RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 8.6.2014

Tagesmeldungen vom 8.6.2014

- Pfingsten: Eine Kirche, die überrascht und Unruhe stiftet -
- Sonntagabend Nahost-Friedensgebet: Papst dankt für Solidarität -
- Sportlertreffen: „Nicht mit Unentschieden zufrieden geben“-
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Max. Immanuel Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst für Kirche, die überrascht und Unruhe stiftet
Eine Kirche, die überrascht und durcheinanderbringt, die nicht harmlos ist und ein allein dekoratives Element, sondern die die Christen antreibt „hinauszugehen“: das sind die Züge der pfingstlichen Kirche, so Papst Franziskus beim Mittagsgebet am Pfingstsonntag. Die Kirche von Pfingsten sei eine Kirche, die sich nicht damit abfindet, harmlos zu sein und ein dekoratives Element. „Sie ist eine Kirche, die nicht zögert hinauszugehen, um den Menschen zu begegnen, um die Botschaft zu verkünden, die ihr anvertraut worden ist, auch wenn diese Botschaft stört und die Gewissen beunruhigt, auch wenn diese Botschaft vielleicht zu Schwierigkeiten führt und manchmal zum Martyrium. Sie wird geboren als „eine“ und als „universale“, mit einer klaren Identität, aber offen; eine Kirche, die die Welt umarmt, aber die nicht in Gefangenschaft nimmt. Wie die Kolonnaden dieses Platzes: Zwei Arme, die sich öffnen um aufzunehmen, die aber nicht verschlossen bleiben um festzuhalten. Die Christen sind frei und die Kirche will, dass wir frei sind!“ (rv)
Hier zum Nachhören

Friedensgebet für das Hl. Land: Papst dankt für Solidarität
Franziskus hat sich für die weltweite Unterstützung des Gebetstreffens am Sonntagabend mit Israels Präsident Peres und Palästinenserpräsident Abbas bedankt. „Ich möchte all jenen danken, die persönlich und in Gemeinschaft für dieses Treffen gebetet haben und noch beten, und sich spirituell unserem Bitten anschließen“, sagte er nach den Regina Caeli. Schimon Peres ist bereits am Vormittag in Rom eingetroffen und wird gegen 18.15 Uhr im Vatikan erwartet. Dort empfängt ihn der Papst im Gästehaus Santa Marta zu einem kurzen Gespräch. Gegen 18.30 Uhr ist die Ankunft von Mahmud Abbas vorgesehen. Abbas führt ebenfalls eine kurze Unterredung mit Franziskus. Anschließend begeben sich Franziskus, Peres, Abbas und Bartholomaios I., der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, in die Vatikanischen Gärten. (kap/ kipa)
Hier weitere Infos zu der Gebetsaktion

Papst: Pfingsten dauert seit 2.000 Jahren an
Pfingsten ist nach den Worten von Papst Franziskus kein Fest der bloßen Erinnerung an ein einmaliges Ereignis von vor 2.000 Jahren. Das Wirken des Heiligen Geistes dauert bis heute an und beschränkt sich nicht auf einen Augenblick im Leben der Jünger Jesu, so Franziskus am Sonntag in seiner Predigt in der Messe zum Pfingstfest im Petersdom. Christus habe nicht aufgehört, seiner Kirche den Heiligen Geist zu senden. Dieser führe die Gläubigen als „Meister des Lebens“ auf dem rechten Weg durch Höhen und Tiefen. Er wecke in ihnen das Verständnis für Jesu Worte und bewirke, dass Menschen einen brüderlichen Dialog miteinander führten. Der Heilige Geist trage als „lebendes Gedächtnis der Kirche“ zu einem tieferen Verständnis der Gegenwart im Lichte von Jesu Worten bei. So fördere er eine „Weisheit des Herzens“. (kna/rv)
Hier zum Nachhören
Hier die Pfingstpredigt des Papstes

Sportler machen Papst zum „Kapitän“
Der Papst hat am Samstagnachmittag 50.000 Sportler auf dem Petersplatz getroffen. Anlass war die Feier der Gründung des Italienischen Sportzentrums (CSI) vor 70 Jahren. Franziskus lobte die Sportvereine als Schule für ein soziales Miteinander. Die Organisatoren des Treffen überreichten dem Papst ein Fußball-Kapitänsband und bezeichneten Franziskus als „Kapitän der Katholiken“. Der fußballbegeisterte Papst hob die Bedeutung des Sports bei der Evangelisierung hervor. Zu einem Sportverein zu gehören heiße, jede Form von Egoismus und Isolation zurückzuweisen. Der Papst ermutigte die Sportler zudem, sich nicht nur in ihrem Sport einzubringen, sondern sich auch in Gesellschaft und Kirche „ins Spiel zu bringen.“ Franziskus wörtlich: „Sie dürfen sich auch hier nicht mit einem mittelmäßigen Unentschieden zufriedengeben und sollen ihr Bestes geben.“ (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Renovabis-Pfingstaktion endet mit Festgottesdienst
Das katholische Osteuropahilfswerk Renovabis hat am Sonntag seine diesjährige Pfingstaktion in Essen beendet. Unter dem Leitwort „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ stand 2014 vor allem die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine im Mittelpunkt. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck rief bei einem Festgottesdienst mit Blick auf die Auseinandersetzungen auf der Krim und im Osten der Ukraine zu Gewaltlosigkeit auf. Zudem mahnte er einen anderen Umgang mit dem „für viele immer noch ungeliebten Volk“ der Roma und Sinti an, die vielfach in Osteuropa lebten. (kna)
Hier mehr zum Nachlesen

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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Menschen in der Zeit: Caroline Link – Regisseurin
Die in München lebende Cineastin Caroline Link gehört zu den besten deutschen Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen der Welt. Ihren größten Erfolg feierte sie mit ihrem dritten Kinofilm „Nirgendwo in Afrika”. Die Adaption von Stefan Zweigs autobiografischem Bestseller wurde in den Kategorien „Beste Regie”, „Beste Kamera”, „Beste Musik” und „Bester Spielfilm” als bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet. Ihr letzter großer Spielfilm aus dem Jahre 2013 trägt den Titel: „Exit Marrakech”. Die Crew des Films „Nirgendwo in Afrika” gründete nach den Dreharbeiten übrigens den karitativen Verein ‚Children for a better world’, dessen prominente Kinderpatin die vor genau fünfzig Jahren in Bad Nauheim geborene Caroline Link ist. (rv)
Hier finden sie die Sendung von Aldo Parmeggiani zum Nachlesen und -hören

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WEITERE NACHRICHTEN:

Vatikan

Telefonisch hat Papst Franziskus sich am Samstagabend an die Teilnehmer einer Schülerwallfahrt in Mittelitalien gewandt. Er forderte die Jugendlichen auf, keine Angst davor zu haben, von einer gerechteren Welt zu träumen, Fragen zu stellen, zu zweifeln und den Sachen auf den Grund zu gehen. Sie sollten sich nicht von den Ängstlichen einschüchtern und in ihre dunkle Mentalität einschließen lassen, sondern Positivität ausstrahlen. Franziskus wandte sich per Telefonschaltung an die Teilnehmer der Wallfahrt Macerato-Loreto, die seit 1978 als Dankwallfahrt zum Schuljahresschluss veranstaltet wird. (rv)
Hubertus Matheus Maria van Megen (53), niederländischer Geistlicher aus dem Bistum Roermond und Apostolischer Nuntius im Sudan, ist von Papst Franziskus zusätzlich mit der diplomatischen Vertretung des Heiligen Stuhls im Nachbarland Eritrea betraut worden. Das teilte der Vatikan am Samstag mit. Van Megen wurde im März vom Papst zum vatikanischen Botschafter in Khartum ernannt. Er folgt in beiden Ländern auf den Italiener Leo Boccardi, der an die Botschaft in Teheran wechselte. Den Sudan und die schwierige Situation der dortigen Kirche kennt van Megen bereits aus seiner Zeit als Nuntiatursekretär in Khartum (1994-1998) unter dem damaligen deutschen Nuntius, Erzbischof Erwin Josef Ender. (kipa)

Europa

Deutschland
Für sein von christlichen Werten geprägtes Handeln in Politik und Gesellschaft wurde Volker Kauder mit dem päpstlichen Gregoriusorden im Range eines Komturs ausgezeichnet. Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, überreichte dem CDU-Politiker aus Tuttlingen die Urkunde sowie das Ordensabzeichen am Samstagabend in Rottenburg. Der Gregoriusorden ist der höchste päpstliche Orden für Laien. (pm)
Hier weitere Details

Belgien
Ein katholischer Diakon wird des mehrfachen Mordes verdächtigt. Wie belgische Medien berichteten, soll der Diakon bei seiner Tätigkeit als Krankenpfleger in Menin (Westflandern) mindestens zehn Menschen getötet haben. Es soll sich nicht um illegale Euthanasie gehandelt haben, sondern um Mord. Der zuständige Bischof von Brügge Jozef De Kesel sagte, er sei sprachlos angesichts der Vorwürfe und sicherte den Angehörigen seine Unterstützung zu. (apic)

Weißrussland
Bischöfe aus insgesamt mehr als 20 katholischen und orthodoxen Ortskirchen in Europa haben auf einem viel beachteten ökumenischen Dialogforum im weißrussischen Minsk eine engere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Werte-Verteidigung beschlossen. „Als Hirten wollen wir weiterhin das Beste aus unserer Moral und Ethik in der Öffentlichkeit präsentieren - unserem Volk, unseren Regierungen und den europäischen Institutionen“, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Schlussbotschaft (kap) 
Mehr dazu hier

Naher Osten

Syrien
Offenbar gibt es ein Lebenszeichen von den in Syrien entführten Bischöfen. So berichtet die libanesischen Zeitung „Al-Akhbar“, die Geistlichen seien „bei guter Gesundheit“. Weiter berichtet die der syrischen Regierung nahestehende Zeitung am Samstag, die vor mehr als einem Jahr entführten Bischöfe würden in der nördlichen Provinz Al-Rakka nahe der türkischen Grenze von einer dschihadistischen Gruppierung festgehalten. Der syrisch-orthodoxe Metropolit Ibrahim und der griechisch-orthodoxe Erzbischof Yazigi waren am 22. April 2013 von Bewaffneten in der Nähe von Aleppo gekidnappt worden. Unter anderem libanesische Regierungsvertreter bemühen sich seitdem um die Aufklärung ihres Schicksals und um Kontakt zu den mutmaßlichen Entführern. (kna)

Amerika

Brasilien
Die Bischöfe Brasiliens appellieren, während der Fußball-WM von Gewalt jeder Art in den Stadien und außerhalb Abstand zu nehmen. Der Appell, unterzeichnet vom zuständigen „Sportbischof“ Dom Paulo Mendes Peixoto, wurde am Freitag auf der Website der Bischofskonferenz (CNBB) veröffentlicht. „Wir müssen jetzt unsere Differenzen überwinden und unsere Kräfte für den Aufbau des Guten kanalisieren“, so Erzbischof Peixoto. Der Erzbischof räumte ein, dass es berechtigten Unmut über die hohen Ausgabe, die Großverdiener an der WM und die Vernachlässigung des Sozialsektors gebe. Doch es dürfe jetzt nicht dazu kommen, dass durch Gewalt Schlimmeres geschehe oder das Land seine Zielrichtung verliere und abgleite.(kap)
Hier mehr zur Aktion „Rote Karten“ der Bischofskonferenz

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 8.6.2014: Menschen in der Zeit - von Aldo Parmeggiani
Caroline Link, Filmregisseurin und Oscar-Gewinnerin

Dienstag Abend, 10.6.2014: Radio-Akademie zum Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus
In dieser Folge: Magdalena Holztrattner, Leiterin der Katholischen Sozialakademie, Wien

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom VortagRadio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hörenWeitere Informationen hierUnseren aktuellen Programmflyer können Sie anfordern bei:
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