RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 3.3.2014

Tagesmeldungen vom 3.3.2014

- Papst öffnet Castel-Gandolfo-Park für Besucher -
- Papstsekretär erhält Schlüsselamt im Vatikan -
- Kyrill I. ruft zu Frieden in Ukraine auf -

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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Franziskus öffnet päpstliche Gärten in Castel Gandolfo
Papst Franziskus gibt die Gärten der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo für die Öffentlichkeit  frei. Ab sofort können zahlende Besucher den 55 Hektar großen Park besichtigen, der zu den exterritorialen Besitzungen des Heiligen Stuhles in Italien zählt. Castel Gandolfo diente den Päpsten seit den Zeiten des Barberini-Papstes Urban VIII. (1623-1644) als Sommerresidenz. Franziskus ist der erste Papst seither, der sich entschlossen hat, die Villa nicht zu nutzen. Besuche in den päpstlichen Gärten lassen sich über die Webseite der Vatikanischen Museen buchen. (rv)
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Papst: Mit Gebet gegen „ein Herz voller Geld“
Papst Franziskus bittet um Gebet dafür, dass Berufungen zum Priester- und Ordensleben nicht an den Versuchungen „der Eitelkeit, des Hochmuts, der Macht, des Geldes“ scheitern. Das sagte er am Montag bei seiner Predigt im Vatikan-Gästehaus. Vielen von Gott Berufenen gehe es heute wie dem reichen Mann aus Markus 10, der Jesus nicht nachgefolgt sei, weil „sein Herz voller Geld“ war: „Er war ein guter Mann, aber sein Herz war ans Geld gebunden“, so der Papst: „Das Geld hat statt seiner entschieden.“ (rv)
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Kyrill I. für Frieden in der Ukraine
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. ruft zu Frieden in der Ukraine auf. Es müsse alles getan werden, damit dort keine weiteren unschuldigen Menschen getötet würden, schrieb der Patriarch am Sonntag an die ihm unterstehende ukrainisch-orthodoxe Kirche. Zugleich machte er „politische Streitigkeiten" in Kiew dafür verantwortlich, dass der Fortbestand der Ukraine als einheitlicher Staat bedroht sei. Auf die Billigung eines russischen Militäreinsatzes in dem Nachbarland durch das Parlament in Moskau ging er nicht ein. Die ukrainisch-orthodoxe Kirche hatte Kyrill I. gebeten, seine Stimme gegen eine Militärintervention in der Ukraine zu erheben. (kap)
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Pakistan: „Kein Richter bringt soviel Mut auf“
Das Oberste Gericht in Lahore hat den Start des Prozesses verschoben, bei dem Asia Bibi gegen ihr Todesurteil in die Berufung zieht. Die Christin, eine Mutter von fünf Kindern, sitzt seit 2009 im Gefängnis, weil sie den islamischen Propheten Mohammed beleidigt haben soll. Nach Angaben von Mobeen Shahid, Dozent für Islamisches Denken an der Päpstlichen Lateranuniversität, wurde Asia Bibi in ein Gefängnis im Süden des Landes verlegt; damit sei es für ihre Familie „sehr schwer geworden, sie zu erreichen“. Die Gefangene stehe „unter enormem Stress“ und werde „von ihren Mitgefangenen bedroht“. (rv)
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HINTERGRUND:

Palästina: Hohe Erwartungen an den Papst
In den Palästinensischen Autonomiegebieten hoffen viele Menschen darauf, dass der Besuch des Papstes Ende Mai den stockenden Nahost-Friedensprozess wieder in Fahrt bringt. „Natürlich“ werde sich die Visite auf den Friedensprozess auswirken, sagte der frühere palästinensische Außenminister Nabil Shaath unserem Sender. Nach seinem Dafürhalten sollte der Papst bei seinem Besuch in Betlehem ein „Ende der Konfiszierungen von Land unterstützen, damit die Christen hier in Palästina bleiben und nicht emigrieren“. Shaath gehört dem Komitee der Fatah für den Papstbesuch an. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat seinen Privatsekretär Alfred Xuereb zum Generalsekretär des neuen vatikanischen Wirtschaftssekretariates bestellt. Dieses ist nach Anordnung des Papstes die zentrale Aufsichtsbehörde für alle wirtschaftlichen Angelegenheiten im Bereich des Vatikanstaates und des Heiligen Stuhles. Leiter der vor einer Woche gegründeten Behörde ist der australische Kardinal George Pell. Der aus Malta stammende Priester Xuereb ist bereits der Mittelsmann des Papstes für die Angelegenheiten, die das vatikanische Geldinstitut IOR betreffen. (rv)
Papst Franziskus hat spanische Bischöfe dazu aufgerufen, die Arbeit von Freiwilligen in der Caritas wertzuschätzen. Er freue sich darüber, dass in den letzten Jahren diverse Projekte der spanischen Caritas viel öffentliche Anerkennung gefunden hätten, heißt es in einer Rede des Papstes, die einer Gruppe spanischer Bischöfe auf Ad-Limina-Besuch übergeben wurde. Außerdem ermunterte er die Bischöfe, auch auf den religiösen „Geruchssinn der Herde für die Dinge Gottes“ zu vertrauen. Nicht nur Priester und Ordensleute, sondern auch Laien brächten die Sendung der Kirche voran. (rv)
Papst Franziskus hat Katholiken dazu eingeladen, ihren Glauben durch Exerzitien zu stärken. Wer Einkehrtage gut durchführe, erfahre die Anziehungskraft Gottes und komme „erneuert“ in den Alltag zurück, sagte Franziskus an diesem Montag vor einer Gruppe italienischer Exerzitienleiter. Die Männer und Frauen hätten heute Bedarf danach, Gott nicht bloß vom „Hörensagen“ zu kennen. Gleichzeitig rief der Papst Bischöfe dazu auf, Exerzitienhäuser bereit zu halten, in denen gut ausgebildete Exerzitienleiter mit „lehramtlichen und spirituellen Qualitäten“ wirken. Am kommenden Sonntag beginnt Franziskus selbst seine ersten Fastenexerzitien als Papst. Er begeht sie wie die Päpste vor ihm zusammen mit seinen wichtigsten Kurienmitarbeitern, verfügte aber als Ort einen räumlichen Abstand zum Vatikan: Die Einkehrtage werden in Albano Laziale stattfinden und nicht, wie bisher üblich, im Apostolischen Palast. (rv)

Europa

Deutschland
Kirchliches Lob kommt für zwei Gewinner des „Oscar“, der an diesem Sonntag in Los Angeles über die Bühne ging. Den Preis für den englischen Siegerfilm heimste das Drama „12 Years a Slave“ ein, bester nicht-englischer Film wurde „La Grande Bellezza“ des Italieners Paolo Sorrentino. Der Sklaven-Film analysiert, „was die Sklaverei mit einem Menschen macht“, heißt es im katholischen Fachmedium „Film-Dienst“. Er zeige, wie sich die Rechtlosigkeit und die „Angst vor Gewalt und Willkür in die Körper und in die Seelen einschreiben“. „Etwas Hypnotisches“ attestiert der „Film-Dienst“ den Filmen von Paolo Sorrentino, der nun mit „La Grande Bellezza“ seinen größten Erfolg feierte. Zeitdehnungen und schwindelerregend-elegante Kamerabewegungen seien die Zutaten zu „einer Art halluzinogenem Erfahrungsraum“, der zugleich an große Themen wie Liebe, Identität, und italienischen Verhältnisse gekoppelt sei. (kap)

Großbritannien
Der Londoner Kardinal Vincent Nichols hat eine Reform der britischen Sozialhilfe verlangt. Die derzeitige Art sei für die Empfänger nicht motivierend genug und werde teilweise als Bestrafung empfunden, sagte der katholische Erzbischof von Westminster und Vorsitzender der Bischofskonferenz von England und Wales. „Eine Familie in Not in einem so wohlhabenden Land wie diesem ist eine Blamage, die nicht vorkommen sollte.“ Zwar lehne er die Arbeit der Regierung nicht prinzipiell ab, aber diese könne nicht „um den Preis geschehen, dass man Menschen in Armut stürzt“. (kna)

Island
Die katholische Kirche in Island verzeichnet immer mehr Gläubige. Dies führt mittlerweile zu Platzmangel in einigen Kirchen. Darum fordert der Bischof von Reykjavik, Pierre Bürcher, in einem Hirtenbrief, neue Kirchen zu bauen oder zu kaufen. Die Zahl der Katholiken hat sich im evangelisch geprägten Norden in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Ein Grund dafür sind die Einwanderer, vor allem aus Polen oder den Philippinen. (apic)

Afrika

Südsudan
„Malakal, eine Stadt von 250.000 Einwohnern, ist jetzt völlig ausgestorben, da ist keiner mehr.“ Das sagte die Comboni-Missionarin Elena Balatti der vatikanischen Missions-Nachrichtenagentur „Fides“. Malakal, die Hauptstadt des ölreichen Bundesstaates Oberer Nil, ist immer noch Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Regierungsmilizen und Rebellen des früheren Vizepräsidenten Riek Machar. „Die Einzigen, die man in Malakal sieht, sind die Rebellen“, so die Ordensfrau weiter. Seit Weihnachten sei die Stadt dreimal von den Rebellen angegriffen worden, zuletzt am 18. Februar; nach jedem Angriff hätten viele Bewohner die Stadt verlassen, alle Regierungsgebäude seien mittlerweile „geplündert und abgebrannt“. Im Umfeld von Malakal leben nach Balattis Angaben etwa 20.000 Flüchtlinge aus der Stadt in UNO-Lagern. Die Ordensfrau spricht von vielen Verbrechen, die Rebellen an Zivilisten verübten: „Gewalt gegen Frauen ist ein sehr verbreitetes Verbrechen geworden. Ich habe gerade eine 12-Jährige ins Rote-Kreuz-Hospital gebracht; sie gehörte zu einer Gruppe von neun Mädchen, die in der Christkönig-Kirche vergewaltigt worden sind. Nach Aussagen der Leute, die sich in die Kirche geflüchtet hatten, kamen die Rebellen am 25. Februar dreimal, um die Mädchen zu missbrauchen.“ (fides)

Naher Osten

Israel
In Jerusalem haben am Sonntagnachmittag mehr als eine halbe Million orthodoxer Juden gegen die Ausweitung der Wehrpflicht für Talmudschüler protestiert. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Der Streit um die allgemeine Wehrdienstbefreiung von strengreligiösen Talmudstudenten beschäftigt Israel seit eineinhalb Jahren. Bis dahin galt eine allgemeine Wehrdienstbefreiung für orthodoxe Männer. Israels Oberster Gerichtshof hatte diese Regelung für verfassungswidrig erklärt und die Regierung zu einer Neuordnung der Wehrpflicht aufgefordert. Die Wehrdienstbefreiung galt seit der Staatsgründung 1948, betraf damals aber nur wenige hundert Männer. Heute sind mehrere hunderttausend orthodoxe Juden vom Wehrdienst befreit. (kipa/rv)

Asien

China
Die chinesische Polizei hat in einer landesweiten Aktion mehrere Kinderhändlerringe aufgedeckt. Dies bestätigte das Ministerium für die Öffentliche Sicherheit. Knapp 400 Neugeborene konnten so gerettet werden, wie die Agentur „Asianews“ meldet. Fast 1.100 Menschen wurden festgenommen, einige von ihnen seien geständig. Pro Jahr werden nach einen Bericht des China National Radio zirka 200.000 Kinder entführt. Ein Grund für diese Dimensionen ist die Ein-Kind-Politik. (asianews)

Ozeanien

Australien
Der Verband katholischer Orden in Australien ruft zu einer landesweiten Kampagne für Flüchtlinge auf. Die Freitage der Fasten- und Osterzeit sollten als Tage des Gebets und der Buße begangen werden, teilte der Verband „Catholic Religious Australia“ mit. Die Orden appellieren an Christen, ihre Missbilligung der Asylpolitik in Briefen an ihre Abgeordnete und an Einwanderungsminister Scott Morrison zu bekunden. Die Vorsitzende des Ordensverbands, Annette Cunliffe, verwies zur Begründung auf Ausschreitungen in einem australischen Internierungslager auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus. Dabei waren Mitte Februar ein Asylsuchender aus dem Iran ums Leben gekommen und mehr als 70 Flüchtlinge verletzt worden.
(rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Dienstag Abend 4.3.2014: Erster Teil der neuen Radioakademie im März
Zum 450. Geburtstag von Galileo Galilei - Eine Reihe von Pater Bernd Hagenkord SJ und Gudrun Sailer

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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