RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 1.5.2014

Tagesmeldungen vom 1.5.2014

- Tag der Arbeit: Würde, Brot und Liebe -
- Ukraine: Russ.-orth. Kirche ist neutral -
- Südsudan: Hungersnot droht -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Tag der Arbeit: Würde,  Brot und Liebe
„Ich bitte die politischen Verantwortungsträger zwei Dinge nicht zu vergessen: die Würde des Menschen und das Gemeinwohl.“ Mit diesem Tweet zum Ersten Mai hat sich aus dem Vatikan Papst Franziskus zu Wort gemeldet. Erster Mai, der Tag der Arbeit, ist auch im Vatikan arbeitsfrei: Es ist das Fest Josefs des Arbeiters. Im vergangenen September hat Franziskus bei einer Begegnung mit Repräsentanten der Arbeit – unter ihnen vielen Arbeitslosen – in Cagliari auf Sardinien eine spontane Grundsatzrede zum Thema gehalten. „Arbeit heißt Würde, Brot nach Hause bringen, lieben“, sagte der Papst damals bei dieser spontanen Rede. (rv)
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Ukraine: Die russisch-orthodoxe Kirche bleibt neutral
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat in der Ukraine-Krise die politische Neutralität seiner Kirche bekräftigt. Sie halte sich aus dem „Kampf“ heraus und vertrete niemandes politischen Standpunkt“, sagte das Kirchenoberhaupt am Mittwoch in Moskau. Stattdessen werbe sie für die Versöhnung der Menschen und leiste Seelsorge. „Die Kirche muss ihr friedensstiftendes Potenzial sogar dann bewahren, wenn alle meinen, dass kein Fünkchen davon mehr vorhanden sei“, sagte Kyrill I. bei einer Sitzung des Obersten Kirchenrates. Die Kirche habe „keine politischen Feinde“. Ihr gehörten sowohl das rechte als auch das linke Lager an. (kna)
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Südsudan: Hungersnot droht
Mehr als eine Million Menschen sind ausgerechnet während der Aussaat-Saison vor Kämpfen im Südsudan aus ihren Häusern geflohen. Darum droht jetzt, nach Einschätzung der UNO, eine Hungersnot. Die Hohe UNO-Kommissarin für Menschenrechte, Navy Pillay, war am Dienstag zu Gesprächen mit Politikern in Juba. Sie zeigte sich „schockiert“, dass sich offenbar niemand dort angesichts der heraufziehenden Hungerkatastrophe Sorgen mache. „Wenn es zu der Hungersnot kommt, dann sind vor allem die politischen Führer im Land dafür verantwortlich“, so Pillay. Präsident Salva Kiir und sein früherer Vizepräsident Riek Machar, hatten sich nicht an eine Friedensvereinbarung gehalten. Pillay wörtlich: „Südsudan steht am Rand eines Desasters.“ UNICEF fürchtet, dass bis zu 50.000 Kinder unter fünf Jahren im Lauf dieses Jahres im Südsudan an Unterernährung sterben könnten. Insgesamt spricht die UNO von sieben Millionen Menschen im Land, denen dieses Jahr die Hungersnot droht. (rv/diverse)
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WEITERE THEMEN:

Papstreisen: Veränderung der Kommunikation
„Wir haben noch nicht alles gesehen, was die Kommunikation von Papst Franziskus betrifft. " Das sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Mittwoch zu den Teilnehmern an einem kirchlichen Medienkurs an der Päpstlichen Heilig-Kreuz-Universität in Rom. Bei den bevorstehenden Reisen des Papstes ins Heilige Land und nach Südkorea „werden wir vielleicht neue Formen in der Kommunikation der Botschaft erleben", kündigte Lombardi an, ohne allerdings den etwa 300 kirchlichen Medienmachern aus aller Welt Details zu verraten.
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NGOs laufen Sturm gegen Kürzungspläne
Scharfe Kritik am vom Finanzminister vorgelegten Budgetentwurf üben führende NGOs in Österreich. Caritas-Präsident Michael Landau nannte die hinter dem Budget zum Vorschein kommende Politik „bedrückend und ein Ärgernis“. Es sei ein „Skandal“, dass die Bürger für eine Pleite-Bank und eine Krise haften müssten, die sie selbst nicht verursacht haben. Das Mindeste wäre laut Landau, dass die Politik dann ebenso auch für die Menschen am Rand der Gesellschaft haftet. „Hier aber hat sich die Bundesregierung zu einer Gesellschaft ohne Haftung für die Schwächsten entschlossen“, so das bittere Resümee des Caritas-Chefs. (kap)
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Konferenz zu Arbeit: Selbsthilfe ist die beste Hilfe
„Uns bleibt viel zu tun…“: So lautet das Resümee Martin Robra vom ökumenischen Rat der Kirchen, der an der Tagung vom Vatikan zum Thema „menschenwürdige Arbeit“ teilgenommen hatte. Die von der internationalen Arbeitsorganisation präsentierten Zahlen geben ihm Recht: 1,2 Milliarden Menschen überleben täglich mit weniger als einem Dollar, mehr als 200 Millionen Menschen weltweit sind arbeitslos, über 707 Millionen Menschen haben zwar einen Job, aber leben unter jeglicher Armutsgrenze, 106 Millionen Kinder leisten Kinderarbeit und 21 Millionen Menschen sind Opfer moderner Sklaverei und Menschenhandel.
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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Europäische Union
Das Zusammenwachsen Europas bleibt auch zehn Jahre nach der EU-Osterweiterung eine wichtige Aufgabe. Darauf hat der Präsident der EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Reinhard Marx, am Mittwoch in Brüssel hingewiesen. Vor allem die Kirchen unterschiedlicher Konfessionen stünden in der Pflicht, einen Beitrag zur Gemeinschaft der Völker zu leisten. Es sei das Vermächtnis des am Sonntag heiliggesprochenen Papstes Johannes Paul II. (1978-2005), in Ost und West weiter die notwendigen Schritte zu einer wahren Einheit in Europa zu gehen. Der COMECE-Präsident würdigte den Beitritt von zehn ehemals kommunistischen Ländern zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 als „historisch“.  (kna)

Deutschland/Türkei
Der Verband evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland ärgert sich über den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Der Politiker hatte am Dienstag Kritik des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck an der Menschenrechtslage in der Türkei zurückgewiesen und dabei wörtlich geäußert: „Der deutsche Staatspräsident denkt wohl, er sei immer noch ein Pastor.“ Das sei „hässlich“, so Erdogan. Gauck hatte von 1967 bis 1990 als Pastor in Mecklenburg gewirkt. Der Vorsitzende des Pfarrerverbandes, Andreas Kahnt, wies Erdogans Kritik zurück. Gauck sei „aufgrund seiner Ordination“ tatsächlich immer noch Pastor, „selbst wenn seine Ordinationsrechte ruhen“. Vor allem sei Gauck aber Christ. (idea)

Asien

Brunei
Im Sultanat Brunei tritt ab diesem 1. Mai schrittweise das islamische Recht der Scharia in Kraft. Das hat Sultan Hassanal Bolkiah am Mittwoch bestätigt. Brunei ist damit der erste Staat in Ostasien, in dem die Scharia gilt. Zu Beginn werden nur Geld- oder Haftstrafen für die Missachtung des islamischen Fastenmonats Ramadan oder die Nicht-Teilnahme am islamischen Freitagsgebet eingeführt. Körperstrafen wie das Auspeitschen oder die Amputation eines Glieds wird es erst in einer zweiten Phase geben, die Todesstrafe durch Steinigung erst am Schluss. Verhängt wird die Todesstrafe dann für außerehelichen Sex, Ehebruch, öffentliches Abschwören vom Islam und die Profanation des Korans. Die UNO-Menschenrechtskommission hat die Überarbeitung des Strafrechts in Brunei kritisiert. Etwa zehn Prozent der ca. 400.000 Einwohner sind Christen. (apic)

Ozeanien

Australien
Die katholische Kirche in Australien hat sich bestürzt über Regierungspläne geäußert, Asylsuchende nach Kambodscha umzusiedeln. Wenn die Regierung ernsthaft eine Umverteilung von Flüchtlingen in der Region anstrebe, solle sie Verhandlungen mit solchen Staaten aufnehmen, die über die nötigen Ressourcen verfügten, etwa Singapur, Japan, Südkorea oder Neuseeland. Das erklärte der für Flüchtlingsfragen zuständige Bischof Gerard Hanna am Donnerstag in Canberra. Ziel jeder Umsiedlung von Asylsuchenden müsse sein, „Flüchtlinge aus Armut und Unterdrückung in eine Gemeinschaft zu integrieren, die wirtschaftliche und soziale Chancen ebenso wie Frieden und Sicherheit bieten kann“, so Hanna. Es sei “nicht akzeptabel“, dass die australische Regierung Druck auf Kambodscha ausübe, während viele ärmere Länder als Australien wesentlich größere Mengen von Flüchtlingen aufnähmen. (kna)

Amerika

Vereinigte Staaten
Der Erzbischof von Atlanta, Wilton Gregory, will das Waffentragen in den katholischen Einrichtungen seines Erzbistums verbieten. Gregory ist verärgert über eine Verordnung des Bundesstaates Georgia, die das Mitführen von Waffen im öffentlichen Raum erlaubt. Dabei sind Schulen und Kirchen mit inbegriffen. Die Bischöfe von Georgia hatten sich vergeblich gegen die Verordnung gewehrt; am 1. Juli tritt sie in Kraft. (apic)

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