichkeit“. Das sagte Michel Müller, Kirchenratspräsident der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, der Presseagentur Kipa. Ein solcher Schritt könnte teilweise als „römisch-katholischer Machtanspruch interpretiert werden“. Die Reformierten wären somit „mit ihrer eigenen Situation der Vielstimmigkeit herausgefordert“, so Müller. „Besonders schwierig würde es, wenn ein solcher Bischof sich mit Äußerungen profiliert, die reformiertem Verständnis des christlichen Glaubens theologisch und seelsorglich widersprechen“, fügte der Kirchenpräsident der Zürcher Reformierten an. In einem solchen Fall würde der Bischof dies „sozusagen vor der Haustüre und nicht im fernen Chur“ machen. (kipa/rv)

Ukraine
Der Heilige Synod, die Leitung der ukrainisch-orthodoxen Kirche, hat ihr geistliches Oberhaupt abgesetzt. Es handelt sich um die orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats. Metropolit Wolodymyr sei aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt entbunden worden, so die Mitteilung des Leitungsgremiums in Kiew. Die Absetzung habe nichts mit den politischen Wirren der vergangenen Tage zu tun. Wolodymyr stand 22 Jahre lang der moskautreuen orthodoxen Kirche vor. Zum Kirchenverweser berief der Synod den Metropoliten von Czernowitz und der Bukowina, Onufri. Der Moskauer Patriarch Kyrill I. beglückwünschte ihn laut Kirchenangaben in einem Telefonat zu seiner Wahl. (risu/kna)

Afrika

Libyen
Sicherheitskräfte haben am Montag sieben Leichname von mutmaßlich ägyptischen Christen geborgen. Libyschen Medien zufolge wurden die Leichen etwa 30 Kilometer östlich von Bengasi an einem Strand gefunden. Es handle sich vermutlich um ägyptische Arbeiter, alle im Alter zwischen 17 und 25 Jahren. Sie seien regelrecht hingerichtet worden: Gefesselt habe man sie entweder durch Schüsse in den Mund oder in die Schläfe getötet. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Aki“; sie bezieht sich auf Aussagen des medizinischen Zentrums von Bengasi. Seit dem Sturz des Machthabers Muammar Gaddafi sind weite Teile des Landes in der Hand von Milizen. Bereits im letzten Monat war es zu einer Enthauptung von sechs ägyptischen Diplomaten und Botschaftsmitgliedern gekommen. (ap/aki)

Naher Osten

Israel
In Israel unterscheidet erstmals ein Gesetz zwischen muslimischen und christlichen Arabern im Land. Wie die Tageszeitung „Haaretz“ am Dienstag berichtet, stimmte das israelische Parlament, die Knesset, am Vorabend in zweiter und dritter Lesung für einen Gesetzentwurf, der christlichen Arabern eine eigene Vertretung im Parlamentsausschuss für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt einräumt. Eingebracht hatte den Entwurf der Vorsitzende der Regierungskoalition und Likud-Abgeordnete Jariv Levin. Mit dem neuen Gesetz wird die Zahl der Ausschussmitglieder von fünf auf zehn verdoppelt; Muslime, Drusen, Tscherkessen und Christen erhalten je eigene Repräsentanten. Gegner des Gesetzes kritisierten laut dem Pressebericht, Levin ziele darauf ab, die arabisch-israelische Bevölkerung zu spalten. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 25.02.2014: Radioakademie - 85 Jahre Vatikanstaat - Eine Reihe von Gudrun Sailer. Gegen eine Spende schicken wir Ihnen alle vier Teile der Serie auf CD zu. Mail to: lichter@radiovaticana.de

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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Im Internet:

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