RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 14.3.2014

Tagesmeldungen vom 14.3.2014

- Fastenexerzitien beendet, Papst wieder im Vatikan -
- Drei Jahre Syrienkonflikt: Nuntius schaut zurück -
- Vatikan und Al-Azhar-Uni gegen Menschenhandel -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Franziskus beendet geistliche Einkehr
Papst Franziskus hat seine Fastenexerzitien beendet. Am Freitagvormittag trafen der Papst und seine wichtigsten Kurienmitarbeiter wieder im Vatikan ein. Seit Sonntag hatte sich Franziskus mit den Spitzen der Kurie Gebet und Meditation gewidmet. Die Einkehrtage fanden in Ariccia knapp 30 Kilometer südlich von Rom in einem abgeschiedenen Ordenshaus statt. Dort beging der Papst auch den ersten Jahrestag seines Pontifikates ohne Feiern. Die An- und Abreise unternahm Franziskus gemeinsam mit seinen rund 80 Begleitern in zwei Autobussen. Es war das erste Mal, dass die traditionellen Fastenexerzitien für Papst und Kurie außerhalb des Vatikans stattfanden. (rv/kna)
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Fastenpredigten im Vatikan: Kirchenväter im Zentrum
Nach den Fastenexerzitien folgen nun die Fastenpredigten: Die geistlichen Impulse zur Fastenzeit für Papst und Kurie drehen sich in diesem Jahr um die Kirchenväter. Im Apostolischen Palast hielt der päpstliche Hausprediger Raniero Cantalamessa an diesem Freitagmorgen die erste seiner insgesamt fünf Fastenpredigten; anders als üblich war der Papst nicht mit dabei, weil Franziskus erst am Mittag aus Ariccia in den Vatikan zurückkehrte. Cantalamessa greift in seiner Predigtreihe ein Thema auf, das er bereits vor zwei Jahren ansprach. (rv)
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Franziskus im Slum-Radio: „Das waren keine Kommunisten“
Papst Franziskus hat argentinische Armenpriester vor dem Vorwurf in Schutz genommen, sie seien linkslastig und lehnten die Amtskirche ab. „Die Arbeit der Priester in den Armenvierteln von Buenos Aires ist nicht ideologisch“, sagte der Papst in einem Interview des argentinischen Sozialradios Bajo Flores, das in den Armenvierteln von Buenos Aires viel gehört wird. Das Gespräch wurde vor zwei Wochen in Rom aufgezeichnet und zum ersten Jahrestag der Papstwahl am Donnerstag ausgestrahlt. Wer denke, die Armenpriester gehörten einer „anderen Kirche“ an, verstehe nicht, wie sie in den Slums arbeiten. „Das Wichtige ist die Arbeit“, so Franziskus. (ap/rv)
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Nuntius in Damaskus: „Jeder Tag zählt“
Es begann mit einem Protestmarsch in Damaskus am 15. März 2011, es folgten Demonstrationen und Kundgebungen in anderen syrischen Städten gegen die Regierung Baschar al-Assad, die irgendwann in Unruhen eskalierten und blutig niedergeschlagen wurden. Heute, drei Jahre später, gleicht Syrien einem Scherbenhaufen. In dem blutigen Konflikt wurden bis heute über 140.000 Menschen getötet, die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen geht in die Millionen. Hilfswerke und Vertreter der Politik ziehen in diesen Tagen eine schreckliche Bilanz über einen Konflikt, der immer verfahrener scheint. Der Vatikanvertreter in Damaskus, Erzbischof Mario Zenari, sagte uns an diesem Freitagmorgen: „Generell ist die Lage nach drei Jahren Krieg in vielerlei Hinsicht schockierend – ein schreckliches Gesamtbild.“ (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Vatikan und die islamische Al-Azhar-Universität engagieren sich gemeinsam gegen Menschenhandel und moderne Sklaverei. Repräsentanten des Heiligen Stuhles und der Kairoer Lehrstätte stellen am Montag bei einer Pressekonferenz im Vatikan das Projekt „Global Freedom Network“ vor. Anwesend sind auch Vertreter der beteiligten anglikanischen Kirche sowie der Stiftung Walk Free Foundation gegen Menschenhandel. An der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften hatte vor wenigen Monaten auf Anregung des Papstes ein internationales Symposion über Menschenhandel stattgefunden. Die Zusammenarbeit mit der Al-Azhar-Universität gilt als weiterer Schritt der Annäherung zwischen dem Heiligen Stuhl und der wichtigsten Lehrstätte des sunnitischen Islam. (rv)
Nach der Ankündigung der Papstreise nach Südkorea sind die Anmeldungen für den asiatischen Jugendtag sprunghaft angesprungen. Die Vorbereitungen seien im vollen Gange und erführen Unterstützung von der Regierung. Man habe eine Vorbereitungskommission aus Bischöfen, Priestern und Laien eingesetzt. Die Reise von Papst Franziskus wird sich aus zwei Teilen zusammensetzen: einmal die Begegnung mit Jugendlichen aus 29 asiatischen Ländern. Zum anderen werde der Papst in Seoul 124 Märtyrer seligsprechen. Dies gelte es noch alles vorzubereiten. Bei den letzten Besuchen von Papst Johannes Paul II. 1984 und 1989 hätte man immerhin ein Jahr Zeit gehabt. Bei der jetzigen Papstreise blieben nur fünf Monate, so Mitglieder der Vorbereitungskommission. Papst Franziskus wird Südkorea vom 14. bis 18. August 2014 besuchen. (fides)

Vatikan/Deutschland
Papst Franziskus hat Wilhelm Zimmermann zum neuen Weihbischof von Essen ernannt. Der Geistliche war bisher Probst der Pfarrei St. Urbanus in seiner Geburtsstadt Gelsenkirchen und nicht-residierender Domherr der Essener Kathedrale. Zimmermann wird mit seiner Ernennung Titularbischof von Benda im heutigen Albanien. Der 1948 geborene Zimmermann wurde 1980 zum Priester geweiht. Er war unter anderem in der Jugendseelsorge aktiv. Franziskus nahm an diesem Freitag zugleich den altersbedingten Rücktritt von Franz Vorrath als Weihbischof von Essen an. (rv)

Vatikan/Portugal
Der emeritierte Patriarch von Lissabon, Kardinal Jose da Cruz Policarpo, ist tot. Er starb mit 78 Jahren am Mittwoch an Herzversagen. In einem Beileidstelegramm würdigte Papst Franziskus den Verstorbenen als „weisen Diener seines Volkes und der Kirche“. Der Papst bete dafür, dass Policarpos Beispiel die Christen ansporne, „das Reich Gottes in Liebe und Wahrheit aufzubauen“. Das Beileidstelegramm wurde vom Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet. Adressiert ist das am Donnerstag vom Vatikan veröffentlichte Schreiben an den derzeitigen Patriarchen, Jose Manuel Macario Do Nascimento Clemente. Policarpo leitete die portugiesische Hauptstadtdiözese von 1997 bis Mai 2013. (rv/kna)

Europa

Deutschland
Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann ist neuer Vorsitzender der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz. Das wurde am Donnerstag nach Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Münster bekanntgegeben. Der 71-Jährige tritt damit die Nachfolge des emeritierten Kölner Erzbischofs Kardinal Joachim Meisner an. Hofmann war innerhalb der Kommission schon als Leiter der entsprechenden Unterkommission für die Erstellung des neuen Kirchengesangbuchs verantwortlich, das am 1. Advent 2013 vorgestellt wurde. Außerdem gehört der gebürtige Kölner der Kommission für Fragen der Wissenschaft und Kultur an.
Auch auf den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck kommt eine neue Aufgabe in der Bischofskonferenz zu: Der 49-Jährige wird Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Overbeck löst in diesem Amt den Münchner Kardinal Reinhard Marx ab, der zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt wurde. Overbeck steht seit 2009 an der Spitze des Ruhrbistums, das mit rund 850.000 Katholiken zu den kleineren Diözesen in Deutschland zählt. Vor drei Jahren übernahm er als Nachfolger von Walter Mixa auch das Amt des Militärbischofs.
Der Bischof von Dresden-Meißen, Heiner Koch, wird stellvertretender Vorsitzender der „DBK-Kommission für Ehe und Familie“, wie das Bistum Dresden-Meißen am Donnerstag bekannt gab. Zudem engagiert er sich in der Kommission „Weltkirche“ und leitet deren „Unterkommission für Mittel- und Osteuropa“. Damit wird er in besonderer Weise für das kirchliche Hilfswerk „Renovabis“ zuständig. In der Bischofskonferenz bleibt Koch zudem Mitglied der „Migrationskommission“. In deren Rahmen ist er seit 2010 als Beauftragter für die Seelsorge deutschsprachiger Katholiken im Ausland zuständig. (kna)

Slowakei
Die katholischen Bischöfe der Slowakei haben im Hinblick auf die anstehende Wahl des Staatspräsidenten acht Fürbitten formuliert, die christliche Werte wiedergeben. Die Fürbitten sollten „in liturgische Feiern eingebaut werden können“, wobei man die konkrete Vorgangsweise jedoch den Priestern überlasse, die „mit ihrer Hochschulausbildung wissen, was notwendig und was nicht möglich ist“, so der Sprecher der Bischofskonferenz, Jozef Kovacik. Die Slowakei wählt am Samstag ein neues Staatsoberhaupt. Unter den 14 Kandidaten sind mehrere deklarierte Katholiken. (kap)

Ukraine/Vereinte Nationen
Der stellvertretende UNO-Generalsekretär für die Menschenrechte Ivan Simonovic wird zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen Beobachter in die Ukraine schicken. Dies bestätigte er am Freitag. In den letzten Monaten seien Berichte über Verletzungen der Menschenrechte eingesendet worden. Man wolle jetzt eine unabhängige Untersuchung der Situation durchführen. Die chronischen Verletzungen der Menschenrechte der letzten Monate seien eindeutig gewesen, so Simonovic. Tiefe Sorgen bereiten ihm die Berichte über Folter, Verletzungen und Scharfschützen. Er selbst habe mit Opfern von solcher Gewalt gesprochen. „Die Täter von Menschenrechtsverletzungen gegen das Individuum und gegen alle anderen Opfer, müssen unverzüglich, unabhängig ihrer Herkunft oder Zugehörigkeit, nach unabhängigen, unparteiischen und gründlichen Untersuchungen, vor Gericht gestellt werden“, so der Generalsekretär. (pm)

Ukraine
Die römisch-katholische Kirche der Ukraine hat die Weltgemeinschaft zum Einschreiten gegen die „russische Invasion“ auf der Krim aufgerufen. Der Bischof von Odessa und der Krim-Hauptstadt Simferopol, Bronislaw Bernacki, appellierte an die Regierungen der Welt, „alles zu tun, um Russland zurückzuhalten, bevor es für uns und die ganze Welt zu spät ist“. Den westlichen Staaten warf er vor, den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin nur zu kritisieren, aber nichts gegen die Besetzung der ukrainischen Halbinsel durch russische Truppen zu unternehmen. „Die fehlende Reaktion ist ähnlich gefährlich wie in der Geschichte in den Jahren 1933 bis 1939, als die fehlende Reaktion zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte“, urteilt Bernacki. Die Krim sei ein Ort gewesen, an dem Menschen vieler verschiedener Nationalitäten in Frieden und Harmonie lebten. Jetzt gebe es dort Hass und Konflikte. (kna)

Naher Osten

Jordanien/Syrien
Der Patriarchalvikar von Jordanien, Weihbischof Maaroun Lahham, möchte Syrien nicht in islamistischen Händen lassen. Der „Arabische Frühling“ habe mit der Demonstration für mehr Freiheit und Demokratie begonnen. Dann wären sie von Fundamentalisten unterwandert worden. Diese hätten den Menschen „das Gehirn ausgeschaltet und mit ihren Köpfen Fußball gespielt!“ Es gäbe in Syrien viele Menschen, die genau das gleiche täten wie das Assad-Regime. Gewalt führe zu keiner Lösung, so Lahham. Jordanien sei ein armes, unbedeutendes Land. Trotzdem habe es viele Flüchtlinge aufgenommen. Für ein Land, dem es an Wasser fehle, sei es schwierig noch mehr Menschen aufzunehmen. Vier Flüchtlingslager wären in Jordanien schon aufgebaut worden. Die Caritas täte alles Mögliche, um allen zu Helfen. (apic)

Asien

Indien
Im Prozess gegen die Vergewaltiger einer katholischen Ordensfrau wurden drei Männer zu Haftstrafen verurteilt, sechs aber freigesprochen. Das Verfahren war beim Bezirksgericht in Cuttack im Bundessstaat Orissa anhängig. Im August 2009 war Schwester Meena Barwa von einer Gruppe Hindu-Fundamentalisten entführt und nackt durch ein Dorf getrieben worden. Am Ende wollte man sie zusammen mit einem Priester lebendig verbrennen. Stattdessen wurde sie vergewaltigt. Am späten Abend konnte die Polizei die Schwester und den Priester befreien. Der Onkel der Ordensfrau, der Erzbischof von Cuttack–Bhubaneshwar, John Brawa, unterstützte seine Nichte während des Prozesses. (asianews)

Amerika

Kolumbien/Venezuela
Lateinamerikas Bischöfe rufen in der politischen Krise in Venezuela zum Dialog auf. „Die Bischöfe haben eingeladen sich zu einem Dialog zu treffen, aber das ist nicht einfach wenn es Differenzen und Meinungsverschiedenheiten gibt. Das ist aber die einzige Lösung, denn wenn das nicht gelingt, wird es noch mehr Probleme geben.“ Dies sagte der Generalsekretär der venezolanischen Bischofskonferenz, Bischof Jesus Gonzalez de Zarate, der KNA am Rande des Treffens der Generalsekretäre der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen in Kolumbien. Das Wichtigste sei, dass es von beiden Seiten den ehrlichen Willen gebe, so der Bischof von Suava. Ein Dialog auf Augenhöhe garantiere den Teilnehmern das notwendige Vertrauen für ein Treffen. (kna)

 

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 16. März: Aktenzeichen - von Aldo Parmeggiani
Giovanni Papini
– Der Rüsttag

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