RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 7.5.2014

Tagesmeldungen vom 7.5.2014

- Anti-Folter Anhörung: Positiv aus Vatikansicht -
-
Kirche warnt vor Verharmlosung des Klimawandels -
- Ukraine-Krise: „Ein Informationskrieg“ -

____________________________________
Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
____________________________________

BLICKPUNKT VATIKAN:

Anti-Folter Anhörung: Kirche will Glaubwürdigkeit zurückgewinnen
Als konstruktiven Dialog mit wichtigen Klärungen beschreibt der Vatikanvertreter bei der UNO in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, die gemeinsame Sitzung des UN-Antifolterkomitees und der Vatikandelegation Anfang dieser Woche. Dabei hat der Heilige Stuhl zum ersten Mal einen Rechenschaftsbericht zur Anwendung der Antifolterkonvention vorgelegt. Defensiv ist die Vatikandelegation in Genf jedenfalls nicht aufgetreten – so hatte Tomasi vor dem Komitee explizit die Erfolge der katholischen Kirche im Kampf gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch aufgezählt. Dabei hatte er am Dienstagnachmittag neue Zahlen zu Missbrauchsfällen in der Kirche vorgelegt, die in den letzten zehn Jahren an die Glaubenskongregation gemeldet worden waren. (rv)
Hier mehr in Text und Ton
Hier: Vatikanvertreter bei der UNO nennt Zahlen zu Missbrauch

Generalaudienz: „Mit dem Gebet schaffen wir Platz, damit der Geist kommt“
Papst Franziskus rief bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz dazu auf, sich in allen wichtigen Fragen des Lebens an Gott zu wenden. Durch den Einklang mit Gott im Gebet gewinne der Mensch Rat und Einsicht. „Im Gespräch mit Gott, im Gebet und im Hören auf sein Wort legen wir mehr und mehr unsere eigene Logik beiseite und öffnen uns dem Wirken des Heiligen Geistes zum Aufbau der Gemeinschaft der Kirche“, so der Papst am Mittwoch. Auf diese Weise erlangen die Menschen Franziskus zufolge die Besonnenheit und die Reife, um gute Entscheidungen zu treffen. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Vom Menschen verursachter Klimawandel ist allgemein akzeptiert
Die 40 internationalen Wissenschaftler, die in den vergangenen fünf Tagen im Vatikan über Nachhaltigkeit, Umwelt, Ernährung und Energie sprachen, sind sich einig: Die derzeit beobachtbare Erwärmung der Erde ist vom Menschen verursacht, und die Menschheit muss gegensteuern. So resümierte der Kanzler der beiden Päpstlichen Akademien für Wissenschaften und für Sozialwissenschaften, Bischof Marcelo Sanchez Sorondo, die nun beendete Tagung. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte der argentinische Bischof: „Es gibt einen Klimawandel, der vom Menschen ausgeht. Das ist eine Sache, die viele nicht akzeptieren wollen.“(rv)
Hier mehr in Text und Ton

____________________________________

AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Ukraine: „Es findet ein Informationskrieg statt“
Die Nachrichten aus der Ukraine sind verwirrend, immer wieder wird von Gewalt berichtet und eine klare politische Perspektive für das Land ist nicht erkennbar. Stattdessen gibt es in dem osteuropäischen Land weiterhin Gefechte mit Toten und Verletzen. Vor allem im Osten der Ukraine bleibt die Lage weiter angespannt. Unser Kollege Mario Galgano war drei Wochen lang in der Ukraine unterwegs. Er sagt, es gebe in der Ukraine vor allem ein Informationskrieg. Ein weiterer wichtiger Aspekt, sei die Rolle der Oligarchen, die in den Medien „gar nicht“ vorkämen. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Syrien: „Drei Jahre Passionszeit“
Von klaren Fronten kann in Syrien schon lange keine Rede mehr sein. Im an den Irak angrenzenden Ostteil des Landes liefern sich derzeit verfeindete islamistische Rebellengruppen heftige Gefechte. Natürlich wieder zum Leidwesen der Zivilbevölkerung: tausende Menschen sind in Folge der Auseinandersetzungen auf der Flucht, die humanitäre Lage ist katastrophal. Das berichtet der Apostolische Nuntius in Damaskus, Erzbischof Mario Zenari, im Interview mit Radio Vatikan. „Seit drei Jahren leben die Menschen in Syrien in der Passionszeit“, so der Nuntius wörtlich. (rv/diverse)
Hier mehr in Text und Ton

Südafrika: Mandelas Erben wählen
An diesem Mittwoch ist Wahltag in Südafrika: Lange Schlangen bilden sich vor den Wahllokalen, denn man ist noch immer stolz auf den demokratischen Wandel des Landes und auf das Recht wählen zu dürfen. Vor genau 20 Jahren, 1994, wurde das erste Mal gewählt, das rassistische Apartheidsregime wurde abgeschafft und Nelson Mandelas Traum wurde wahr. Aber bei allem Stolz ist die Stimmung doch getrübt: Korruption, Arbeitslosigkeit, soziale Ungerechtigkeit – nach 20 Jahren Demokratie ist der Traum blasser geworden. In einem Interview mit dem Domradio erzählt Pfarrer Stefan Hippler, Fidei-Donum-Priester mit dem Arbeitsbereich HIV/Aids im Erzbistum Kapstadt, warum die Menschen unzufrieden sind. (domradio)
Hier mehr in Text und Ton

____________________________________

UNSER FILMTIPP:

Rosie
Ein homosexueller Schriftsteller, der in Berlin lebt und seine Familie in der Schweiz längst hinter sich gelassen hat, sieht sich nach einem Sturz seiner alten Mutter gezwungen, sich um sie zu kümmern. Die Wiederbegegnung mit ihr und seiner Schwester setzt einen langsamen Prozess der Selbsterkenntnis in Gang. Ein betörend einfacher, dabei doch vielschichtiger filmischer „Familienroman“, der das Allgemeingültige im Persönlichen findet und elegant zwischen Drama, Komödie und Romanze balanciert. (teils O.m.d.U.) - Sehenswert ab 14. (FilmDienst)
Hier zur Rezension

____________________________________

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Es ist an der Zeit, die kirchliche Lehre zur Ehe zu aktualisieren. Das sagt der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, in einem an diesem Mittwoch erscheinenden Interview mit dem flämischen Wochenzeitung „Tertio“. Die Kirche sei nicht zeitlos, so Baldisseri, und das Evangelium müsse von den Menschen heute verstanden werden. „Wir haben jetzt zwei Synoden, um dieses komplexe Thema der Familie zu behandeln, und ich glaube, diese Dynamik in zwei Schritten erlaubt eine angemessenere Antwort auf die Erwartungen der Mensche“, so der Kardinal wörtlich. Es gehe dabei zum Beispiel um das Verständnis von Ehescheidung, der Situation von Geschiedenen und Menschen mit nur ziviler Eheschließung. Das letzte weltkirchliche Dokument zu dieser Frage, „Familiaris Consortio“, sei bereits 33 Jahre alt. (de standaard)

Europa

Europäische Union
Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (Comece) hat ihren Wahlaufruf für die kommenden Europawahlen erneuert. Die Abstimmung findet vom 22.-25. Mai statt. Die Wahlen seien Gelegenheit für die Bürger, ihrem Glauben an den europäischen Prozess Ausdruck zu verleihen, heißt es in einer Erklärung der Comece. Größte Herausforderung auf dem Kontinent sei die wachsende Armut aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise. Explizit nennt die Kommission hier die Jugendarbeitslosigkeit. Doch auch Fragen der Migration, die Sonntagsruhe und die Religionsfreiheit in Europa seien wichtige Themen. (or/pm)

Deutschland
Drei Jahre nach Erscheinen gibt es den katholischen Jugendkatechismus „Youcat“ in 4,5 Millionen gedruckten Exemplaren. Damit sei er nach der Bibel das „erfolgreichste katholische Buch der Welt“, erklärte einer der Initiatoren, der Publizist Bernhard Meuser, am Mittwoch in Augsburg. Inzwischen sei der „Youcat“ in 30 Sprachen übersetzt und werde in mehr als 100 Ländern gelesen. In vielen Ländern sei er zum „Auslöser einer jungen Lernbewegung des Glaubens geworden“. „Youcat“ wurde in der Startphase von der Diözese Augsburg unterstützt. Mittlerweile gibt es eine selbstständige, gemeinnützige Stiftung unter dem Dach des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“. (kna)

Deutschland/Vatikan
Das Bundeskabinett hat nach Informationen der „Bild“-Zeitung die Entsendung der früheren Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zur neuen Botschafterin beim Vatikan bestätigt. Laut Zeitung gab es über die Personalie keine weitere Aussprache. Der bisherige Botschafter der Bundesrepublik beim Vatikan, Reinhard Schweppe, ist 65 Jahre alt und geht im Sommer in den Ruhestand. Schavan war im Februar 2012 nach dem Entzug ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf als Ministerin zurückgetreten. (kna)

Ukraine
Mit Nachdruck hat sich die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine für ein Festhalten am 25. Mai als Termin der Präsidentenwahl ausgesprochen. Eine Verschiebung würde die „Existenz des unabhängigen ukrainischen Staates“ gefährden, erklärte das Oberhaupt der mit Rom verbundenen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, in einem am Dienstag veröffentlichten Wahlaufruf. Durch die Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim, die andauernde „Aggression von außen“ und einen „Informationskrieg“ werde versucht, die Durchführung der Wahl zu vereiteln oder ihre Verschiebung zu erreichen, schrieb Schewtschuk, ohne die russische Regierung ausdrücklich zu nennen. (kna/rv)

Türkei
Ein Abgeordneter hat im Parlament von Ankara einen Gesetzvorschlag zur berühmten Hagia Sophia von Istanbul eingebracht. Der Vorschlag soll aus dem byzantinischen Bau, der einst eine Kirche war und heute als Museum dient, eine Moschee machen. Das berichtet der Online-Auftritt der Zeitung „Hurriyet“. Der Abgeordnete Hami Yildirim hat vor kurzem die regierende Partei „AKP“ von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verlassen; sein Vorstoß facht einen immer wieder aufflackernden Streit um die Hagia Sophia neu an. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., warnt vor einer Umwidmung der Hagia Sophia zur Moschee. Erdogan will nach Zeitungsspekulationen vor den Präsidentenwahlen vom August in der Hagia Sophia beten. (ansa)

Afrika

Sudan
„Ein Attentat auf unschuldige Zivilisten“: So beurteilt der emeritierte Bischof von El Obeid, Macram Max Gassis, die Bombardierung eines katholischen Krankenhauses in den Nubabergen. Die sudanesische Luftwaffe hatte am 1. und 2. Mai das Krankenhaus in der Provinz Südkordofan aus der Luft attackiert; in der Region bekämpfen sich seit Juni 2011 sudanesische Regierungssoldaten und Soldaten der Rebellengruppe SPLA-Nord. „Die Kranken haben mit dem Konflikt in den Nuba-Bergen nichts zu tun“, so der Bischof. Er erinnert daran, dass das Krankenhaus die einzige funktionierende Struktur dieser Art in den Nubabergen sei und jedes Jahr rund 150.000 Menschen versorge. Bischof Gassis appelliert an den sudanesischen Präsidenten Omar El Bashir: Dieser solle für ein Ende der Bombardements sorgen. Wörtlich sagt der Bischof: „Wenn Sie unser Krankenhaus unter Beschuss nehmen, dann treffen sie muslimische und christliche Mitbürger.“ (fides)

Nigeria
Präsident Goodluck Jonathan begrüßt das Angebot der USA, bei der Suche nach den gekidnappten Schülerinnen zu helfen. Kämpfer der islamistischen Sekte „Boko Haram“ hatten vor knapp drei Wochen über 200 Mädchen aus einem Internat entführt; im Nordosten Nigerias verschleppten sie am Montag acht weitere Mädchen aus einem Dorf. Die augenscheinliche Unfähigkeit der Regierung, den Aufenthaltsort der Entführten ausfindig zu machen, führt in Abuja und Lagos zu Protesten. US-Präsident Barack Obama bestätigte, sein Land schicke ein „gemischtes Team“, zu dem auch Militärs gehörten, um den nigerianischen Behörden bei der Suche nach den Schülerinnen zu helfen. Er hoffe, „dass jetzt die ganze internationale Gemeinschaft endlich etwas gegen diese furchtbare Gruppe tut“, sagte Obama. (rv/ansa/reuters)

Asien

Sri Lanka
„Überflüssig und trügerisch“: So kommentieren Christen aus Sri Lanka die Entscheidung der Regierung, eine „Religionspolizei“ zu gründen. Die Spezialeinheit soll sich mit religiös gefärbten Streitfällen beschäftigen, dabei geht es vor allem um die Aktionen extremistischer Buddhisten gegen religiöse Minderheiten. Präsident Mahinda Rajapaksa hat die Gründung der Spezialeinheit, die dem Religionsministerium und der buddhistischen Einrichtung „Buddha Sasana“ gegenüber verantwortlich sein soll, letzte Woche angekündigt. Doch nach Angaben der Nachrichtenagentur „Asianews“ sehen einige katholische und anglikanische Kirchenführer hinter der Entscheidung „den Versuch, den radikalen Buddhistengruppen offiziellen Schutz zu verschaffen“. (rv)

Thailand
Über 180 Erdstöße in zwei Tagen, bislang zwei Tote – Thailand ist wieder einmal von einem Erdbeben heimgesucht worden. „Die Erdstöße werden wohl noch mindestens eine Woche lang so weitergehen“, sagt der seit fünf Jahren in Thailand arbeitende italienische Missionar Valerio Sala. Besonders betroffen ist die Grenzregion zu Laos und Myanmar. Die Thai seien „sehr fatalistisch“ und nähmen solche Naturereignisse „sehr passiv hin“, so Sala, er habe „keine Szenen der Panik gesehen“. In seiner Missionsstation sei ein Schulgebäude völlig zerstört worden, er hoffe auf Hilfe der Regierung. Thailand macht derzeit auch eine schwere politische Krise durch. (fides)

Amerika

Argentinien
Argentiniens Bischöfe haben ihre Forderung nach einem harten Durchgreifen gegen den wachsenden Drogenhandel in dem Land bekräftigt. Man habe mit großer Besorgnis über das Problem gesprochen, sagte der Vorsitzende der nationalen Bischofskonferenz, Erzbischof Jose Maria Arancedo, der Tageszeitung „La Prensa“. Gewalt und Kriminalität seien die Begleiterscheinungen dieses „Geschäfts mit dem Tode“. Die Ursachen für die steigende Drogenkriminalität in Argentinien liegt nach Ansicht der Bischöfe in einem sozialen Ungleichgewicht, das vor allem viele junge Menschen in die Arme jener treibe, die das schnelle und leichte Geld versprechen. In den vergangenen Jahren ist Argentinien zu einem wichtigen Umschlagplatz für den Kokainhandel geworden. (kna)

__________________________________________

Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hörenWeitere Informationen hierUnseren aktuellen Programmflyer können Sie anfordern bei:
Ulrich Knop, Im Hafer 2, D-71636 Ludwigsburg, Tel./Fax: 0049 (0) 7141 - 43212, Email: programm@radiovatikan.de
oder hier zum downloaden

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039 - 06 - 6988 3844
e-Mail: deutsch@vatiradio.va