RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 2.6.2014

Tagesmeldungen vom 2.6.2014

- Erstmals ein Papst beim Treffen der Charismatikern -
- Sudan: Meriam wird doch nicht freigelassen -
- Brasilien: Seligsprechung für Dom Helder Camara? -
____________________________________
Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
____________________________________

BLICKPUNKT VATIKAN:

Papst nimmt an Glaubenstreffen der charismatischen Bewegung teil
Papst Franziskus hat Laienbewegungen in der katholischen Kirche sein Vertrauen ausgesprochen. Als Erzbischof von Buenos Aires habe er den sogenannten Charismatikern zunächst mit Skepsis gegenübergestanden: Sie seien ihm wie eine „Samba-Schule“ vorgekommen. Mit der Zeit habe er sie aber immer mehr schätzen gelernt. Das sagte Franziskus am Sonntagabend bei dem Glaubenstreffen der Gemeinschaft „Rinnovamento nello Spirito Santo“ („Erneuerung im Heiligen Geist“) im römischen Olympiastadion. Dazu waren aus ganz Italien rund 52.000 Anhänger der Bewegung gekommen. Zum ersten Mal nahm ein Papst am Jahrestreffen der italienischen Variante der Bewegung teil. Sie ist Ende der 60er Jahre in den USA entstanden. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Papstpredigt: Für eine ausdauernde und kinderreiche Ehe
„Treu, Ausdauernd und Fruchtbar“ - diese drei Eigenschaften sind notwendig für eine authentisch christliche Ehe. Das sagte der Papst bei der Morgenmesse an diesem Montag in dem Gästehaus Santa Marta vor ungefähr 15 verheirateten Paaren, die bereits seit 25, 50 oder gar 60 Jahren verheiratet sind. Es sind die „Drei Lieben von Jesus“, sagte der Papst, „für die Mutter, den Vater und die Kirche“, die als Vorbild der Ehe dienen sollen und dieselben Eigenschaften vorweisen. Die Fruchtbarkeit sei ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ehe. Manchmal wird die Ehe auf die Probe gestellt: wenn sie keine Kinder bekommen können oder das Kind krank zur Welt kommt. Dann sei es wichtig, sich Jesus zuzuwenden und „Jesus und die Kraft der Kirche und dessen Fruchtbarkeit zu betrachten“. Eine kinderlose Ehe würde Jesus nicht sonderlich gefallen, so der Papst. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

____________________________________

BLICKPUNKT WELTKIRCHE:

Sudan: Doch keine Freilassung
Die zum Tod verurteilte Christin Meriam Yahia Ibrahim Ishag soll doch nicht freigelassen werden. Die sudanesischen Behörden widersprachen am Sonntag einer Ankündigung des sudanesischen Außenministeriums, dass Meriam bald auf freien Fuß gesetzt werde. Die 27-jährige Ärztin ist am 15. Mai nach dem islamischen Scharia-Recht zum Tod verurteilt worden, weil sie als geborene Muslimin einen Christen geheiratet hatte. Ihren Einwand, dass sie als Christin aufgewachsen sei, ließen die Richter nicht gelten. Es ist das Außenministerium selbst, das zurückrudert: Sein stellvertretender Staatssekretär sei falsch verstanden worden, heißt es jetzt. Er habe lediglich gesagt, dass die Verurteilte freikomme, „falls das Berufungsgericht ein Urteil zu ihren Gunsten fällt“. (rv)
Hier erfahren Sie mehr

Pakistan: Immer mehr Blasphemie
Nie zuvor hat es in Pakistan so viele Fälle von Anklagen wegen (angeblicher) Blasphemie gegeben wie in diesem Mai 2014. Darauf macht die christliche Menschenrechtsorganisation „Open Doors“ aufmerksam. Mehrere Christen sitzen deshalb in Todeszellen, sie sollen hingerichtet werden. Solche Blasphemie-Anschuldigungen treffen allerdings nicht nur Christen, sondern durchaus auch Muslime: Allein am 14. Mai sind mit einem Schlag 68 islamische Anwälte wegen angeblicher Blasphemie verhaftet worden. Sie hatten zuvor gegen die Verhaftung eines ihrer Kollegen protestiert. Immer mehr Menschen verwenden dieses Gesetz, um anderen Mitmenschen „anzugreifen“, so Pater Bonnie Mendes. Er leitet ein Büro für menschliche Entwicklung des Verbands asiatischer katholischer Bischofskonferenzen. (rv/open doors)
Hier mehr in Text und Ton

Zentralafrikanische Republik: „Der Bürgerkrieg ist längst da!“
Es ist ein heikler Balanceakt: zwischen der Normalität und einem drohenden Bürgerkrieg. Dass am letzten Mittwoch eine Muslim-Miliz ungestört eine Kirche am Rand von Bangui überfallen konnte, hat der Zentralafrikanischen Republik einen Schock versetzt. Mindestens 19 Menschen kamen bei der Attacke ums Leben, ein Blick in den Abgrund für das Land, in dem seit einem Putsch vom März 2013 immer mehr Differenzen entlang der ethnisch-religiösen Trennlinien aufbrechen. Erzbischof Franco Coppola, der Nuntius in der Zentralafrikanischen Republik, sagt im Interview mit Radio Vatikan: „Der Bürgerkrieg ist längst da! Wir haben zwei Milizen, die sich untereinander bekriegen. Leider sind die internationalen Friedenssoldaten numerisch bei weitem nicht hinreichend, um die Sicherheit zu garantieren, darum versuchen die Menschen eben, bei einer Miliz Schutz zu bekommen.“ (rv)
Hier mehr in Text und Ton

____________________________________

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus bittet die Christen in Simbabwe, sich für die innere Versöhnung im Land einzusetzen. Das sagte er an diesem Montag zu Bischöfen aus Simbabwe, die zum Ad-Limina-Besuch nach Rom gekommen waren. Ihre Gesellschaft werde „von Weißen und Schwarzen gebildet, von einigen Reichen und vielen sehr Armen, von vielen unterschiedlichen Stämmen“. Auch die Christen hingen jeweils „verschiedenen Konfliktparteien“ an. Er bitte sie, sich zusammenzutun und für die Einheit und Versöhnung im Land zu arbeiten. Sie könnten „ein Balsam für die nationalen Wunden“ sein, so Franziskus wörtlich. (rv)

Vatikan/Indien
Der indische Kurienkardinal Simon Lourdusamy ist tot. Er starb am Sonntag kurz nach seinem neunzigsten Geburtstag in Rom. Lourdusamy war Weihbischof von Bangalore gewesen, als er 1971 von Papst Paul VI. nach Rom gerufen wurde. Dort arbeitete er zunächst in der Missionskongregation. 1985 setzte ihn Johannes Paul II. an die Spitze der Kongregation für die Ostkirchen und machte ihn zum Kardinal; 1991 trat Lourdusamy aus Gesundheitsgründen vom Präfektenamt zurück. In einem Beileidstelegramm nennt Papst Franziskus ihn an diesem Montag eine edle Seele. Mit seinem Tod zählt das Kardinalskollegium noch 214 Mitglieder. 119 von ihnen wären derzeit berechtigt, an einer Papstwahl teilzunehmen. (rv)

Europa

Großbritannien
Ein Arzt hat seine Zulassung verloren, weil er Genitalverstümmelungen von Mädchen praktizieren wollte. Das berichtet die „Sunday Times“. Der aus Somalia stammende Mediziner wurde von einer Reporterin überführt: mit versteckter Kamera bat sie den Arzt, ihre 10- und 13-jährigen Nichten zu beschneiden und er stimmte zu. Aus den Aufzeichnung geht hervor, dass der Mediziner weder über den Kinderschutz, noch über die Risiken der Mädchenbeschneidung aufklärte, obwohl er sich der Illegalität des Eingriffs bewusst war. Nach der Veröffentlichung des Mitschnitts 2012 wurde der in London und Birmingham tätige Arzt festgenommen, kurz darauf wurde er jedoch ohne Anklage freigelassen. In Großbritannien wird die Genitalverstümmelung britischer Staatsbürgerinnen bestraft, unabhängig vom Land, in dem der Eingriff vollzogen wird. (kna)

Spanien
Die Verdienste von König Juan Carlos für das Land haben die spanischen Bischöfe gewürdigt. Dies gelte „insbesondere für die Erreichung und Festigung des demokratischen Lebens“ in der Zeit des politischen Übergangs nach der Franco-Diktatur (1936/39-1975), heißt es in einer Erklärung der Spanischen Bischofskonferenz vom Montag. Die Bischöfe zeigten sich überzeugt, dass der neue König Felipe den guten Dienst für Spanien im Sinne seines Vaters fortführen werde. Sie beteten für Juan Carlos und seine Frau, Königin Sofia, die jetzt einen neuen Abschnitt im Leben beginnen könnten, sowie für den Dienst der Krone Spaniens auch in Zukunft. Der 76-jährige Juan Carlos hatte am Montag seinen Thronverzicht angekündigt. Erst Ende April waren Juan Carlos und Sofia von Papst Franziskus empfangen worden. (kna)

Ukraine
Bewaffnete haben am Wochenende einen Gottesdienst der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats auf der Krim angegriffen. Sie hätten den Priester sowie mehrere Gläubige gewaltsam attackiert. Die Angreifer in der Ortschaft Perewalne hätten „Kosakenuniformen“ getragen und unter anderem eine schwangere Frau geschlagen, teilte das orthodoxe Patriarchat in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mit. Erst nach drei Stunden trafen laut den Angaben Polizisten ein. Diese hätten sich jedoch auf die Seite der Angreifer gestellt und dem Kiewer Patriarchat „antirussische Aktivitäten auf der Krim“ vorgeworfen. Die Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurde vor einem Monat von Russland auf umstrittene Weise annektiert. Die Kirchenleitung in Kiew sprach von einer „geplanten Aktion“. Sie gab zudem an, dass ein Vertreter des Moskauer Patriarchats am Samstag den Erzpriester Iwan Katkalo dazu gedrängt habe, die ukrainisch-orthodoxe Kirche „freiwillig zu verlassen“. (orf)

Afrika

Kamerun
Kurienkardinal Fernando Filoni hat sich in Yaoundé mit den befreiten Missionaren getroffen. Er danke Gott „für diesen Moment der Freude“, sagte der Präfekt der Missionskongregation, der sich zu einem Pastoralbesuch in Kamerun und Äquatorialguinea aufhielt. Die italienischen Fidei-donum-Missionare Gianantonio Allegri und Giampaolo Marta und die kanadische Ordensschwester Gilberte Bussier waren in der Nacht auf den 1. Juni aus der Geiselhaft befreit worden. Unbekannte hatten sie Anfang April aus der Diözese Maroua-Mokolo im Norden Kameruns verschleppt. Zur Identität der Entführer wollte sich Kardinal Filoni nach dem Gespräch mit den Befreiten nicht äußern; Medien vermuten die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram hinter der Tat. (fides)

Naher Osten

Israel
Erstmals seit 1967 hat ein maronitischer Patriarch Israel besucht. Ziel von Bechara Boutros Raï sei es, den in Israel lebenden Maroniten seinen Beistand zu bekunden. Diese werden sowohl von muslimischen, als auch von anderen christlichen Libanesen als Verräter bezeichnet, erklärte er in einem Interview mit dem libanesischen TV-Sender LBCI. Anlässlich seiner Israel-Reise kamen mehrere Tausend Gläubigen zu seinen Gottesdiensten zusammen. Der Besuch gilt als historisches Ereignis, weil aufgrund des Kriegszustands zwischen Israel und dem Libanon kein maronitischer Patriarch nach Israel reiste. Libanesische Medien hingegen kritisierten die Visite. Insbesondere die Medien, die der radikal-schiitischen Partei Hisbollah unterstünden, reagierten kritisch auf die Visite. (kap)

Syrien
Die syrische Liga für die Verteidigung der Menschenrechte geht davon aus, dass Jesuitenpater Paolo Dall`Oglio hingerichtet wurde. Das berichtet die Beiruter Tageszeitung „L`Orient Le Jour“ in ihrer Wochenendausgabe. Ein früheres Mitglied der Djihadistengruppe „Daech“ habe ausgesagt, dass der aus Italien stammende Pater Dall`Oglio Ende Juli 2013 in Raqqa hingerichtet worden sei. In der Stadt in Nordsyrien hatte sich letztes Jahr die Spur des Jesuiten verloren. Dall`Oglio war trotz Warnungen von der Türkei aus nach Raqqa gereist, um sich dort für die Freilassung mehrerer entführter Journalisten einzusetzen. Die Terrorgruppe „Daech“ ist 2006 im Irak entstanden; sie setzt sich für die Bildung eines islamischen Staates ein und bekämpft andere Rebellengruppen in Syrien. (apic)

Asien

Nordkorea
Ein aus Südkorea stammender Baptisten-Missionar ist am Wochenende in Nordkorea zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt worden. Die Richter warfen ihm Spionage und illegale religiöse Aktivitäten vor. Kim Jeong-Wook war im Oktober letzten Jahres verhaftet worden; Ende Februar gestand er – wohl unter Druck – Kontakte zum südkoreanischen Geheimdienst zu haben und einen Umsturz in Nordkorea zu planen. Ein weiterer Missionar, der Amerikaner Kenneth Bae, verbüßt derzeit eine 15-jährige Haftstrafe in Nordkorea; auch er wurde wegen Spionage verurteilt. (apic)

Amerika

Brasilien
Der Erzbischof von Recife, Fernando Saburido, bittet den Vatikan, einen Seligsprechungsprozess für seinem Vorgänger Dom Helder Camara zu eröffnen. In einem Brief weist der Erzbischof darauf hin, dass der 1999 gestorbene Dom Helder Camara mit seiner Nähe zu den Armen und Ausgestoßenen eine der prägenden Figuren der brasilianischen Kirche war. Ein diözesanes Vor-Verfahren für eine Seligsprechung ist im Juli 2013 zeitgleich zum kirchlichen Weltjugendtag von Rio eröffnet worden. Dom Helder Camara, geboren 1909, war von 1964 bis 1985 Erzbischof von Recife im Nordosten Brasiliens, einer der ärmsten Regionen des Landes. Bekannt wurde er durch seinen Einsatz für die Menschenrechte und dafür, dass er in einer Favela wohnte und nicht im Erzbischöflichen Palais.
(apic)

__________________________________________

Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom VortagRadio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hörenWeitere Informationen hierUnseren aktuellen Programmflyer können Sie anfordern bei:
Ulrich Knop, Im Hafer 2, D-71636 Ludwigsburg, Tel./Fax: 0049 (0) 7141 - 43212, Email: programm@radiovatikan.de
oder hier zum downloaden

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039 - 06 - 6988 3844
e-Mail: deutsch@vatiradio.va