RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 12.6.2014

Tagesmeldungen vom 12.6.2014

- Franziskus zum WM-Auftakt: „Fest der Solidarität“ -
- Papst-Friedenstipp: „Konkret, konsequent, kindlich“ -
- Konsistorium: Sechs neue Heilige für die Weltkirche -
____________________________________
Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
____________________________________

FUSSBALL-WM IN BRASILIEN:

Papstbotschaft zur WM: „Der Sport ist die Schule des Friedens“
„Liebe Freunde, mit großer Freude darf ich mich anlässlich des Beginns der Fußball-WM 2014 in Brasilien an euch alle wenden, liebe Fußballfans.“ So beginnt eine Videobotschaft des Papstes, die vom brasilianischen Radio Globo in dieser Nacht das erste Mal ausgestrahlt wurde. Der Papst wendet sich an die Organisatoren, die Fans und die Teilnehmer, besonders auch an die Zuschauer dieses Ereignisses, dass die „Grenzen der Sprachen, Kulturen und Nationen“ überwinde. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

WM beginnt mit Franziskus-Idee
Bevor die Kicker Brasiliens und Kroatiens an diesem Donnerstag den Ball zum Rollen bringen werden, wird vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-WM in Brasilien eine Zeremonie abgehalten, die mit einer Papst-Idee beginnt. Wie uns der Präsident des Fußballdachverbandes FIFA im vergangenen November verriet, hat Papst Franziskus um einen Gefallen gebeten: Eine Friedenstaube soll vor dem Eröffnungsspiel auf dem Fußballfeld fliegen gelassen werden. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Fußball-WM in Brasilien: „Die Korrekturschrauben anziehen“
Der Papst hat in einer Videobotschaft an die an diesem Donnerstag beginnende WM in Brasilien die Lehren für den Frieden gezogen, die man aus dem Sport ziehen müsse, er wünscht sich ein „Fest der Solidarität“. Aber noch bevor die Spiele beginnen, hat es Proteste gegen sie gegeben, und das ausgerechnet im fußballverrückten Brasilien. Es geht um Geldverschwendung, fehlende Schulen und Krankenhäuser, während gleichzeitig Stadien ins Nichts gebaut werden. (pm/rv)
Hier mehr in Text und Ton

WM in Brasilien: Der Frust der jungen Menschen
Junge Leute in den Favelas Brasiliens leben in diesen Tagen der WM in einer Situation der Abtrennung, „fast wie Apartheid“. Das berichtet Robert Vignola, Mitarbeiter des „Hauses des Lächelns“, aus der Favela Manguinhos in Rio. Die italienische NGO Cesvi unterhält dieses Haus, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, Englisch oder Informatik zu lernen und andere Formen der Unterstützung zu bekommen. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

____________________________________

WEITERE THEMEN DES TAGES:

Papstpredigt: Drei Kriterien für den Frieden
Ein gesunder Realismus, echte Konsequenz und Kind-Sein: Drei Kriterien, die helfen, Konflikte unter den Menschen zu überwinden. Diese drei Kriterien habe Jesus seine Jünger gelehrt, sagte Papst Franziskus bei seiner Morgenmesse an diesem Donnerstag. Wir sollten den Nächsten lieben, so der Papst, aber nicht so wie die Pharisäer des Evangeliums, sie seien Ideologen gewesen und ihr Verhalten war eher das der Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten. Jesus dagegen wollte ein anderes Verhalten. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Irak: Die Christen verlieren das Vertrauen in ihr Land
Die Bedrohung durch Islamisten im Irak wächst: Nach der Einnahme von Mossul, der zweitgrößten Stadt des Landes, berichten internationale Medien nun von der Bedrohung auch der Hauptstadt Bagdad. Die Kirche setzt auf die Einheit des Irak, der chaldäische Patriarch Louis Raphaël I. Sako veröffentlichte an diesem Donnerstag einen entsprechenden Aufruf. Er fordert die Bürger des Landes auf, sich von den sektiererischen Unruhen, die das Land erschüttern, nicht verängstigen zu lassen. (rv/fides)
Hier mehr in Text und Ton

Irak: Einschätzungen eines Strategen
Die Dschihadisten im Irak gewinnen an Terrain – und das ist die Folge verfehlter irakischer Politik der vergangenen zehn Jahre. So lautet die Einschätzung des französischen Fachmanns für bewaffnete Konflikte und strategische Beziehungen, Gerard Chaliand. Der schiitisch geprägten Regierung werde jetzt die Rechnung für zehn Jahre Gängelung der Sunniten präsentiert, erklärte Chaliand im Gespräch mit Radio Vatikan. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

____________________________________

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Während eines ordentlichen öffentlichen Konsistoriums an diesem Donnerstag hat Papst Franziskus sechs Dekrete über Heiligsprechungen unterzeichnet. Es handelt sich um einen Bischof, vier Ordensleute und ein Mitglied eines Dritten Ordens. Die Feier der Heiligsprechungen wird am 23. November diesen Jahres stattfinden, am Hochfest Christkönig. Die künftigen Heiligen sind: Giovanni Antonio Farina, Bischof von Vicenza (gest. 1888), Kuriakose Elias Chavara von der Heiligen Familie CMI, lange Jahre Generalvikar der Syro-Malabarischen Kirche Indiens (gest. 1871), Ludovico da Casoria OFM (gest. 1885), Nicola da Longobardi, Oblate des Paulanerordens (Ordo Minimorum) (gest. 1709), Eufrasia Eluvathingal vom Heiligste Herzen Jesu CMC, Mystikerin (gest. 1952) und Amato Ronconi, Franziskanerterziar (gest. um das Jahr 1300) (rv)
Der Papst hat sechs Kardinäle an diesem Donnerstag vom Stand des Kardinaldiakons in den Stand des Kardinalpriesters erhoben. Zu den sechs gehört der Schweizer Kardinal Georges Cottier. Ebenfalls erhoben wurde der Präsident des Rates für Interreligiösen Dialog, Kardinal Jean Louis Tauran. Damit verliert Tauran aber auch die Aufgabe des Kardinalprotodiakons, also des dienstältesten Kardinaldiakons. Zu dessen Aufgaben gehört zum Beispiel das Verkünden des gewählten neuen Papstes nach einem Konklave. Neuer Kardinalprotodiakon wird damit Renato Raffaele Martino. Da er aber bereits 81 Jahre alt ist und damit nicht mehr das Wahlrecht besitzt, fällt die Aufgabe für den Fall eines Konklaves dem nächsten in der Liste zu, es ist der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, US-Kardinal William Joseph Levada. Die weiteren Kardinäle sind: Julian Herranz, Javier Lozano Barragan, Attilio Nicora und Francesco Marchisano. (rv)
In der Sixtinischen Kapelle haben Umbauarbeiten für eine neue Klimaanlage und neue Beleuchtung begonnen. Die Arbeiten wurden am Mittwoch vom Präsidenten des Governatorats der Vatikanstadt eröffnet. Kardinal Giuseppe Bertello segnete das Personal und die Baustelle in einer kurzen Zeremonie. Die Arbeiten sollen bis Anfang Oktober abgeschlossen sein. Ende des Monats gibt es ein internationales Symposium zur „neuen“ Sixtina. Das Governatorat hatte die Arbeiten in Auftrag gegeben, um einen steten Besucherfluss in der Kapelle gewähren zu können, ohne dass die kostbaren Fresken darunter leiden. Durch die Besucher wird eine Mischung aus Staub, Feuchtigkeit und Kohlendioxid in den Raum getragen, die den Wandmalereien schadet. Dafür war ein neues Belüftungssystem notwendig geworden. (rv)

Europa

Deutschland
Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, ermutigt zu einem Weiterbau des „europäischen Hauses“. Dies sei angesichts der „Gefahren des Sich-Verschließens in Partikularismen, Isolation und Nationalismen“ dringlich. Eterovic äußerte sich am Mittwochabend beim Jahresempfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel für das Diplomatische Corps in Berlin. Der Nuntius ist Doyen des Diplomatischen Corps, was der Funktion eines Sprechers ehrenhalber entspricht. Eterović, der aus Kroatien stammt, äußerte die Hoffnung, dass dieses europäische Projekt über die EU hinaus alle europäischen Länder einschließe, „damit der Kontinent immer mehr ein Ort der Freiheit und Friedens ein Ort der Demokratie, der Wohlfahrt und des Respekts der Menschenrechte werde“. (kna)
Weitere 10.000 syrische Flüchtlinge soll Deutschland nach Einschätzung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann aufnehmen. Er rechne damit, dass sich die Bundesländer auf der Innenminister-Konferenz in Bonn entsprechend verständigen könnten, sagte Herrmann am Donnerstag dem Bayerischen Rundfunk. „Die Lage in Syrien ist einfach katastrophal. Die Zustände in den Flüchtlingslagern rund um Syrien sind extrem schwierig.“ Bisher hat Deutschland 10.000 Menschen aus dem Bürgerkriegsland offiziell aufgenommen. (kna)

Polen
Die Bischöfe laden an diesem Freitag zu einem Bußgottesdienstes, um bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester um Entschuldigung zu bitten. An der von Bischof Piotr Libera geleiteten Messe in der Krakauer Herz-Jesu-Kirche wollen nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur „KAI“ auch der neue Primas des Landes, Erzbischof Wojciech Polak, und der Apostolische Nuntius in Polen, Erzbischof Celestino Migliore, teilnehmen. Zu dem ersten derartigen Gottesdienst in Polen sollen laut unbestätigten Medienberichten auch Missbrauchsopfer eingeladen werden. (kna)

Ozeanien

Australien
Der britische Traditionalistenbischof und Holocaustleugner Richard Williamson darf nicht zu einer Vortragsreise nach Australien einreisen. Die Regierung in Canberra entzog dem 74-Jährigen die Einreiseerlaubnis, wie die Online-Zeitung „Australian Jewish News“ an diesem Donnerstag unter Berufung auf einen Sprecher des zuständigen Ministeriums meldete. Die Behörde war vergangene Woche von der Zeitung über umstrittene Aussagen Williamsons unterrichtet worden. Ein Sprecher des Erzbistums Canberra erklärte laut Zeitung, die katholische Kirchenleitung habe keine Kenntnis von der Besuchsabsicht Williamsons gehabt. (kna/rv)

Vereinte Nationen

UNO
Menschenrechtsverletzungen in internationalen Wirtschaftsabläufen sind allzu oft Folgen von zu wenig Kontrolle und Transparenz. Das sagte der Vatikanbeobachter bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, bei der 26. Tagung des Menschenrechtsrates der UNO. Tomasi kommentierte einen Bericht der Arbeitsgruppe zu Wirtschaft und Menschenrechten. Die angesprochenen Unterlassungen von Kontrolle und Transparenz seien systemisch, so Tomasi, sie seien das Ergebnis des Ausschließens der Schwächsten aus der Logik des Wirtschaftens. International arbeitende Korporationen hätten die Möglichkeit, staatliche Gesetze durch eine Art Zwischenstellung zu umgehen, so Tomasi weiter. Dies sei zu Recht eine Sorge der internationalen Gemeinschaft. (rv)

____________________________________

Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

__________________________________________

Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom VortagRadio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hörenWeitere Informationen hierUnseren aktuellen Programmflyer können Sie anfordern bei:
Ulrich Knop, Im Hafer 2, D-71636 Ludwigsburg, Tel./Fax: 0049 (0) 7141 - 43212, Email: programm@radiovatikan.de
oder hier zum downloaden

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039 - 06 - 6988 3844
e-Mail: deutsch@vatiradio.va