RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 13.3.2014

Tagesmeldungen vom 13.3.2014

- D: Bischöfe beenden Vollversammlung -
Venezuela: Wenn wer vermitteln kann, dann die Kirche -
Uganda: Erzähl dem Papst von uns! -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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ABSCHLUSS DER VOLLVERSAMMLUNG DER DBK:

Deutsche Bischöfe beenden Vollversammlung in Münster
Die deutschen Bischöfe habe ihre Vollversammlung in Münster beendet. In ihren Beratungen haben sie unter anderem einen Neustart bei der wissenschaftlichen Erforschung sexuellen Missbrauchs in der Kirche beschlossen. Sie einigten sich darauf, einen Forschungsverbund mit Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung des im Jahr 2010 bekannt gewordenen Missbrauchsskandals zu beauftragen. Bei der Abschlusspressekonferenz äußerte sich der neue Vorsitzende Kardinal Marx auch zum Thema der wiederverheirateten Geschiedenen. Dazu gebe es Kontroversen unter den deutschen Bischöfen, doch weltkirchlich eine größere Offenheit als noch vor zwei Jahren.
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Kardinal Marx: „Wo sind die positiven Botschaften?“
Wo Marx drauf steht, soll auch Marx drin sein: In einem Interview für katholische Medien nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz beantwortete Kardinal Reinhard Marx so die Frage, wie viel vom Papst denn in ihm stecke. Es sei eine Grundabsicht Jesu, dass Innen und Außen zusammen passen. Inhaltlich sei er froh über die Impulse von Franziskus, etwa im Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium. Ihm gefalle der Anspruch, das Aufrufende des Papstes, „dieses Bedrängende und Aufrüttelnde“. Er wisse natürlich, „dass wir uns auch in der Pflicht sehen müssen, da das Eine oder Andere zu tun.“ (domradio/rv)
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„Die Vergebung, die Vergangenheit Vergangenheit sein lässt, stiftet Zukunft“: Mit diesen Worten legte Kardinal Karl Lehmann in seiner Predigt bei der Vollversammlung der Bischofskonferenz am Donnerstag das Evangelium von der Ehebrecherin aus. Er warnte vor Rigorismus und vor Selbstgerechtigkeit in der Kirche, alle seien auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen. Ausdrücklich sprach er die Diskussion um die wiederverheirateten Geschiedenen an. Die Worte Jesu, wer ohne Sünde sei solle den ersten Stein werfen, bezog Lehmann auf die Diskussion mit den Pharisäern: Diese hätten nur einen Fall gesehen, Jesus aber den Menschen. Gleichzeitig sei Jesus aber von der Schuld der Frau überzeugt, er hebe das Gesetz nicht auf. (rv/pm)

Zu einem „vertieften Dialog“ zwischen Christen und Muslime rät der nigerianische Kardinal John Onaiyekan. Der Erzbischof von Abuja äußerte sich am Rande des Frühjahrstreffens der Deutschen Bischofskonferenz in Münster. Er sprach beim Studientag der deutschen Bischöfe zum Thema Religionsfreiheit, wie der zuständige Bischof Ludwig Schick im Anschluss mitteilte. In Nigeria gefährde die islamistische Sekte „Boko Haram“ den religiösen Frieden, so Kardinal Onaiyekan. Doch „Boko Haram“ repräsentiere keineswegs die nigerianischen Muslime. Die deutschen Bischöfe bekundeten ihrerseits ihre Solidarität mit den verfolgten Christen in Nigeria. (pm/kna)

Erzbischof Robert Zollitsch fährt nach Griechenland. Zum Abschied von seinem Amt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz schenkten ihm die Bischöfe als Dank eine Reise. Zollitsch sei in der Schule zwar ein fleißiger „Altsprachler“ gewesen, der sechs Jahre lang Griechisch gebüffelt habe, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Norbert Trelle, am Mittwochabend bei der Verabschiedung des Konferenzvorsitzenden. Aber nach Griechenland sei er bisher noch nie gereist. „Diese Reise möge zu Deiner Entspannung beitragen, Dich die Quellen erleben lassen, aus denen wir geistig und religiös schöpfen – und manchen Ärger, den wir Dir bereitet haben, in ein milderes Licht rücken“, begründete der Hildesheimer Bischof das Geschenk. (kna)

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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Venezuela: Wenn jemand vermitteln kann, dann die Kirche
Es gibt immer wieder Unruhen auf der Straße, es gibt Tote und Verletzte, auch Kirchengebäude sind mittlerweile betroffen: Venezuela kommt nicht zur Ruhe. Seit Wochen wird protestiert, und die Proteste und die Reaktionen darauf werden immer gewalttätiger. Die Menschen gingen auf die Straße, weil die normalen Dinge des täglichen Bedarfs fehlten. Das berichtet Rainer Wilhelm, Länderreferent des Hilfswerkes Adveniat in Essen. Vor allem die Jugendlichen protestierten in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation. Dabei haben die Proteste ursprünglich eher beiläufig angefangen. (rv)
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Uganda: Erzähl dem Papst von uns!
Als Radio-Vatikan Redakteur Sean Patrick Lovett eine Reihe von jungen Menschen in einem Flüchtlingslager danach fragte, was er, was das Radio für sie tun könnte, bekam er zur Antwort: „Erzähl von uns! Erzähle, dass wir hier sind, und sag es dem Papst! Sag dem Papst, dass es wichtig ist, was er sagt. Irgendwann wird jemand zuhören, und wir können nach Hause gehen.“ Lovett leitet das englischsprachige Programm von Radio Vatikan und war für einige Tage in Uganda, um auf Einladung von zwei Bischöfen die örtlichen katholischen Radiosender zu unterstützen: Workshops und Erfahrungsaustausch standen auf dem Programm. Was ihn aber am meisten bewegt hat, war der Besuch in einem der Flüchtlingslager dort. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die weltliche Sprache ist eine Falle, in die ein gläubiger Christ nicht hineintappen sollte. Das hat der römische Priester Angelo De Donatis in seiner Meditation vom Mittwoch den Teilnehmern der Fastenexerzitien in Ariccia gesagt. Vor Papst Franziskus und den Kurienleitern sagte De Donatis, dass ein Christ in der Welt vor allem eine Gemeinschaft mitaufbauen sollte, in der Gott und seine Güte Platz finden. Die christliche Sprache sei somit nicht eine Sprache „des Stärkeren“, so De Donatis, sondern im Gegenteil eine Sprache „des Schwächeren“ - und auch für alle leicht verständlich. Die christliche Sprache sei vor allem für Leidende gedacht, fügte er an. Bis zum kommenden Wochenende nehmen Papst Franziskus und die Präfekten sowie Leiter der verschiedenen vatikanischen Dikasterien in der Nähe von Ariccia an Fastenexerzitien teil. (or)

Europa

Deutschland
Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist 2013 gegenüber dem Vorjahr erneut um 3,8 Prozent zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag weiter mitteilt, wurden 2013 rund 102.800 Abtreibungen gemeldet. Knapp drei Viertel (74 Prozent) der betroffenen Frauen waren zwischen 18 und 34 Jahre alt. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von vier Prozent. Ihre Anzahl ging im Vergleich zum Jahr 2012 um 220 auf rund 3.600 zurück. Nach Angaben der Statistiker wurden 96 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in vier Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch. (kna)

Tschechische Republik
Der tschechische Religionsphilosoph und Priester Thomas Halik erhält den mit umgerechnet 1,3 Millionen Euro dotierten Templeton-Preis. Der katholische Intellektuelle werde damit für seinen Einsatz für Religionsfreiheit im kommunistischen Regime in seinem Heimatland und sein Engagement für den Dialog zwischen verschiedenen Religionen und mit Nichtgläubigen geehrt, teilte die Londoner Templeton-Stiftung am Donnerstag mit. Der Templeton-Preis ist eine der am höchsten dotierten Auszeichnungen und wird für besondere Leistungen im Bereich von Wissenschaft und Religion verliehen. Der Soziologe und Religionsphilosoph Halik zählt zu den bekanntesten katholischen Intellektuellen in Mittel- und Osteuropa. (kap)

Polen
Polens Bischöfe haben den Posener Erzbischof Stanislaw Gadecki zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Bei ihrer Vollversammlung in Warschau kürten die rund 90 stimmberechtigten Mitglieder der Bischofskonferenz Gadecki am Mittwochabend im zweiten Wahlgang zum Nachfolger von Erzbischof Jozef Michalik. Der bisherige Vorsitzende konnte laut dem Statut nach zwei fünfjährigen Amtszeiten nicht erneut gewählt werden. Gadecki war seit 2004 Vizevorsitzender des Episkopats. Anerkennung erwarb er sich unter anderem für den Dialog mit dem Judentum. (kna)

Naher Osten

Syrien
Zum dritten Jahrestag des Kriegsausbruchs in Syrien fordern 115 Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen weltweit gemeinsam ein Ende des Blutvergießens. Tausende Menschen werden nach Angaben der Veranstalter bei Mahnwachen in rund vierzig Ländern erwartet, etwa an diesem Donnerstag auf dem Trafalgar Square in London, dem Lincoln Memorial in Washington, in der Moskauer Tretjakow-Galerie, im größten syrischen Flüchtlingslager in Jordanien, Za'atari, und am Samstag vor dem Pariser Eiffelturm. UNO-Statistiken verzeichnen für Syrien mehr als 2,5 Millionen Flüchtlinge, mehr als 6,5 Millionen Binnenflüchtlinge sowie 9,3 Millionen Hilfsbedürftige. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 16. März: Aktenzeichen - von Aldo Parmeggiani
Giovanni Papini
– Der Rüsttag

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