RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 6.6.2014

Tagesmeldungen vom 6.6.2014

- Gebetsinitiative: Frieden nicht Politikern überlassen-
- Der Lehrer Bergoglio und der Papst Franziskus -
- Ordensfrau gewinnt Song-Wettbewerb in Italien  -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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AUS DEM VATIKAN:

Details zum pfingstlichen Friedenstreffen im Vatikan
Eine „Pause von der Politik” – das ist das gemeinsame Fürbittgebet zwischen Papst Franziskus, den Präsidenten Israels und Palästinas und Patriarch Bartholomaios, das in zwei Tagen im Vatikan stattfinden wird. Pater Pierbattista Pizzaballa, Franziskaner-Kustos im Heiligen Land, ist mit den Vorbereitungen dieser herausragenden Initiative beschäftigt. Vor Journalisten im vatikanischen Pressesaal äußerte er sich an diesem Freitag über die Natur des Treffens und rief dazu auf, den Frieden nicht den Politikern zu überlassen. Das Treffen sei ein „Moment der Fürbitte – eine Pause von der Politik“. Der Papst wolle nicht in den Konflikt eingreifen, sondern den Blick heben und die Politiker einladen, „von oben“ einen Blick auf die Wirklichkeit des Heiligen Landes zu werfen. (rv)
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Radio Vatikan überträgt das Treffen der Gebete am Sonntag live ab 18.50 Uhr, sie können es über unseren Player verfolgen. (rv)

Die gemeinsame Fürbitte um Frieden für das Heilige Land im Vatikan am Pfingstsonntag ist auch der Gegenstand einer Twitter-Botschaft von Papst Franziskus. „Der Friede ist ein Geschenk Gottes, erfordert aber auch unseren Einsatz. Seien wir Menschen des Friedens - im Gebet und in der Tat!”, schrieb der Papst an diesem Freitag. Er fügte den Hashtag #weprayforpeace an, der sich auf die Gebetsinitiative bezieht. (rv)

Papstpredigt: „Die erste Liebe nie vergessen!“
Bin ich noch in dich verliebt wie am ersten Tag? Das sollen, findet Papst Franziskus, nicht nur Ehepartner sich immer wieder fragen, sondern auch Priester, Ordensleute und Bischöfe, und zwar mit Blick auf Jesus. Es war die Frage des Auferstandenen an Petrus, ob er ihn denn liebe, von der der Papst in seiner Predigt in der Vatikan-Kapelle Santa Marta an diesem Freitag ausging. „Das ist die Frage, die ich mir stelle, aber auch meinen Mitbrüdern, den Bischöfen und Priestern“, so der Papst. „Wie ist unsere Liebe zu Jesus? Ist es noch unsere erste Liebe? Bin ich noch verliebt wie am ersten Tag? Oder führen die Arbeit und die Sorgen dazu, dass ich an anderes denke und die Liebe ein bisschen vergesse? Eheleute streiten sich – aber das ist normal. Aber wenn keine Liebe da ist, dann streiten sie nicht – dann brechen sie miteinander.“ (rv)
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Papst Franziskus und der Lehrer Jorge Bergoglio
„Autorität kommt von augere, was so viel heißt wie „wachsen lassen”. Autorität zu haben heißt nicht, eine repressive Person zu sein. Die Repression ist eine Deformation der Autorität. Autorität hat, wer einen Raum des Wachsens schaffen kann.” Jorge Mario Bergoglio heißt der Mann, der das gesagt hat, in seinem Interviewbuch El Jesuita – Der Jesuit. An diesen Ausführungen des heutigen Papstes lässt sich seine langjährige Erfahrung als Lehrer ablesen. Als junger Pater in Buenos Aires unterrichtete Bergoglio Psychologie und Literatur an Schulen. Das Zitat mit der Autorität, die aus der Sicht des heutigen Papstes etwas mit „Raum geben” und „wachsen lassen” zu tun hat, fiel im Zusammenhang mit dem Lehrersein. Und wie sahen ihn die Schüler? Wir haben einen von ihnen vors Mikrofon bekommen: Jorge Milia. Er sei ein Mann der offenen Türen gewesen, sagt Milia, offen für alle, die nicht so recht wussten, was sie eigentlich wollten. (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Vatikan/Deutschland: Roma und Sinti von alten Vorurteilen geprägt
Unsere Gesellschaft soll offener mit Roma und Sinti sein. Das sagte der Papst am Donnerstag an die Teilnehmer des Weltkongresses der Seelsorger für Roma, Sinti und verwandte Gruppen im Vatikan. Franziskus´ Einstellung stand auch im Mittelpunkt des Treffens der Seelsorger, wie uns der deutsche Vertreter beim Weltkongress sagte. Jan Opiela ist bei der Deutschen Bischofskonferenz für die Seelsorgearbeit für Roma, Sinti und verwandte Gruppen zuständig. Der Kongress, der an diesem Freitag zu Ende geht, steht unter dem Motto: „Die Kirche und die Roma, Sinti und verwandten Gruppen – das Evangelium in den Randgebieten verkünden“. Aus deutscher Sicht seien die Randgebieten vor allem dort zu finden, wo die Gemeindestrukturen „drastisch abgenommen“ haben, so Opiela. (rv)
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Irland: 800 Kinderleichen auf Ordensgelände
Dublins Erzbischof Diarmuid Martin will bei Nachforschung zu irischen Mütterheimen im 20. Jahrhundert helfen. Er rief alle wichtigen Ordensgemeinschaften und Regierungsbehörden auf, dasselbe zu tun. Martins Appell folgt der Entdeckung eines Massengrabes mit 800 Kinderleichen im irischen Tuam. Dabei soll es sich um die Kinder lediger Mütter aus einem Heim handeln, das vom Orden der Bon-Secours-Schwestern geführt wurde. Martin nannte die bekanntgewordenen Details über das Kinder-Massengrab „erschütternd”. Das Massengrab war schon vor mehr als 30 Jahren entdeckt worden. Bewohner der Region dachten lange Zeit, es handle sich um Opfer der irischen Hungersnot des 19. Jahrhunderts. Erst kürzlich fand eine Historikerin Belege für deren tatsächliche Herkunft. (kna)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat für September einen Besuch im norditalienischen Friaul an der Grenze zu Slowenien angekündigt. Zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren begann, werde er sich am 13. September zum Militärdenkmal in Redipuglia in der Provinz Görz (Gorizia) begeben. Das kündigte Franziskus vor einer großen Gruppe italienischer Carabinieri an, die er an diesem Freitag in Audienz empfing. Er werde an der Gedenkstätte „für die Gefallenen aller Kriege“ beten, sagte Franziskus. (rv)
„Solidarnosc“-Gründer Lech Walesa war am Freitag im Vatikan zu Besuch. Der frühere polnische Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger traf Papst Franziskus am Vormittag. Zum Inhalt der Unterredung machte der Vatikan keine Angaben. Ebenfalls am Freitag sprach Franziskus mit dem japanischen Premierminister Shinzō Abe. Gemeinsam hätten sie über die internationale Politik gesprochen sowie über den Friedenseinsatz Japans und das Engagement des südostasiatischen Landes für eine atomwaffenfreie Welt. (rv)
Dem emeritierten Papst Benedikt geht es gut, nur „seine Beine lassen nach“. Das sagte Benedikts Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein am Rand einer Konferenz in Rom. Benedikts Geist und seine Gesundheit seien „in guter Verfassung“. Seit einigen Wochen nutze der emeritierte Papst einen Rollator bei seinen Spaziergängen. „Er hat einfach gemerkt, dass ihm das Gehen damit leichter fällt“, so Gänswein. Das italienische Klatschmagazin „Oggi“ hatte in dieser Woche ein Foto veröffentlicht, auf dem sich Benedikt, begleitet von seinem Privatsekretär, auf eine solche rollende Gehhilfe stützt. (kna)

Europa

Europäische Union
Die EU-Bischofskommission (ComECE) hat das Nein der EU-Kommission zur Lebensschützer-Initiative „One of Us“ (Einer von uns) bedauert. Eine Initiative, die 1,7 Millionen Unterschriften sammeln könne, stelle eine „wesentliche Bewegung der partizipatorischen Demokratie“ dar, erklärte die ComECE am Freitag in Brüssel. Die Initiative habe die Aufmerksamkeit der Kommission auf die wichtige Frage des Schutzes von Embryonen gelenkt. Die EU-Kommission hatte Ende Mai entschieden, keinen legislativen Vorschlag als Antwort auf die Bürgerinitiative vorzulegen. „One of Us“ fordert ein Ende der EU-Finanzierung von Forschung, die die Vernichtung menschlicher Embryonen voraussetzt.
(kna)

Deutschland
Auch deutsche Katholiken sollen sich an den Gebeten für den Frieden im Vatikan beteiligen. Dazu laden die deutschen Bischöfe ein. In einer Mitteilung von diesem Freitag ruft die Bischofskonferenz die Gläubigen auf, mit Schweigeminuten und Gebeten die Initiative des Papstes zu unterstützen. Es sei eine Grunderfahrung des Glaubens, dass „wir aus mancher Sackgasse nicht aus eigener Kraft herausfinden, sondern dazu des Segens Gottes bedürfen“, schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in der Mitteilung. (pm)

Österreich
Kardinal Christoph Schönborn hat politische Initiativen katholischer Laien gegen Sterbehilfe, für die Familie und für hilfreichere Informationen über Abtreibungen gewürdigt. Alle Christen seien zu Engagement in Kirche und Gesellschaft aufgerufen, schreibt der Wiener Erzbischof in der Kirchenzeitung „Der Sonntag". Er freue sich sehr, dass sich in den vergangenen Wochen verschiedene Initiativen aus der Eigenverantwortung der Laien heraus gebildet hätten: „Für eine Begleitung von Kranken und Sterbenden ohne Giftspritze, für bessere und hilfreichere Informationen über die Abtreibung, für klare Anstandsgrenzen im Umgang mit Nacktheit und Provokation im öffentlichen Raum“, zählte Schönborn auf. All diese Initiativen würden gerne als „intolerant“ missverstanden. In Wirklichkeit seien sie aber Ausdruck christlicher Sorge um die Welt. (kap)

Italien
Eine 25-jährige Ordensfrau hat die italienische Gesangs-Show „The Voice of Italy“ gewonnen. Die Ursulinen-Schwester Cristina Scucci aus Sizilien überzeugte Freitagnacht beim Finale der Talentshow im italienischen Staatsfernsehen RAI. Nach der Bekanntgabe ihres Siegs stimmte die junge Schwester zur Verblüffung des Moderators auf der Bühne ein Vaterunser an und lud das Publikum ein, mitzubeten. Im Finale setzte sich die stimmgewaltige Sängerin in schwarzer Ordenstracht mit Schleier unter anderem mit dem Hit „What a feeling“ gegen drei Mitbewerber durch. Schon der erste Auftritt von „Suor Cristina“ im März wurde mittlerweile auf dem Videoportal „Youtube“ mehr als 50 Millionen Mal aufgerufen. (kap)

Naher Osten

Jemen
Der Menschenhandel mit afrikanischen Migranten im Jemen steigt stetig an. Die Zahl der Migranten im Grenzort Haradh sei in den Monaten von Januar bis März um das zehnfache angestiegen. Von 98 bis ungefähr 390 Euro zahlen die Migranten um die gefährliche und tagelang dauernde Reise von Afrika in den Jemen auf sich zu nehmen. Im Jemen werden die afrikanischen Migranten von Schleppern in den Grenzort Haradh gebracht, wo sie in Auffanglager meistens ausgeraubt, tagelang gefoltert und misshandelt werden, um von ihren in größter Armut lebenden Familien Lösegeld zu fordern. Einem Bericht der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ zufolge, geschehe diese Lösegeldforderung in Absprache und mit Unterstützung der lokalen jemenitischen Beamten. Oft endet die Folter der Migranten auch tödlich. (asianews)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 8.6.2014: Menschen in der Zeit - von Aldo Parmeggiani
Caroline Link, Filmregisseurin und Oscar-Gewinnerin

Dienstag Abend, 10.6.2014: Radio-Akademie zum Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus
In dieser Folge: Magdalena Holztrattner, Leiterin der Katholischen Sozialakademie, Wien

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom VortagRadio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

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·
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Im Internet:

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