RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 4.6.2014

Tagesmeldungen vom 4.6.2014

- Papst Franziskus: Frömmigkeit ist keine Frömmelei -
- Nahost-Friedensgebet: Auch Patriarch soll kommen -
- Afghanistan: Keine Spur von entführtem Ordensmann -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst: „Frömmigkeit kommt von innen“
Frömmigkeit kommt aus dem Herzen; mit Frömmelei hat sie nichts zu tun. Darüber hat Franziskus bei der Generalaudienz vor Zehntausenden Gästen und Pilgern auf dem Petersplatz gesprochen. Mit Gedanken zur „Pietas“ setzte er an diesem Mittwoch seine Katechesenreihe über die Gaben des Heiligen Geistes fort. Frömmigkeit lässt auch in schwierigen Lebensmomenten nicht nach, sagte der Papst. Sie speise sich aus der Freundschaft zu Gott, und diese Verbindung mit dem Herrn dürfe „nicht als eine Pflicht oder Auferlegung verstanden werden“. (rv)
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Syrien: Du hast keine Wahl - also nutze sie...
„Eine Farce“: Die Einschätzung der EU und der USA über die Präsidentenwahlen in Syrien stand schon vorher fest. Und es stimmt: Was soll das überhaupt, eine Wahl in einem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land, nur in den von der Assad-Regierung kontrollierten Landesteilen? Demokratisch war die Wahl vom Dienstag auch nicht – das war übrigens noch nie eine Wahl in Syrien. Und trotzdem: Präsident al-Assad könnte mit seiner Entscheidung, die Wahlfarce durchführen zu lassen, bei vielen kriegsmüden Syrern einen Nerv getroffen haben. „Die Leute hier wollen ihre Meinung sagen und sich an der Wahlurne ausdrücken, trotz aller Angst“, sagt im Gespräch mit Radio Vatikan der Ordensmann Georges Sabe aus Aleppo. (rv)
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Afghanistan: Keine Spur von entführten Jesuiten
Nach der Entführung des JRS-Direktors in Afghanistan kann der Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS in dem krisengeschüttelten Land derzeit dessen Arbeit nicht ausführen. Pater Alexis Prem Kumar war am Montag von einer Gruppe von Männern im Westen Afghanistans entführt worden. Das bestätigte James Stapleton, der Pressechef des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes JRS im Interview mit Radio Vatikan. Im Moment stehen alle Projekte des Flüchtlingsdienstes still, um das Leben des Ordensmannes nicht zu gefährden. Alexis Prem Kumar arbeitete seit über zehn Jahren für das Hilfswerk. (rv)
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Welthungerhilfe: „Hunger wird in Afrika als Waffe eingesetzt“
Extremisten gewinnen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara nach Einschätzung der Welthungerhilfe immer mehr an Boden. Wolfgang Jamann, der Generalsekretär der Welthungerhilfe, stellt im Interview mit unserem Partnersender Domradio besonders besorgniserregende Entwicklungen vor.

„Es gibt mittlerweile einige Weltregionen wie Nordafrika, Zentralasien aber auch die Sahelzone, die eine doppelte Bedrohung erleiden: Die zunehmende Verarmung, Versteppung und Verwüstung, und die politische Destabilisierung“, so Jamann. Teile von Al Kaida zögen in den Sahel und sorgten  für interne Vertreibungen. „Das ist leider ein neuer Trend, der sich verstetigt.” (domradio)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Vatikanische Sternwarte: Galaxien stehen im Zentrum der 14. Sommerakademie
„Nahe und ferne, neue und alte Galaxien“: das ist das Thema der diesjährigen Sommerakademie der Vatikanischen Sternwarte, die am vergangenen Sonntag in Castel Gandolfo startete. 25 junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus 22 Ländern sind dafür zur „Specola Vaticana“ gereist. Von den Anlagen der Päpstlichen Villa aus, die hoch in den Albaner Bergen liegt, werden sie ihren Blick ins Universum richten. Der Jesuit José Gabriel Funes ist der Direktor der „Specola Vaticana“. Er geht am Mikrofon von Radio Vatikan den faszinierenden Bezügen von Mikro- und Makrokosmos nach: 100 Milliarden Galaxien, das sind sieben Milliarden pro Kopf der Erdbevölkerung…  (rv)
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UNSER FILMTIPP:

Boyhood
In zwölf Drehjahren mit denselben Schauspielern realisierte Richard Linklater einen Spielfilm über Kindheit und Jugend eines Jungen, der mit seiner Schwester und Mutter in Texas aufwächst. Von der Einschulung bis zum College, in vielen Gesprächen und Alltagssituationen entfaltet sich die fesselnde Reduktion auf das „gemeine Leben“, höchstens torpediert von den Erfahrungen eines Scheidungskindes. Mit hervorragend geschriebenen und gespielten Familienfiguren greifen der dokumentarische Gestus und der fiktive Inhalt in der Langzeitinszenierung virtuos ineinander und zeigen selten zu beobachtende Bilder des Heranwachsens. – Sehenswert ab 14. (FilmDienst)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

An dem Friedensgebet mit Israels Präsident Shimon Peres und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Pfingstsonntag im Vatikan wird voraussichtlich auch der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. teilnehmen. Vatikansprecher Federico Lombardi bestätigte am Dienstagabend, Papst Franziskus habe den Patriarchen während seiner Nahostreise dazu eingeladen, und dieser habe sein Kommen in Aussicht gestellt. Aus dem Konstantinopler Patriarchat heißt es, die Entscheidung werde aller Wahrscheinlichkeit nach an diesem Mittwoch fallen. Das Friedenstreffen ist nach Aussage des Papstes keine diplomatische Vermittlungsaktion. Anlass sei allein das Gebet für einen Frieden im Nahostkonflikt. (kna)
Der Papst besucht am 27. Juni die katholische Universitätsklinik „Agostino Gemelli“ in Rom. Anlass ist das 90-Jahr-Jubiläum der Lehreinrichtung. Das gab der vatikanische Staatssekretär Pietro Parolin in einem Brief an Kardinal Angelo Scola bekannt, den Direktor des zur Universität gehörigen Toniolo-Institutes. Der Papst rufe alle Mitarbeiter der Universität zu Anstrengungen auf, um den kostbaren Dienst der Klinik weiter zu garantieren, referierte Parolin. Die Gemelli-Klinik ist nach dem Franziskaner und Universitätsmitbegründer Agostino Gemelli benannt. Müssen Päpste sich größeren Eingriffen unterziehen, wird jeweils dieses Krankenhaus angesteuert. (rv)
Papst Franziskus empfängt am Freitagmorgen den japanischen Premierminister Shinzō Abe. Der Politiker kommt nach Europa, um am G7-Gipfel in Brüssel teilzunehmen und nutzt die Gelegenheit, um auch den Papst zu treffen. Shinzō Abe wird auch mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi zusammentreffen; es handelt sich um den ersten Besuch eines japanischen Regierungschefs in Italien seit 2009. Ebenfalls am Freitag trifft der Papst den polnischen Politiker und Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa, der aktiv am Übergang seines Landes zur Demokratie mitgewirkt hatte. (rv)
Der Weltkongress der Seelsorge für Roma und Sinti steht im Zeichen von Papst Franziskus: am 5. und 6. Juni organisiert der Päpstliche Migrantenrat den Kongress im Vatikan. Motto des Treffens lautet: „Die Kirche und die Zigeuner: das Evangelium in den Randgebieten verkünden“. Einer der vielen Programmpunkte wird die Vorbereitung des 50. Jahrestages des Besuchs von Papst Paul VI. in Pomezia sein. 1965 hatte der Papst dort bei einer Begegnung mit Vertretern der Roma und Sinti dazu aufgerufen, den Dialog mit allen Menschen guten Willens zu führen. (rv)

Vatikan/Deutschland
Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen, ist von Papst Franziskus für weitere fünf Jahre in die römische Kleruskongregation berufen worden. Dem Gremium, das sich um die Belange und die pastorale Bildung von Priestern kümmert, gehört Mussinghoff bereits seit März 1999 an, wie das Bistum Aachen am Mittwoch mitteilte. Präfekt der Kongregation ist seit September 2013 Kardinal Beniamino Stella. Mussinghoff ist mit 73 ein Jahr älter als Stella. (kna)

Europa

Deutschland
Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder erhält den päpstlichen Gregoriusorden für sein Engagement für verfolgte Christen. Die höchste katholische Auszeichnung für Laien wird dem evangelischen Christen am Samstag durch den Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, verliehen, wie das Bistum am Dienstag in Stuttgart bestätigte. Die Ehrung erfolgt im Auftrag von Papst Franziskus. Der Gregoriusorden, ein achtzackiges Kreuz aus rotem Emaille mit Goldrand, wurde 1831 von Papst Gregor XVI. gestiftet. (kna)
Der Metropolit der Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland und Mitteleuropa, Isaak Barakat, wünscht sich mehr Hilfe für syrische Christen. Die Regierung und die Kirche in Deutschland sollten vor allem jene finanziell und seelsorglich unterstützen, die aus Syrien in die Bundesrepublik flüchteten oder als Asylbewerber hier aufgenommen worden seien, erklärte der Metropolit am Dienstag in Bamberg. Dort sprach er mit Erzbischof Ludwig Schick über den Syrienkrieg und die Situation der Flüchtlinge in den Anrainerstaaten. Isaaks Angaben zufolge gibt es derzeit in Deutschland 25.000 Syrer, die zu seiner Kirche gehören. (kna/dw)

Italien/Argentinien
Die Katholische Aktion (KA) mehrerer Länder, darunter jene in Italien und Argentinien, lädt für kommenden Freitag um 13 Uhr zu einer Gebetsminute für den Frieden ein. Man wolle mit dieser Initiative Papst Franziskus unterstützen, der für Pfingstsonntag Israels Präsident Shimon Peres und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas zu einem gemeinsamen Friedensgebet in den Vatikan eingeladen hat, so die italienische katholische Nachrichtenagentur „SIR“ am Dienstag. Um sich an der Gebetsminute zu beteiligen, lädt die KA dazu ein, zur besagten Zeit eine Pause einzulegen, den Kopf zu neigen und nach je eigener Gewohnheit ein Gebet zu verrichten - bei der Arbeit, in der Schule, Universität, zuhause, in der Familie oder in den Pfarreien. (kap)

Polen/Vatikan
Mit einem Festgottesdienst in Warschau hat Polen am Mittwoch des Endes der kommunistischen Alleinherrschaft vor 25 Jahren gedacht. Der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin erinnerte in der Johanneskathedrale an den Beitrag von Papst Johannes Paul II. zum politischen Umbruch in Polen. Dessen erster Besuch in seinem Heimatland 1979 habe zur Gründung der „Solidarnosc“-Bewegung beitragen. „Die unblutige Transformation in Polen war ein großer Sieg des Mutes, der Vernunft und der Moral über das zynische System“, so Parolin. (kna)

Türkei
In ungewöhnlich offener Form hat der Vizechef des staatlichen Religionsamtes in der Türkei demokratische Defizite in der islamischen Welt beklagt. Nötig seien Selbstkritik und Modernisierungen, sagte der stellvertretende Behördenleiter Mehmet Emin Özafsar nach einer Meldung der Zeitung „Hürriyet“ vom Mittwoch. Der Mangel an Demokratie, Freiheitsrechten und einem modernen Verständnis von Religionsfreiheit und religiöser Bildung bildeten für die islamische Welt „eine sehr schwierige Sackgasse“. Fehlende Erneuerungen seien zugleich ein Grund für Konflikte in der islamischen Welt, betonte Özafsar. (kna)

Ukraine
Die zum Moskauer Patriarchat gehörende orthodoxe Kirche der Ukraine distanziert sich von den Separatisten im Osten des Landes. „Die Gruppen in der Ostukraine haben an sich keine breite Unterstützung in der Bevölkerung“, sagte Metropolit Alexander (Drabinko) in einem Video-Blog. Er ist die „Nummer Zwei“ der orthodoxen Kirche in der Ukraine. In seinem Beitrag unterstrich der Metropolit, die Separatisten – insbesondere jene, die sich selber als „orthodoxe Armee“ bezeichnen würden – hätten nichts mit der Kirche und dem christlichen Glauben zu tun. Die Ostukrainer wünschten sich wie alle anderen Ukrainer ein vereintes und unabhängiges Land, das die europäischen Werte respektiere. (apic/interfax)

Asien

Indonesien
Radio Vatikan ist Teil einer Kampagne, die auf den humanitären Nutzen der Radio-Kurzwellen verweist. Anlässlich des internationalen Kongresses des internationalen Netzwerkes HFCC („High Frequency Co-ordination Conference“) in Jakarta am 5. und 6. Juni sendet Radio Vatikan in den asiatischen Ländern ein halbstündiges Programm, das auf den Nutzen dieser Technik verweist. Nur sechs Prozent der Bevölkerung in Entwicklungsländern hat laut Angaben des Internationalen Roten Kreuzes Zugang zu Internet. So bietet das Radio, insbesondere der Empfang über Kurzwelle, für Menschen in unterentwickelten Regionen oftmals die einzige Informationsquelle. (rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 8.6.2014: Menschen in der Zeit - von Aldo Parmeggiani
Caroline Link, Filmregisseurin und Oscar-Gewinnerin

Dienstag Abend, 10.6.2014: Radio-Akademie zum Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus
In dieser Folge: Magdalena Holztrattner, Leiterin der Katholischen Sozialakademie, Wien

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom VortagRadio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hörenWeitere Informationen hierUnseren aktuellen Programmflyer können Sie anfordern bei:
Ulrich Knop, Im Hafer 2, D-71636 Ludwigsburg, Tel./Fax: 0049 (0) 7141 - 43212, Email: programm@radiovatikan.de
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