RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 20.5.2014

Tagesmeldungen vom 20.5.2014

- Papst erwartet von Bischöfen „einfachen Lebensstil“ -
- EU: Martin Schulz fühlt sich missverstanden -
- Jesuitengeneral will 2016 zurücktreten -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ/ Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papst an Italiens Bischöfe: „Das gläubige Volk schaut auf uns!“
Papst Franziskus hat die italienische Bischofskonferenz – die größte Europas – eindringlich zur Einheit aufgerufen. Mangelnde Einheit sei für ihn „der größte Skandal“, so Franziskus, „die Häresie, die das Antlitz des Herrn verzerrt“. Das sagte er bei der Eröffnung der Vollversammlung der Bischöfe im Vatikan. Die Bischöfe sollten nicht übermäßig hart sein, sich nicht nach der Vergangenheit zurücksehnen und sich nicht von Eifersucht oder Ehrgeiz treiben lassen, so der Papst weiter. Er erwarte von ihnen einen „einfachen Lebensstil“ und Nähe zu den Menschen, speziell zu Familien, Arbeitslosen und Migranten. Italienische Medien deuten die Papstrede als eine Wende: Italiens Bischöfe, bisher politisch oft einflussreich, sollten sich mehr auf die Seelsorge konzentrieren. „Es war einmal die italienische Bischofskonferenz, die der Politik die Linie diktierte“, kommentiert die Tageszeitung „La Repubblica“ am Dienstag auf der Titelseite: „Es war einmal, denn mit dieser Papstrede hat sich alles geändert.“ (rv)
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Fußball-WM in Brasilien: Aktion gegen Menschenhandel
Ein Netzwerk von Ordensgemeinschaften will am Rand der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im Juni auf Menschenhandel und Zwangsprostitution aufmerksam machen. Im Vatikan stellten sie an diesem Dienstag ein entsprechendes Projekt vor. Träger der Aktion ist das internationale Netzwerk „Talitha Kum“. Papst Franziskus hat den Menschenhandel im April 2014 einen „Stachel im Fleisch der Menschheit und im Fleisch Christi“ genannt; in diesem Geist wolle die Initiative tätig werden. (rv)
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Fünfzig Jahre Rat für Interreligiösen Dialog: Risiko und Widerstand
Die ersten fünfzig Jahre des interreligiösen Dialoges waren eine exzellente Vorbereitung, um herauszufinden, was die Rolle der Kirche in diesem Dialog ist. Mit dieser Einschätzung gratuliert Pater Damian Howard dem Päpstlichen Rat für den interreligiösen Dialog zu seinem fünfzigjährigen Bestehen. Nach Ansicht des Jesuiten, der in London lehrt, hat der Rat vor allem bei einer Frage, die fast alle Christen sich stellen, viel erreicht: „Wenn ich mit jemandem aus einer anderen Religion im Dialog bin, wann beginne ich, Jesus Christus zu verkünden?“ Dazu habe der Rat Wegweisendes formuliert. (rv)
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Papstpredigt: Heiliger Geist ist „Garant des wahren Friedens“
Wer den Heiligen Geist in seinem Herzen aufnimmt, wird immer in Frieden leben. Wer hingegen auf Geld und Macht setzt, wird immer Krieg und Unruhe in sich vorfinden. Das sagte der Papst in der Frühmesse an diesem Dienstag. Es gebe zwei Arten von Frieden, so der Papst. Einerseits den „Frieden der Dinge“ – also die Befriedigung durch Geld, Macht oder Eitelkeit. Und andererseits den „Frieden in einer Person“: Dies sei der Heilige Geist. (rv)
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EU: Martin Schulz fühlt sich missverstanden
Nach der Kontroverse um seine Äußerungen zu Kreuzen im öffentlichen Raum beklagt der SPD-Spitzenkandidat für die EU-Wahlen Martin Schulz, falsch verstanden worden zu sein. Keineswegs wolle er religiöse Symbole aus der Öffentlichkeit verbannen, zitiert ihn die Zeitung „Die Welt“. Zuvor war Schulz, derzeit Präsident des EU-Parlaments, von deutschen Unionspolitikern und Kirchenvertretern angegriffen worden. In einer Fernsehsendung hatte Schulz gefordert, öffentliche Orte müssten „neutral“ sein. Zudem gelte es eine „konservative Bewegung zurück“ zu bekämpfen. Er habe zu Beginn seines Statements gesagt, dass das Sache der Mitgliedsstaaten und Regionen sei, so Schulz in der „Welt“. Und wörtlich: „Was Bayern für Bayern entscheidet, ist nicht Sache der Kommission." Schulz peilt das Amt des EU-Kommissionspräsidenten an. (kna/die welt)
Hintergrund: Wie christlich ist Europa denn (noch)?

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AUDIO-SERIE ÜBER PÄPSTE IM HEILIGEN LAND:

Wenn Papst Franziskus an diesem Samstag ins Heilige Land reist, wird er der vierte Papst sein, der die Orte des Lebens Jesu besucht und dort interreligiös und ökumenisch wirken wird. Wie die ersten drei – Paul VI. im Jahr 1964, Johannes Paul II. im Heiligen Jahr 2000 und Benedikt XVI. 2009 – ihre Reisen gestaltet haben, darüber berichten wir in diesem Monat jeden Dienstag in unserer Abendsendung. Sie können sich alle Sendungen auch gerne als CD zuschicken lassen. (rv)

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UNSERE LATEINNACHRICHTEN:

Jede Woche frisch: unsere Nachrichten auf Latein. Gero P. Weishaupt übersetzt für Radio Vatikan ausgewählte Meldungen unseres Programms. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Jesuitenorden wird Ende 2016 eine Generalkongregation abhalten. Das geht aus einer Nachricht auf der Webseite des Ordens hervor. Mit einem auf diesen Dienstag datierten Schreiben kündigt der Generalobere des Ordens, Pater Adolfo Nicolás SJ, die Einberufung für die letzten Monate des Jahres 2016 an, das formelle Schreiben werde Ende des Jahres folgen. Es wird die 36. Generalkongregation des Ordens sein, Ordensversammlungen der Jesuiten finden gewöhnlich nur zur Wahl eines neuen Generaloberen oder bei besonders wichtigen Fragen statt. In diesem Fall wird es um die Neustrukturierung der Ordensleitung gehen. Wie das Magazin der Jesuiten in den USA ‚America’ mit Zustimmung der Ordensleitung berichtet, wird Pater Nicolás zu diesem Zeitpunkt mit Zustimmung von Papst Franziskus seinen Rücktritt anbieten. Nicolás ist zur Zeit 78 Jahre alt. (rv)

Vatikan/Argentinien
Der argentinische Botschafter beim Heiligen Stuhl hat Berichten widersprochen, wonach der für 2016 erwartete Argentinien-Besuch von Papst Franziskus offiziell bestätigt sei. Der Papst habe zwar gesagt, dass er in die Provinz Tucuman reisen wolle, es fehlten aber noch Details wie das Datum oder eine offizielle Bestätigung, erklärte Juan Pablo Cafiero. Eine offizielle Bestätigung werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Der argentinische Botschafter widersprach damit Aussagen von Mitgliedern des Regionalparlaments der nordöstlichen Provinzen Argentiniens. Diese hatten in der vergangenen Woche „offiziell“ die Reise von Papst Franziskus in sein Heimatland bestätigt. Zuvor hatten die Ortskirchen von Uruguay und Chile bereits eine Reise von Papst Franziskus im Rahmen des geplanten Besuchs in Argentinien in Aussicht gestellt. (kna)

Europa

Deutschland
Alle Dokumente der Deutschen Bischofskonferenz zum Umgang mit sexuellem Missbrauch sind in einer völlig überarbeiten und aktualisierten Fassung neu herausgegeben worden. Das teilt das Sekretariat der Bischofskonferenz mit. Die Arbeitshilfe umfasst alle Dokumente, welche seit 2010 zu diesem Thema verfasst und herausgegeben wurden. Dazu gehören unter anderem die aktuellen Leitlinien und das Rahmenkonzept Prävention mit einer Handreichung. Sie enthält auch die wesentlichen Texte des Vatikans zu dieser Thematik. (pm)

Asien

Thailand
Thailands Bischöfe fordern die Lösung der Krise des Landes durch mehr Dialog. Der Generalsekretär der Bischofskonferenz betont, die Bischöfe nähmen sehr wohl wahr, dass viele Menschen die Verhängung des Kriegsrechtes im Land an diesem Dienstag zunächst als „Maßnahme zur Bekämpfung von Gewalt und Chaos“ verstanden hätten. „Die katholische Kirche verfolgt die Entwicklung der Lage aufmerksam und wünscht sich dabei eine Ausrichtung an den Zielen des Friedens und der Aussöhnung“. In einer Situation der Polarisierung sei es dringend notwendig, den Dialog zwischen den Parteien zu fördern. Die Maßnahme der Militärs wurde nach einer Eskalation der sozialen und politischen Spannungen ergriffen. Vorausgegangen war die Absetzung der Premierministerin Yingluck Shinawatra durch ein Urteil des Obersten Gerichts wegen Amtsmissbrauchs. Derzeit nimmt eine Übergangsregierung die Geschäfte wahr. In den vergangenen Tagen sind bei Ausschreitungen zwischen Demonstranten 28 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. (fides)

Indien
„Wir wünschen uns, dass die neue Regierung die gemeinsamen Werte und die säkulare Staatsform fördert, die Indien zu einem großen Land machen.“ Das schreibt die Indische Bischofskonferenz in einer Erklärung. Sie verbinden ihre Glückwünsche an die „National Democratic Alliance“ unter Leitung der „Bharatya Janata“-Partei (BJP) anlässlich des errungenen Wahlsieges mit dem Wunsch, „dass die neue Regierung das Indien Mahatma Gandhis zu höheren Zielen befähigt, damit es zu jenen Nationen der Welt gehört, die sich für Schutz, Sicherheit, Wohlstand und nachhaltige Entwicklung der Völker einsetzen“. Die Bischöfe hoffen, dass die Regierung sich dabei an den Werten eines säkularen Staates und den Prinzipien der Demokratie ausrichtet. Weiter erinnern die Bischöfe an den Beitrag der katholischen Kirche zum „Aufbau des Landes“ und „die Verantwortung der Regierung für den Schutz von Minderheiten – mit besonderem Augenmerk auf die schwächsten Teile des Landes“. In diesem Sinne äußerte sich auch der christliche Zusammenschluss „All India Christian Council“ (AICC), in dem Gläubige verschiedener christlicher Konfessionen vertreten sind. (fides)

Amerika

Venezuela
Bei den Krisengesprächen zwischen Regierung und Opposition in Venezuela gibt es offenbar Fortschritte. Nach einem Bericht der Tageszeitung „El Universal“ vom Montag gelang es der Kommission des südamerikanischen Staatenbundes (UNASUR) und dem Nuntius Erzbischof Aldo Giordano, „Brücken der Kommunikation“ zwischen den Lagern zu bauen. Der Durchbruch gelang offenbar bei einem Gespräch in der Nuntiatur. Kardinal Jorge Urosa hatte unmittelbar vor dem Gespräch die zerstrittenen politischen Lager in Venezuela dazu aufgerufen, den Mitte April begonnenen Dialog zwischen Regierung und Opposition nicht abbrechen zu lassen. „Man muss eine Art und Weise finden, um diese Kommunikation wiederherzustellen, denn auf dem Spiel stehen der Frieden und die Sicherheit der Venezolaner“, sagte der Erzbischof von Caracas. Bei den seit mehr als drei Monaten andauernden Protesten gegen die sozialistische Regierung von Präsident Nicolas Maduro sind nach offiziellen Angaben bislang 44 Menschen ums Leben gekommen. (kna)

Vereinte Nationen

UNO
Zum ersten Mal in seiner Geschichte hat das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen für drei Krisenregionen zugleich die höchste Notstandsstufe ausgerufen. Es sei eine einmalige Situation, dass sich in Syrien, Zentralafrika und dem Südsudan drei große Krisen gleichzeitig abspielten, sagte Ralf Südhoff, Leiter des Berliner WFP-Büros, am Dienstag im Deutschlandfunk. Allein in den drei dringendsten Krisenregionen seien über zehn Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Südhoff wies auf einen „immens gestiegenen Bedarf“ an humanitärer Hilfe hin. Vor 20 Jahren habe das Welternährungsprogramm zwei Drittel seines Geldes in langfristige Programme gesteckt. Immer mehr Wetterkatastrophen und Kriege in der Welt führten dazu, dass mittlerweile zwei Drittel auf akute Nothilfe entfallen. (kna) 

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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Programmvorschau:

Heute Abend, 20.5.2014: Radioakademie
Die Päpste im Heiligen Land. Heute: Benedikt XVI. im Jahr 2009 in Jordanien, Israel und Palästina

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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