RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 11.5.2014

Tagesmeldungen vom 11.5.2014

- Papst weiht Priester und ruft ihnen zu: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! -
- Franziskus trifft 300.000 Schüler aus ganz Italien auf dem Petersplatz -
- Kardinalstaatssekretär Parolin wirbt für die Kurienreform -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst Franziskus weiht Priester – Grüße zum Muttertag
Papst Franziskus hat an diesem Sonntag im Petersdom 13 neue Priester geweiht. Die meisten von ihnen kommen aus Italien, doch auch ein Deutscher ist darunter. Anlass der Priesterweihen ist der Weltgebetstag für geistliche Berufungen, der auf diesen Sonntag fällt. Dazu ist bereits eine Botschaft von Franziskus veröffentlicht worden, die dazu ermuntert, den Glauben an große Ideale nicht aufzugeben. Wörtlich heißt es in dem Text: „Wir Christen sind vom Herrn nicht für Kleinigkeiten auserwählt; geht immer darüber hinaus zu den großen Dingen.“ (rv)
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Der Papst, die Kuh, die Milch...
Jesus als der gute Hirte: Um dieses Thema kreisten die Gedanken von Papst Franziskus beim österlichen Mittagsgebet an diesem Sonntag, dem ‚Regina Coeli’. So viele würfen sich heutzutage zu „Hirten unseres Lebens“ auf, so der Papst – doch nur der Auferstandene, „der uns das Leben in Fülle gibt“, sei der wahre Hirte. Der Papst erinnerte die Menschen auf dem Petersplatz daran, dass er an diesem Vormittag in St. Peter Priesterweihen durchgeführt hatte, und sagte, von seinem vorbereiteten Redetext abweichend:

„Ich bitte euch: Helft uns, gute Hirten zu sein! Einmal habe ich beim hl. Cäsarius von Arles, einem der frühen Kirchenväter, etwas sehr Schönes darüber gefunden, wie das Volk Gottes den Bischöfen und Priestern dabei helfen kann, gute Hirten zu sein. Cäsarius schrieb: ‚Wenn ein Kalb Durst hat, dann geht es zur Kuh, um Milch zu trinken; aber die Kuh gibt ihm nicht sofort die Milch. Darum reibt das Kalb dann seine Nase an der Kuh – als Bitte um die Milch.’ Was für ein schönes Bild! ‚Und so’ – schrieb Cäsarius – ‚sollten auch die Gläubigen immer an das Herz der Hirten appellieren, damit sie ihnen die Milch der Lehre, der Gnade und der geistlichen Führung geben.’ Ich bitte euch also: Belästigt eure Hirten, stört sie, stört uns Hirten alle, damit wir euch diese Milch geben. Belästigen!“ (rv)
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Papst und 300.000 Schüler: Wir lieben die Schule!
Der Petersplatz verwandelte sich in eine riesige Schulaula: 300.000 Schüler aus ganz Italien waren diesen Samstagnachmittag nach Rom gekommen um den Papst zu treffen. Mit seinem weißen Jeep machte der Papst eine große Runde durch die Massen, umarmte Kinder, küsste ihre Köpfe, segnete die Familien – es waren bunte Bilder und lächelnde Gesichter überall zu sehen. In seiner Ansprache erinnerte er, wie wichtig es sei, die Schule zu lieben und den „Ort der Begegnung“ auch als solchen zu erleben. Ein Tag für die Schule, das war das Motto, organisiert von der italienischen Bischofskonferenz. Zusätzlich gab es Tanzeinlagen und Gesang sowie persönliche Stellungnahmen von Lehrern und Prominenten, die sich an ihre eigene Schulzeit erinnerten. (rv)
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Kardinal Parolin wirbt für Erneuerung der Kurie
Man darf angesichts der Korruption nie mit der Wachsamkeit nachlassen. Das sagte der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Samstag bei einem Auftritt auf der Turiner Buchmesse. Parolin warb auch für die Reformen, die Papst Franziskus ins Werk zu setzen beginnt.

„Das Ziel der Reformen, die der Papst in der Römischen Kurie durchführt, ist es, sie zu einem effizienteren Werkzeug seines Dienstes zu machen. Das käme der ganzen Kirche zugute. Diese Reformen dienen also direkt der Kirche, und gleichzeitig können sie natürlich auch ein Vorbild sein, vor allem was den Dienst-Charakter angeht: Die Autorität und die Macht als ein Dienst an den anderen leben.“ (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

„Vereinen wir uns alle im Gebet - für eine sofortige Freilassung der entführten Mädchen in Nigeria!“, darum bittet der Papst auf seinem Twitterkanal. Er fordert alle auf, für die 200 verschwundenen Mädchen in Nigeria zu beten. Sie wurden vor mehr als 3 Wochen von der Terrorsekte Boko Haram entführt. Die Kurzmeldung von Papst Franziskus wurde unter dem Hashtag „Bring back our girls“ - Bringt unsere Mädchen zurück - veröffentlicht. Zahlreiche Prominente und Menschen weltweit unterstützen derzeit die Initiative „Bring back our girls“ im Internet. (rv)
Papst Franziskus hat den Generalsuperior der Piusbruderschaft getroffen. Das meldet der Nachrichtendienst „Imedia“ unter Berufung auf eine Traditionalisten-Homepage. Bischof Bernard Fellay und zwei weitere Führungskräfte der schismatisch orientierten Piusbrüder hätten vor einigen Monaten als Besucher an der Frühmesse des Papstes im Vatikan-Gästehaus teilgenommen, allerdings nicht konzelebriert. Bischof Fellay sei nach einem Abendessen mit Verantwortlichen der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ kurz von Papst Franziskus begrüßt worden.. (apic)

Europa

Deutschland
Der Münsteraner Bischof Felix Genn spricht sich gegen die Diakonenweihe für Frauen und gegen die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten aus. Über den seit 1998 am 29. April begangenen „Tag der Diakonin“ sei er „nicht glücklich“, sagte Genn am Wochenende in Münster bei der Vollversammlung des Diözesankomitees der Katholiken. Beim Abendmahl seien nur Männer zugegen gewesen, weshalb das Weiheamt auch nur Männern gespendet werden könne. Freilich sei die Gottesmutter Maria die größte Person in der Kirche, während „die Männer alle versagt haben“, so der Bischof. Genn sprach sich nachdrücklich dafür aus, Frauen in andere leitende Positionen zu bringen, für die eine Weihe nicht erforderlich ist. Zum Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene sagte der Bischof, das Ehesakrament symbolisiere ebenso wie die Eucharistie den „unauflöslichen Bund und die Treue Gottes zu seiner Kirche“. (kna)

Italien
Zwei Wochen vor der Europa-Wahl hat sich der Vorsitzende von Italiens Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, besorgt über den Erfolg der Protestbewegung „Fünf Sterne“ geäußert. Die Partei des Komikers Beppe Grillo sei ein „Phänomen der Revolte, der Ablehnung, der Verweigerung, letztlich des Misstrauens“, sagte Bagnasco in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ vom Samstag. Nur „zu zerstören“ reiche jedoch nicht aus, es müsse auch ein konstruktiver Beitrag folgen, so Kardinal Bagnasco. Der Erfolg von Fünf Sterne sei jedoch nicht nur „beunruhigend“, sondern zugleich „lehrreich“. Er rufe Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Medien dazu auf, über ihre eigene Glaubwürdigkeit nachzudenken, erklärte der Erzbischof von Genua.(kna)

Afrika

Südsudan
Der vereinbarte Waffenstillstand im Südsudan steht auf wackligen Füßen. Die Rebellen des früheren Vizepräsidenten Riek Machar sprechen von zahlreichen Verletzungen der vereinbarten Waffenruhe an mehreren Fronten. Entweder sei Präsident Salva Kiir „ein Heuchler“, oder er kontrolliere seine eigene Armee nicht, so die Rebellen. Kiir und sein Herausforderer Machar haben am Freitag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Es kam unter massivem Druck der USA und der UNO zustande und soll fünf Monaten blutiger Kämpfe endlich ein Ende machen. Die UNO warnt sogar eindringlich vor einem Abrutschen des Landes in einen Völkermord. Ein Sprecher von Präsident Kiir erklärte, die Armee habe strikte Anweisung erhalten, jede Feindseligkeit einzustellen. (afp)

Naher Osten

Israel
Störaktionen und Graffiti von jüdischen Israelis gegen Christen und christliche Einrichtungen belasten die Stimmung vor der Papstreise ins Heilige Land. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, sprach am Sonntag vor Journalisten in Haifa von einer „vergifteten Atmosphäre“. Dass „Vandalenangriffe“ auf christliche Klöster in den letzten Wochen straflos geblieben seien, ist aus Twals Sicht „auch ein Schlag gegen die Demokratie, den Israel selbst führt“. Nach Angaben der Tageszeitung „Ha`aretz“ wollen radikale Siedler am Montag auf dem Zionsberg gegen den Papstbesuch demonstrieren. (ansa/efe)

Amerika

Argentinien
Präsidentin Cristina Kirchner weist die Kritik der Ortskirche an den gesellschaftspolitischen Zuständen im Heimatland von Papst Franziskus zurück: „Wir haben keine gewalttätige Gesellschaft“, zitiert die Tageszeitung „Clarin“ am Samstag Kirchner. Die Präsidentin äußerte sich bei der Einweihung einer Skulptur zu Ehren des vor 40 Jahren von Paramilitärs ermordeten katholischen Priesters Carlos Mugica. Mit ihrer Kritik würden die argentinischen Bischöfe alte Konfrontationen wieder aufleben lassen, so Kirchner weiter. Die argentinische Gesellschaft sei keineswegs so gewalttätig wie zu anderen Zeiten. Argentiniens Bischöfe hatten am Freitag zum Abschluss ihrer Vollversammlung Kritik an der gesellschaftspolitischen Situation in dem südamerikanischen Land geübt. (kna)

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