RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 10.3.2014

Tagesmeldungen vom 10.3.2014

- Papst besucht im August Südkorea -
- Entführte syrische Ordensfrauen frei -
- Unsere Interviews: Walter Kasper, Alfred Xuereb -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst besucht im August Südkorea
Papst Franziskus wird vom 14. bis 18. August Südkorea besuchen. Das bestätigte Vatikansprecher Federico Lombardi an diesem Montag. Der Papst wird am 7. Kirchlichen Jugendtreffen Asiens im Bistum Daejeon teilnehmen. Der Erzbischof von Seoul, Kardinal Yeom Soo-jung, erklärt, er sei „dem Papst sehr dankbar, dass er an die jungen Leute Asiens und an Koreas Katholiken denkt und deswegen diese weite Reise auf sich nimmt“. Der Besuch sei „eine große Freude und ein Segen für unser Land“, er könne zu Frieden und Versöhnung auf der koreanischen Halbinsel beitragen. (rv/ansa)
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Syrien: Jubel nach Befreiung der 13 Nonnen
Nun ist es bestätigt: Die 13 orthodoxen Nonnen in Syrien sind frei. Sie waren vor drei Monaten aus dem Thekla-Kloster bei Maalula entführt worden. Die Ortschaft liegt im Nordwesten von Damaskus. Die befreiten Nonnen befinden sich derzeit im Libanon und wollen nun zurück nach Syrien. Die Nachricht ihrer Befreiung sei von der gesamten christlichen Gemeinschaft in Syrien „mit Freude“ aufgenommen worden, sagte uns eine Sprecherin von „Kirche in Not“. (rv)
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Papst in Exerzitien - Arbeiten im Vatikan gehen weiter
Papst Franziskus und die Präfekten und Leiter der verschiedenen vatikanischen Dikasterien haben an diesem Montagmorgen die fünftägige Fastenexerzitien in Ariccia begonnen. Derweil geht die Arbeit im Vatikan trotz Abwesenheit des Papstes und der römischen Kurienleiter wie gewohnt weiter. Es finden zwar bis Freitag keine Audienzen und öffentlichen Treffen des Papstes statt, doch die einzelnen Kurienbüros setzen ihre Arbeiten wie gewohnt fort. (rv)
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UNSERE INTERVIEWS:

Kardinal Kasper: „Ich kann mir keine Situation vorstellen, wo Fehler nicht vergeben werden können“
Er wolle nicht die Lehre der Kirche ändern, sondern diese auf die konkreten Lebensumstände anwenden. So beschreibt Kardinal Walter Kasper das Statement, das er zum Einstieg in die inhaltliche Arbeit des Konsistoriums vor zwei Wochen vorgetragen hat. Als er vom Papst gebeten wurde, zum Thema Familie ein längeres Statement vor den Kardinälen zu halten, hat er den Papst gewarnt, er habe seine eigenen Ansichten. Aber der Papst habe eine Debatte gewollt, in der verschiedene Sichtweisen auf den Tisch kommen und diskutiert werden. Das Statement von Kardinal Walter Kasper ist an diesem Montag auf deutsch als Buch erschienen, es heißt „Das Evangelium von der Familie“. Wir sprachen mit ihm ausführlich darüber. (rv)
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Papstsekretär: „Ein Jahr voller Emotionen“
Sein erster Arbeitstag als neuer Papstsekretär von Franziskus begann mit einem Scherz: Als der Malteser Alfred Xuereb in der Casa Santa Marta ankam, hielt der Papst einen Brief in der Hand und sagte: „Wir haben ein Problem! Jemand hat anscheinend nicht gut über dich gesprochen.” Es stellte sich heraus, dass es das Empfehlungsschreiben von Papst Benedikt XVI. war, und Franziskus machte sich darüber lustig, dass dieser Xuereb „loswerden“ wollte. Diese Anekdote erzählt Xuereb im Gespräch mit Radio Vatikan zum ersten Pontifikatsjahr von Papst Franziskus. Benedikt XVI. sei für ihn „wie ein Vater“ gewesen, doch habe er sehr schnell vom emeritierten zum neugewählten Papst wechseln müssen: „Man sagte mir, dass er niemand hatte und alle Briefe selber öffnete...“ (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

VatikanInnerhalb eines Jahres hat Franziskus das Verhältnis zwischen Papst und Gläubigen revolutioniert. Das ist das Fazit des Präsidenten des vatikanischen Dikasteriums für Gesetzestexte, Kardinal Francesco Coccopalmiero. Papst Franziskus habe „ein besonderes Verständnis für die Sakralität des Papsttums“, fügt der italienische Kurienkardinal an. Diese Sakralität sei im Gegensatz zu früher jedoch auf die Begegnung konzentriert und nicht auf das Verhältnis zwischen Papst und Gläubigen. Dies habe aber auch zu Kritik geführt, so Coccopalmiero gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur „Ansa“. Es sei legitim, auch die bisherige Sakralität des Papsttums hochzuhalten. Benedikt XVI. wiederum habe „bewiesen“, dass das Papstamt nicht unbedingt auf Lebzeiten gedacht, sondern an das Gewissen des Amtsträgers gebunden sei. (ansa)

Europa

Deutschland
Der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz Erzbischof Robert Zollitsch schließt eine Teilnahme des Limburger Bischofs Franz – Peter Tebartz-van Elst an der Vollversammlung nicht aus. Die Versammlung begann an diesem Montag in Münster. „Offiziell wäre die Teilnahme möglich. Es ist seine Entscheidung und seine Verantwortung“, so der emeritierte Erzbischof von Freiburg gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Zollitsch lobte die Arbeit des Limburger Generalvikars Wolfgang Rösch. Dieser habe eine „wesentliche Beruhigung“ im Bistum geschaffen. Bischof Tebartz-van Elst war schon gestern zu den Abschiedsfeierlichkeiten für Kardinal Joachim Meisner erwartet worden. Allerdings nahm er nicht an der Messe und dem Festakt teil. (kna)
Die Flüchtlinge im Berliner Caritas-Haus im Wedding brauchen eine schnelle Lösung für ihre Unterbringung. Das fordern Sozialverbände der beiden großen Kirchen. Noch immer sei unklar, wo die Flüchtlinge künftig leben sollten, wenn Ende März die Kältehilfe auslaufe, kritisierten Caritas und Diakonie am Montag. „Nach jetzigem Stand werden die Flüchtlinge am 31. März ohne jede Versorgung und jedes Obdach dastehen“, so eine Pressemeldung der Verbände. Sie laden deshalb für nächste Woche Mittwoch zum zweiten Mal zu einem Runden Tisch ein. Mit dem Ende der Kältehilfe steigt nun auch der Druck auf Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD), die die Verhandlungen mit den Flüchtlingen übernommen hat. (pm)

Österreich
Wenn es um Kunstwerke unter „Blasphemieverdacht“ geht, befindet sich die Kirche laut dem deutschen Moraltheologen Eberhard Schockenhoff in einem mehrfachen Dilemma: Scharfer öffentlicher Protest weckt auch öffentliche Aufmerksamkeit für oft mittelmäßige Kunst - und entspricht dem Kalkül der Werbewirksamkeit. Stillschweigen wiederum werde Kirchenverantwortlichen als mangelnde Entschiedenheit in der Verteidigung des eigenen Glaubensstandpunktes oder als Ausdruck innerer Resignation ausgelegt. Eine schlechte Ausgangsposition haben Kirchenvertreter laut dem Freiburger Theologen auch in rechtlicher Hinsicht, wenn sie blasphemische Grenzüberschreitungen unter dem dafür im heutigen Rechtswesen einklagbaren Begriff „Störung des öffentlichen Friedens“ beanstanden. Denn hier müssten staatliche Instanzen im Sinne eines Verbots oder der Zensur eingreifen, während sie bei der Berufung auf die Freiheit der Kunst gar nicht tätig werden müssten. (kap)

Schweiz
Am Wochenende haben die beiden Kundgebungen von Gläubigen Hunderte von Menschen angezogen. So beendeten mit einem Gottesdienst die Anhänger des Churer Bischofs Vitus Huonder ihre Gebetsinitiative „Nein zum Krieg unter uns!“ in Steinen im Kanton Schwyz. An dem Gottesdienst am Sonntagnachmittag nahmen rund 400 Personen teil. Die Initiative verstand sich als eine Gegenveranstaltung zu einer Kundgebung, die am selben Tag in St. Gallen stattfand und ebenfalls von mehreren hunderten Menschen begleitet wurde. Dort forderten Verbände, Bewegungen und Einzelpersonen den Präsidenten der Bischofskonferenz, Bischof Markus Büchel, auf, sich mit der Bischofskonferenz für die Abberufung des Churer Bischofs einzusetzen. Huonder und das Bistum Chur hatten dazu aufgerufen, auf Gegenveranstaltungen zum Protest in St. Gallen zu verzichten sowie für Frieden und Einheit in der Kirche zu beten. (kipa/pm)

Irland
Um die irische katholische Kinderschutzbehörde (NBSC) gibt es kircheninterne Spannungen über die Ausübung ihrer Kontrollfunktion. Am Wochenende hatte der ehemalige Vorstandsvorsitzende Ian Elliott einen Missbrauchsbericht über das Bistum Down and Connor angezweifelt; dieser spiegele nicht die Untersuchungsergebnisse während seiner eigenen Amtszeit wider, sagte Elliott laut irischen Medien. Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, äußerte sich in der Tageszeitung „Irish Times“ in der Montagsausgabe besorgt darüber. Die Behörde sei „ein extrem wichtiges Instrument“, sagte Martin. „Jegliche Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit und Integrität wären sehr, sehr schädlich.“ Elliott hatte im Mai die Untersuchung über Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Diözese geleitet; im Juni ging er in Ruhestand. Laut irischen Medien distanzierte er sich von dem aktuellen Bericht, den er als „revisionistisch“ bezeichnete. (kna)

Afrika

Tansania
Unter dem Titel „Woher stammst du?“ (Joh, 19,9) findet in Tansania ein Symposium zu der Theologie des emeritierten Papstes Benedikt statt. Dabei geht es ab diesem Montag bis zum Mittwoch vor allem um die drei Jesusbücher Joseph Ratzingers/Benedikts XVI. Dazu treffen sich Theologen, Bischöfe, Priester, Ordensleute und Studenten der Theologie am Jordan University College in Morogoro. In einem Grußwort erklärt Benedikt XVI., warum er diese Bücher geschrieben hat. „Dass Seine (Jesu) Gestalt in unserer Zeit durch vielerlei Diskussionen und Meinungen immer mehr verdrängt und unzugänglich wird, ist eine Sorge für die Kirche, die uns innerlich umtreiben muss. Aus dieser Sorge heraus habe ich meine Bücher geschrieben, in denen ich versucht habe, Seine Gestalt sichtbar zu machen“, so der emeritierte Papst. (pm)

Amerika

Brasilien
Der Bischof von Xingu, Erwin Kräutler, wirft Wolfgang Leitner, dem Chef des Unternehmens Andritz–Gruppe, Zynismus vor. Grund ist der Staudammbau in Amazonien, an dem das Unternehmen beteiligt ist. Leitner hatte in einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ zum Widerstand gegen den Bau gesagt, dass man sich überlegen müsse, ob man in einem Museum leben wolle. Dies stieß auf harsche Kritik bei Kräutler: „Das Argument, dass wir Brasilien als Museum erhalten wollen, ist eine ausgesprochen primitive und sogar beleidigende, infame Unterstellung“, so der austro-brasilianische Bischof. Das österreichische Unternahmen trage Mitverantwortung für jeden Umgesiedelten. Gespräche mit Kritikern des Staudammprojektes wurden bis jetzt von dem Unternehmen abgelehnt. Der Staudammsee in Amazonien soll etwa die Größe des Bodensees erreichen. Nach Schätzungen von Kritikern wurden etwa 40.000 Menschen zwangsumgesiedelt. Diese lebten heute in Legebatterie-ähnlichen Behausungen, so Kräutler. (kap)

Venezuela
Im Gefolge der Unruhen in Venezuela werden nach Angaben der nationalen Bischofskonferenz immer öfter Kirchen in Mitleidenschaft gezogen. Mehrere Gotteshäuser, die im Zentrum der Unruhegebiete lägen, seien von bewaffneten Gruppen angegriffen worden. Das sagte der stellvertretende Generalsekretär der Bischofskonferenz, Víctor Hugo Basabe, dem TV-Sender Globovision. In Santa Barbara in der Provinz Merida hätten bewaffnete Gruppen sogar ein voll besetztes Gotteshaus während der Messe attackiert. Vor gut zwei Wochen kam es in der Hafenstadt Maracaibo zu einer Prügelattacke gegen den Priester Jose Palmar, der landesweit wegen seiner scharfen Kritik an der sozialistischen Regierung bekannt ist. Laut Angaben eines Angehörigen musste Palmar nach Schlägen durch Sicherheitskräfte in ein Krankenhaus eingeliefert werden. In ganz Venezuela gibt seit mehr als drei Wochen Proteste gegen Lebensmittelknappheit, Inflation, Kriminalität und staatliche Willkür. Bei den Unruhen kamen bislang mehr als 20 Menschen ums Leben. (kna)

Vereinigte Staaten
Die katholische Kirche wird sich künftig vermehrt um gleichgeschlechtliche Paare kümmern. Das sagt der Erzbischof von New York, Kardinal Timothy Dolan, im Interview mit dem US-Sender NBC. Der Papst wolle sich deshalb selber mit dieser Thematik auseinandersetzen und überprüfe, warum einige Staaten gleichgeschlechtliche Beziehungen legalisiert haben, so Kardinal Dolan. Dies bedeute aber nicht, dass der Papst mit der Legalisierung solcher Lebenspartnerschaften einverstanden sei, fügte Dolan an. Die Ehe zwischen Mann und Frau betreffe nicht nur die Religion, sondern auch die Gesellschaft und die Kultur, so der New Yorker Kardinal. Die Ehe sei nicht nur für die Kirche wichtig, sondern auch die Kultur und die Gesellschaft würden darunter leiden, falls „der Bund zwischen Mann und Frau“ an Bedeutung verliere, fügte Kardinal Dolan an. Ende Juli hat sich Papst Franziskus gegen eine Ausgrenzung von homosexuell veranlagten Menschen ausgesprochen. (reuters/ap)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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