RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 8.3.2014

Tagesmeldungen vom 8.3.2014

- Marx wird Koordinator des Wirtschaftsrats -
- Papstkenner: „Franziskus ist kein Marxist“ -
- Vatikan setzt auf Verhandlungen in der Ukraine
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst ernennt 15 Mitglieder des Wirtschaftsrats
Kardinal Reinhard Marx ist von Papst Franziskus zum Koordinator des neuen Wirtschaftsrates ernannt worden. Der Vatikan gab die 15 Mitglieder des Gremiums, das den bisherigen Kardinalsrat für Wirtschafts- und Finanzfragen ersetzt, an diesem Samstag bekannt. Im neuen Rat sitzen jeweils acht Kardinäle und sieben Wirtschaftsexperten. Sechs Kardinäle des neuen Rates waren Mitglieder des bisherigen 15-köpfigen Gremiums. Ein neues Gesicht ist in diesem Bereich der Münchner Erzbischof, der aus dem Kardinalsrat zur Kurienreform in das Gremium kommt. Das Verhältnis zwischen dem neuen Wirtschaftsrat und dem Sekretariat für Wirtschaftsfragen von Kardinal Georg Pell werde noch in weiteren Statuten geklärt, so eine Pressemeldung des Vatikan. Der Wirtschaftsrat ist ab sofort aktiv. Das erste Treffen der Mitglieder ist für Mai geplant. (rv)
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Vatikan setzt auf Verhandlungslösung in der Ukraine
Eine Lösung für die derzeitige Krise in der Ukraine ist nur durch Verhandlungen möglich. Das sagt der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Er hoffe, dass die Gespräche bald aufgenommen werden, denn die Lage sei besorgniserregend. Parolin sprach am Freitagabend am Rande einer Buchvorstellung bei der französischen Botschaft beim Heiligen Stuhl. Der Chef der vatikanischen Diplomatie bezeichnete als wünschenswert zu diesem Thema auch einen Austausch mit dem Moskauer Patriarchat aufzubauen. Eine Lösung im Konflikt um die Zukunft der Ukraine und deren Halbinsel Krim ist derweil nicht abzusehen. Trotz den vielen internationalen diplomatischen Bemühungen scheinen sich die Fronten in den vergangen Tagen eher verhärtet zu haben. (rv/imedia)
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Papst Franziskus und der Marxismus
Auch nach nur einem Jahr Pontifikat muss sich Papst Franziskus bereits mit ernstzunehmenden Vorurteilen auseinandersetzen. Das bedauert ein langjähriger Freund des Papstes. Der Jesuitenpater Humberto Miguel Yáñez doziert an der Päpstlichen Universität Gregoriana Moraltheologie. Im Gespräch mit Radio Vatikan ging er auf die vor allem in den USA im Umlauf befindlichen Urteile ein, Franziskus sei ein Marxist. „Nur weil der Papst in seinem Schreiben ,Evangelii gaudium´ auf die Gefahren einer „wilden Wirtschaft“ hinweist, ist der Heilige Vater noch lange kein Marxist“, so der Jesuitenpater. Er ist in den Orden des heiligen Ignatius eingetreten, als der heutige Papst Provinzial des Ordens in Argentinien war. Das war 1975. „Echte Marxisten wären sicherlich nicht einverstanden damit, anhand von ,Evangelii gaudium´ den Papst als einer der ihren zu bezeichnen“, so Pater Yáñez. (rv)
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Weltfrauentag: „Gewalt wird gelernt“
Jede dritte Frau in Europa hat Gewalt selbst erlebt. Zum Welttag der Frauen an diesem Samstag weist eine Studie nach, wie verbreitet häusliche und sexuelle Gewalt immer noch ist: Jede zehnte Frau zwischen 18 und 74 Jahren hat seit ihrem 15. Lebensjahr sexuelle Gewalt erfahren, jede zwanzigste wurde vergewaltigt. Die katholischen Frauen fordern deswegen mehr Rechtssicherheit für Opfer. Anne Rossenbach, Pressesprecherin des Sozialdienstes Katholischer Frauen, weist im Gespräch mit dem Kölner Domradio darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen keine Frage mangelnden gesellschaftlichen Fortschritts ist. Den Grund für die Häufigkeit von Gewalt gegen Frauen macht Rossenbach dort fest, wo sie stattfindet: In den Familien und im gesellschaftlichen Umfeld. (domradio)
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UNSER BUCHTIPP:

Papst Franziskus – Das erste Jahr mit dem Papst. Mein Tagebuch
Wer den Newsletter von Radio Vatikan verfolgt und vielleicht auch sonst in Internet unterwegs ist, der wird auf den Radiovatikan-Blog gestoßen sein. Die Sendungen und die Themen begleitet schreibt unser Redaktionsleiter Pater Bernd Hagenkord Kommentare, Beobachtungen und lädt zum Kommentieren ein. Die Artikel des vergangenen Jahres – des ersten Jahres mit Papst Franziskus – sind nun in Buchform erschienen. Das Buch ist im Benno Verlag erschienen und kostet etwa 13 Euro. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

In einer Welt, in der die Wirtschaft des Ausschlusses und der Ungerechtigkeit herrscht, sind Ordensgemeinschaften „Protagonisten des Gabenschenkens“. Das schreibt Papst Franziskus in einer Botschaft an die Teilnehmer des Symposiums der Ordenskongregation, die sich um das Thema Geld bei Ordensgemeinschaften auseinandersetzt. Die Tagung findet an diesem Samstag in Rom statt. Die Logik der Schenkung sei ein Grundpfeiler des Ordenslebens, so der Papst in seiner Botschaft an den Präfekten der Ordenskongregation, Kardinal João Braz de Aviz. Jede Ordensgemeinschaft müsse besonders darauf achten, mit Geld und materiellen Reichtümer „mit Sorgfalt und Transparenz“ umzugehen. Durch ihr Beispiel seien sie Vorbild auch außerhalb der Kirche in den Bereichen der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, so der Papst. (rv)
Bewegungen und katholische Vereine sind keine Konkurrenz für Pfarreien. Das betonte Papst Franziskus in einer Botschaft an die Teilnehmer einer Konferenz des Bistums Rom. Das Thema des Treffens an der Lateranuniversität lautete: „Die Mission der christlichen Laien in der Stadt“. Katholische Vereinigungen seien eine „Gabe für die Kirche“, gerade weil es „so verschiedene und dynamische“ Gruppen gäbe, so der Papst. Es sei wichtig, dass es eine „vitale Beziehungen“ mit den diözesanen Einrichtungen und Pfarreien gäbe, jeder getaufte Christ sei „ein Protagonist“ der Glaubensverkündung, schreibt Papst Franziskus. Die Botschaft wurde am Freitag veröffentlicht. (rv/agi)
Der Papst hat sich über Lage in Homs informiert: Am Freitag empfing er den melkitischen Erzbischof der belagerten Stadt Homs, Jean-Abdo Arbach, in Audienz. Franziskus sei sehr besorgt über die Zukunft des Landes und über die Situation der Christen, sagte der Bischof anschließend gegenüber Radio Vatikan. Er habe den Papst bei dem 15-minütigen Gespräch vor allem über die humanitäre Situation in Syrien und über das Leiden der christlichen Gemeinden informiert, so Arbach. Der Papst habe „mit großer Aufmerksamkeit zugehört und mir das Gefühl von Frieden und Ruhe vermittelt“. Franziskus sei sehr sensibel für das Leiden der Menschen. Hohe Bedeutung messe er dem Gebet und der Hoffnung der Christen bei, deren Arbeit und Beitrag in Syrien wie im ganzen Nahen Osten er unterstütze, sagte der Erzbischof von Homs. (rv/kna)
Der niederländische Vatikandiplomat Hubertus Matheus Maria van Megen ist neuer Nuntius im Sudan. Das teilte der vatikanische Pressesaal an diesem Samstag mit. Der 53-jährige Niederländer stammt aus dem Bistum Roermond. Er war bisher bei den Vatikanvertretungen in Malawi und Sambia. Im Sudan war er bereits von 1994 bis 1998 Sekretär des Nuntius gewesen und kennt somit die politische Lage sowie die Situation der Kirche gut. Der damalige Nuntius im Sudan war der deutsche Vatikandiplomat Erwin Ender. Van Megen war auch an den Nuntiaturen in Brasilien, Israel, der Slowakei und in Genf tätig. Van Megen ist nur für den Sudan und nicht für den seit 2011 existierenden Südsudan zuständig. Der Heilige Stuhl hatte für den bisher jüngsten Staat der Welt einen eigenen Botschafter ernannt. (rv)
„Das ist die Herausforderung für christliche Paare: zusammen bleiben, sich für immer lieben können und zwar so, dass die Liebe wächst.“ Das schreibt Papst Franziskus in seinem Tages-Tweet auf Twitter an diesem Samstag.  Vor wenigen Tagen hatte Franziskus der italienischen Tageszeitung „Corriere della sera“ im Interview gesagt, dass sich die Kirche im Bereich der Familie noch mehr engagieren müsse. Wörtlich sagte er, dass die Familie „eine sehr ernsthafte Krise“ durchmache. Es gäbe viele getrennte Familien, deren Projekt eines gemeinsamen Lebens gescheitert seien. Die katholische Kirche müsse „eine Antwort geben.“ (rv)

Afrika

Ägypten
Immer mehr christliche Frauen werden entführt und gezwungen, zum Islam zu konvertieren. Das sagt der Gründer des Verbandes für Entführungsopfer, Ebram Louis. Vor der Revolution im Jahr 2011 seien durchschnittlich pro Jahr fünf junge Frauen verschwunden. Seit dem Sturz Hosni Mubaraks seien die Zahlen sprunghaft angestiegen. Jetzt würden pro Monat fünfzehn Entführungsfälle vorliegen. 40 Prozent aller Frauen würden zuerst entführt, vergewaltigt und danach gezwungen, ihren Peiniger zu heiraten. Zuvor müssten diese allerdings zum Islam konvertieren. Die hohe Anzahl der Entführungen überzeuge Anwälte, Aktivisten und Priester davon, dass eine Organisation dahinter stecke. „In Ägypten gibt es viele islamische Zellen, die sich allein auf die Entführung koptischer Frauen konzentrieren“, so der Anwalt Said Fayez. Er berichtet auch von entkommen Frauen, die zu ihrem alten Glauben zurückkehren wollten. (rv)

Amerika

Paraguay
Die Bischöfe fordern ein endgültiges Urteil für eine Reihe von inhaftierten Bauern. Das geht aus der Fastenbotschaft der paraguayischen Bischöfe hervor. Die Bauern waren 2012 nach dem Aufstand gegen den Staat festgenommen worden. Seit zwanzig Tagen befinden sich diese im Hungerstreik. Sie hatten dagegen demonstriert, von einem großen Agrarunternehmen vertrieben worden zu sein. Dies sei eine große Bedrohung für die Gesundheit, für die Integrität und für die bäuerliche Kultur, so die Bischöfe in ihrem Schreiben. Zudem beklagen sie sich über die Verwahrlosung der einheimische Bevölkerung, den Ruin des nationalen Bildungssystems und den moralischen Verfall. Katholische Privatschulen spielen eine Schlüsselrolle in der Bildung der ärmeren Bevölkerung. Der Staat solle finanzielle Mittel daher nicht nur öffentlichen Schulen zukommen lassen. (rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 9.3.2014: Menschen in der Zeit - von Aldo Parmeggiani
Volker Schlöndorff

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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