RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 13.6.2014

Tagesmeldungen vom 13.6.2014

- Papst „Ich habe kein Projekt unterm Arm“ -
- Internationale Sorge um die Menschen im Irak -
- Umwelt-Enzyklika des Papstes vor dem Abschluss -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst-Interview: „Ich habe kein persönliches Projekt unterm Arm“
„Das war ein guter Kerl; der tat, was er konnte, so schlecht war der nicht.“ So ähnlich sollten die Menschen sich später einmal seiner erinnern, hofft Papst Franziskus. Die Zeitung „La Vanguardia“ aus dem spanischen Katalonien veröffentlichte jetzt ein langes Interview mit dem Papst, das sie am Montag in Rom mit ihm geführt hatte – einen Tag nach den Friedensgebeten für den Nahen Osten in den Vatikanischen Gärten. Er spricht über Reform und die Wurzel der Reform, über Fundamentalismus, über Pius XII. und über Papstrücktritte. „Ich bin kein Erleuchteter,“ so der Papst. „Ich habe kein persönliches Projekt unterm Arm, sondern ich führe aus, was wir Kardinäle vor dem Konklave auf den Generalkongregationen überlegt haben, als wir jeden Tag über die Probleme der Kirche diskutierten.“ (rv)
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Papstmesse: Unterscheiden, wo Gott ist
Wenn der Herr uns eine Aufgabe anvertraut, dann bereitet er uns auch darauf vor, sie so gut wie möglich zu leisten. Das sagte Papst Franziskus an diesem Freitag bei seiner Frühmesse im Vatikan. Franziskus legte einen Text aus dem Ersten Buch der Könige aus, der von einer Gotteserfahrung des Propheten Elija am Gottesberg Horeb berichtet: Danach offenbarte sich Gott dem Elija nicht in Naturzeichen der Überwältigung, sondern in einem „sanften, leisen Säuseln“. Wenn der Herr eine Aufgabe gebe, dann trete er immer in einen Prozess ein, so der Papst weiter. (rv)
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Kongo: Massenvergewaltigungen dauern immer noch an
Vergewaltigung als Kriegswaffe – darüber sprechen derzeit in London Fachleute bei einem hochrangig besetzten Gipfel. Großbritanniens Außenminister William Hague hat dazu eingeladen, Papst Franziskus hat eine Botschaft geschickt, und über tausend Vertreter aus 117 Ländern nehmen daran teil. Hunderttausende Frauen von Bosnien über Darfur, Ruanda, Sierra Leone und Kongo haben durch gezielte Massenvergewaltigungen unaussprechliches Leid und Stigmatisierung erlitten, während die Täter meist straffrei bleiben. Im Kongo werden stündlich immer noch 48 Frauen vergewaltigt. Die Kirche kämpft seit dem Aufkommen dieser neuartigen Kriegswaffe an der Seite der Opfer - auch der potentiellen Opfer. Wir haben mit Schwester Victoria Chiharhula gesprochen, einer Missionarin Unserer Lieben Frau von Afrika aus der Demokratischen Republik Kongo. Sie setzt sich im Ost-Kongo seit 15 Jahren für mehrfach vergewaltigte Frauen ein. (rv)
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BLICKPUNKT IRAK:

Heiliger Stuhl in großer Sorge um die Menschen im Irak
Der Heilige Stuhl ist in großer Sorge um die Menschen im Irak. Im Zweistromland seien zum wiederholten Mal „Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder“ auf der Flucht,  weil „das Versprechen von Stabilität und Leben mit einem Schlag zunichte sei“, heißt es in einer Mitteilung der vatikanischen Ostkirchen-Kongregation von diesem Freitag. Man verfolge die weitere „Verschlimmerung der bereits heiklen Lage“ im Irak „mit großer Beunruhigung“. Präfekt Kardinal Leonardo Sandri habe am Morgen in einem Telefonat dem chaldäischen Erzbischof von Mossul, Amel Shamon Nona, seine Nähe und Verfügbarkeit versichert. Mossul wurde vor ein paar Tagen von den Kämpfern der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis) eingenommen. (rv/fides)
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Die Caritas Irak hat im Norden des Landes mit der Versorgung der aus Mossul geflohenen Familien begonnen. Das teilte das katholische Hilfswerk mit. In sechs Sozial- und Gesundheitszentren der Caritas in Barthila, Alquosh und Qaraquosh finden die Flüchtlinge Schutz und Aufnahme. 60 Caritas-Mitarbeiter und Freiwillige sind permanent im Einsatz. Aus Lagerbeständen werden die Menschen derzeit mit dem Lebensnotwendigsten versorgt. Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, stellt 100.000 Euro für die eingeleitete Nothilfe bereit. Offizielle Schätzungen gehen davon aus, dass sich bereits vor der Gewalteskalation in Mossul mehr als vier Millionen Iraker auf der Flucht befanden. (pm)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Grünes Licht für acht neue Selige: Papst Franziskus hat an diesem Freitag ihre jeweiligen Verfahren in die Schlussphase gebracht. Unter den acht Kandidaten ist auch ein katholischer Unternehmer und Familienvater, der 1989 verstorbene Uberto Mori. Er hatte bei Modena in Norditalien über den von ihm selbst gegründeten Radiosender „Antenna 1“ intensive Verkündigungs- und Missionsarbeit geleistet. Für die Seligsprechung ist damit nur noch der Nachweis eines Wunders nötig. Bei den übrigen sieben Kandidaten zur Seligsprechung, deren Causae Franziskus voranbrachte, handelt es sich um je einen aus England und Frankreich sowie fünf aus Italien. (rv)
Der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden veranstaltet zu Beginn nächster Woche einen internationalen Kongress „Ivestieren für die Armen“. Fachleute aus aller Welt stellen dabei grundlegende Konzepte des „Impact investing“ vor und versuchen herauszufinden, wie die Kirche diese Form der Investition nutzen oder fördern könnte, um den Armen zu dienen. Rund 30 Impulse sind vorgesehen. Unter den Sprechern sind die Sozialethikerin Schwester Helen Alford, die Dekanin der Fakultät für Sozialwissenschaften der Päpstlichen Universität der Dominikaner, und Ernst von Freyberg, Präsident des vatikanischen Geldinstitutes IOR. (rv)

Vatikan/Portugal
Papst Franziskus ist dabei, den Text seiner Umwelt-Enzyklika abzuschließen. Das berichtete Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Donnerstagabend in Lissabon. Lombardi äußerte sich bei der Jahrestagung der Medienverantwortlichen der Bischofskonferenzen Europas; die Tagung wird vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen Europas (CCEE) veranstaltet. Lombardi erinnerte an die wachsende Bedrohung des Globus durch den Klimawandel und an damit verbundene Orkankatastrophen. Der Papst wolle deshalb im Zug seiner zweiten Asienreise im kommenden Januar die 2013 vom Taifun Haiyan zerstörte philippinische Region Leyte besuchen. Der Vatikansprecher sage, 2015 könnten möglicherweise auch weitere Überseereisen des Papstes stattfinden, insbesondere in die USA und nach Mexiko. (kap)

Vatikan/Schweiz
In der Einheit der Kirche „nicht weiter gehen“ zu wollen, ist „eine Häresie“. Das sagte der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Ökumene-Rates, bei einer Tagung des Instituts für Ökumenische Studien in Freiburg über den Apostel Paulus. Beim Rundtischgespräch der „Studientage zur theologischen und gesellschaftlichen Erneuerung" kritisierte Kardinal Koch das Ökumene-Verständnis all jener, die es vorziehen, an Ort und Stelle zu verharren und sich mit einem guten Einvernehmen zu begnügen. Laut Zweitem Vatikanischem Konzil (1962-1965) besteht Ökumene aus dem Austausch der Gaben. Es gehe also darum, sich gegenseitig darin zu unterstützen, die Charismen jeder Gemeinschaft hervorzuholen, gleichzeitig aber auch deren Auswüchse anzuprangern. (kipa)

Europa

Deutschland/Irak
Der katholische Weltkirche-Bischof Ludwig Schick hat die Staatengemeinschaft dazu aufgerufen, dem „mörderischen Treiben“ der sunnitischen Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ (ISIS) entgegenzutreten. „Sie wollen einen Gottesstaat nach ihrer Facon im ganzen Nahen Osten, derzeit vor allem in Syrien und im Irak, und dann weltweit errichten“, sagte der Bamberger Erzbischof am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur. ISIS kämpfe einen politischen, keinen religiösen Kampf. Sehr besorgt zeigte sich Schick über die Situation der Christen im Irak, speziell in Mossul. Der gegenwärtige „Eroberungskrieg“ der Terrorgruppe treffe aber auch Muslime, die keine Sunniten seien. (kna)

Österreich
Mit einer Festmesse und einem Festakt am Donnerstagabend hat das Stift Klosterneuburg seinen 900. Geburtstag gefeiert. Dem Gottesdienst in der Stiftskirche stand Abtprimas Bernhard Backovsky vor. Mit ihm zelebrierten unter anderem Bischof Klaus Küng und der Apostolische Nuntius in Wien, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen. Das Stift sei in erster Linie kein Haus für die Chorherren, sondern für die vielen Gäste aus dem In- und Ausland, betonte Abtprimas Backovsky in seiner Predigt. Das Stift müsse auch in Zukunft ein lebendiges Haus bleiben. Genau vor 900 Jahren, am 12. Juni 1114, legte der Babenberger Markgraf Leopold III. den Grundstein zur Klosterneuburger Stiftskirche gelegt. (kap)

Spanien
Ein früherer katholischer Priester mit erklärt kirchenkritischen Ansichten hat keinen Anspruch auf eine Beschäftigung als Religionslehrer. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg wies am Donnerstag die Klage eines Spaniers zurück, der gegen die Nichtverlängerung seines Lehrervertrags an einer staatlichen Schule protestiert hatte. Die Richter urteilten, die Kirche könne von Religionspädagogen eine Übereinstimmung mit dem kirchlichen Lehramt erwarten. Der Entzug der Lehrerlaubnis sei durch die Autonomie der Kirche unter der Europäischen Menschenrechtskonvention gedeckt. Der 1937 geborene Kläger Jose Antonio Fernandez Martinez hatte 1984 beim Vatikan die Befreiung von seinem Gelübde der Ehelosigkeit beantragt und 1985 zivil geheiratet. (kna)

Afrika

Zentralafrika
Der Erzbischof von Bangui, Dieudonné Nzapalainga, fordert die Christen im Land zu aktiver Hilfe für vertriebene Muslime auf. „Die Flucht zahlreicher Muslime aus der Zentralafrikanischen Republik ist ein großes Problem“, sagte er im Interview mit einer französischen Zeitung. „Wenn wir nicht wollen, dass sie die Christen als diejenigen betrachten, die ihnen Böses zufügen, müssen sie von Christen Hilfe erhalten. Und wir müssen schnell handeln, wenn wir nicht wollen, dass das friedliche Zusammenleben nur ein frommer Wunsch bleibt.“ Der Bischof überbrachte 600 muslimischen Vertriebenen in der Ortschaft Yalokè humanitäre Hilfen der katholischen Kirche. (fides)

Demokratische Republik Kongo
In Südkivu ist es nach Angaben der vatikanischen Missionskongregation zu einem Massaker gekommen. Dabei sollen 31 Menschen getötet und 29 verletzt worden sein. Auslöser war den Angaben zufolge ein Streit unter Politikern. Missionare sprechen  auch von einem Angriff auf einen christlichen Gebetsraum und ein christliches Krankenhaus. Die Lage im Südkivu ist chronisch instabil, kongolesische Sicherheitskräfte zeigen kaum Präsenz. (fides)

Naher Osten

Libanon
Der maronitische Patriarch, Kardinal Bechara Boutros Raï, ruft seine Gemeinschaft - die größte christliche Gemeinschaft im Libanon - zum Gebet um die baldige Wahl eines neuen Präsidenten auf. Dass die Wahl schon seit Wochen nicht zustande kommt und sich stattdessen wieder einmal ein Tauziehen der zersplitterten politischen Kräfte des Libanon abspielt, nennt Raï einen unzulässigen „Verstoß gegen die Verfassung und den Nationalen Pakt.“ Dieser Nationale Pakt regelt seit dem Ende des libanesischen Bürgerkrieges den Ämterproporz im Land. Die politischen Blöcke haben sich über mögliche Kandidaten für das höchste Amt im Staat bisher noch nicht einigen können. Die Amtszeit des bisherigen Präsidenten Michel Sleiman ist bereits am 25. Mai 2014 zu Ende gegangen. (fides)

Amerika

Vereinigte Staaten
Ein junger katholischer Priester der Petrusbruderschaft ist in Phoenix bei einem Raubüberfall erschossen worden. Ein weiterer wurde schwer verletzt. Wer die Tat begangen hat, ist vorerst unklar; die Polizei sei noch mit den Untersuchungen zu diesem „sinnlosen Gewaltakt“ beschäftigt, heißt es aus der Diözese Phoenix, die zum Gebet für die beiden Priester, ihre Gemeinschaft, ihre Familien und die Pfarrei  aufruft. Die Petrusbruderschaft gehört als Abspaltung der Piusbruderschaft zu den traditionsverbundenen Gemeinschaften innerhalb der katholischen Kirche. Der Angriff fand am Mittwochabend (Ortszeit) im Seelsorgehaus Mater Misericordiae der Ordensgemeinschaft in Phoenix / Arizona statt. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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