RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 21.6.2014

Tagesmeldungen vom 21.6.2014

- Franziskus besucht „Peripherie“ Kalabrien -
- Papst an Geistliche: „Seid froh, Priester zu sein“ -
-
Ratzinger-Schüler leitet Theologie-Akademie -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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PAPST BESUCHT KALABRIEN:

Papst Franziskus hat Kalabrien besucht: Die eintägige Visite von diesem Samstag war seine vierte apostolische Reise innerhalb Italiens. Der Papst besuchte das Bistum Cassano allo Jonio, es liegt abseits der Scheinwerfer in der strukturschwachen Region Kalabrien, die mit Problemen wie Arbeitslosigkeit und Mafia zu kämpfen hat. Das Motto der Reise lautete: „Ich komme, um mich zu entschuldigen“. Dahinter steckt, dass der Papst den Menschen von Cassano allo Jonio ihren Bischof Nunzio Galantino zur Hälfte „weggenommen“ hat – indem er ihn nämlich zum Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz ernannte. Im Mittelpunkt des Besuchs in den Städtchen Cassano allo Jonio und Castrovillari standen Begegnungen mit Strafgefangenen, Armen, Behinderten und alten Menschen. Am späten Nachmittag standen eine große Messe des Papstes und anschließend die Rückreise nach Rom auf dem Programm. (rv)

Papst besucht Gefangene – „Nie wieder Opfer der Mafia!“
Gegen 7.30 Uhr ist Franziskus am Morgen per Hubschrauber aus dem Vatikan aufgebrochen; kurz nach 9.00 Uhr landete er in Castrovillari vor dem örtlichen Gefängnis. Hier sitzen u.a. Familienangehörige von Cocò ein: Das ist ein dreijähriger Junge, der vor ein paar Monaten von der örtlichen Mafia, der Ndrangheta, in einem Auto bei lebendigem Leib verbrannt wurde, zusammen mit seinem Großvater und dessen Freundin. Der dreifache Mord hat in ganz Italien Entsetzen ausgelöst. Papst Franziskus sprach im Gefängnis kurz mit den zwei Großmüttern und der Mutter des getöteten Kindes: „Nie wieder Gewalt gegen Kinder, nie wieder Opfer der Ndrangheta!“, sagte er zu ihnen. (rv)
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Papst an Priester: „Seid Hirten, nicht Angestellte!“
„Seid froh darüber, Priester zu sein!“ Das hat der Papst am Samstagmittag zu Priestern in Cassano allo Jonio gesagt. Er traf sie in der barocken Kathedrale des Städtchens. Es sei, so Franziskus, „eine immer neue Überraschung, von Jesus in die Nachfolge gerufen zu sein.“ Der Papst riet den Priestern, sich um Brüderlichkeit zu bemühen, um nicht zu einsamen Menschen zu werden. Priester sei man „nicht allein, sondern zusammen“, so Franziskus. Er legte den Priestern bei ihrer seelsorglichen Arbeit vor allem die Familien ans Herz. Das sei heute besonders nötig, denn die Zeiten seien schwierig für Familien – „für die Institution Familie und, wegen der Krise, für die einzelnen Familien“. (rv)
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Warum der Papst nach Kalabrien gereist ist
Das Reiseziel Kalabrien selbst ist die Botschaft. Franziskus geht mal wieder in die Peripherie, wie er das der Kirche ja auch immer wieder empfiehlt, und nicht nach London, Paris, New York. Francesco Di Chiara ist der Generalvikar des Bistums Cassano all`Jonio. Er sagt im Interview mit Radio Vatikan: „Allein die Tatsache, dass der Heilige Vater zu uns kommt, ist eine Lektion an die Politik, die ja unsere Region als Randgebiet abtut.“ Bischof Nunzio Galantino hat dafür gesorgt, dass das Bistum selbst für die Kosten des Papstbesuchs aufkommt. Das Nein zu Sponsoren hält – das mag mitgespielt haben – die örtliche Mafia fern. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat den kanadischen Moraltheologen Real Tremblay zum neuen Präsidenten der Päpstlichen Akademie für Theologie ernannt. Das teilte der Vatikan an diesem Samstag mit. Das Mitglied des Redemptoristenordens folgt auf den italienischen Salesianerpater Manlio Sodi, dessen erste Amtszeit nach fünf Jahren abgelaufen war. Tremblay ist ein Schüler des emeritierten Papstes Benedikt XVI.; er hat seine Doktorarbeit Mitte der siebziger Jahre in Regensburg beim damaligen Professor Joseph Ratzinger geschrieben. Thema war der Kirchenvater Irenäus von Lyon (135-202). Viele Jahre lehrte Tremblay als Professor an der Accademia Alfonsiana, einem moraltheologischen Institut seines Ordens in Rom. (kna/rv)

Europa

Deutschland
Nach siebenjähriger Pause ist am Freitagabend wieder die Aachener Heiligtumsfahrt eröffnet worden. Bischof Heinrich Mussinghoff erhob in einem Festgottesdienst im Dom die vier Tuchreliquien aus dem Marienschrein. Sie werden an den kommenden zehn Tagen zu Beginn der Gottesdienste und in einer Truhe im Dom gezeigt. Rund 100.000 Pilger werden dazu  erwartet. Die Heiligtumsfahrt findet diesmal im Karlsjahr statt, das an den 1.200 Todestag von Karl dem Großen erinnert. Aus diesem Anlass hatte Bundespräsident Joachim Gauck schon am Donnerstag die Ausstellung „Karl der Große. Macht. Kunst. Schätze“ eröffnet. Der Herrscher hatte die Heiligtumsfahrt begründet, die seit 1349 alle sieben Jahre stattfindet. (kna)

Deutschland/Irak
Das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ hat für die aus der nordirakischen Stadt Mossul geflohenen Christen 100.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt. Damit soll die Erstversorgung der Flüchtlinge sichergestellt werden, wie „Kirche in Not“ am Freitag mitteilte. Derzeit hätten christliche Gemeinden in der Ninive-Ebene rund 1.000 Familien provisorisch in Schulen, Katechesesälen und verlassenen Häusern untergebracht, sagte der katholische Erzbischof von Mossul, Amil Shamaaoun Nona. „Es ist ungewiss, ob alle Familien jeweils wieder nach Mossul zurückkehren können.“ Die fundamentalistische Islamisten-Miliz „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (Isis) hatte am 5. Juni damit begonnen, Mossul einzunehmen. Daraufhin floh die Hälfte der Einwohner. (pm/kna)

Österreich
Das weltweite karitative Wirken des Souveränen Malteser-Ritterordens hat Bischof Egon Kapellari gewürdigt. Die knapp hunderttausend Ordensmitglieder und ehrenamtlichen Helfer in den Hilfswerken der Malteser spannten ein „riesiges Netz“, das unzählige Menschen in Not trage, sagte der Grazer Diözesanbischof bei einem Festgottesdienst am Samstag in der niederösterreichischen Pfarrkirche Mailberg im Weinviertel. „Dieses Netz ist inmitten der ganzen Menschheit ein Erweis für die Kraft der Liebe Christi, die sich besonders auch Menschen in physischer oder spiritueller Not zuwendet.“ Anlass für den Gottesdienst war die Aufnahme neuer Mitglieder in das Malteser-Großpriorat von Österreich. Mailberg gilt seit 1146 als weltweit älteste durchgehend in Ordensbesitz stehenden Niederlassung des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens. (kap)

Spanien
Der neue König Felipe VI. wird seine erste Auslandsreise in den Vatikan durchführen. Das teilte das Königshaus am Freitag in Madrid mit. Felipe werde mit seiner Frau Letizia am 30. Juni Papst Franziskus besuchen. Der neue König wurde am Donnerstag in Madrid in sein Amt eingeführt; dabei war auf religiöse Symbole ausdrücklich verzichtet worden. Felipe wie Letizia hatten letztes Jahr im März an der Amtseinführung von Papst Franziskus teilgenommen. Die weiteren Reisen des Königspaars werden sie im Juli nach Marokko und Portugal führen. Im September wird Felipe an der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York teilnehmen, sagte der spanische Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVE. (apic/imedia)

Großbritannien
Der Generalsekretär der anglikanischen Generalsynode sieht die bevorstehende Entscheidung über eine Freigabe des Bischofsamtes für Frauen als die wichtigste seit Jahrzehnten an. Seit dem Votum zur Einführung der Priesterweihe für Frauen 1992 sei die Zukunft der Kirche nicht mehr so sehr von „einer einzigen Entscheidung abhängig“ gewesen, sagte William Fittall laut der katholischen Wochenzeitung „The Tablet“ in ihrer Online-Ausgabe am Freitag vor Journalisten in London. Es gebe eine „riesige Erwartung“ für eine Einführung von Bischöfinnen. Als letzte rechtliche Hürde in dieser langjährigen innerkirchlichen Streitfrage wird die Generalsynode in York im Juli voraussichtlich erneut abstimmen. (kna)

Irland
Archivmaterial von irischer Verwaltungsbehörden belegen eine hohe Kindersterblichkeitsrate in Heimen für ledige Mütter und deren unehelichen Kindern in Irland. Die Sterberate von unehelichen Kindern soll im Pelletstown-Heim in Dublin, laut einem Bericht der Tageszeitung „Irish Times“, von 1925 bis 1926 fünfmal so groß gewesen sein, wie die bei Kindern verheirateter Eltern. Mehr als 660 Kinder sind laut Dokumente der Irischen Nationalbibliothek von 1923 bis 1930 in diesem Heim gestorben. Allein 1925 starben 119 demnach der 240 Heimkinder an einer Masernepidemie. 1927 starben dort 111 von 263 Kindern gestorben sein. Für diese Todesfälle gebe es keinen bekannten Grund, so der Bericht der Tageszeitung. (kna)

Polen
„Beschämt und reumütig bitten wir um Vergebung“, mit diesen Worten bat Bischof von Plock, Piotr Libera, im Namen der Bischofskonferenz im Rahmen eines Bußgottesdienst an diesem Freitag um Verzeihung für Opfer, die durch Priester missbraucht wurden. In der Krakauer Herz-Jesu Kirche fand, im Zuge einer zweitägigen Konferenz an der Krakauer Jesuiten Universität Ignatianum über Kindesmissbrauch in der Kirche, das erste Mal eine derartige Messe in Polen statt. Im Namen der Bischöfe räumte Libera ein, dass diese „oft, statt das Wohl der Kinder an die erste Stelle zu stellen“, Missbrauchsfälle verneint hätten und „sich vom Betrug täuschen ließen“. Neben Erzbischof Wojciech Polak, der Apostolische Nuntius in Polen, Erzbischof Celestino Migliore, nahm auch der  Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz an dem Gottesdienst teil. (kna)

Tschechische Republik
„Kollaboration mit den Nazis“ hat ein sozialdemokratischer Abgeordneter in Tschechien der katholischen Kirche vorgeworfen und damit einen Eklat ausgelöst. Die Kirche habe im Zweiten Weltkrieg „nicht gelitten“, sagte der Parlamentarier Igor Jakubcik im Rahmen einer erneuten Parlamentsdebatte über die Restitution von enteignetem Kircheneigentum. Der Prager Kardinal Dominik Duka bezeichnete den Auftritt Jakubciks als „Schüren von Lügen und Hass“. Auch die katholische Kirche habe im Zweiten Weltkrieg gelitten und „es tut mir leid, dass dies jemand infrage stellen kann“, so Duka. Jakubcik erntete für seine Aussagen heftige Kritik von Regierungs- wie auch Oppositionspolitikern. (kap)

Afrika

Sudan
Der Druck auf die Christen im Sudan ist enorm. Das berichtet das evangelische Hilfswerk Open Doors in einer Medienmitteilung. Ein UNO-Experte für Menschenrechte sei in den Sudan gereist. Dort besuche er u.a. die Bundesstaaten South Darfur und Blue Nile. In diesen Regionen gab es in der letzten Zeit vermehrt Angriffe und Bombenanschläge auf christliche Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser. Während seines Besuches will er sich auch für die Christin Meriam Yahia Ibrahim Ishag und ihren Mann Daniel einsetzen. Meriam ist wegen ihres christlichen Glaubens zum Tod verurteilt worden. Sie bekenne sich weiterhin standhaft zu ihrem Glauben, obwohl der Druck auf sie offenbar zunehme, so Open Doors. Meriam befindet sich weiter im Todestrakt des Gefängnisses, da sie aufgrund des Abfalls vom Islam verurteilt wurde. (pm)

Naher Osten

Irak
Die Zerstörung mehrerer kultureller Stätten in Mossul durch die islamistische Terrorgruppe Isis führt im Nachbarland Iran zu großer Aufregung. Die iranische Regierung hat der irakischen Führung versprochen, die Heiligtümer im Land - oft schiitische Wallfahrtsorte - vor den sunnitischen Rebellen zu beschützen. Sowohl in Teheran wie in Bagdad sind schiitische Regierungen am Ruder, die Isis hingegen hat sich mit sunnitischen Gruppen und Stämmen verbündet. Der iranische Präsident Hassan Rohani sagte, sein Land habe keine Probleme damit, „die Terroristen in ihre Schranken zu weisen“. Saudi-Arabien verurteilte jedoch die Einmischung des Irans in die Angelegenheiten des Iraks scharf. Im Irak hat die Isis weiterhin Boden gut gemacht. (apic/reuters)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 22.06.2014: Aktenzeichen - von Aldo Parmeggiani
Militärseelsorge im Ersten Weltkrieg

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