RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 19.6.2014

Tagesmeldungen vom 19.6.2014

- Irak: „Christen in Gefahr wie alle anderen“ laut Nuntius -
- D/Vatikan: Botschafter Schweppe im Bilanz-Interview -
- Kolumbien: Multireligiöses Friedensgebet -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Irak: „Christen sind in Gefahr wie alle anderen auch“
Erzbischof Giorgio Lingua ist seit 2010 Nuntius in Irak und Jordanien und hat den derzeit vielleicht heikelsten Posten der vatikanischen Diplomatie. Das Vorrücken der Islamistengruppe ISIS oder ISIL gegen Bagdad sieht er deshalb mit großer Sorge, weil es so schwer sei, „irgendwelche politischen Lösungen zu sehen“. Das sagte Erzbischof Lingua im Gespräch mit Radio Vatikan. Der Frieden sei in großer Gefahr und das Risiko einer Auseinandersetzung der einzelnen Gruppen sei enorm hoch. Die christlichen Gemeinden im Irak seien im Moment jedoch nicht mehr und nicht weniger in Gefahr als alle anderen Menschen im Zweistromland, sagt der Nuntius. (rv)
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Vatikan/Deutschland: Ein Botschafter zieht Bilanz
Der deutsche Vatikan-Diplomat Reinhard Schweppe tritt in den Ruhestand. Er war seit Oktober 2011 außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl. In diesen wenigen, aber entscheidenden Jahren erlebte Schweppe die Übergangszeit von Benedikt XVI. zu Franziskus. In einem Bilanz-Interview mit Radio Vatikan erklärt er, dass die päpstliche und vatikanische Diplomatie aktiver geworden sei. Aktuelle Beispiele wie Syrien, Venezuela oder auch die Ukraine zeigen diesen Prozess. Es gebe „Elemente, wie man den syrischen Konflikt lösen“ könne. Diplomatie „in dieser Form“, betont Schweppe, hätte es davor nicht gegeben. (rv)
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Kolumbien: Multireligiöses Friedensgebet
Die Religionsführer in Kolumbien lassen sich von den Friedensgebeten im Vatikan inspirieren. Am 1. Juli wollen sie in Bogota ebenfalls um Frieden beten und symbolisch ein Friedensabkommen unterzeichnen. An der Initiative beteiligen sich für die katholische Kirche Kardinal Ruben Salazar Gomes, für die jüdische Gemeinschaft Rabbiner Alfredo Goldschmidt und für die kolumbianischen Muslime Scheich Ahmad Tayel. Ort des Friedenstreffens ist die Residenz des katholischen Erzbischofs. Politiker oder Rebellenvertreter sind offenbar nicht eingeladen, doch kann man die Initiative als eine Unterstützung für den Mitte Juni wiedergewählten Staatspräsidenten Manuel Santos verstehen. Santos hatte im Wahlkampf versprochen, an den Friedensgesprächen mit den FARC-Rebellen festzuhalten. (com)

Frankreich/Vatikan: Die Agenda Frau kommt voran
Die Kirche macht Fortschritte in der Agenda „Frauen”. Das bescheinigt ihr die französische Bibelwissenschaftlerin Anne-Marie Pelletier, die soeben den diesjährigen Ratzinger-Preis für Theologie zugesprochen bekam, gemeinsam mit dem polnischen Exegeten Waldemar Chrostowski. Anne-Marie Pelletier, die Universitätsprofessorin, Linguistin und Fachfrau für den jüdisch-christlichen Dialog erklärte im Interview mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Bewegung sei. Über die Rolle der Frau in der Kirche beobachtet die Theologin einen langsamen, aber sicheren Mentalitätswandel Die 68-jährige Anne-Marie Pelletier ist die erste Frau, den seit vier Jahren vergebene Ratzinger Preis, den sogenannten „Nobelpreis der Theologie“, entgegennimmt. (rv)
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LIVE BEI UNS:

Fronleichnam mit Franziskus
Papst Franziskus feiert am Hochfest Fronleichnam in der Lateran-Basilika in Rom eine Heilige Messe mit anschließender Prozession von der „Piazza San Giovanni in Laterano“ zur Basilika Santa Maria Maggiore und anschließendem Eucharistischem Segen. Wir übertragen live am Donnerstag, den 19. Juni 2014, die Feierlichkeiten mit dem Papst zum Hochfest Fronleichnam. Die Übertragung startet um 18:50 Uhr. Sie können sie über unseren Vatikan-Player verfolgen. Unsere Kommentatoren sind Mario Galgano und Nina Oezelt. (rv)

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus wird die Fronleichnams-Prozession heute Abend in Rom nicht selbst leiten. Das teilte der vatikanische Pressesaal mit. Franziskus habe auf den langen Fußweg zwischen Lateran und Santa Maria Maggiore mit Blick auf seine kommenden Termine verzichten wollen, hieß es. Der Papst besucht am Samstag Cassano in Kalabrien. Er werde nach der Messe vor der Lateran-Basilika im Auto zu Santa Maria Maggiore fahren und dort den feierlichen Segen erteilen. Um die Aufmerksamkeit der Gläubigen nicht vom Allerheiligsten abzulenken, werde er im geschlossenen Wagen fahren. An der Stelle des Papstes wird sein Vikar für das Bistum Rom, Kardinal Agostino Vallini, das Altarsakrament in der Prozession tragen.Die Messe mit anschließender Prozession beginnt um 19 Uhr. (rv)

Europa

Deutschland
Kardinal Karl Lehmann sieht Mängel bei der Ernennung von Bischöfen durch den Heiligen Stuhl. Es bestehe der Hang, „nicht nur - was ganz selbstverständlich ist - kirchlich loyale Bischöfe zu ernennen, sondern auch Kandidaten vorzuziehen, die - wie man gerne sagt – wenig Schwierigkeiten machen, vielleicht sogar ‚pflegeleicht’ sind“, sagte der Mainzer Bischof vor Kirchenhistorikern. Ohne größere Selbstständigkeit und ohne die geforderte Zivilcourage, betonte Lehmann, könne man jedoch die Erfordernisse eines heutigen Bischofs nicht erfüllen. „Der Reformwille, den zweifellos auch Papst Franziskus hat, muss sich besonders in dieser Hinsicht konkret bewähren“, so Lehmann. Nach seiner Erfahrung sei dies noch ein weiter Weg.“ (kna)

Deutschland/Syrien
Deutschland sollte mindestens 100.000 Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Das hat nun der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gefordert, der in der Deutschen Bischofskonferenz für die Weltkirche zuständig ist. Anlässlich des UNO-Weltflüchtlingstags am Freitag griff Schick einen Vorschlag des deutschen katholischen Hilfswerks Misereor auf. Zugleich erinnerte der Erzbischof daran, dass Deutschland während des Balkankriegs in den 1990er-Jahren über 300.000 Flüchtlingen Zuflucht bot. Die Menschen in der Bürgerkriegsregion fühlten sich im Stich gelassen, sagte Schick. Dass Deutschland 20.000 sogenannte Kontingent-Flüchtlinge aufnehme, sei zwar ein guter Schritt, aber nicht ausreichend. (kap)

Italien
Ein halbes Jahr nach der Verhaftung seines bisherigen Generaloberen hat der in Turbulenzen geratene Kamillianerorden eine neue Leitung. Die Ordensoberen wählten in Ariccia nahe Rom den Brasilianer Leocir Pessini zum Nachfolger von Renato Salvatore. Das teilte der Orden am Donnerstagabend mit. Gegen den früheren Generaloberen Salvatore läuft ein Prozess vor einem italienischen Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Mai vergangenen Jahres die vorübergehende Festnahme zweier Ordensangehöriger durch bestochene Finanzpolizisten arrangiert zu haben. Dadurch habe er verhindern wollen, dass die beiden an der Generaloberen-Wahl teilnehmen und gegen ihn stimmen. Zudem sind die Ermittler auf finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Ordensverwaltung gestoßen. (kap)
Die päpstliche Basilika Santa Maria Maggiore in Rom startet einen besonderen Zyklus von Öffnungszeiten. Ab Samstag, 21. Juni, werden für die nächsten fünf Samstage die Pforten der Kirche auch am Abend geöffnet sein, um einen speziellen Zugang zur Loggia, Ausgrabungen und in die Schatzkammer zu ermöglichen. Der eineinhalbstündige Rundgang muss allerdings vorab reserviert werden. Er bietet zum Preis von 18 Euro einen einmaligen Blick auf das Mosaik der „Loggia delle Benedizione“ aus dem 13. Jhdt. mit den Engelsstatuen von Pietro Bracci, den Saal der Päpste, und eine barocke Treppe von Bernini. Zusätzlich können die Ausgrabungen unter der Kirche bewundert werden sowie die Krippe von Arnolfo di Cambio in der Sixtinischen Kapelle dieser Basilika. (pm/rv)

Frankreich
Die Generalsekretäre der Bischofskonferenzen Europas treffen sich ab diesem Donnerstag vier Tage lang in Straßburg. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wollen sie über die Zukunft Europas, den Europarat und die Herausforderungen der Kirche diskutieren. Straßburg sollte der Ort der Zusammenkunft sein, um eine Zusammenarbeit mit dem Europarat zu vertiefen, erklärte Duarte da Cunha, Generalsekretär des Verbunds europäischer Bischofskonferenzen, in einer Presseaussendung. Der Europarat hat 47 Mitgliedsstaaten. (pm)

Naher Osten

Libanon
1,5 Millionen syrische Flüchtlinge halten sich mittlerweile im Libanon auf: Das entspricht fast einem Drittel der libanesischen Bevölkerung. Diese Angaben machte jetzt das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Unter denen, die den Flüchtlingen Nahrungsmittel zukommen lassen, ist auch Saudi-Arabien: Die libanesische Zeitung „Daily Star“ berichtet, dass bereits 150 Tonnen Datteln aus Riad bei den Flüchtlingen eingetroffen sind. 100.000 Iftar-Mahlzeiten sollen noch folgen. (kna)

Asien

Thailand
Thailand macht mobil gegen Protz-Mönche: Am Freitag schaltet das nationale Buddhismusamt eine Sondernummer frei, unter der sich Bürger rund um die Uhr über anstößiges Benehmen buddhistischer Geistlicher beschweren können. Die Hinweise sollen monatlich ausgewertet und an die jeweiligen Klostervorstände weitergeleitet werden. In Kürze solle auch eine Richtlinie über Sanktionen verabschiedet werden, erklärte der Leiter des Amtes in Bangkok, Nopparat Benchawattananant. In den vergangenen Monaten brachten Berichte über exzessiven Lebensstil, Reisen in Privatjets, Drogendelikte und Pädophilie einzelner Mönche den geistlichen Stand in Misskredit. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 19.06.2014: Fronleichnam in Rom – Seien sie LIVE DABEI über unseren Vatikan-Player ab 18:50

Samstag Abend, 21.06.2014: Papst Franziskus reist nach Kalabrien, in eine Region geprägt von Arbeitslosigkeit und Mafia.

Sonntag Abend, 22.06.2014: Aktenzeichen - von Aldo Parmeggiani
Militärseelsorge im Ersten Weltkrieg

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom VortagRadio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
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· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

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