RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 17.5.2014

Tagesmeldungen vom 17.5.2014

- Papst: Gegenüber Leiden nicht resignieren -
- Indien: Bischöfe zufrieden mit den Wahlen -
- Kard. Parolin: Franziskus betet für Sudan -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Nina Oezelt
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst: „Wir müssen Leid akzeptieren“
Nach einem Ruhetag aufgrund einer Erkältung hat der Papst an diesem Samstag wieder seine Audienzen aufgenommen. 5.000 Menschen empfing er in der Audienzhalle Paul VI. im Vatikan. Franziskus begrüßte die Anhängerschaft des seliggesprochenen Luigi Novarese und alle Mitarbeiter und Besucher der karitativen und medizinischen Institutionen, die der Selige Novarese gründete. Unter den Gästen fanden sich ungefähr 350 Menschen im Rollstuhl. Leiden sei nach Worten von Papst Franziskus „kein Wert in sich“, sondern eine Situation des Lebens, der man sich realistisch stellen sollte. Resignation sei dabei ebenso wenig angemessen wie Passivität und Rebellion, sagte er am Samstag vor ehrenamtlichen Mitgliedern der Hilfsorganisationen „Stille Arbeiter des Kreuzes“. (rv)
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Indien: Bischöfe sehen Wahlsieg mehrheitlich positiv
Die Bischöfe haben sich positiv über die jüngsten Wahlergebnisse geäußert. Das berichtet der Fidesdienst am Freitag. Als Siegerin der Wahlen gilt die hindu-nationalistischen „Bharatiya Janata Party” (BJP). Über 800 Millionen Wahlberechtigte nahmen an den Wahlen teil. Während die Bischöfe sich über den Verlauf der Wahlen freuten, brachten indische Menschenrechtler in sozialen Netzwerken ihre Sorge zum Ausdruck. Ihr Kritikpunt: der Pluralismus im Lande sei nun gefährdet. Der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Erzbischof Albert D’Souza, sagte, dass das Wahlergebnis ein „Zeichen der demokratischen Fähigkeit des Landes“ sei und eine starke Regierung das Land in eine „neue Phase der wirtschaftlichen Entwicklung“ führen könne. Zuversichtlich ist auch Bischof Stanley Roman von Quilon: „Die Minderheiten, wie zum Beispiel Christen und Muslime, sind wesentlicher Bestandteil der Nation und des gesellschaftlichen Gewebes.“ (fides)
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Rumänien: Anton Durkowitsch, ein seliger Märtyrer
Er starb den Märtyrertod und ist an diesem Wochenende in Rumänien seliggesprochen worden: Anton Durcovic (1888-1951). Der katholische Bischof, der ursprünglich aus dem niederösterreichischen Bad Deutsch-Altenburg stammte, wurde während des kommunistischen Regimes in Rumänien verhaftet, gefoltert und starb schließlich 1951 im Alter von 63 Jahren im Gefängnis von Sighet. Seligsprechungen häufen sich in Rumänien. Erst im August 2013 wurde in Bukarest Vladimir Ghika, eine weitere außergewöhnliche Persönlichkeit, seliggesprochen. Es gebe viele Märtyrer der griechisch-katholischen Kirche in Rumänien, betonte gegenüber Radio Vatikan Kardinal Angelo Amato, der im Vatikan für Selig- und Heiligsprechungen zuständig ist. (rv/kna)
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UNSER BUCHTIPP:

„Gott braucht dich nicht“
„Gott zeigt dir die kalte Schulter“ – so könnte man den Titel von Ester Maria Magnis‘ Buch „Gott braucht dich nicht“ zuspitzen. In ihrem Debutroman legt die 1980 geborene Katholikin einen Abschnitt ihres persönlichen Glaubensweges dar. Sie erzählt von ihrer persönlichen Suche nach Gott, ihrem Ringen mit Gott, ihrem Zorn auf Gott. Als Magnis‘ Familie unerwartet mit dem Tod konfrontiert wird, werden die Fragen nach dem Glauben, dem Sinn von Leben, Lieben und Sterben für die junge Frau existentiell. Diese Reise zu Gott, die Magnis präzise und leidenschaftlich beschreibt, ist erhellend, bisweilen berührend, sie ist glaubwürdig, denn der Autorin gelingt die Waage zwischen persönlichem Zeugnis und universeller Betrachtung, zwischen Wagnis und Ratio. Das Buch „Gott braucht dich nicht“ ist deshalb nicht nur eine packend geschriebene persönliche Geschichte, die tiefe Fragen des Seins berührt, es ist auch Religionskritik.
Das Buch erschien beim Rowohlt Verlag und kostet etwa 17 Euro. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/Niederlande
Papst Franziskus betet für den Sudan. Das sagte der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in der Christophorus-Kathedrale im niederländischen Roermond. Kardinal Parolin nahm an der Bischofsweihe von Hubertus Matheus Maria van Megen teil, der am vergangenen 9. März zum Nuntius im Sudan ernannt wurde. Der Papst fühle sich sehr verbunden mit dem Sudan, „ein Land, dass in den vergangenen Jahren so viel Gewalt und Unordnung“ erlebt habe, so Kardinal Parolin. Der neue Nuntius solle sich für Frieden und Versöhnung in dem Land einsetzen und der „kleinen christlichen Gemeinschaft“ beistehen, fügte er an. (agi)

Europa

Deutschland
In der Ökumene braucht es einen „differenzierten Konsens“. Das sagte der Mainzer Kardinal Karl Lehmann. „Wir sind heute nicht selten in der Gefahr, eine Ökumene ohne theologischen Tiefgang zu betreiben“, gab Lehmann am Samstag in Mainz zu bedenken. Dann belasse man es leicht bei den üblichen Forderungen an den ökumenischen Partner und habe das Gefühl, es herrsche ein Stillstand, obgleich dies gar nicht so sei. Lehmann äußerte sich bei einer Tagung über „Das Zweite Vaticanum aus der Perspektive der multilateralen Ökumene“. Lehmann sagte weiter, solange keine wirkliche Einheit gefunden sei, lasse sich wohl auch irgendeine Form von Konkurrenz zwischen den Kirchen nicht völlig vermeiden. (kna)
Zur Teilnahme am 99. Deutschen Katholikentag vom 28. Mai bis 1. Juni in Regensburg haben die Bischöfe aufgerufen. Die Großveranstaltung wolle „neue Wege aufzeigen, wie wir heute als Volk Gottes durch unser gesellschaftliches, politisches und kulturelles Engagement Sauerteig für unsere Welt sein, aber auch die Kirche selbst erneuern können“, heißt es in dem am Samstag in Bonn veröffentlichten Aufruf der Deutschen Bischofskonferenz. Mit Blick auf das Leitwort „Mit Christus Brücken bauen“ schreiben die Bischöfe weiter, in Gottesdienst und Gebet solle neu erfahrbar werden, dass jeder, der für andere und zu anderen Brücken schlagen will, selber einen festen Stand und zuverlässigen Boden unter den Füßen brauche. Zur Finanzierung des Katholikentags findet an diesem Wochenende eine Sonderkollekte in den Gottesdiensten in ganz Deutschland statt. (pm/kna)

Deutschland/Frankreich
Angesichts aktueller kriegerischer Auseinandersetzungen und Kriege hat der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck die Suche nach friedlichen Mitteln der Konfliktlösung angemahnt. Jedem „Egoismus der Staaten“ sei entgegenzutreten, sagte er am Samstag bei der diesjährigen Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes. Overbeck verwies bei einem Gottesdienst mit der deutschen Pilgergruppe unter anderem auf die Konfliktherde Ukraine und Mali. Das Jahr 2014 fordere dazu heraus, eine Ordnung des Friedens auf den Weg zu bringen. An der 56. Internationalen Soldatenwallfahrt, die am Dienstag nach einer Woche endet, nehmen rund 10.000 Militärangehörige aus etwa 30 Ländern teil.
(kna)

Frankreich
Präsident Francois Hollande hat an diesem Samstag zu einem Gipfeltreffen gegen Terrorismus nach Frankreich geladen. Bei dem Treffen gehe es vor allem um die Situation in Nigeria. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan steht derzeit aufgrund des Entführungsdramas von mehr als 200 christlichen Schülerinnen im eigenen Land unter Druck. Zusammen mit den Staatsoberhäuptern aus Kamerun, Niger, Tschad und Benin sowie anderen Repräsentanten der Europäischen Union, der Vereinigten Staaten und Großbritannien soll eine Strategie gefunden werden, wie man gegen die Terror-Sekte Boko Haram vorgehen soll. (ansa)

Polen
Wojciech Polak ist neuer Primas von Polen. Papst Franziskus hat ihn nämlich zum Erzbischof von Gnesen ernannt. Das teilte der Vatikan am Samstag mit. Der 49-jährige Bischof war bislang Generalsekretär der Polnischen Bischofskonferenz. Polak wird Nachfolger von Erzbischof Jozef Kowalczyk, dessen altersbedingten Rücktritt der Papst am gleichen Tag annahm. Polak trat 1983 ins Seminar der Diözese Gnesen ein und wurde 1989 zum Priester geweiht. Nach drei Kaplansjahren ging er zum Weiterstudium nach Rom, das er mit dem mit Doktorat in Moraltheologie abschloss. Nach Jahren in der Priesterausbildung in Gnesen wurde er dort 2003 Weihbischof. Seit 2011 ist er Generalsekretär der Bischofskonferenz. Zudem ist er Präsident der bischöflichen Kontaktgruppe für die Beziehungen zur russisch-orthodoxen Kirche. (rv/kna)

Ukraine
Das Einreiseverbot für den Außenamtschef der russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Hilarion, in der Ukraine findet in der römisch-katholischen Kirche der Ukraine Zustimmung. Es sei richtig, allen Personen die Einreise zu untersagen, von denen „Provokationen und Aufwiegelung“ ausgehen könnten, sagte der römisch-katholische Bischof der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw, Stanislaw Szyrokoradiuk , am Freitag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Die Ukraine muss sich und ihre orthodoxen Bürger schützen“, so Szyrokoradiuk. Der Generalsekretär der Bischofssynode der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche, Weihbischof Bogdan Dziurach, wollte das Einreiseverbot für Hilarion nicht kommentieren. Er kenne die Motive der ukrainischen Behörden nicht, sagte er der KNA. Hilarion, der als Nummer zwei des Moskauer Patriarchates gilt, war am 9. Mai am ukrainischen Flughafen Dnipropetrowsk von Grenzschutzbeamten an der Einreise gehindert worden. (kna/interfax)
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Naher Osten

Israel
Rund 62 Prozent der Christen in Jerusalem würden gerne auswandern. Das sei das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter 300 Christen aller Konfessionen der katholischen Universität in Betlehem. Wie die Katholische Presseagentur Kipa berichtet, seien die Hauptgründe für den Auswanderungswunsch vor allem die begrenzten Arbeitsmöglichkeiten, schwierige politische sowie wirtschaftliche Lage und israelische Maßnahmen, die den Alltag der palästinensischen Christen erschweren. Die Befragten äußerten sich laut palästinensischen Soziologen und Demografie-Experten der Universität in Betlehem, Bernard Sabella, eher pessimistisch bezüglich einer Verbesserung der politischen Lage durch den Besuch des Papstes. In Israel leben demnach zwischen 120.000 und 125.000 indigene arabischsprachige Christen. (kipa)

Asien

Philippinen
Die Bischöfe rufen die Regierung auf, so rasch wie möglich eine Reform der Landwirtschaftsrechte durchzuführen. Das berichtet asianews. Die Lage der Bauern sei katastrophal. In nur sechs Monaten seien drei Bauer, sowie Aktivisten die für die Grundrechte der Bauern kämpfen auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Ebenso appellierten die Bischöfe an die Menschenrechtskommission eine sofortige Untersuchung zu veranlassen. „Es sei traurig und empörend”, betonte der Weihbischof von Manila und Caritas-Verantwortlicher der Philippinen, Broderick Pabillo. „Die Gemeinschaft lebt zwischen Angst und Drohungen“, so der Bischof, während sie damit beschäftigt sind, ihre Reche und ihr Land zu verteidigen. (asianews)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 18.05.2014: Aktenzeichen - von Aldo Parmeggiani
Dorothee Sölle

Dienstag Abend, 20.5.2014: Radioakademie
Die Päpste im Heiligen Land. Heute: Benedikt XVI. im Jahr 2009

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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