RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 7.3.2014

Tagesmeldungen vom 7.3.2014

- Papst: Spaltung der Kirchen nicht hinnehmbar -
- Panorthodoxes Konzil in Vorbereitung -
- Benedikt XVI. spricht über seinen Vorgänger -

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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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BLICKPUNKT ÖKUMENE:

Papst trifft Weltkirchenrat: „Trennung nicht hinnehmbar“
Die Trennung der Christen darf nicht einfach akzeptiert werden, „als ob es sich um eine hinnehmbare historische Tatsache” handele. Das sagte Papst Franziskus an diesem Freitagvormittag einer Delegation des Weltkirchenrates (ÖRK) im Vatikan. Unter der Leitung des Generalsekretärs des ÖRK, Olav Fykse Tveit, sprach die Delegation aus Genf über die Entwicklung der ökumenischen Gespräche. Der Papst betonte, wie wichtig dieser Dialog sei. Papst Franziskus habe in seinem ersten Pontifikatsjahr der Ökumene neue Impulse geben, sagt Fykse Tveit gegenüber Radio Vatikan. (rv)
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Durchbruch in Konstantinopel?
In Istanbul hat der Gipfel der 15 orthodoxen Kirchenführer begonnen. Bis Sonntag wollen sie am Amtssitz von Patriarch Bartholomaios, dem „Phanar“, die Einberufung eines großen orthodoxen Konzils vorbereiten. Die Erwartungen an den Kirchengipfel, eine so genannte „Synaxis“, sind hoch. Die russisch-orthodoxe Kirche, vertreten durch ihren Außenamtschef Metropolit Hilarion, zeigt offenbar Bereitschaft, die Vorbereitungen zum Konzil deutlich zu beschleunigen. Ein solches Konzil, das schon seit einem halben Jahrhundert vorbereitet oder gefordert wird, wäre erst das achte in der Geschichte der orthodoxen Kirchen. (kap/or/rv)
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BLICKPUNKT VATIKAN:

Benedikt XVI.: „Ich wusste dass er ein Heiliger war“
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. wusste schon zu Lebzeiten von Papst Johannes Paul II., dass dieser ein Heiliger sei. Auszüge aus dem Interview mit Benedikt XVI. veröffentlichte der „Corriere della Sera“ am Freitag. Der polnische Journalist Wlodzimierz Redzioch hatte Benedikt XVI. für sein Buch anlässlich der Heiligsprechung des seligen Johannes Pauls II. interviewt. Als Hauptkriterium der Heiligkeit nannte er seinen „Mut zur Wahrheit“. „Nur mit seiner Beziehung zu Gott kann man seinen unermüdlichen pastoralen Einsatz verstehen. Er hat aus dem Glauben heraus und aufgrund seiner Überzeugung gehandelt, die man sich anders nicht erklären kann“, so der emeritierte Papst. „Johannes Paul II. hat hat aus seinem Glauben heraus und aufgrund seiner Überzeugung gehandelt“, so Benedikt XVI. Es ist das erste Interview von Papst Benedikt XVI. seit seinem Rücktritt im Februar 2013. (kna)
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Papstpredigt: „Das schwierigste Fasten ist das Fasten der Güte“
Das Christentum ist kein Regelwerk, keine Liste von Vorschriften, keine Religion für Heuchler. Das sagte Papst Franziskus an diesem Freitag bei seiner Frühmesse im Vatikan. Er bezog sich auf ein Streitgespräch Jesu mit Schriftgelehrten, von dem das Tagesevangelium berichtet.Das Fasten, das der Herr wünsche, sei das Fasten, „das sich um den Bruder kümmert und sich seiner nicht schämt“. „Das schwierigste Fasten ist das Fasten der Güte“, so Franziskus wörtlich. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Vatikan hat die Katholiken in aller Welt zu finanzieller Hilfe für Christen im Heiligen Land aufgerufen. Die Situation in den Ursprungsländern des Christentums sei sehr delikat und habe sich in jüngster Zeit deutlich zugespitzt, heißt es in einem Aufruf der Ostkirchenkongregation vom Freitag. Zum israelisch-palästinensischen Konflikt kämen die angespannte Lage in Ägypten und insbesondere die Tragödie in Syrien samt den Flüchtlingsströmen vor allem nach Jordanien und in den Libanon. Im Auftrag von Papst Franziskus rief der Präfekt der Kongregation, Kardinal Leonardo Sandri, die Bischöfe und Gläubigen in aller Welt auf, bei der traditionellen Heilig-Land-Kollekte am Karfreitag ihre Solidarität zu bekunden. Die gravierende soziale Unsicherheit und der Krieg störten auf allen Ebenen das ohnehin fragile Gleichgewicht der gesamten Region, heißt es dort. (kna)
Ein Streik israelischer Diplomaten bringt die Vorbereitungen für die Papstreise ins Heilige Land in Schwierigkeiten. Der Streik stelle „ein Problem“ dar, bestätigte Vatikansprecher Federico Lombardi. Dennoch halte der Vatikan an der Reise vom 24. bis 26. Mai fest, zu einer Absage sehe er keinen Anlass. Zwar sei das Außenministerium eines Gastlandes ein wichtiger Partner bei der Vorbereitung einer Papstreise, aber auch bei weitem nicht der einzige, so Lombardi. „Hier geht alles seinen Gang, wir arbeiten an der Vorbereitung weiter“, bestätigte der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, der Nachrichtenagentur „Ansa“. (afp/ansa)

Europa

Deutschland
Alle Katholiken des Erzbistums Köln können nun Vorschläge machen für einen neuen Erzbischof. Diese könnten „die Menschen direkt an mich schicken“, sagte Dompropst Norbert Feldhoff dem Kölner Express. Das Domkapitel, das dem Papst drei Namen vorschlägt, tage zwar geheim. „Aber wir wollen ausdrücklich die Vorstellungen des Kirchenvolks des Erzbistums in unsere Überlegungen einbeziehen“, so Feldhoff. Die Katholiken sollen laut Feldhoff benennen, welche Eigenschaften und Überzeugungen des künftigen Erzbischofs besonders wichtig seien und welcher Geistlicher dieses Amt überzeugend ausfüllen könne. Das Domkapitel werde die Vorschläge würdigen. (kna)
Kardinal Joachim Meisner will sich gegenüber seinem Nachfolger Zurückhaltung auferlegen. Das sagte der frühere Erzbischof von Köln bei einer Pressekonferenz. Er wolle nur Rat erteilen, wenn er darum gebeten werde. Meisner wörtlich: „Ich bin nicht der Überbischof, sondern ich bin der Altbischof.“ Papst Franziskus hat in der vergangenen Woche der Bitte Meisners um Rücktritt als Erzbischof von Köln entsprochen. Der 80-jährige Meisner beging am 12. Februar sein 25-jähriges Dienstjubiläum in Köln. Für Sonntag ist eine Abschiedsfeier für ihn geplant. Das Kölner Domkapitel erklärt, in den Prozess der Suche nach einem neuen Kölner Erzbischof wolle es auch Laien einbinden. (domradio)
Die Ortskirchen seien im Dialog mit Rom oft feige. Das sagte der Mainzer Kardinal Karl Lehmann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Kardinal forderte mehr Zivilcourage im innerkirchlichen Dialog. „Wir beklagen manchmal eine übergroße Macht Roms. Aber „Rom“ ist in vielem so stark, weil wir so schwach sind.“ Papst Franziskus ermutige auch die Kirche in Deutschland zu mehr besonnenem Mut. In der Frage nach Erneuerung dürfe man vom Papst auch nicht alles erwarten. Alles, was der Papst anrege, „muss uns dazu führen dass wir selbst ein introvertiertes Kirchenbewusstsein und eine fade Bequemlichkeit bloß überkommenen Glaubens überwinden. Sonst lassen wir ihn im Regen stehen“, so der Kardinal. Man habe in Deutschland durch engagierte Frauen und Männer sehr große Möglichkeiten einer Erneuerung und Verlebendigung des Glaubens. (kna)
Künstlich gezeugte Kinder dürfe man nicht herabwürdigen. Das betonte der Dresdner Bischof Heiner Koch laut KNA. Es sei völlig inakzeptabel, diese Kinder abzuqualifizieren. Mit dieser Stellungnahme kritisiert der Bischof die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff. Diese hatte am Sonntag einen Vortrag in Dresden gehalten. Unter dem Titel „Von der Machbarkeit des Menschen“ verurteilte die Schriftstellerin unter anderem die künstliche Befruchtung. Die Kinder seien „als Halbwesen anzusehen. Nicht ganz echt sind sie in meinen Augen, sondern zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas“, so Lewitscharoff. Bei der Kritik der Kirche an der künstlichen Befruchtung sei der Grundgedanke leitend, dass Kinder aus der liebevollen Partnerschaft ihrer Mutter und ihres Vaters gezeugt, geboren und herangebildet werden sollen, so der Koch weiter. Dennoch „verdienen alle Kinder Liebe und Zuneigung, denn jedes Kind ist ein Geschenk Gottes.“ (kna)
Der Evangelischen Kirche geht die Jugend verloren. Das geht aus der EKD-Mitgliedschaftsstudie hervor, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. So bestehe die Gefahr, dass aus der Volkskirche eine „Seniorenkirche“ würde, so die Studie. Lediglich 22 Prozent der 14 bis 21-Jährigen fühlten sich der Kirche verbunden. Fast 20 Prozent der Jugendlichen hätten eine Austrittsabsicht. Nur noch die Hälfte aller Mitglieder unter 30 Jahren würden religiös erzogen werden. Die Tendenz sei weiter sinkend. „Fehlende religiöse Erfahrung, kombiniert mit abnehmenden religiösen Wissen, führen möglicherweise dazu, dass viele (gerade jüngere) Menschen ein Leben ohne Religion als Selbstverständlich erscheint.“ Zudem sei festzustellen, dass die Zahlen der Gottesdienstbesucher gesunken sei Durchschnittlich kamen 2011 noch nicht einmal vier Prozent der Mitglieder in die Gottesdienste. Die Mitgliederstudie wird alle zehn Jahre durchgeführt. 3.000 Menschen wurden befragt. (idea)

Naher Osten

Nahost
Die Caritas Jerusalem engagiert sich für die Wasserversorgung in den autonomen Palästinenser-Gebieten. In der Ortschaft Ain Arik bei Ramallah hat sie zwei Wassertanks gebaut; sie sollen der Trinkwasserversorgung und landwirtschaftlichen Produktion in dem Ort dienen, wo es immer wieder zu Wasser-Engpässen kommt. Das Projekt wurde im Juni 2013 auf den Weg gebracht und konnte innerhalb von sieben Monaten fertig gestellt werden; nach Caritas-Schätzung werden etwa achtzig Familien davon profitieren. Durch das Projekt konnten auch Arbeitsplätze für 13 jugendliche Arbeitslose geschaffen werden, so die Caritas. (fides)

Syrien
Die Christen in der Provinz Jazira im Nordosten Syriens sind gegen die Bildung einer autonomen Kurdenregion. Das sagte der syrisch-katholische Erzbischof von Hassakè-Nisibi, Jacques Behnan Hindo, dem vatikanischen Fides-Infodienst. „Jede Änderung dieser Art in der Region muss einvernehmlich von den drei Komponenten der örtlichen Bevölkerung gebilligt werden, also Kurden, Christen und Muslimen“, so der Erzbischof. Dass syrische Kurden auch drei Christen in ein eigenes Kabinett aus zwanzig Ministern aufnehmen wollten, sei ein „Versuch, Zustimmung zu bekommen“. Die drei Christen repräsentierten aber nicht ihre Gemeinschaft, sondern „nur sich selbst“. Hindo sieht rund um die Städte Qamishli und Hassakè auch nicht viele Befürworter einer kurdischen Autonomie. (rv)

Amerika

Vereinigte Staaten
Die Aussage über Homosexuelle war das Papstzitat des Jahres. Das geht aus einer Medienanalyse des Washingtoner Pew Research Centers hervor. Auf dem Rückflug vom Weltjugendtag hatte der Papst gesagt, er wolle Homosexuelle nicht verurteilen. Nach Auswertung der US-Online Medien wurde Papst Franziskus in diesem Zusammenhang 2.600 Mal erwähnt. Nach seiner Wahl im März wurde er nur 1.600 mal erwähnt. Positiv wurde auch das Papstinterview mit der Jesuitenzeitschrift im September aufgenommen. Auf Twitter findet der Papst eine überwiegend positive Resonanz. Nur fünf Prozent würden negative Kommentare schreiben, so die Studie. Allein Barack Obama, Baschar al-Assad und Nelson Mandela wurden im letzten Jahr öfter erwähnt als der Papst. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 9.3.2014: Menschen in der Zeit - von Aldo Parmeggiani
Volker Schlöndorff

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