RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 14.6.2014

Tagesmeldungen vom 14.6.2014

- Papst: „Den Notleidenden nicht nur mit Worten helfen“  -
- Sommerpause: Im Juli keine Generalaudienzen -
- Oberrabbiner hofft auf weitere Friedensgebete -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst: „Den Notleidenden nicht nur mit Worten helfen!“
Die Not der Menschen zu kennen und Informationen über das Leid zu haben ist das eine; sich davon betreffen lassen und sein Leben dadurch verändern lassen ist das Andere. Mit diesen Worten begrüßte Papst Franziskus am Samstag auf dem Petersplatz mehrere zehntausend ehrenamtliche Mitarbeiter der Organisation Misericordie, die in etwa dem Malteser Hilfsdienst entspricht. „Wir haben viele Informationen und Statistiken über die Nöte der Menschen. Es besteht die Gefahr, ein bestens informierter Zuschauer dieser Wirklichkeit zu sein oder Gutes nur in Reden zu tun“, so der Papst wörtlich. „Zu viele Worte, zu viele Worte, zu viele Worte, aber man tut nichts! Das ist ein Risiko.“ (rv)
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Bischofssynode in Rom: Die Logik des Zuhörens
Es ist ein Paradigmenwechsel in der Methodik: So charakterisiert der Sekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, die Vorbereitungen für die Debatten zu Ehe und Familie im Vatikan. Im Oktober dieses Jahres und dann wieder im Oktober des kommenden Jahres werden Versammlungen der Bischofssynode zu diesen Themen tagen. Papst Franziskus wolle von der Kirche, dass sie zuerst auf das Wort Gottes, dann aber auch auf die Sorgen und Probleme der Menschen höre, so Baldisseri. Die dadurch entstehende Logik sei eine Logik des Dienstes, nicht der Macht. Man könne nicht die Augen davor verschliessen, dass diese Methodik einen Paradigmenwechsel darstelle. (or/rv)
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Papstbotschaft zu Misson: Damit das Entstehen einer neuen Welt möglich wird
Alle Mitglieder der Kirche sind berufen, zur Verkündigung Christi beizutragen, da die Kirche ihrem Wesen nach missionarisch ist: Die Kirche ist „im Aufbruch“ geboren. Das betont der Papst in einer Missions-Botschaft, die an diesem Samstag veröffentlicht wurde. Er kritisiert mangelnden apostolischen Eifer in Gemeinden und fehlende Begeisterung. „Die Freude des Evangeliums rührt aus der Begegnung mit Christus her und aus dem Teilen mit den Armen.“ Festhalten an Jesus bringe Freude und mache „das Entstehen einer neuen Welt möglich“. (rv)
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Nigeria: Nicht jeder ist ein Terrorist
Seit etwa fünf Jahren versetzt die Terrorgruppe Boko Haram Afrikas bevölkerungsreichstes Land in Angst und Schrecken. Der deutsche Journalist Peter Kullmann ist letztes Jahr bei Dreharbeiten der Terror-Sekte so nahe gekommen wie kaum jemand. „Man darf davon ausgehen, dass die Menschenrechtsverletzungen von Teilen der Sicherheitskräfte und der Behörden fast genauso groß und fast genauso schlimm sind wie der Terror“ der Boko Haram, sagt er im Gespräch mit Radio Vatikan. „Nur: Von den Folterungen und willkürlichen Verhaftungen und Hinrichtungen hören wir hier im Westen sehr wenig.“ Man müsse, findet er, „trennen zwischen dem harten Kern der Boko Haram und der weitaus größeren Gruppen der Mitläufer und Sympathisanten.“ Nicht jeder, der mit Boko Haram sympathisiere, sei auch automatisch ein Terrorist oder ein Mörder. (rv)
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Deutschland: Mit holzschnittartigen Antworten kommen wir nicht weiter
„Es ist schwierig, richtige Abwägungen zu finden zwischen dem klaren Bekenntnis zur Unauflöslichkeit der Ehe und der Vielfalt der verschiedenen Lebenssituationen, unter Berücksichtigung der theologischen, pastoralen und rechtlichen Fragen. Mit holzschnittartigen Antworten schematischer Art kommen wir nicht gut weiter.” Das sagt der Bischof von Trier, Stephan Ackermann, zur strittigen Frage der Sakramentenzulassung von wiederverheirateten Geschiedenen. Auf der Bistumssynode in Trier wurde bis zu diesem Samstag über diese Frage diskutiert. „Je intensiver ich mich mit der Frage beschäftige, umso mehr entdecke ich, wie komplex und dornig das Problem wirklich ist,“ so Ackermann zum Kölner Domradio. Er glaube, „dass wir nicht die Situation einfach so belassen können. Sonst gibt für die betroffenen Menschen keine Möglichkeit für Versöhnung und Neuanfang, wenn sie nicht in neue schuldhafte Verstrickungen hineinkommen wollen.” (domradio)
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UNSER BUCHTIPP:

Zwei Bücher von Pater Bergoglio: „Den Menschen zur Aufrichtigkeit führen“
Ein Mann, der in der Gegenwart lebt, diese aber mit Hilfe der geistlichen Tradition aufschlüsselt: So kann man Papst Franziskus in den Schriften des Paters Jorge Mario Bergoglio erkennen. Der Herder Verlag hat zwei der früheren Schriften des heutigen Papstes herausgegeben, eine zur Selbstbetrachtung und eine über die Sünde. Pater Michael Sievernich, ein deutscher Jesuit, der Bergoglio seit Jahrzehnten kennt, hat dazu die Einleitungen geschrieben: Bergoglios große Leistung in diesen Schriften sei es, „den Menschen zur Aufrichtigkeit zu führen, den Menschen zu einer Gewissenhaftigkeit zu führen“, so Sievernich im Gespräch mit Radio Vatikan. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Während des gesamten Monats Juli wird es weder die Morgenmessen des Papstes in der Vatikankapelle Santa Marta geben noch Generalaudienzen auf dem Petersplatz. Das gab der Vatikan an diesem Samstag bekannt. Im August wird der Papst die Generalaudienzen wieder aufnehmen, die Ausnahme bildet der 13. August, wenn der Papst sich bereits auf dem Weg nach Südkorea befindet. Die Morgenmessen wird der Papst im September wieder aufnehmen. Das Angelusgebet dagegen wird weiterhin jeden Sonntag von Papst Franziskus auf dem Petersplatz gebetet werden. (rv)
Der Oberrabbiner von Florenz, Joseph Levi, hofft darauf, dass die Friedensgebete im Vatikan vom letzten Sonntag „Früchte tragen“. In einem Interview, das am Samstag von der Vatikanzeitung Osservatore Romano abgedruckt wurde, sagt Levi: „Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert gewesen, gleich einen Termin für das nächste Treffen festzusetzen. Wenn ich Peres oder Abbas wäre, dann hätte ich den Papst gleich zu einem neuen Treffen eingeladen, nicht im Vatikan, sondern in Jerusalem, Betlehem oder Hebron“. Man müsse doch „dem, was da begonnen wurde, Substanz und Kontinuität geben“. Levi hat, ebenso wie die Präsidenten Israels und Palästinas, an den Friedens-Anrufungen in den Vatikanischen Gärten teilgenommen. Ihm erschienen sie, wie er in dem Gespräch zugibt, „etwas steif und zugeknöpft“, das habe sicher auch am „hohen Niveau dieses Treffens“ gelegen. (or)
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Europa

Deutschland
Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki
hat zu weiterem Engagement für die Flüchtlinge in der Hauptstadt aufgerufen. „Die Lage in der Gerhard-Hauptmann-Schule ist brisant, sie droht zu eskalieren, manche Flüchtlinge fühlen sich auch in anderen Unterkünften wie ‚abgestellt'“, sagte der Berliner Erzbischof am Samstag im RBB-Hörfunk. Der Kardinal betonte, es sei schon viel für die Flüchtlinge erreicht worden. Das dürfe nicht gefährdet werden. „Maßstab unseres Handelns müssen die Schwächsten sein“, so Woelki. Die nicht mehr genutzte Gerhard-Hauptmann-Schule wurde im Dezember 2012 von Flüchtlingen besetzt. Immer wieder kommt es dort zu Konflikten. In den Medien wird von zunehmend unhaltbaren Zuständen berichtet. Anfang Mai war dort ein Marokkaner ums Leben gekommen. (kna/diverse)

Italien
Der Dalai Lama hat sich in einem italienischen Presseinterview bewundernd über die drei letzten Päpste geäußert. Papst Franziskus verbinde seine Lehre mit Transparenz und halte die Menschen zu Ehrenhaftigkeit und Konsequenz an, Benedikt XVI. habe die Verbindung von Glaube und Vernunft unterstrichen, und Johannes Paul II. habe durch die Treffen in Assisi die „religiöse Harmonie“ gefördert. Besonders habe ihn beeindruckt, wie der jetzige Papst „jenen deutschen Bischof abgesetzt hat, der im Reichtum lebte“, sagte der tibetische Religionsführer mit Blick auf den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das „große Verdienst“ von Benedikt XVI. sei es gewesen, wie er die Verbindung von Glaube und Vernunft herausgestrichen habe, so der Dalai Lama, der sich in den letzten Tagen in Italien aufhielt. Glaube ohne Vernunft sei nicht stabil. Wissenschaft basiere auf Vernunft, Religion und Glauben. (kna)

Tschechien
Heftige Kritik an den Verzögerungen bei der Herausgabe kirchlichen Eigentums äussert der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, Kardinal Dominik Duka. Vor knapp sechs Monaten hatte die Regierung dazu aufgefordert, den Kirchen und Religionsgemeinschaften ihr historisches Eigentum zu restituieren. Die Behörden seien in der Mehrzahl der Fälle aber „kaum imstande, die gesetzlich vorgesehene Frist für den Abschluss der erforderlichen Restitutionen einzuhalten", stellte der Prager Erzbischof fest. Medien hatten zuvor den großen Umfang des Eigentums sowie die Entlassung zu vieler Beamter als Grund dafür ausgemacht. Dies sei jedoch „nur ein Teil der Wahrheit", so Duka. Aus „politischen Gründen" habe sich um die Restitutionen „mittlerweile eine Hysterie etabliert, die an eine Überschreitung des Gesetzesparagrafen über die Verbreitung von Hass gegen eine Bevölkerungsgruppe grenzt". In einer derartigen „Atmosphäre der Angst" sei den Beamten eine objektive Beurteilung freilich schwer möglich, weshalb sie letztere in einer Reihe von Fällen lieber den Gerichten überlassen, statt „selber Verantwortung zu übernehmen". (kap)

Afrika

Südsudan
Mehr als 50.000 Kinder drohen im Südsudan an Hunger oder Krankheiten zu sterben. Darauf weist die UNO an diesem Samstag hin. Sechs Monate der internen Kämpfe in einem der ärmsten Länder der Welt hätten viele Menschen daran gehindert, sich um die Ernte oder ihr Vieh zu kümmern, darum bestehe jetzt das erhöhte Risiko einer Hungersnot. Fast vier Millionen Menschen bräuchten dringend Hilfe, so ein UNO-Verantwortlicher für humanitäre Hilfen im Südsudan. Präsident Salva Kiir und sein früherer Vizepräsident, jetzt Rebellenführer, Riek Machar haben sich vor ein paar Tagen unter internationalem Druck auf die Bildung einer Übergangsregierung geeinigt. Viele Beobachter von außen zweifeln allerdings am guten Willen der beiden Politiker; schon zwei Waffenstillstandsabkommen, die sie unterzeichneten, haben nur wenige Stunden gehalten. (afp)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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