RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 24.6.2014

Tagesmeldungen vom 24.6.2014

- Kardinal Kasper ist enttäuscht über EKD-Papier -
- Sudan: Zum Tod verurteilte Christin neuerlich in Haft -
- Papstpredigt: „Ein Christ verkündet nicht sich selbst“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Nina Oezelt
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Kardinal Kasper „enttäuscht“ und „entsetzt“ über EKD-Papier
Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper kritisiert scharf das jüngste Dokument der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) zum Reformationsjubiläum. Die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ von 1999 werde darin „mit keinem Wort auch nur erwähnt“, so Kasper. Das habe ihn „enttäuscht“, und die Art und Weise, wie die „von vielen Seiten geäußerte Kritik“ zurückgewiesen wurde, habe ihn „entsetzt“. Kasper war bis 2010 als Präsident des vatikanischen Einheitsrates der Ökumene-Verantwortliche des Vatikans; er äußerte sich an diesem Dienstag schriftlich gegenüber Radio Vatikan. (rv)
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Sudan: Zum Tod verurteilte Christin neuerlich in Haft
Die soeben aus der Todeszelle entlassene Christin Mariam Jahia Ibrahim Ishag ist beim Versuch ihrer Ausreise aus dem Sudan offenbar wieder festgenommen worden. Rund 40 Beamte hätten sie, ihren Ehemann Daniel Wani und ihre beiden Kinder am Dienstag auf dem Flughafen Khartum am Verlassen des Landes gehindert, berichtete „BBC“. Erst am Montag hatte ein Berufungsgericht im Sudan das Todesurteil gegen die 27-Jährige aufgehoben. (kna)
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Malaysia: Verbot des Wortes „Allah“ zeigt „Angst vor Proselytismus“
Hintergrund des Allah-Verbotes für die katholische Wochenzeitung „Herald“ in Malaysia ist die Angst vor Proselytismus. So ordnet Christoph Marcinkowksi vom päpstlichen Missionswerk Missio in Aachen das Urteil vom Montag ein: Das Oberste Gericht des muslimisch dominierten Landes hatte in dritter Instanz bestätigt, dass die Zeitschrift Gott nicht mehr mit „Allah“ bezeichnen dürfe. Zur Frage war seit 2009 ein Rechtsstreit in Gang. „Die Malaien befürchten, dass Menschen abgeworben werden und vielleicht anderen Religionsgemeinschaften zuwandern“, so der Fachmann gegenüber Radio Vatikan. (rv)
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Papstpredigt: „Ein Christ verkündet nicht sich selbst“
„Christen sind Menschen der Unterscheidung“: Das sagte Papst Franziskus an diesem Dienstag in der Predigt bei seiner Frühmesse im Vatikan. ‚Unterscheidung’ ist einer der wesentlichen Begriffe im Denken der Jesuiten; Franziskus ging von der biblischen Gestalt Johannes des Täufers aus, dessen Geburtsfest die Kirche genau sechs Monate vor Weihnachten, also an diesem 24. Juni, begeht. Dreierlei habe diesen „Größten unter den Propheten“ ausgezeichnet: das Vorbereiten, das Unterscheiden und das Geringer-werden. (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Evangelii Gaudium: Unsere Radioakademie
Was denkt Papst Franziskus über die Neuausrichtung  des Papstamtes, über Dezentralisierung und Kollegialität mit den übrigen Bischöfen? Darum geht es heute Abend im vierten und letzten Teil unserer Juni-Radioakademie über das Apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus. Gudrun Sailer sprach mit der Kirchenrechtlerin Astrid Kaptijn. In den bereits gesendeten drei Teilen der Radioakademie wurden die Themenfelder Seelsorge, Blick auf die Armen und Frauen in der Kirche verhandelt. Gesprächspartnerinnen waren die Seelsorgeamtsleiterin der Erzdiözese Wien, Veronika Prüller-Jagenteufel,  die Leiterin der Katholischen Sozialakdemie Wien Magdalena Holztrattner sowie die Dogmatikerin Barbara Hallensleben von der Universität Fribourg, Schweiz. Alle vier Folgen der Radioakademie können Sie auf einer CD nachhören, die wir Ihnen bei Interesse gegen eine kleine Spende schicken können. Bestellungen hier

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UNSERE LATEINNACHRICHTEN:

Jede Woche frisch: unsere Nachrichten auf Latein. Gero P. Weishaupt übersetzt für Radio Vatikan ausgewählte Meldungen unseres Programms. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Vatikan wirbt für Spenden an den Papst durch den sogenannten Peterspfennig. Ein Beitrag zu der traditionellen Kollekte am 29. Juni sei eine „einfache Geste“, die jeden Gläubigen mit dem Nachfolger Petri verbinde und diesem helfe, seine wohltätigen Werke auszuweiten, sagte der vatikanische „Innenminister“, Erzbischof Angelo Becciu, am Montag dem Pressedienst SIR. Der Peterspfennig, der jährlich weltweit in allen katholischen Kirchen zum römischen Patronatsfest Peter und Paul gesammelt wird, fließt in den Wohltätigkeitsfonds des Papstes. Die höchsten Beträge für den Peterspfennig kommen traditionell aus den USA, aus dem deutschen Sprachraum und Italien. (kna)
Papst Franziskus wünscht sich, dass jeder Mensch einen würdigen Arbeitsplatz hat. Das hat er an diesem Dienstag über den Kurznachrichtenkanal Twitter seinen über 14 Millionen Followern mitgeteilt. „Wie wünschte ich mir, alle hätten eine akzeptable Arbeit! Das ist unerlässlich für die menschliche Würde“, lautet seine Nachricht. Laut Jahresbericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) dürften dieses Jahr rund 206 Millionen Menschen weltweit arbeitslos gemeldet sein. Bis 2018 werde diese Zahl auf rund 215 Millionen ansteigen. (rv)
Franziskus trifft am kommenden 6. Dezember auf dem Petersplatz Zirkus- und Straßenkünstler. Das kündigte die Stiftung „Migrantes“ der italienischen Bischofskonferenz an diesem Dienstag in einer Pressemeldung an. Das bunte Treffen wird vom Päpstlichen Migrantenrat in Zusammenarbeit mit der Stiftung Migrantes, der Diözese Rom und der nationalen Zirkusbehörde ausgerichtet. Benedikt XVI. hatte vor zwei Jahren rund 8.000 Zirkus- und Straßenkünstler in der Audienzhalle empfangen. (rv)

Europa

Deutschland
Unter dem Motto „Frei! Darum ist es erlaubt, Gutes zu tun“ machen sich 45.000 Ministrantinnen und Ministranten aus den deutschen Bistümern im kommenden August auf den Weg nach Rom. Begegnung untereinander, gemeinsames Gebet, Singen, Kulturprogramm – dies alles wird auf den Höhepunkt der Wallfahrt vorbereiten: Die Begegnung mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz. Die Pilgerfahrt wird von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (AFJ) und den deutschen Bistümern verantwortet. (pm)

Griechenland
Milos im Archipel der Kykladen wird zur „Heiligen Insel“. Dies hat die Bischofssynode der orthodoxen Landeskirche beschlossen. Auf Milos befinden sich die größten und wichtigsten frühchristlichen Katakomben der orthodoxen Welt. Sie entstanden im 2. Und 3. Jahrhundert, wurden 1840 entdeckt und sind bisher nur Fachkreisen bekannt. Die Erklärung von Milos zur „Heiligen Insel” soll den mächtigen Strom orthodoxer Pilger aus dem postkommunistischen Russland, der Ukraine und Rumänien nach dem Athos und den griechischen Paulus-Gedenkstätten auch zu diesen frühchristlichen Katakomben lenken, wünscht sich Griechenland. (kna)

Afrika

Südafrika
Die entführte Missionsschwester Mary Paul Tacke ist am Montagabend tot in einem Fluss in Mthata aufgefunden worden. Laut Zeugen war die aus den USA stammende Missionsschwester am 15. Juni von zwei Männern verschleppt worden. Seitdem fehlte von der Schwester jede Spur. Zum Zeitpunkt der Entführung war die 82-Jährige zu einem ihrer Hilfsprojekte im Auto unterwegs. Gründe für den Tatvorgang liegen nicht vor. Die Missionsschwester, die seit den 1950er Jahren in Südafrika lebte, setzte sich besonders im Glen Avent Konvent in der Schule und dem Behindertenheim „Ikhewezi Lokusa“ ein. Sie ist die Gründerin des Kinderheims „Bethany home – place of safety“. (fides)

Naher Osten

Irak
Aufgrund der angespannten Lage findet die Synode der chaldäischen Kirche nicht in Bagdad statt. Das an diesem Dienstag startende Treffen wurde nach Ankawa nahe Arbil, der Hauptstadt der kurdischen Autonomiegebiete, verlegt. Die kurdischen Gebiete sind derzeit am wenigstens von Anschlägen betroffen und erleichtern somit die Teilnahme der Bischöfe aus Mossul und Kirkuk. Vier Tage lang wollen die Bischöfe über die ausufernde Gewalt und die Lage der Christen in ihrem Land sprechen. Nachdem die islamistische Terrorgruppe ISIS mehrere Gebiete im Irak in ihre Gewalt gebracht hatte, sei das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt worden, berichtete Pater Albert Hisham, Sprecher des Patriarchates, gegenüber dem Fides-Dienst. (rv/fides)

Asien

China
Die chinesischen Behörden lassen offenbar hunderte Kreuze von Kirchen reißen, zerstören Gotteshäuser und schüchtern Christen ein. Darauf macht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) aufmerksam. Der Menschenrechts-Organisation zufolge hat die Unterdrückung der christlichen Kirchen in China einen neuen Höhepunkt erreicht. Als Grund für die drastischen Zerstörungen nennen die Behörden den Kampf gegen illegal errichtete Bauwerke, heißt es in der Mitteilung der Menschenrechts-Organisation. Die Kirchen hätten aber gar keine Chance, legale Kirchenbauten zu errichten, da sie keine Baugenehmigungen erteilt bekommen. (pm)

Amerika

Chile
Chiles Bischöfe gehen mit einer eigenen Homepage zur Fußball-WM in Brasilien online. Die Seite heißt „Hier sind wir, Herr, in der Fußball-WM“ und begleitet die chilenische Nationalmannschaft und ihre Fans. Inhalt ist der Aufruf zu einem Ende von Gewalt, der Sport soll dem Dialog und Respekt zum Wachstum verhelfen und ein geschwisterliches Zusammenkommen von Menschen aus aller Welt ermöglichen. Kardinal Ricardo Ezzati, Erzbischof von Santiago de Chile, sieht Sport als eine „Chance zum Wachsen“. Sport könne jede menschliche oder christliche Tugend vermitteln. Die chilenische Nationalmannschaft meisterte die ersten beiden Spiele mit Bravur und sicherte sich bereits einen Einzug ins Achtelfinale. (kap)

Mexiko
Die mexikanische Regierung hat offenbar in den vergangenen Tagen Hunderte minderjährige Migranten in ihr Heimatland Honduras abgeschoben. Wie die honduranische Tageszeitung „La Tribuna“ am Montag unter Berufung auf die Menschenrechtsorganisation „Casa Alianza“ berichtete, wurden seit Freitag rund 300 Kinder und Jugendliche von den mexikanischen Behörden über die Grenze nach Honduras gebracht. Die jungen Auswanderer waren ohne gültige Ausweispapiere nach Mexiko eingereist, um von dort die Grenze Richtung USA zu überqueren. In den vergangenen Monaten ist die Zahl minderjähriger Migranten stark gestiegen. Lateinamerikanische Kirchenvertreter haben die Praxis der Abschiebungen immer wieder kritisiert und die Regierungen zum Handeln aufgerufen. (kna)
Der Vatikan will den Erneuerungsprozess der „Legionäre Christi“ offenbar mit einem sogenannten externen Assistenten begleiten. Das teilte der Generaldirektor der Ordensgemeinschaft, Eduardo Robles Gil, am Montag auf der Website der „Legionäre“ mit. Ein noch nicht näher benannter Beauftragter des Vatikan werde den Neuaufbau der Gemeinschaft „unterstützen“, präzisierte Robles Gil in einem Videointerview. Dieser „externe Assistent“ solle jedoch nicht in die Belange des Ordens eingreifen. „Die Führung des Ordens bleibt unabhängig“, so der Generaldirektor der Ordensgemeinschaft, der mit einer Bekanntgabe des Namens für Anfang Juli rechnet. (kna/rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 24.06.2014: Radioakademie
Radio-Akademie zum Apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus (Teil 4). In dieser Folge: Astrid Kaptijn, Professorin für Kirchenrecht, über Kollegialität, Dezentralisierung und die Neuausrichtung des Papstamtes in der Sicht von Papst Franziskus

Sonntag Abend, 29.06.2014: Reden über Gott und Welt
Gespräch mit den Protagonisten des Films „Die Gelübde meines Bruders“

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom VortagRadio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
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· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
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Im Internet:

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