RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 5.3.2014

Tagesmeldungen vom 5.3.2014

- „Bringt ihr euren Kindern das Kreuzzeichen bei?“ -
- Vatikan kritisiert Homosexuellengesetz in Uganda -
- Franziskus im Interview einer Tageszeitung -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Generalaudienz: „Kennen eure Kinder das Kreuzzeichen?“
„Kennen eure Kinder und Enkelkinder das Kreuzzeichen?“ Diese Frage stellte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Und weiter fragte sich Franziskus, ob die junge Generation auch das Vaterunser und den Rosenkranz beten könnten. Diese Zeichen gingen in unserer Gesellschaft immer mehr verloren, obwohl sie für den Glauben sehr wichtig seien, so der Papst. Die Bedeutung des Kreuzzeichens oder des Rosenkranzes sei insbesondere in der Fastenzeit wichtig. In seiner Katechese ging der Papst zuerst auf den Aschermittwoch ein, der den Beginn der Fastenzeit markiert. (rv)
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Großes Interview mit dem Papst: In jeder Idealisierung versteckt sich auch eine Aggression
„Ich erzähle euch von meinem ersten Jahr als Papst“: Unter dieser Überschrift ist am Mittwoch im „Corriere della Sera“ ein langes Interview mit Papst Franziskus erschienen. Die Fragen pendelten zwischen Sehnsucht nach Argentinien, der Rolle der Frau in der Kirche, zivile Ehen, Verhütung und den Aufgaben eines emeritierten Papstes. Hier einige Auszüge aus dem Interview in unserer eigenen Übersetzung. (rv)
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Der Vatikan hat das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda kritisiert. Der Präsident des Päpstlichen Friedensrates, Kurienkardinal Peter Turkson, rief Ugandas Staatspräsident Yoweri Museveni auf, die harten Strafen außer Kraft zu setzen. „Homosexuelle sind keine Verbrecher“, sagte der ghanaische Kardinal laut der britischen Zeitung „Catholic Herald“. Schwule und Lesben dürften nicht zu einem Leben in Haft verurteilt werden. Zugleich betonte er, der Vatikan dränge auf eine Fortsetzung der internationalen Hilfe für Uganda. Unter anderem die Weltbank hatte in Reaktion auf das Gesetz einen 90-Millionen-Dollar-Kredit für ein Gesundheitsprogramm auf Eis gelegt. (kna)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Österreich: Landau warnt vor humanitärer Katastrophe in Ukraine
Vor einer humanitären Katastrophe in der Ukraine, die letztlich Auswirkungen auf ganz Europa haben würde, hat Caritaspräsident Michael Landau gewarnt. Von Seiten der politisch Verantwortlichen müsse alles unternommen werden, „damit der Konflikt nicht noch weiter eskaliert“, so Landau am Mittwoch gegenüber der Agentur „Kathpress“. Er sprach von „der größten Bedrohung für die europäische Stabilität und Sicherheit seit dem Ende des Kalten Krieges“. (kap)
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Belgien: König unterzeichnet Gesetz zur Sterbehilfe an Kindern
Es hat alles nichts genützt: König Philipp hat das Gesetz zur Sterbehilfe unterzeichnet. 210.000 Menschen aus aller Welt hatten mit einer Online-Petition versucht, das noch in letzter Minute abzuwenden. Belgien wird damit das erste Land der Welt, das aktive Sterbehilfe auch für Kinder erlaubt, ohne jede Altersgrenze. Das Gesetz sieht vor, dass „unheilbar kranke Kinder mit starken Schmerzen in der letzten Lebensphase“ um das Beenden ihres Lebens bitten können. Die Welt der Palliativmedizin ist erschüttert, sagte im Gespräch mit uns ein belgischer Arzt. (rv)
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In diesem Restaurant dürfen auch Erwachsene essen
„Nach 21 Uhr sind hier keine Kinder mehr willkommen“: Dieses Schild hängt seit sieben Jahren an einem Restaurant in Bagnolo di Mella, Provinz Brescia, Norditalien. Die Tatsache, dass die Gourmet-Pizzeria „Sirani“ und überhaupt eine wachsende Anzahl schicker Restaurants in Norditalien etwas gegen Familien haben, schaffte es unlängst auch in die TV-Hauptnachrichten. Weniger hört man vom Restaurant „Dal Barba“ in Villa Lagarina in der Provinz Trient, ebenfalls Norditalien: Dort sind Kinder mit Behinderung die Hauptpersonen. (rv)
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FASTENBOTSCHAFT 2014:

Durch Armut reich
„Er wurde arm, um uns durch seine Armut reich zu machen“: Diesen Satz aus dem zweiten Korintherbrief legt und Papst Franziskus für die jetzt beginnende Fastenzeit vor. Er verbindet die Gedanken von „Armut Christi“ und „Umkehr“, die grundsätzliche Bewegung, zu der wir in der Vorbereitungszeit auf Ostern aufgerufen sind. Und der Papst fragt: „Was sagt uns heute der Aufruf zur Armut, zu einem Leben in Armut im Sinne des Evangeliums?“ Anders ausgedrückt: Was sagt mir das? Was macht das mit mir? Was meint Paulus in mir, dass arm werden soll?Papst Franziskus hat zur Fastenzeit in diesem Jahr eine Botschaft veröffentlicht, die sie hier nachlesen können

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UNSER FILMTIPP:

Grand Budapest Hotel
Die Geschichte eines fiktiven Grand Hotels in einem pittoresk-imaginären Land, erzählt aus der Perspektive eines Pagen, der auf verzwickten Wegen zum Erben des Anwesens wird. Ein kunstvoll verschachteltes Spiel mit verschiedenen Zeitebenen, inszeniert als überquellender Miniaturkosmos, getragen von einer ausgeklügelten Ausstattung, fantasievollen Kamerafahrten, lakonischem Humor, zahlreichen filmischen Anspielungen und glänzenden Darstellern. Die schwungvoll und leicht melancholisch ausgemalte, bonbonfarbene Fantasiewelt voller dunkler Einschüsse irrealisiert die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts und überführt sie zugleich in einen Möglichkeitsraum. - Sehenswert ab 14. (FilmDienst)
Hier zur Rezension

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Unter den Kandidaten für den Friedensnobelpreis ist in diesem Jahr auch Papst Franziskus. Das wurde an diesem Mittwoch in Oslo bekannt. Insgesamt wurden 278 Persönlichkeiten für die Auszeichnung vorgeschlagen, darunter der frühere NSA-Mitarbeiter Edward Snowdon und der russische Präsident Vladimir Putin. Von den 278 Vorgeschlagenen sind 47 keine physischen Personen, sondern Organisationen. Das Nobelpreiskomitee erklärt nie öffentlich, wer genau jemanden für den Nobelpreis vorgeschlagen hat. (ansa)

Europa

Deutschland
Der scheidende Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Robert Zollitsch sieht die Kirche vor Bewährungsproben. Sie müsse in der Gesellschaft verstärkt für mehr Ansehen kämpfen. Diskussionen, wie um den Limburger Bischof, schadeten der Glaubwürdigkeit der Kirche. Die Kollateraldebatte um die Kirchenfinanzen hätte diese Krise weiter verschärft, so Zollitsch. Innerkirchlich sieht der emeritierte Erzbischof von Freiburg jedoch Fortschritte. Der Dialogprozess habe zu einer neuen Gesprächskultur in der Bischofskonferenz geführt. (kna)
Nach einer Studie des Deutschen Spendenrates haben die katholische Kirche und ihre Hilfsorganisationen im vergangenen Jahr weniger Spenden erhalten. Die Deutschen hätten 557 Millionen Euro an die Kirche gespendet. Das sind 40 Millionen weniger als im Jahr 2012. Als Grund nannte die Geschäftführerin des Spendenrates, Daniela Felser, unter anderem die Situation im Bistum Limburg. Bei evangelischen Organisationen sei das Spenden aufkommen hingegen leicht gestiegen. In Deutschland stieg das Spendenvolumen insgesamt an. Noch nie hätten so viele Menschen gespendet. (kna)

Ungarn
Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. wurde vom ungarischen Staat und der katholischen Kirche Ungarns mit einer der höchsten Ehrungen bedacht. Grund für seine Reise war die Unterzeichnung eines Vertrags mit der ungarischen Regierung. Der Vertrag beinhaltet eine Vertiefung der Staat-Kirche-Beziehung. In seinem Grußwort hob Primas Kardinal Peter Erdö die Verdienst des Patriarchen hervor. Seit dem ersten Treffen im Jahre 2000 seien zahlreiche Fortschritte im Dialog zwischen katholischer und orthodoxer Kirche festzustellen. (kap)

Ukraine
Die geplante 16. Generalversammlung der Ordensoberen Europas wurde abgesagt. Die Versammlung der Union der Europäischen Konferenz der Höheren Ordensoberen hätte in Kiew stattfinden sollen. Der Präsident der Union, Pater Giovanni Peragine, teilte die Entscheidung in einem Brief mit. Es sei eine „schmerzhafte Entscheidung“ gewesen. Dennoch könne man angesichts der Lage einen ruhigen und sicheren Ablauf der Konferenz nicht garantieren. (pm)

Türkei
Seit 50 Jahren arbeiten die orthodoxen Kirchen an einem neuen Konzil, dem achten nach eigener Zählung. Bislang hat es noch keine Einigung gegeben, es geht vor allem um strittige Fragen des Procederes und der Tagesordnung. An diesem Mittwoch eröffnete nun der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. eine Versammlung der Oberhäupter aller unabhängigen („autokephalen“) orthodoxen Kirchen („Synaxis“) in Istanbul. Angereist ist unter anderem der Moskauer Patriarch Kyrill I. Die Tagung wird vom Ukraine-Konflikt und der offen zutage getretenen Parteienbildung innerhalb des Einflussbereichs des Moskauer Patriarchats überschattet. In allen Bereichen bestehen tiefe Auffassungsunterschiede unter den autokephalen orthodoxen Kirchen, vor allem zwischen den Patriarchaten von Konstantinopel und von Moskau. Die „Synaxis“ endet am kommenden Sonntag. (kap)

Afrika

Mosambik
Über 300.000 Menschen sind im Süden von Mosambik von Hungersnot betroffen. Der Hunger betrifft vor allem die südlichen Regionen des afrikanischen Landes; Ursachen sind Dürre, Überschwemmungen und Insektenbefall. Zudem wurden Teile der Ernte von wilden Tieren, darunter Elefanten und Seepferden verwüstet. Wie die lokalen Behörden mitteilen, plant die Regierung neue Initiativen zur Förderung der Lebensmittelproduktion. Darunter auch die Vergabe von Finanzhilfen für den Kauf von Dünger und landwirtschaftlichen Geräten und die Bewässerung der Felder. (fides)

Benin
„Damit ein interreligiöser Dialog zustande kommt, müssen vier Bedingungen erfüllt sein: Jeder muss eine klare Vorstellung von seiner eigenen Religion haben, die Partner müssen eine gemeinsame Sprache sprechen, keiner darf pfuschen beim Darstellen der eigenen Religion, und jeder muss sich wirklich bemühen, die Position des anderen zu verstehen.“ Das sagte Kardinal Jean-Louis Tauran jetzt im Gespräch mit Radio Vatikan. Der Verantwortliche des Vatikans für interreligiösen Dialog hat sich in den letzten Tagen in Benin aufgehalten. Schwierigkeiten sieht der französische Kurienkardinal noch im Verhältnis zu den traditionellen afrikanischen Religionen. Es sei „sehr schwer, wirklich den Inhalt zu verstehen, weil vieles daran geheim ist“. (rv)

Amerika

Brasilien
Gegen den Menschenhandel richtet sich dieses Mal die große „Kampagne der Brüderlichkeit“. Die größte Fastenaktion ihrer Art in Lateinamerika wird an diesem Aschermittwoch von den brasilianischen Bischöfen in Gang gesetzt. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“, dieses Zitat aus dem Galaterbrief ist das Motto der Aktion. Papst Franziskus hat eine Botschaft zur Kampagne beigesteuert. „Man kann nicht gleichgültig bleiben, wenn man hört, dass Menschen wie Waren gekauft und verkauft werden“, schreibt er darin. „Ihr könnt euch sicher sein: Wenn ich die menschliche Würde eines anderen beleidige, dann habe ich vorher schon meine eigene verkauft“. (rv)

Vereinte Nationen

In einem großen Topf mixe man Solidarität, Mitgefühl und Großzügigkeit, und dann füge man einen großen Löffel Liebe hinzu. Das sei das Rezept, das die Caritas für die Fastenspeise in diesem Jahr anbiete. Vorgestellt wird sie vom Präsidenten von Caritas International, Kardinal Oscar Rodríguez Maradiaga, dem Erzbischof von Tegucigalpa, in einem Youtube-Video. Es sei das Grundrezept der Caritas, um den Hunger zu besiegen. Als eine Menschheitsfamilie seien wir aufgerufen, Papst Franziskus und seinem Aufruf zu folgen, uns zu Gerechtigkeit, Gleichheit, Einfachheit und Teilen zu bekehren. Man wolle dieses Rezept mit allen Schwestern und Brüdern auf der ganzen Welt teilen, schließt der Kardinal seine Video-Fastenbotschaft. (rv)
Hier sehen Sie das Video (Englisch)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 9.3.2014: Menschen in der Zeit - von Aldo Parmeggiani
Volker Schlöndorff

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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