RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 1.3.2014

Tagesmeldungen vom 1.3.2014

- Kaspers Rede zur Familienpastoral veröffentlicht -
- Krim: Religionsführer gegen Spaltung der Ukraine -
- Deutschland: Limburg-Bericht ist abgeschlossen -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Vortrag von Kasper veröffentlicht
Die italienische Tageszeitung Il Foglio hat an diesem Samstag den kompletten Konsistoriums-Text von Kardinal Walter Kasper veröffentlicht. Der deutsche Kurienkardinal hatte am Donnerstag letzter Woche bei Kardinalsberatungen mit dem Papst hinter verschlossenen Türen die Auftakt-Rede gehalten; bei den Beratungen ging es um einen Neuentwurf der kirchlichen Ehe- und Familienseelsorge. „Wir müssen ehrlich sein“, so Kasper in der bisher vertraulichen Rede: „Wir müssen zugeben, dass sich zwischen der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie und den gelebten Überzeugungen vieler Christen ein Abgrund aufgetan hat.“ Die Lehre der Kirche scheine heute vielen Christen weit von der Realität entfernt. Allerdings könne es der Kirche nicht um „ein liberales Anpassen an den Status quo“ gehen, sondern um eine Wiederbelebung ihrer Lehre aus dem Geist des Evangeliums. (rv)
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Religionsführer der Krim: Halbinsel soll ukrainisch bleiben
Die Religionsgemeinschaften auf der Halbinsel Krim haben sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen eine Spaltung der Ukraine gewandt. Die territoriale Einheit des Staates müsse bewahrt werden, heißt es einer am Freitagabend verbreiteten Erklärung des Interreligiösen Rates der Krim. Darin werden alle Beteiligten zur Besonnenheit aufgerufen und eine friedliche Lösung der aktuellen Krise gefordert. Es müsse alles getan werden, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden. Auf der Krim wurde am Freitagabend der Luftraum über Simferopol gesperrt, nachdem auf einer Militärbasis nahe der Hauptstadt der ukrainischen Halbinsel etwa rund 2.000 russische Soldaten gelandet sein sollen. (rv/kna)
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Hier: Russland protestiert gegen Übergriffe auf Kirchen

EU-Bürgerinitiative „One of us“ bei EU-Kommission eingegangen
Die Anfang November abgeschlossene EU-Bürgerinitiative „One of us“ zum Schutz des Lebens ist am Donnerstag von der EU-Kommission in Empfang genommen worden. Die Initiative habe insgesamt rund 1,72 Millionen Unterzeichner und die erforderliche Mindestanzahl von Unterstützern in mindestens sieben Mitgliedstaaten erreicht, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Die Initiative, die auch von Papst Franziskus unterstützt wird, fordert von der EU einen Finanzierungsstopp für Aktivitäten, bei denen Embryonen zerstört werden. Im Gespräch mit Radio Vatikan erläutert der Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic, die weiteren Schritte. Binnen drei Monaten müsse die EU-Kommission die Organisatoren der Initiative einladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Anliegen näher zu erläutern. (kap/rv)
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El Salvador: „Unter Franziskus mehr Debattenfreiheit“
In der katholischen Kirche ist es unter dem jetzigen Papst leichter geworden, „in großer Freiheit über kontroverse Fragen neu nachzudenken“. Das sagte der in El Salvador lehrende renommierte spanische Jesuit und Theologe Jon Sobrino am Freitag in Wien. Sobrino ist seit den 1970er-Jahren mehrmals wegen seiner Positionierung für die Befreiungstheologie mit Rom in Konflikt geraten. (radio stephansdom)
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UNSER BUCHTIPP:

Eine Geschichte von Demenz und Liebe
Stellen Sie sich vor, Ihr eigener Vater erkrankt an Demenz. Alzheimer. Sie sagen: „Papa, ich bin’s, dein Sohn, deine Tochter.“ Er sagt: „Ich habe keinen Sohn, keine Tochter.“ Der Mensch vor ihnen, Ihr Vater, erkennt sie nicht mehr – und Sie erkennen ihn nicht mehr, er scheint plötzlich ein Fremder. Doch Sie geben ihren Vater nicht in ein Heim, sonder entscheiden sich, ihn selbst zu pflegen, zu begleiten, bis zum Tod. Wie diese große Herausforderung gelingen kann, das beschreibt Bernd Eichmann sehr einfühlsam in seinem Buch „Vatter baut ab. Eine Geschichte von Demenz und Liebe.“ (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Papst dankt den katholischen Lehrern für ihren Dienst. In seinem neuesten Tweet am Samstag schreibt Franziskus: „Danken wir allen Lehrern und Lehrerinnen an katholischen Schulen. Erziehen ist ein Akt der Liebe und bedeutet Leben weitergeben.“ Papst Franziskus hat bereits über 12 Millionen Follower auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Sein Account @Pontifex hat neun Sprachadressen. Franziskus verbreitet über Twitter täglich Aussagen seiner Predigten und Botschaften. (rv)
Wegen eines leichten Fiebers hat Papst Franziskus am Freitagabend nicht, wie ursprünglich geplant, das römische Priesterseminar besucht. Sein Arzt habe dem Papst geraten, sich auszuruhen und den Termin zu verschieben, erläuterte Vatikansprecher Federico Lombardi. An diesem Samstag nahm der Papst hingegen das vorgesehene Programm wahr. Unter anderem traf er den rumänischen Ministerpräsidenten Victor Viorel Ponta. Beide hätten u.a. über die internationale Lage gesprochen und den Friedenseinsatz der Kirche gewürdigt, erklärte der Vatikan hinterher. (rv)
Der Vatikan bittet um eine Kollekte für die Christen im Nahen Osten. Wie die Kongregation für die Ostkirchen am Freitag mitteilte, ergeht dazu in diesen Tagen ein Schreiben ihres Präfekten, Kardinal Leonardo Sandri, an die Bischöfe. Darin bittet er, in der Fastenzeit zur traditionellen Spende für die Glaubensbrüder und -schwestern im Heiligen Land und der gesamten krisengeschüttelten Region aufzurufen. Wiederholt habe Papst Franziskus zu Solidarität mit ihnen gemahnt; diese solle sich auch in konkreter materieller Hilfe zeigen. In Deutschland ist traditionell die Palmsonntagskollekte für die Christen im Heiligen Land vorgesehen. (kna)
Die Fußballmeisterschaft der Geistlichen beginnt am 8. März. Das teilten die Organisatoren des Clericus-Cup im Vatikan mit. Es ist bereits das achte Mal, dass ein solches Fußballturnier im Vatikan stattfindet. Bei der Meisterschaft ringen 16 Mannschaften um die Siegtrophäe, wie die Veranstalter am Freitag in Rom mitteilten. Insgesamt tauschen 358 römische Seminaristen und Priester aus 60 Ländern das geistliche Gewand mit dem Spielertrikot. Der vom Katholischen Sportverband Italiens (CSI) organisierte Wettbewerb soll neben sportlichem Vergnügen auch ein Zeichen für Fairness und Dopingfreiheit im Sport sein. Titelverteidiger sind die „North American Martyrs“, die auch schon 2012 den Pokal holten. Die Spieler aller Mannschaften tragen auf ihren Trikots die Aufschrift „Mein Kapitän ist Papst Franziskus“. Das Endspiel findet am 24. Mai statt. (pm/kna)
Papst Franziskus wird derzeit nicht auf Facebook ein Profil erstellen. Das berichtet ansa, die sich auf Vatikan-interne Quellen beruft. Es seien zwar Projekte in dieser Hinsicht erarbeitet worden, jedoch wurde bisher auf eine Teilnahme des Papstes im „social network“ verzichtet. Franziskus werde jedoch weiterhin auf Twitter präsent sein. Im Internet kursierte in diesen Tagen die Nachricht, der Papst werde demnächst auf Facebook präsent sein. (ansa)

Europa

Deutschland
Die Kommission zur Prüfung des Finanzgebarens des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst hat ihre Arbeit abgeschlossen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung an diesem Samstag. Erzbischof emeritus Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, bestätigte, ihm liege der Bericht jetzt vor. Er werde ihn ausführlich studieren und mit dem Vatikan das weitere Vorgehen „abstimmen“, so Zollitsch. Über den Inhalt des Berichts sagte er nichts. Zollitsch schließt aus, dass es im Vatikan noch vor dem 10. März zu einer Entscheidung in der Causa Limburg kommen könnte. Am 10. März beginnt in Münster die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, bei der u.a. ein neuer Vorsitzender gewählt wird. (faz)
Das Kölner Domkapitel hat den bisherigen Generalvikar Stefan Heße zum Diözesanadministrator gewählt. Der 47-Jährige leitet die Erzdiözese bis zur Einführung eines neuen Erzbischofs übergangsweise. Papst Franziskus hatte am Freitag den Rücktritt des Kölner Erzbischofs, Kardinal Joachim Meisner, angenommen. Eine Abschiedsfeier für Meisner ist für übernächsten Sonntag geplant. Unterdessen hat das Domkapitel 270 Personen um eine Stellungnahme zur Wahl des neuen Erzbischofs gebeten. Darunter seien Vertreter von Laiengremien, Verbänden, Orden und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, so Dompropst Norbert Feldhoff. Sie sollen fünf Herausforderungen für den neuen Erzbischof benennen und den Domkapitularen mitteilen, was sie ihnen „für die Wahl mit auf den Weg geben“ wollen. (kna/pm)
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sprach in einer Würdigung des scheidenden Erzbischofs Joachim Meisner von einer „Ära mit Licht und Schatten“. Meisner habe auch Widerspruch ausgelöst. Der rheinische Präses Manfred Rekowski würdigte den Kardinal als verlässliches Gegenüber in der Ökumene; in ethischen Fragen habe es sehr verschiedene Meinungen gegeben. Die „Wir sind Kirche“-Bewegung zog eine negative Bilanz; der Kardinal habe den innerkirchlichen Richtungskampf angestachelt. (kna/pm)
Kardinal Rainer Maria Woelki rechnet nicht mit einem grundlegenden Wandel der katholischen Sexualmoral. Was als wahr galt, sei jetzt „nicht automatisch falsch“. Das sagte der Berliner Kardinal Woelki der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Papst Franziskus habe mit der von ihm angeordneten weltweiten Befragung von Katholiken zu Ehe, Familie und Sexualität allerdings für „heilsame Verunsicherung“ gesorgt, äußerte der Erzbischof von Berlin weiter. Die Kirche müsse nun „Formen und eine Sprache finden, um unsere positive Sicht von Liebe und Sexualität, Ehe und Familie verständlich zum Ausdruck zu bringen“, sagte Woelki. „Wir müssen als Christen eine Alternativgesellschaft bilden“, so der Berliner Kardinal wörtlich. Er stellte dabei klar, er sei „kein Religionswächter, der die Schlafzimmer kontrollieren will“. (fas)

Schweiz
In einem kurzen Statement äußert sich der Bischof von Chur, Vitus Huonder, zu „den Ereignissen rund um die angekündigte Demonstration vom 9. März in St. Gallen“, wie es in einer Presseaussendung des Ordinariats Chur von Freitag heißt. Der Bischof bittet alle Menschen guten Willens, für Frieden und Versöhnung in der Kirche einzustehen. Zur St. Galler Kundgebung nimmt er jedoch nicht explizit Stellung. In Chur kommentiere man diese Kundgebung nicht, erklärte der Mediensprecher des Bistums Chur, Giuseppe Gracia, auf Anfrage. Ursprünglich waren für das genannte Wochenende drei Veranstaltungen angesagt. (kipa)
Die muslimische Eltern eines Kopftuch tragenden Mädchens müssen vor Gericht: Im Kanton St. Gallen müssen sollen kommende Woche die Eltern vor dem Einzelrichter erscheinen, weil sie einen Strafbefehl nicht akzeptierten, heißt es in einer Meldung der Nachrichtenagentur SDA von Freitag. Die Staatsanwaltschaft werfe dem Vater „beispiellose Ignoranz gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung“ vor. Er sei nicht ansatzweise bereit, sich und seine Familie zu integrieren. Gestritten wird um die Frage, ob das muslimische Mädchen mit Kopftuch die Primarschule (Grundschule) besuchen darf. In Gesprächen mit Behörden pochte der Vater immer wieder auf die Religionsfreiheit. (kipa)

Naher Osten

Vereinigte Arabische Emirate
Die größte katholische Pfarrgemeinde der Welt befindet sich in Dubai. Insgesamt 400.000 Katholiken leben in der Pfarrei von der heiligen Maria in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, so der Fidesdienst am Samstag. Die Pfarrkirche mit ihren 1.700 Plätzen sei zu klein für die vielen Gläubigen, die Gottesdienste gerne auch unter der Woche besuchten. Aus diesem Grund würden die Gottesdienste über Lautsprecher und Großbildschirme auf dem Vorplatz der Kirche übertragen. An kirchlichen Feiertagen kämen dort oft über 20.000 Gläubige zusammen. Bei den meisten Mitgliedern der katholischen Gemeinde in Dubai handelt es sich um Zuwanderer aus Indien und den Philippinen. 85 Prozent der Einwohner des Emirats Dubai sind Ausländer. Im ganzen Land gibt es sieben katholische Pfarreien. (fides/pm)

Ozeanien

Papua Neuguinea/Australien
Eine „wahrhaft humane Lösung für das seit Jahren bestehende Problem der Flüchtlinge und Asylbewerber“ fordert die Bischofskonferenz von Papua Neuguinea und den Salomoneninseln. Die Bischöfe reagieren damit auf die Krise im Zentrum für Asylbewerber auf der Insel Manus. Bei den jüngsten Unruhen in dem Zentrum gab es mehrere Tote und Verletzte. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 2.3.2014: Reden über Gott und Welt - Evangelikale und Ökumene

Dienstag Abend 4.3.2014: Erster Teil der neuen Radioakademie im März
Zum 450. Geburtstag von Galileo Galilei - Eine Reihe von Pater Bernd Hagenkord SJ und Gudrun Sailer

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