RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 20.6.2014

Tagesmeldungen vom 20.6.2014

- Franziskus rät ab von Freigabe weicher Drogen -
- UNO: Enttäuschung über Tatenlosigkeit zu Syrien -
- Limburg: Domkapitel räumt eigene schwere Fehler ein -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst gegen Freigabe leichter Drogen
Papst Franziskus hat sich gegen jegliche Legalisierung von Drogen ausgesprochen. An diesem Freitagmorgen empfing er im Vatikan die Teilnehmer einer Drogenfahnder-Konferenz, die derzeit in Rom stattfindet. Ihnen sagte Franziskus, dass es falsch sei, „die Drogensucht mit Drogen“ zu bekämpfen. Auch Ersatzdrogen seien keine echte Lösung, sondern eher eine Kapitulation vor dem Problem. Heute sei wohl der Handel mit Rauschgiften der größte „Geldmacher“, und dies sei tragisch. (rv)
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Papstpredigt: „Macht ein Euro mehr dich glücklicher?“
Jesus fordert uns dazu auf, ein „freies Herz“ zu haben, das nicht an Geld, Gier und Macht hängt. Das betonte der Papst in der Frühmesse von diesem Freitag. In der Casa Santa Marta sagte Franziskus, der wahre Reichtum sei die Nächstenliebe und vor allem die Liebe zu Gott, denn diese Liebe erleuchte das Herz eines jeden Menschen. Wer nur Reichtümer anhäufe, dessen Seele gehe verloren. Das Leitthema der gesamten Woche war in den Morgenmessen jeweils die Korruption und die Machtgier. (rv)
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Papst an Fronleichnam: „Jesus ist unsere wahre Nahrung“
Jesus statt Geld und Macht: In seiner Predigt zu Fronleichnam hat der Papst betont, dass das Wesentliche im Leben nicht die materiellen und menschlichen Dinge, sondern Gottes Liebe sei. Der Gottesdienst fand am Donnerstagabend vor der römischen Basilika San Giovanni in Laterano statt. Tausende Menschen waren gekommen, um die Messe am Vorplatz der Basilika und die darauffolgende Prozession mitzuerleben und mitzubeten. Ausgehend von der Geschichte des Mose und dem Exodus aus Ägypten sprach der Papst von der „wahren Nahrung“. (rv)
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Hier die Fronleichnamspredigt des Papstes im Wortlaut

Syrien - ein Interview mit Carla Del Ponte
Sie hat Slobodan Milosevic vor das UNO-Tribunal in Den Haag gebracht, sie setzte auch den Prozess gegen die Massenmörder in Ruanda in Gang: Die Schweizerin Carla Del Ponte untersucht nun seit August 2011 Menschenrechtsverletzungen in Syrien. Im Auftrag des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte habe sie genügend Beweise gesammelt, um die „wahren Schuldigen“ in Syrien anzuklagen. Das sagt Del Ponte im Gespräch mit Radio Vatikan. Die Tessinerin ist allerdings sehr enttäuscht über die Tatenlosigkeit der internationalen Staatengemeinschaft. (rv)
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ZUM UNO-WELTTAG DES FLÜCHTLINGS:

Libanon: Land der Flüchtlinge
UNO-Weltflüchtlingstag ist heute. Das haben wir zum Anlass genommen, über den Libanon zu sprechen. Dort halten sich nach offiziellen Angaben derzeit anderthalb Millionen Syrer auf, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen sind. Nirgendwo sonst auf der Welt ist das Verhältnis von angestammter Bevölkerung und Flüchtlingen so hoch wie in dem kleinen und bis jetzt friedlichen Nahost-Land. (rv)
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Deutschland: Weltweit am meisten Asylbewerber
Die Bundesrepublik Deutschland ist weltweit das Land mit den meisten Asylanträgen. Im vergangenen Jahr stellten insgesamt 109.600 Menschen einen Erstantrag in der Bundesrepublik, wie aus dem Jahresbericht des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervorgeht, der am Freitag in Genf und Berlin vorgestellt wurde. Das war ein Anstieg um siebzig Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 64.500 Erstanträgen. Damit ist Deutschland seit 1999 erstmals an erster Stelle im Ländervergleich. An zweiter Stelle kommen laut Bericht die USA, danach Südafrika. (kna)
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Deutschland: Kirchen rufen zu mehr Hilfe für Flüchtlinge auf
Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben zu mehr Hilfe für Flüchtlinge aus Syrien aufgerufen. Wegschauen sei keine Option, sagte der Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Volker Jung, am Donnerstag. Hilfe für die Opfer des Syrienkrieges sei dringender denn je. Der katholische Bischof Norbert Trelle sprach von der „größten humanitären Katastrophe der vergangenen zehn Jahre“. Das katholische Hilfswerk Caritas bemängelt eine falsche Haltung in Deutschland zu Flüchtlingen, und das Hilfswerk Misereor fordert feste Aufnahmequoten für EU-Staaten und bessere Lebensbedingungen für Flüchtlinge. (welt-online)
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Täglich werden weltweit mehrere zehntausend Kinder und Jugendliche auf der Flucht grundlos inhaftiert. Darauf macht das Kinderhilfswerk „Terre des Hommes“ aufmerksam. „Von den weltweit rund 44 Millionen Flüchtlingen sind fast die Hälfte Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Sie gehören nicht ins Gefängnis, sie brauchen Schutz und intensive Betreuung“, so Sonja Welp, Kinderrechtsexpertin von „Terre des Hommes“. Das Kinderhilfswerk appelliert an die Bundesregierung und die Europäische Union, sich entschieden gegen diesen gravierende Menschenrechtsverletzung an Kindern einzusetzen. (pm)

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Das Arbeitspapier für die Familiensynode wird am kommenden Donnerstag veröffentlicht. Das teilte der Vatikanische Pressesaal an diesem Freitag mit. Das Dokument für die Bischofssynode sei eine Zusammenfassung der Ergebnisse der weltweiten Umfrage zu Ehe, Familie und Sexualität, hieß es. Es werde den teilnehmenden Bischöfen während der zweiwöchigen Beratungen im kommenden Oktober als thematischer Leitfaden dienen. Vom 5. bis 19. Oktober wird im Vatikan eine Außerordentliche Weltbischofssynode zur Familienseelsorge durchgeführt. Dabei geht es um eine Bestandsaufnahme der Lebenswirklichkeit von Katholiken sowie der Akzeptanz der kirchlichen Lehre über Ehe, Familie und Sexualität. Ein Jahr später folgt im Herbst 2015 eine größere Ordentliche Weltbischofssynode, die künftige Leitlinien erarbeiten soll. (rv)
Christenverfolgung ist derzeit die größte Sorge der Kirche. Das betonte der Papst an diesem Freitagmittag bei einem Treffen mit den Teilnehmern einer internationalen Konferenz über Religionsfreiheit. Die Audienz im Vatikan stand im Zeichen der Verfolgung von Christen in vielen Teilen der Welt. Der Papst sagte, dass die Gewalt gegen Christen in der heutigen Zeit schlimmer sei als zu Zeiten der Urchristen, die in der Antike von den Römern verfolgt wurden. Es sei unlogisch, dass es in einer Epoche wie der heutigen, die von der Globalisierung und von wissenschaftlichen und technologischen Fortschritten gekennzeichnet sei, dennoch Christenverfolgung gebe, so der Papst. (rv/agi)

Europa

Deutschland
Das Limburger Domkapitel hat mit Blick auf das millionenschwere Bauprojekt auf dem Domberg sowie im Umgang mit dem zurückgetretenen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schwerwiegende Fehler eingestanden. „Der Glaube vieler einzelner Christen und die Glaubwürdigkeit der Kirche im Ganzen haben in den vergangenen sechs Jahren großen Schaden genommen“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung des Kapitels. Die Domkapitulare bitten die Katholiken im Bistum um Verzeihung für ihr „Versagen“; sie seien ihrer moralischen Verantwortung nicht gerecht geworden. Konkret bezeichnen es die Geistlichen als Fehler, die Initiative zum Bau eines Bischofshauses auf dem Domberg ergriffen zu haben. (pm/kna)
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Die Übernahme des insolventen Weltbild-Verlags
durch die Münchner Beteiligungsgesellschaft Paragon Partners steht offenbar unmittelbar bevor. Das Bundeskartellamt hat die Freigabe erteilt, wie die Behörde mitteilt. Mehrere Medien berichten am Freitag zudem, dass die Übernahmeverträge mit Paragon am 30. Juni unterzeichnet werden sollen. Der Start der neuen Gesellschaft sei für den 1. Juli geplant, schreibt die „Augsburger Allgemeine“. „Buchreport.de“ berichtet, das Unternehmen solle schuldenfrei und mit rund 100 Millionen Euro Eigenkapital ausgestattet sein, 20 Millionen Euro davon als Barmittel. Der Weltbild-Verlag gehörte bisher zu 100 Prozent der katholischen Kirche. (kna)

Österreich
Zum Gebet für den Frieden angesichts der zahlreichen aktuellen Krisenherde in aller Welt hat Kardinal Christoph Schönborn am Fronleichnamstag aufgerufen. Die österreichischen Bischöfe hatten bei ihrer Vollversammlung in der ersten Wochenhälfte in Mariazell dazu aufgerufen, zu Fronleichnam in besonderem Maße der verfolgten und vom ISIS-Terror betroffenen Menschen im Irak zu gedenken. Dieses Anliegen sollte nach dem Appell der Bischofskonferenz in den Fürbitten bei den Gottesdiensten am Donnerstag zum Ausdruck kommen - was bei den Prozessionen in ganz Österreich auch geschah. (kap)

Italien
Bei seinem Besuch in Kalabrien wir Papst Franziskus am Samstag bei einer Gedenk-Stele für einen ermordeten Priesters beten. Es handelt sich um Pater Lazzaro Longobardi, der am vergangenen 2. März von Unbekannten vor der Kirche getötet wurde. Der Papst will vor der Messe auf dem Gelände von Sibari zu der Gedenkstelle hinfahren. An diesem Samstag besucht der Papst die süditalienische Ortschaft Cassano al Jonio. Er wird dort Familien, Alte, Behinderte, Arbeitslose treffen und am Nachmittag einen Gottesdienst feiern. Radio Vatikan wird in seinen Sendungen am Samstag ausführlich über diese Reise nach Kalabrien berichten. (ansa/rv)

Polen
Der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz hat die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Polens gefordert. Es müsse „alles getan werden, damit sich solche Situationen nicht wiederholen“, sagte Dziwisz am Freitag in einer Messe vor Beginn einer zweitägigen Konferenz in südpolnischen Krakau. Kirchenvertreter und Ordensleute wollen bei der Konferenz diskutieren, wie sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen erkannt und bekämpft werden kann. Am Abend sollen mit einem so genannten Reuegebet Missbrauchsopfer um Vergebung gebeten werden. Zur ersten Veranstaltung dieser Art in Polen werden auch ehemalige Missbrauchsopfer erwartet. (katholisch.de)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Samstag Abend, 21.06.2014: Papst Franziskus reist nach Kalabrien, in eine Region geprägt von Arbeitslosigkeit und Mafia.

Sonntag Abend, 22.06.2014: Aktenzeichen - von Aldo Parmeggiani
Militärseelsorge im Ersten Weltkrieg

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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