RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 16.6.2014

Tagesmeldungen vom 16.6.2014

- „Die Armen bezahlen die Korruption der Reichen“ -
- Franziskus: „Solidarität ist ein christliches Wort“ -
- Vatikan fordert mehr Hilfe für allein flüchtende Kinder -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst bei Sant´Egidio: „Solidarität ist ein christliches Wort“
Papst Franziskus hat am Sonntagabend der im Caritas- und Sozialbereich engagierten katholischen Gemeinschaft Sant´Egidio einen Besuch abgestattet. In der römischen Basilika Santa Maria in Trastevere nahm er an einem Wortgottesdienst teil, den die Gemeinschaft zusammen mit von ihr betreuten Armen, Obdachlosen, Flüchtlingen, Behinderten sowie Roma und Sinti gestaltete. Er wolle heute einmal über Europa sprechen, sagte der Papst, und fuhr fort: Europa ist müde geworden.“ Der Wandel in der Gesellschaft müsse bei den Armen und Alten beginnen. Franziskus bezeichnete sie mit Bezug auf das Wort Jesu als einen von den Bauleuten verworfenen „Eckstein“. (rv)
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Papstpredigt: Die Armen bezahlen die Korruption der Reichen
Die Korruption der Mächtigen wird von den Armen bezahlt. Der einzige Weg, die Sünde der Korruption zu besiegen, ist der Dienst am Nächsten, der das Herz reinigt. Das sagte Papst Franziskus bei seiner Morgenmesse an diesem Montag. Es sei eine alte und sehr traurige Geschichte, die Bestechlichkeit. „Korrupte Politiker, Wirtschaftsleute und Kirchenleute“ seien „überall.“ (rv)
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Papst würdigt „Impact Investing“: „Richtig Geld anlegen lernen“

Papst Franziskus empfängt Erzbischof Welby: Unsere Trennung ist ein Skandal
Weggefährten in der Nachfolge des Herrn: So bezeichnete Papst Franziskus an diesem Montag sich selbst und seinen Gast, den Ehrenprimas der anglikanischen Kirche und Erzbischof von Canterbury, Justin Welby. Er würdigte jüngst unternommene gemeinsame Anstrengungen zur Bekämpfung von Menschenhandel, ein Thema, das dem Papst wie dem Anglikanerprimas ein großes Anliegen ist. Gemeinsam arbeite man im Weinberg des Herrn, sei man Pilger zu seinem Reich. (rv)
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Syrien: Angst davor, vergessen zu werden
Terror in Mossul, Entführungen im palästinensischen Hebron - und schon gerät Syrien wieder aus dem Blickfeld. Jedenfalls befürchten das einige - allen voran natürlich die, die weiterhin in Syrien leben und mit den täglichen Schwierigkeiten dort konfrontiert sind. Im Gespräch mit unseren italienischen Kollegen erläutert eine Trappistin, wie wichtig die Unterstützung der Menschen aus anderen Ländern ist. Gewisse Situationen können chronisch werden und damit gewissermaßen in die Selbstverständlichkeit abgleiten, so die Nonne. (rv)
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Elfenbeinküste: Gerechtigkeit oder Siegerjustiz?
Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag eröffnet ein Verfahren gegen den ehemaligen Präsidenten von Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo. Er wird sich wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten müssen. Die Nachricht lässt das Land geteilt zurück, berichtet gegenüber Radio Vatikan Flavio Zanetti, Pfarrer in Morofé. Einige glaubten, dass jetzt endlich der Gerechtigkeit Genüge getan werde; andere wiederum hielten das für Siegerjustiz, so Zanetti. Die Trennungen verliefen aber nicht dort, wo sie von außen oft vermutet würden, etwa zwischen den Religionen im Land. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/UNO
Der Vatikan fordert mehr Hilfe für die wachsende Zahl von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Dieses Phänomen stelle ein „humanitärer Notfall" dar und erfordere unverzügliches Handeln, sagte der vatikanische Vertreter bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, vor dem derzeit tagenden Uno-Menschenrechtsrat laut dem am Montag, 16. Juni, veröffentlichten Redemanuskript. Der Erzbischof verwies darauf, dass allein an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze in diesem Jahr mit 70.000 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gerechnet werde. In Europa hätten 2011 insgesamt 12.225 alleinreisende Kinder und Jugendliche einen Asylantrag gestellt. Eine Inhaftierung der betreffenden Kinder und Jugendlichen dürfe keine Lösung sein. Zudem müssten rechtliche Möglichkeiten geschaffen werden, um getrennte Familien wieder zusammenzuführen. (kipa)

Europa

Deutschland
Der katholische Weltkirche-Bischof Ludwig Schick warnt davor, die fortschreitende Wüstenbildung nur als fernes Problem in Afrika, Asien und Lateinamerika zu sehen. In den Dürregebieten der Welt würden immer mehr Menschen zu Umweltflüchtlingen, und das bekomme auch Europa zu spüren, sagte der Bamberger Erzbischof am Montag in Bamberg. Schick bezog sich auf den am Dienstag begangenen ‚Welttag der Desertifikationsbekämpfung’. Über 250 Millionen Menschen seien direkt betroffen, der Lebensunterhalt von mehr als einer Milliarde Menschen in über hundert Ländern sei in Gefahr. Die Verbraucher seien zu einem verantwortungsvollen Konsumverhalten aufgerufen, etwa durch den Kauf fair gehandelter oder einheimischer Produkte. (kna)

Portugal
Die Authentizität des Papstes, seine Nähe zu den Menschen und sein „Erzählstil“ machen den Kommunikator Franziskus aus, nicht eine „Medienstrategie“. Zu diesem Schluss kamen die Pressesprecher und Medienbeauftragten der Bischofskonferenzen bei ihrem jährlichen Treffen. Etwa 50 von ihnen hatten sich in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon versammelt. Sie entwickelten unter anderem eine Kommunikationsstrategie für die bevorstehende Familiensynode. Es gelte klarzustellen, dass die Antworten am Ende des Synodenprozesses die gesamte Welt und nicht nur den alten Kontinent betreffen werden. Daher dürfe man sich nicht auf besonders schwierige Situationen beschränken, weil diese nicht maßgeblich seien für Millionen von Familien, die jeden Tag nach dem Evangelium Christi lebten. (rv)

Naher Osten

Israel
In Jerusalem haben rund 25.000 Menschen für die Freilassung von drei mutmaßlich entführten Studenten gebetet. Von den seit Donnerstag verschwundenen Studenten einer Talmud-Schule im Westjordanland fehlt weiter jede Spur. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezichtigt die palästinensische Hamas, hinter der Tat zu stehen. Das israelische Militär ist mit einer groß angelegten Aktion auf der Suche nach den Vermissten. Inzwischen wurden 150 Palästinenser festgenommen, Hebron und mehrere Dörfer in der Region abgeriegelt. (kna)

Asien

Pakistan
Pakistan ist heute weltweit eines der gefährlichsten Länder für religiöse Minderheiten. Das geht aus dem jüngsten Bericht der „Minority Rights Group International” (MRG) hervor. Seit 1980 ist die Zahl der Anschläge auf religiöse Minderheiten (Christen, Hindus, Schiiten und Hazara) stetig gestiegen, nie zuvor gab es so viele „gezielte Morde”. „Hasspredigten gegen Minderheiten werden ungehindert weiter verbreitet”, heißt es in dem Bericht. Der Bericht basiert auf offiziellen Daten und Untersuchungen. Er nennt die Anzahl der Übergriffe auf Gemeinden der Schiiten und der Hazara „beunruhigend”: Allein im Jahr 2013 wurden 700 Schiiten in Pakistan getötet. (fides)

Amerika

El Salvador
Die katholische Kirche in El Salvador nimmt an dem von der Regierung einberufenen Nationalen Sicherheitsdialog teil. Das bestätigte der Erzbischof der Hauptstadtdiözese San Salvador, José Luis Escobar Alas am Sonntag. Wann die von der Regierung des neuen Präsidenten Salvador Sanchez Cerén geplanten Gespräche beginnen sollen, ist noch unklar. Der Kommission der Kirche soll unter anderem der Weihbischof von San Salvador, Gregorio Rosa Chávez, angehören. El Salvador leidet unter einem Krieg zwischen sogenannten Mara-Banden. Nach einem 2012 von der katholischen Kirche des Landes ausgehandelten Waffenstillstand ist die Zahl der Gewalttaten seit Jahresbeginn wieder gestiegen. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Dienstag Abend, 17.06.2014: Radioakademie zum Apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus
In dieser Folge: Prof. Barbara Hallensleben, Professorin für Dogmatik und Ökumene in Fribourg/Schweiz

Donnerstag Abend, 19.06.2014: Fronleichnam in Rom – wir berichten ausführlich

Samstag Abend, 21.06.2014: Papst Franziskus reist nach Kalabrien, in eine Region von Arbeitslosigkeit und Mafia

Sonntag Abend, 22.06.2014: Aktenzeichen - von Aldo Parmeggiani
Militärseelsorge im Ersten Weltkrieg

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom VortagRadio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
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Im Internet:

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