RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 10.5.2014

Tagesmeldungen vom 10.5.2014

- Seligsprechung für Paul VI. im Oktober -
- Franziskus: Keine Allergie gegen Solidarität -
- Südsudan: Frieden, verzweifelt gesucht -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Nina Oezelt
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Papst Paul VI. wird selig gesprochen
Nun ist es offiziell: am 19. Oktober wird Papst Paul VI. selig gesprochen. Das hat der vatikanische Pressesaal an diesem Samstag mitgeteilt. Papst Franziskus hat bei einer Audienz den Präfekten der vatikanischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen, Kardinal Angelo Amato, dazu ermächtigt, die Seligsprechung bekannt zu geben. Die Feier wird auf dem Petersplatz stattfinden und der Höhepunkt und Abschluss der vatikanischen Bischofssynode zum Thema Familie sein. Papst Paul VI., der von 1963 bis 1978 amtierte, führte das von seinem Vorgänger Johannes XXIII. einberufene Zweite Vatikanische Konzil zu Ende und leitete auch die Umsetzung seiner Beschlüsse ein. (rv)
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Franziskus: Keine Allergie gegen Solidarität
Papst Franziskus hat vor einer „Allergie“ gegen den Begriff „Solidarität“ gewarnt. Das derzeit herrschende Wirtschaftssystem sehe Solidarität als „unbequem, sogar störend“ an, sagte Franziskus am Samstag vor Teilnehmern einer vatikanischen Konferenz über Wirtschaftsethik der Päpstlichen Stiftung „Centesimus Annus - Pro Pontifice“. Diese Allergie gegen Solidarität sei in den Jahren der Wirtschaftskrise noch gewachsen. Vielen sei es heute gar nicht mehr verständlich, dass ethische Normen auch einen konkreten ökonomischen Wert haben könnten. (rv)
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„Seid revolutionär!“
„Seid revolutionär!“ Darum hat Papst Franziskus an diesem Samstag die Angehörigen italienischer Säkularinstitute gebeten, die er im Vatikan in Audienz empfing. Säkularinstitute bilden den Rahmen für neuere Formen des geweihten Lebens: es sind Männer oder Frauen, die im weltlichen Leben stehen, aber zugleich ein geistliches Leben führen, allein oder in kleinen Gemeinschaften. Papst Pius XII. habe eine „revolutionäre Geste“ gesetzt, als er 1947 mit seinem Schreiben „Provida Mater Ecclesia“ diese Form geweihten Lebens ermöglichte. Franziskus würdigte besonders die „geistliche Spannung“ dieser Berufung zwischen Welt und Kontemplation. (rv)
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Kardinal: Bücher können Geschichte eines Volkes beeinflussen
Der Vatikan ist Ehrengastland bei der derzeit laufenden Turiner Buchmesse. Bei der Leistungsschau der sehr regen italienischen Verlagslandschaft ist zwar der Vatikanverlag bereits seit vielen Jahren vertreten, doch der Status als Ehrengastland ist eine Premiere für den Vatikan. Der päpstliche „Kulturminister“ Kardinal Gianfranco Ravasi zeichnet für den vatikanischen Auftritt bei der „Fiera Internazionale del Libro di Torino“ verantwortlich. Wir sprachen mit ihm. (rv)
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Südsudan: Frieden in Sicht?
Nach monatelangem Bürgerkrieg im Südsudan haben sich die Gegner nun auf eine Versöhnung geeinigt, zumindest vor den Medien. Präsident Salva Kiir und sein entmachteter Vizepräsident, Rebellenführer Riek Machar, trafen sich diesem Freitag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Das Friedensabkommen sieht unter anderem ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten und die Bildung einer Übergangsregierung vor. Der Comboni-Missionar Pater Gregor Schmidt, der im Südsudan lebt, denkt nicht, dass das Friedensabkommen zu einer schnellen Lösung führen wird. (rv)
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UNSER BUCHTIPP:

Was kommt nach dem Tod?
Ostern ist die Zeit der Auferstehung. Aber was genau ist das, eine Auferstehung? Keiner von uns hat das je gesehen oder erlebt, was nach dem Tode kommt bleibt unserer Erfahrung also verschlossen. Umso wichtiger wird das Nachdenken darüber, denn wir sollen ja Rechenschaft ablegen über die Gründe für unsere Hoffnung. Hans Kessler: Was kommt nach dem Tod? Eine Besprechung von Pater Bernd Hagenkord. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

„Eine vom Licht des Evangeliums erfüllte Familie ist eine Schule christlichen Lebens. Dort lernt man Treue, Geduld und Opfer.“ Das schreibt der Papst heute in seinem täglichen Tweet an seine Follower. An diesem Samstag trifft Papst Franziskus am Petersplatz auf Zehntausende katholische Schüler aus unterschiedlichen Regionen Italiens. Die Veranstaltung wurde von der italienischen Bischofskonferenz unter dem Motto „Die Kirche und die Schule“ organisiert; das italienische Fernsehen überträgt live. - Auf dem Nachrichtenportal Twitter sendet der Papst (@pontifex) seine Kurzmitteilungen in mehreren Sprachen, darunter auch Deutsch. (rv)

Vatikan/Ägypten
Papst Franziskus hat einen Brief an den koptischen Papst Tawadros II. geschrieben. In Erinnerung an das Treffen der beiden Päpste vor genau einem Jahr in Rom äußerte Franziskus, der 10. Mai sei „zu Recht der Tag der Freundschaft zwischen Kopten und Katholiken“ geworden. Mit Gottes Hilfe haben man gelernt, einander besser zu verstehen und „feste Grundmauern zum Überwinden langjähriger Differenzen“ zu bauen. Er bete für alle Christen in Ägypten und dem Nahen Osten, schrieb Franziskus dem Oberhaupt der koptischen Christen Ägyptens. Der Herr möge in allen Verantwortlichen für das Schicksal der Völker jener Länder die Entschlossenheit wecken, gerechte und friedliche Lösungen zu finden, die die Rechte aller respektieren. (rv)

Europa

Österreich
Mit einem Schweigemarsch in der Wiener Innenstadt bekundeten am Freitagabend hunderte Menschen ihre Solidarität mit verfolgten Christen auf der ganzen Welt. An der Kundgebung, die von der Wiener Staatsoper bis zum Stephansdom führte, nahm auch Kardinal Christoph Schönborn, teil. Man dürfe jene, die aufgrund ihres christlichen Glaubens verfolgt werden, nicht vergessen. Es sei deswegen die Pflicht eines jeden Christen, sich mit Menschen, die vor Repressionen fliehen müssten, solidarisch zu zeigen, so der Wiener Erzbischof. Seit über 30 Jahren organisiert CSI Österreich (Christian Solidarity International) jährlich einen Schweigemarsch für verfolgte Christen. (kap)

Ukraine
Die dem Moskauer Patriarchat unterstehende ukrainisch-orthodoxe Kirche hat die Tötung eines Geistlichen in der ostukrainischen Region Donezk bestätigt. Wer das Verbrechen begangen habe, sei noch unklar, sagte Kirchensprecher Georgij Kovalenko am Freitagabend im ukrainischen Fernsehen. Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte in Kiew, der 44 Jahre alte Priester sei am Freitag von "Terroristen" an einem Checkpoint an einer Straße bei Druschkiwka erschossen worden. Die unbekannten Täter feuerten nach Angaben der Behörde acht Kugeln aus einer automatischen Waffe ab. In der Region haben prorussische Separatisten zahlreiche Checkpoints errichtet. (kap)

Italien
Die vatikanische Dialog-Initiative „Vorhof der Völker“ bekommt einen Ableger für Jugendliche. Am Montagvormittag findet im römischen Museum für zeitgenössische Kunst MAXXI eine Begegnung zwischen Gymnasiasten, Kardinal Gianfranco Ravasi und verschiedenen Wirtschaftsfachleuten statt. Thema des Gesprächstreffens ist die Frage: „Welche Zukunft für unsere Gesellschaft? Ökonomie und Solidarität“. Der „Vorhof“ für Jugendliche ab 10:30 Uhr am Montag wird live gestreamt, kann also im Internet mitverfolgt werden: cortiledeigentili.com. (rv)

Amerika

Argentinien
Argentiniens Bischöfe laden die Gläubigen und alle Menschen guten Wissens in ihrem Land dazu ein, in ihrem Lebensbereich für Frieden zu sorgen. Argentinien sei „krank vor Gewalt“, diagnostizieren die Bischöfe zum Ende ihrer Vollversammlung, bei der sie über das Wachsen gewalttätiger Auseinandersetzungen in der Gesellschaft des Landes berieten. Es gehe nicht darum, die Armen zu beschuldigen, die schließlich als erstes unter Gewalt litten. Vielmehr gelte es zu sehen, wie viel Gewalt im Hunger, in der Obdachlosigkeit, in der Arbeitslosigkeit geschehen, „in allen Dingen, die der beleidigenden Zurschaustellung des Reichtums vieler“ gegenüberstehen. Die Bischöfe beklagten den „sozialen Krebs“ der Korruption, zu der sich Privatinteressen und die Mafia geselle, und riefen dazu auf, gegen die Kultur der Straflosigkeit vorzugehen. (rv)

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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