RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 19.5.2014

Tagesmeldungen vom 19.5.2014

- Vatikan: Finanzaufsicht legt Jahresbericht vor -
- EU: Der Wahlkampf und das Kruzifix -
- Libyen: Chaos und Kämpfe -

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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Finanzaufsicht Vatikan: Viel mehr verdächtige Geldbewegungen aufgedeckt
Im Vatikan sind 2013 erheblich mehr verdächtige Geldbewegungen gemeldet worden als im Vorjahr. Nach Angaben der vatikanischen Finanzaufsicht AIF wurden im zurückliegenden Jahr 202 Fälle registriert, wie aus ihrem zweiten Jahresbericht hervorgeht, der am Montag im Vatikan vorgestellt wurde; 2012 waren es lediglich sechs Fälle gewesen. Rene Brülhart, der seit Ende 2012 das AIF leitet, sprach von einem „herausfordernden Jahr“ und betonte vor allem zwei große Erfolge der Finanzaufsicht: den Betritt seiner Behörde zu internationalen Kontrollorganen und immer mehr aufgedeckte Verdachtsfälle. (rv)
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Papst im Heiligen Land: „Im Moment sind alle unzufrieden“
Mit dem Blick auf den kommenden Papstbesuch im Heiligen Land gibt es noch viel Unzufriedenheit. Viele Gruppen hätten sich mehr gewünscht, etwa mehr Zeit für die Christen, die vor allem im Norden Israels lebten und die der Papst gar nicht besuche. Das berichtet der israelische Jesuitenpater David Neuhaus aus Jerusalem. Auch die Möglichkeiten, etwa nach Bethlehem zu reisen, seien wegen des Platzes sehr beschränkt. Für die Teilnahme müsse man sich also anderes vornehmen. (rv)
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EU: Der neue Streit um das Kruzifix
Kreuze raus aus dem öffentlichen Raum? Mit dieser Forderung hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ein paar Tage vor den Europawahlen viele Christen erschreckt. Und eine alte Debatte wiederbelebt. Der deutsche Staatskirchenrechtler Stefan Mückl widerspricht dem deutschen SPD-Politiker Schulz, der das Amt des EU-Kommissionspräsidenten anstrebt. Er halte diese Einlassung für „erstaunlich“, weil sie nicht in die Zukunft weise, sondern zurück. Europa lebe von der Vielfalt, hier werde aber das Modell eines Landes – nämlich Frankreichs – auf das ganze Europa ausgedehnt. (domradio)
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Libyen: Chaos in Tripolis und Benghasi
In Libyen herrscht Chaos: Zwei Tote und 55 Verletzte in Tripolis, Unruhen in Benghasi, wo ein abtrünniger früherer General eine Offensive gegen Islamisten begonnen hat. Es sind die schwersten Kämpfe seit Monaten, das Land droht zu zerbrechen, der Zentralregierung in Tripolis entgleitet immer mehr die Kontrolle. Seit zwei Monaten gibt es keine funktionierende Regierung, und das Parlament arbeitet nicht mehr, nachdem es am Sonntag von bewaffneten Kämpfern heimgesucht worden ist. Erzbischof Giovanni Innocenzo Martinelli, ein italienischer Missionar, ist Apostolischer Vikar von Tripolis; er berichtet von der Ungewissheit, in der die Menschen leben müssten. (rv)
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Papstpredigt: Ein festes Herz lässt Alltag bewältigen
Das einzige, was unserem Herzen wirklich Festigkeit gibt, ist der Heilige Geist – daran hat Papst Franziskus in seiner Morgenpredigt am Montag im vatikanischen Gästehaus Santa Marta erinnert.

„Wir haben so viele Dinge, die uns beschäftigen, die uns hin- und herwerfen, zur einen und der anderen Seite. Aber wir haben die Gnade erbeten, ein festes Herz zu haben, wie Paulus. Anhand dieses Beispiels können wir uns heute fragen: Wie steht es um mein Herz? Ist es ein tänzelndes Herz, das von der einen zur anderen Seite springt, wie ein Schmetterling, dem heute dies, morgen das gefällt? Ist es ein Herz, das sich vor den Ereignissen des Lebens erschreckt und Angst hat, Jesus Christus zu bezeugen? Ist es ein mutiges Herz oder ein Herz, das immer versucht, sich zu verstecken? Wovor haben wir Angst? In welchem Schatz ist unser Herz verankert? Hängt es an den Geschöpfen und Problemen, den Göttern aller Tage? Oder am Heiligen Geist?“ (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Papst will eine neue Kommission innerhalb der Glaubenskongregation ins Leben rufen. Sie soll sich mit Einsprüchen von Bischöfen in Missbrauchsfällen befassen. Das wurde an diesem Montag im Vatikan bekannt. Bisher wurden solche Einsprüche auf wöchentlichen Konferenzen der Kardinäle und Bischöfe erörtert, die der Kongregation angehören. In Zukunft sollen sie von einer kleineren Gruppe von Experten behandelt werden. Ein Datum, wann die Kommission eingerichtet wird, teilte der Vatikan noch nicht mit. Papst Franziskus berief aber am Montag schon einen Leiter für die Kommission: Es ist der argentinische Erzbischof Jose Luis Mollaghan von Rosario. Er wird gleichzeitig zum Mitglied der Glaubenskongregation. (kna/rv)
Papst Franziskus hat Bischöfe aus Mexiko in ihrem Einsatz für Bedürftige bestätigt. Er kenne ihre Anstrengungen für Migranten und Opfer des Drogenhandels sowie ihre menschenrechtlichen Anstrengungen, sagte er mexikanischen Bischöfen am Montag im Vatikan. Dieser Einsatz zeige einmal mehr, „welch enge Verbindung zwischen der Verkündigung des Evangeliums und der Arbeit für das Wohl des Nächsten besteht“. Das verhelfe der Kirche zu mehr Glaubwürdigkeit. Die mexikanischen Bischöfe halten sich gerade zum Ad-Limina-Besuch im Vatikan auf. (rv)
Kurienerzbischof Georg Gänswein hat den Politikern Europas vorgeworfen, zu wenig gegen die immer zahlreicheren Angriffe auf christliche Werte und Symbole in Europa zu unternehmen. Der Präfekt des Päpstlichen Hauses äußerte sich am Sonntag bei der jährlichen Wallfahrt des katholischen Hilfswerks Kirche in Not nach Einsiedeln. Antisemitische und islamophobe Handlungen und Aussagen würden zu Recht von den Medien und politisch Verantwortlichen verurteilt, aber Europa müsse wachsamer werden gegenüber Intoleranz und Diskriminierung, die sich gegen Christen richte, sagte Gänswein. Auf dem Gebiet der Europäischen Union entwickle sich ein „militanter Säkularismus“, klagte der 57-jährige Erzbischof. (kipa)
„Dass Papst Johannes Paul II. ein Heiliger war, ist mir in den Jahren der Zusammenarbeit immer neu und immer mehr klar geworden.“ Das sagte der emeritierte Papst Benedikt XVI. in einem aktuellen Interview, das nun erstmals ins Deutsche übersetzt vorliegt. Der polnische Papst habe „nicht nach Beifall gefragt und sich nicht ängstlich umgeschaut, wie seine Entscheidungen wohl aufgenommen würden“. Vielmehr sei er bereit gewesen, „auch Schläge auf sich zu nehmen“. Benedikt weiter: „Der Mut der Wahrheit ist in meinen Augen ein erstrangiges Kriterium der Heiligkeit.“ Der emeritierte Papst äußerte sich gegenüber dem polnischen Journalisten Wlodimierz Redzioch anlässlich der Heiligsprechung Johannes Paul II. (pm)
Zwei wichtige Politiker sind an diesem Montag beim Papst in Audienz gewesen. Zum einen traf sich Franziskus mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk. Dieser hatte am Wochenende in der Nähe Roms am Gedenken an die Einnahme von Montecassino vor siebzig Jahren teilgenommen. Tusk, der sich eine Viertelstunde mit dem Papst unterhielt, schenkte ihm eine Silbermünze, die an die Heiligsprechung des polnischen Papstes Johannes Paul vom 27. April erinnert. Der zweite wichtige Politiker beim Papst war der König von Bahrain, Hamad bin Isa al Khalifa. Dieser sprach mit Franziskus fast eine halbe Stunde lang über Konflikte im Nahen Osten und interreligiöse Kontakte. Ein Vatikanstatement sprach von einer „herzlichen Unterredung“. Der Papst und seine Mitarbeiter hätten das „persönliche Interesse“ des Königs „für die Bedürfnisse der örtlichen katholischen Gemeinschaft“ gelobt. Dieses Interesse illustrierte Seine Majestät mit einem Geschenk: dem Modell des künftigen Apostolischen Vikariats von Bahrain. Es soll einmal, wie eine Schrift am Modell vermerkte, „die größte Kirche im Norden der Arabischen Halbinsel“ werden. Hamad erläuterte, die neue Kirche solle in der Nähe einer frühislamischen und einer modernen Moschee erstehen und gleichsam von diesen geschützt werden. (rv/kna)

Europa

Serbien/Bosnien
Wegen der Hochwasserkatastrophe in Serbien und Bosnien hat die in Belgrad tagende Bischofsvollversammlung der serbisch-orthodoxen Kirche einen dringenden Hilfsappell veröffentlicht. Sie bitten alle Priester, Ordensleute und Laien, sich aktiv an den Rettungsmaßnahmen zu beteiligen, um so „christliche und menschliche Solidarität zu zeigen mit allen Leidenden und Opfern“ dieser Katastrophe. Außerdem bitten die serbischen Bischöfe um Spenden – vor allem in Form von Medikamenten, Nahrungsmitteln und Kleidung, aber auch um die Aufnahme der Flutopfer in kirchlichen Einrichtungen und Klöstern in den verschont gebliebenen Landesteilen. Die Jahrhundertflut in Serbien und Bosnien hat bereits Dutzende Todesopfer gefordert, mehrere Zehntausend Menschen mussten aus ihren Häusern evakuiert werden. (kap)

Afrika

Südsudan
Wegen des Bürgerkriegs herrscht im Südsudan ein „dramatischer Mangel an allem“. Darauf macht der Malteser Hilfsdienst an diesem Montag aufmerksam. Die wachsende Zahl der Flüchtlinge im ärmsten Land der Welt brauche dringend Lebensmittel, Trinkwasser, Zelte und Gesundheitsversorgung. 1,3 Millionen Südsudanesen sind vor der Gewalt im eigenen Land geflohen und haben zum Teil ihre Heimat verlassen. Der UNO zufolge sind 50.000 südsudanesische Kinder unter fünf Jahren vom Hungertod bedroht. Im Südwesten des Landes, in der Region Maridi, werden die Malteser Lebensmittel und Haushalts-Zubehör an 7.500 Menschen ausgeben. Im Nachbarland Uganda kümmern sich die Malteser im Flüchtlingslager „Rhino Camp“, wo 11.000 Südsudanesen Zuflucht gesucht haben, um die Wasserversorgung. (pm)

Nigeria
Ein neues Selbstmordattentat in der Stadt Kano hat vier Todesopfer gefordert, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Der Attentäter sprengte sich in der Nacht auf Montag in einem mehrheitlich von Christen bewohnten Stadtviertel in die Luft. Kano, die zweitgrößte Stadt des Landes, liegt im Norden von Nigeria und ist seit Jahren immer wieder Schauplatz von ethnisch-religiös motivierter Gewalt. Insgesamt hat solche Gewalt in den drei nordöstlichen Bundesstaaten Adamaouva, Yobe und Borno seit 2009 unter den Christen mehr als 670 Todesopfer gefordert. (apic/adnkronos)

Naher Osten

Syrien
In den letzten Wochen hat es „eine neue Auswanderungswelle unter den Christen in Aleppo“ gegeben. Das sagte der armenisch-katholische Erzbischof der belagerten Stadt, Boutros Marayati, dem vatikanischen Fidesdienst. Viele Familien hätten noch „das Ende des Schuljahres abgewartet und dann ihre Koffer gepackt und die Häuser abgeschlossen, um über die einzige noch befahrbare Ausfahrtsstraße in den Libanon zu fliehen“. Marayati wörtlich: „Vielleicht werden sie in vier Monaten zurückkommen. Vielleicht kommen sie nie mehr zurück.” Nach Ansicht des Erzbischofs wird die Präsidentschaftswahl am kommenden 3. Juni zu einer Zunahme von Unsicherheit und Angst führen. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 18.05.2014: Aktenzeichen - von Aldo Parmeggiani
Dorothee Sölle

Dienstag Abend, 20.5.2014: Radioakademie
Die Päpste im Heiligen Land. Heute: Benedikt XVI. im Jahr 2009

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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