RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 5.6.2014

Tagesmeldungen vom 5.6.2014

- Papstbotschaft zum D-Day -
- Franziskus: „Die Kirche ist kein Mietshaus“ -
- Papst warnt vor Ausschluss von Roma und Sinti  -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Nina Oezelt
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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NEUES AUS DEM VATIKAN:

Papstbotschaft zum D-Day
Auch Papst Franziskus beteiligt sich am Gedenken an die Landung der Alliierten in der Normandie vor siebzig Jahren. Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ veröffentlichte eine Papstbotschaft zum sogenannten „D-Day“. Darin verspricht Franziskus sein Gebet für den Frieden. Er würdigt die Soldaten, die 1944 in der Normandie landeten, erwähnt aber auch die deutschen Wehrmachtssoldaten, die in das Drama hineingezogen worden seien. (rv)
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Franziskus: „Die Kirche ist kein Mietshaus“
Viele von denen, die sich heute katholisch nennen, sind „mit einem Fuß drin“, aber „der andere ist noch nicht nachgezogen“: Das sagte Papst Franziskus an diesem Donnerstag bei seiner Frühmesse in der Vatikan-Kapelle Santa Marta. Solche Katholiken behielten es sich vor, „gleichzeitig drinnen und draußen“ zu stehen; für sie sei die Kirche nicht ein Zuhause, sondern „ein Mietshaus“. Aber Jesus habe „nie gewollt, dass seine Kirche so steif sei“, sagte der Papst: „Nie.“ „Steife Haltung“ entferne von der Kirche. (rv)
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Papst kritisiert schlechte Bedingungen für Roma und Sinti
Papst Franziskus warnt davor, Roma und Sinti aus unserer Gesellschaft auszuschließen. Das sagte er an diesem Donnerstag bei einer Audienz für Seelsorger. Oft würden Roma und Sinti „mit Feindseligkeit betrachtet“, so der Papst wörtlich. Früher, wenn er bei seinen Rom-Besuchen mit dem Bus gefahren sei, habe der Fahrer oft zu den anderen Mitreisenden gesagt: ‚Passt auf eure Geldbörsen auf.‘ Der Papst wörtlich: „Das ist Verachtung.“ Man solle Roma, Sinti und verwandte Völker als „Brüder und Schwestern“ lieben, „so wie Jesus die Ausgegrenzten liebte“. (rv)
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Papst trifft armenischen „Katholikos“
Papst Franziskus hat das Oberhaupt der Armenisch-Apostolischen Kirche, Aram I., im Vatikan empfangen. Die beiden Kirchenführer versicherten sich ihres guten Willens in Sachen Ökumene und beteten zusammen. Aram ist geistliches Oberhaupt von etwa sechs Millionen armenischen Christen; der Papst erinnerte an das Leid der Armenier im 20. Jahrhundert, sprach allerdings nicht ausdrücklich von „Völkermord“. (rv)
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HINTERGRÜNDE:

Der Clown und der Tod
Auch katholische Kinderkrankenhäuser kennen sogenannte Clown-Ärzte: Der „Erfinder“ dieser kinderfreundlichen Mediziner ist der US-amerikanische Arzt Hunter Doherty – besser bekannt als Patch Adams. Berühmt wurde er durch einen Hollywood-Film, in dem er von Robin Williams gespielt wurde. Bei einem Besuch in der römischen Gemelli-Klinik sagte er uns: „Vielleicht kann Humor eine tragende Rolle spielen bei der weltweiten Arbeit für Frieden und Gerechtigkeit.“ Er habe schon „ungefähr 10.000 Menschen in den Tod begleitet“. So habe er etwa in Trinidad „vor fünf Verurteilten den Clown gespielt, die dann am nächsten Tag erhängt wurden“. Egal wie groß das Leid der Menschen auch sei: „Humor ist größer und hilft.“ (rv)
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Schweiz: Das Grundsatzpapier, das es (noch) nicht gibt
Eigentlich hätten die Schweizer Bischöfe in diesen Tagen ein Grundsatzpapier über „Normen zum Empfang der Eucharistie“ veröffentlichen sollen. Dazu kam es aber nicht, wie der Präsident der Bischofskonferenz, Bischof Markus Büchel, gegenüber Radio Vatikan bestätigte. 2006 hatte Rom sie um das Erstellen eines solchen Dokuments gebeten, doch Proteste verschiedener Organisationen in der Schweiz halten das Projekt auf. „Und hier den Weg zu suchen, ist sicher nicht sehr einfach, da die pastoralen Entwicklungen nicht überall in der Schweiz gleich sind“, so Büchel. Es gehe den Bischöfen darum, „die Normen der katholischen Kirche einzuhalten“, damit aber nicht „eine ökumenische Entwicklung zu verhindern“. (rv/pm/kipa)
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China: Hier wird ständig demonstriert
Chinas Zivilgesellschaft ist in den letzten Jahren zunehmend aufgewacht. Und das, obwohl Kontrollen und Gängelungen durch den Staat immer noch auf der Tagesordnung stehen. „Man glaubt es kaum“, sagt Pater Martin Welling vom China-Zentrum der Steyler Missonare in Sankt Augustin, „aber es gibt relativ viele Demonstrationen in China.“ Allein 2013 sei es zu etwa 100.000 kleineren oder großen Demonstrationen gekommen: „Es ist also nicht völlig unmöglich...“ (domradio/rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Australier Danny Casey wird ab Juli im Vatikan Kardinal George Pell im neugegründeten Wirtschaftsrat beistehen. Das teilte das Bistum Sydney mit, wo Casey bisher arbeitete und wo Pell bisher Erzbischof war. Casey wird „Projektmanager“ im Rat sein und für die kommenden zwei Jahre die Arbeit des Wirtschaftsrates koordinieren. Der von Papst Franziskus gegründete Wirtschaftsrat wird aus Kurienmitgliedern sowie externen Experten bestehen. Casey war im Bistum Sydney für die Finanzfragen zuständig und war unter anderem an der Durchführung des Weltjugendtags 2008 beteiligt. Papst Franziskus hatte im vergangenen Februar Kardinal Pell zum Präfekten des Wirtschaftsrates ernannt. (apic/imedia)
Die vatikanische Finanzaufsichtsbehörde (AIF) hat neue Mitglieder: Papst Franziskus ernannte vier Wirtschaftsexperten. Sie stammen aus unterschiedlichen Kontinenten und sollen die Unabhängigkeit des Kontrollinstituts unterstützen. Im Einzelnen berief der Papst einen Harvard-Juristen, einen in der Schweiz lebenden Finanzberater sowie einen Berater des Präsidenten von Singapur in das Gremium. Aus Italien gehört dem Vorstand künftig nur die Geschäftsführerin einer Lebensversicherung an. (rv)
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Die vatikanische Bibliothek wird rund 40 Millionen Seiten
ihrer Manuskripte digitalisieren. Die Digitalisierung ist auf etwa 15 Jahre angelegt und soll von der im Jahre 2013 gegründeten Non-Profit Organisation „Digita Vaticana Onlus“ ausgeführt werden. Der Prozess der Digitalisierung werde unter den höchsten Sicherheitsvorkehrungen vorgenommen, verspricht der Vatikan. Um das empfindliche Kulturerbe vor Licht, Feuchtigkeit und zu hohen Temperaturen zu schützen, sei es bisher nur Studierenden und Forschern erlaubt gewesen, mit einer Sondergenehmigung die Dokumente einzusehen. (rv)
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Vatikan/Deutschland
Der Berliner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, ist bereits Ende April in die Kleruskongregation berufen worden. Das gab das Erzbistum Berlin an diesem Donnerstag bekannt. Üblicherweise gilt eine solche Berufung zunächst für fünf Jahre. P
räfekt der Kongregation ist seit September 2013 Kardinal Beniamino Stella. Erst an diesem Mittwoch wurde bekannt, dass auch Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen, von Papst Franziskus für weitere fünf Jahre als Mitglied der Kleruskongregation bestätigt worden ist. Dem Gremium kümmert sich um die Belange von Priestern. (pm)

Europa

Deutschland
In Nürnberg ist in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag die Nürnberger Martha-Kirche durch ein schweres Feuer ausgebrannt. Die Reste des Gebäudes sind nun einsturzgefährdet. Die Polizei schätzt den Schaden an dem evangelischen Gotteshaus aus dem 14. Jahrhundert auf einen siebenstelligen Euro-Betrag. Wegen Renovierungsarbeiten befand sich keine sakrale Kunst in dem Gebäude. Schwer beschädigt wurde hingegen die Orgel. Die Brandursache ist noch unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt, Statiker untersuchen das Gebäude. (kna)

Italien
Die Chancen der katholischen Ordensfrau, die an der italienischen TV-Castingshow „The Voice of Italy“ teilnimmt, stehen gut. Die 25-jährige Cristina Scuccia aus Sizilien startet als derzeitige Favoritin der Fernsehsendung ins Finale an diesem Donnerstag. Ihr erster Auftritt im März des Jahres hatte sie schlagartig berühmt gemacht. Auf der Videoplattform Youtube wurde die Ordensfrau und ihre Interpretation eines Songs von Alicia Keys bislang mehr als 50 Millionen mal geklickt. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 8.6.2014: Menschen in der Zeit - von Aldo Parmeggiani
Caroline Link, Filmregisseurin und Oscar-Gewinnerin

Dienstag Abend, 10.6.2014: Radio-Akademie zum Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus
In dieser Folge: Magdalena Holztrattner, Leiterin der Katholischen Sozialakademie, Wien

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom VortagRadio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
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Im Internet:

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