RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 8.5.2014

Tagesmeldungen vom 8.5.2014

- Papst: „Gnade ist wichtiger als Bürokratie“ -
- Vatikan verurteilt Boko Harams Terror
- Franziskus empfängt armenischen Patriarchen -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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DAS NEUESTE AUS DEM VATIKAN:

Papstpredigt: „Die Gnade ist wichtiger als die Bürokratie“
Wer in der Kirche Sakramente spendet, sollte der Gnade Gottes Raum lassen und nicht „bürokratische“ Hindernisse aufbauen. Das sagte Papst Franziskus an diesem Donnerstag bei seiner Frühmesse im Vatikan-Gästehaus Santa Marta. „Die Gnade ist wichtiger als die ganze Bürokratie“, so der Papst wörtlich. Und er fuhr fort: „Wie oft führen wir uns in der Kirche auf wie eine Fabrik, die Hindernisse produziert, damit die Leute nicht zur Gnade kommen!“ (rv)
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Entführungen in Nigeria: Vatikan verurteilt Boko Harams Terror
Vatikansprecher Federico Lombardi verurteilt die Entführung von über 200 Schülerinnen durch die Terrorsekte Boko Haram in Nigeria. In einem Statement von diesem Donnerstag spricht er von „tiefstem Mitleid für die Opfer“ und „Horror“ angesichts „ihrer unglaublichen Demütigung“. Die meisten Entführten sind Christinnen. Die USA wollen der nigerianischen Regierung bei der Suche nach den Verschleppten helfen. (rv)

Franziskus empfängt armenischen Patriarchen
Papst Franziskus hat die Armenier als bedeutsame Märtyrer des 20. Jahrhunderts gewürdigt. Bei einer Begegnung mit dem armenischen Patriarchen Karekin II. an diesem Donnerstag im Vatikan ging der Papst auf die christlichen Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts ein und nannte dabei explizit die Leiden des armenischen Volkes: „In diesem Martyrologium haben die Kinder der armenischen Nation einen Ehrenplatz.“ Karekin war mit einer armenischen Delegation zur einer Privataudienz in den Vatikan gekommen. (rv)
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Kardinal Kasper: „Ein bisschen ändern“
Der emeritierte deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hat mit einer Äußerung zum Streit zwischen dem Vatikan und dem Dachverband der US-Ordensfrauen LCWR Aufsehen erregt. „Vielleicht müssen beide, die Glaubenskongregation und der LCWR, sich ein bisschen ändern“, hatte Kasper nach US-Medienberichten in New York gesagt. Gegensätze durch Dialog zu überwinden, sei der normale Weg in der Kirche. Kasper äußerte sich in New York nach dem Bekanntwerden einer Ansprache von Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation. Dieser wirft dem LCWR Glaubensirrtümer und „offene Provokation“ des Vatikan vor. (kna)
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HINTERGRÜNDE:

Neuer Passauer Bischof: Aufruf gegen Pornografie
Bei seiner Vereidigung auf die bayerische Verfassung hat Pater Stefan Oster, ernannter Bischof von Passau, an diesem Donnerstag den Massenkonsum von Pornografie und Gewaltdarstellungen angeprangert. Dies komme einem flächendeckenden Verstoß gegen die Verfassung gleich, die Jugendliche vor Ausbeutung und sittlicher Verwahrlosung schützen wolle, sagte Oster am Donnerstag in München. Als Jugendseelsorger sei ihm diese Praxis wieder und wieder begegnet und bereite ihm große Sorge. Der Ordensmann warb für einen „breiten Schulterschluss“ von Politik, Medien, Kirche und Gesellschaft gegen dieses Massenphänomen. (kna)
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Heiliger Stuhl auf Turiner Buchmesse
Zum ersten Mal ist der Heilige Stuhl als Ehrengast auf der Turiner Buchmesse „Il Salone del Libro“ präsent. Der Päpstliche Kulturrat will das ausnutzen, um „die Komplexität der Geschichte des Heiligen Stuhles und der katholischen Kirche zu zeigen und ihr Verhältnis zur Welt der Bücher, der Kultur, der Kunst“. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/Ukraine
Kurienkardinal Kurt Koch lobt die Haltung der Moskau unterstehenden ukrainisch-orthodoxen Kirche im Ukraine-Konflikt gelobt. Deren Oberhaupt, Metropolit Onufri, habe in offenen Briefen den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. und Kremlchef Wladimir Putin gebeten, sich für Frieden und Dialog und die Beendigung von jeder Gewaltanwendung einzusetzen, sagte der vatikanische Ökumene-Minister. Damit habe Onufri die „Überzeugung sehr vieler Christen in der Ukraine“ wiedergegeben. Je mehr die Kirchen in der Ukraine gemeinsam ihre Stimme erhöben, desto mehr könnten sie zu einer friedlichen Lösung beitragen, so der Kardinal. Die Kirchen trügen eine besondere Verantwortung. Die große Krise habe die verschiedenen Konfessionen in der Ukraine einander näher gebracht. (kna)

Vatikan/Türkei
Der Vatikan und die Türkei wollen künftig in interreligiösen Fragen stärker zusammenarbeiten. Vertreter des Päpstlichen Rates für Interreligiösen Dialog und des türkischen staatlichen Religionsamtes „Diyanet“ haben an diesem Donnerstagmorgen im Vatikan Kooperationsmöglichkeiten sondiert. Ein Kontakt zwischen beiden Institutionen wurde bereits 2002 hergestellt; 2006 stattete Papst Benedikt XVI. auf seiner Türkeireise auch der „Diyanet“ in Ankara einen Besuch ab. (rv)

Vatikan
Familie als Schule der Gesellschaft - dieser Gedanke steht im Mittelpunkt der Twitter-Botschaft des Papstes an diesem Donnerstag. Franziskus schreibt darin: „In der Familie lernt man, zu lieben und die Würde jedes Menschen zu erkennen, besonders des schwächsten.“ (rv)
Solidarität in der Geschäftswelt ist das Thema einer internationalen Tagung der päpstlichen Stiftung „Centesimus Annus – Pro Pontifice“, die von Donnerstag bis Samstag im Vatikan stattfindet. Ethische Prinzipien wie Brüderlichkeit und die Wahrung des Gemeinwohls seien im im Wirtschafts- und Finanzbereich keine Utopie, unterstrciht der Präsident des Wissenschaftskomitees der Stiftung, Alberto Quadrio Curzio, im Interview mit der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. Auf der Tagung wolle man dem Zusammenhang von Gemeinwohl und Entwicklung nachgehen, so Curzio. (rv/or)

Afrika

Ägypten
Der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. drängt auf ein Osterfest der orthodoxen und katholischen Christen an einem einheitlichen Datum. Ein Sprecher des Kopten-Papstes bestätigte gegenüber dem vatikanischen Nachrichtendienst fides, dass er in dieser Angelegenheit an Papst Franziskus geschrieben habe. In dem Brief schlägt Tawadros Gespräche vor, wie sich ein einheitliches Osterdatum der Kirchen festlegen ließe. Das Schreiben erinnert auch an die Begegnung der beiden Kirchenführer, die beide den Titel Papst tragen, am 10. Mai des vergangenen Jahres. Die Osterfeste christlicher Kirchen liegen zeitlich oft mehrere Wochen auseinander, weil die katholische Kirche bei der Festlegung des Termins dem gregorianischen Kalender folgt, die meisten orthodoxen Kirchen hingegen dem julianischen Kalender. (fides)

Amerika

Argentinien
Die Gruppe „Priester der Option für die Armen“ hat die argentinische Kirche aufgefordert, die Archive aus der Zeit der Militärdiktatur (1976 bis 1983) zu öffnen. Dieser Schritt sei notwendig, um schwere Verbrechen aufzuklären, heißt es in einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung der Geistlichen, aus der das Nachrichtenportal „Telam“ zitiert. Die Gruppe forderte eine sofortige Klärung der Vorwürfe gegen das Erzbistum Bahia Blanca, das nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft dem vor wenigen Tagen in Paraguay verhafteten Militärkaplan Aldo Omar Vara weiterhin Gehaltschecks habe zukommen lassen, obwohl der flüchtige Geistliche seit August 2013 per internationalem Haftbefehl gesucht wurde. Vara war zwischen 1971 und 1979 als Militärkaplan tätig. Konkret wird ihm die Beteiligung an drei Mordfällen vorgeworfen. (kna)

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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