RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 22.5.2014

Tagesmeldungen vom 22.5.2014

- Marx: „Katholiken können nicht Nationalisten sein“ -
- Österreich: „Wir sind Kirche“-Paar exkommuniziert -
- Papstreise: Parolin hofft auf „ökumenische Früchte“ -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Nina Oezelt
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Kardinal Marx zu EU-Wahl: Kirche als „überzeugte Europäerin“
Katholische Gläubige können niemals Nationalisten sein. Das sagte Kardinal Reinhard Marx im Gespräch mit Radio Vatikan. Der Präsident der Kommission der EU-Bischofskommission ComECE und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz meinte mit Blick auf die an diesem Donnerstag begonnenen Wahlen zum EU-Parlament. „Kritik an einzelnen politischen Entwicklungen“ in Europa sei immer möglich, gleichzeitig aber sei das europäische Anliegen, „für eine bessere Welt, für alle Menschen“ einzustehen, weiterhin ein großes Ziel, „.wo man sich auch als Christ gut engagieren kann“, so Kardinal Marx. (rv)
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Österreich: Bischof stellt Exkommunikation von Heizer fest
Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer hat die Selbst-Exkommunikation von Martha Heizer und ihrem Mann Gerd Heizer festgestellt. Das entsprechende Dekret ist das Ergebnis eines kirchenrechtlichen Verfahrens gegen das Ehepaar. Martha Heizer ist Österreich-Vorsitzende der Vereinigung „Wir sind Kirche“. Das Ehepaar hat in seiner Wohnung „private Eucharistiefeiern ohne Priester“ gefeiert, wie durch einen Fernsehbeitrag im September 2011 bekannt geworden war. In der am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme erklärte der Bischof sein Bedauern darüber, dass es bei den Betroffenen zu keinem Umdenken gekommen sei. Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass innerhalb von zehn Tagen beim Bischof die Rücknahme oder inhaltliche Abänderung der Entscheidung beantragt werden kann. Gegenüber den Medien hatte Heizer am Mittwochabend erklärt, dass sie weder das Dekret annehme, noch das Verfahren und die Entscheidung akzeptiere. (kap)
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Hier: Der Papst war nicht informiert
Hier: Kardinal Schönborn unterstützt Bischof Scheuer

Papstmesse: „Ein Christ ohne Freude ist kein Christ“
Die Freude ist ein „Siegel des Christen”, auch in Schmerz und Leid. Das hat Papst Franziskus bei der Morgenmesse an diesem Donnerstag in Santa Marta verkündet. Der Papst betonte, dass Christen nie traurig sein sollen. Jesus habe gerne folgende drei Schlüsselwörter verwendet: Friede, Liebe und Freude. Es sei der ewige Friede, den er uns wünsche, und nicht nur Liebe, sondern Gottes Liebe, und diese seien Christen aufgerufen weiterzugeben. Die Freude sei „unsere Gesundheit“, formulierte Franziskus. (rv)
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Nigeria: „Boko Haram will den Krieg zwischen uns“
Nur Reden hilft letztlich gegen Terror. Das sagt der Erzbischof von Jos und Präsident der Bischofskonferenz aus Nigeria, Ignatius Kaigama, nach dem neuerlichen blutigen Attentat der Islamisten von Boko Haram in seiner Bischofsstadt. Auch von den mehr als 200 verschleppten Schulmädchen fehlt jede Spur. Nigerias Präsident Goodluck Jonathan lehnt bisher jede direkte Verhandlung mit Boko Haram ab. Kaigama hingegen sieht eine Lösung in der Kontaktaufnahme mit den islamistischen Terroristen. (rv)
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DIE PAPSTREISE INS HEILIGE LAND:

Kardinalstaatssekretär: Das erwarte ich von der Papstreise
Am Samstag fliegt Papst Franziskus ins Heilige Land: Dort besucht er Jordanien, Palästina und Israel. Zwar handelt es sich nicht um eine politische Tour, sondern um eine Pilgerreise, doch unvermeidlich wird der Papst sich ins Gewebe nahöstlicher Komplikationen verstricken. Israelis ärgern sich, dass er zunächst nach Palästina reist und die Westbank als entfernt staatliches Gebilde anerkennt; Palästinenser sind verstimmt, dass Franziskus als erster Papst auch das Grab des Ur-Zionisten Theodor Herzl besuchen will. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hofft, dass die Reise vor allem in ökumenischer Hinsicht Früchte trägt, schließlich sei ihr Hauptanlass das Treffen mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios. (rv)
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Papstreise: „Die Grabeskirche ist der wichtigste Ort unseres Glaubens“
Der Papst wird mit Vertretern der verschiedenen Kirchen und Konfessionen im Heiligen Land einen Gottesdienst in der Anastasis, der Grabes- bzw. Auferstehungskirche in Jerusalem feiern. Warum dieser Ort und diese Begegnung etwas Besonderes ist, erklärt der aus Malta stammende Ordensmann Noel Muscat. Er gehört der Franziskaner-Kustodie im Heiligen Land an und ist in ihrem Namen für die Grabeskirche zuständig. „Das erste Mal sehen wir hier die zwei Lungen der Kirche, so hat das Papst Johannes Paul der II. genannt, im Zentrum der Christenheit“, so Muscat. (rv)
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LIVE BEI UNS:

Die Papstreise ins Heilige Land
Von 24. bis 26. Mai unternimmt Papst Franziskus seine Pilgerreise in das Heilige Land, zur Erinnerung an den 50. Jahrestag des Treffens zwischen Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras. Zusammen mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios von Konstantinopel zelebriert der Papst ein ökumenisches Treffen mit Vertretern der christlichen Kirchen in Jerusalem. Doch der Papst trifft auch weitere Gäste. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Papst hat den im Februar kreierten Kardinälen der Weltkirche ihre Zuständigkeiten innerhalb der verschiedenen Kurienbehörden zugewiesen. Demnach wird Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation, Mitglied in der Ostkirchen-, in der Bildungs- und der Ordenskongregation sowie im Päpstlichen Einheitsrat und im Kulturrat. Neue Mitglieder der Bischofskongregation, die für die Mehrzahl der Bischofsernennungen zuständig ist, sind drei neue Kurienkardinäle, nämlich Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Bischofssynode, und Beniamino Stella, Präfekt der Kleruskongregation, außerdem der britische Kardinal Vincent Gerard Nichols und der Erzbischof von Perugia, Kardinal Gualtiero Bassetti. (rv)
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Der deutsche Salesianer Markus Graulich
wird Untersekretär im Päpstlichen Rat für die Interpretation von Gesetzestexten. Der Heilige Stuhl gab die Ernennung an diesem Donnerstag bekannt. Graulich wirkt als Professor für Grundfragen und Geschichte des Kirchenrechts an der Päpstlichen Universität der Salesianer in Rom sowie stellvertretender Dekan der Fakultät für Kirchenrecht. Papst Benedikt XVI. ernannte den aus der Diözese Limburg stammenden Ordensmann Ende 2011 zum Richter am kirchlichen Gerichtshof der Römischen Rota. Bei Radio Vatikan und darüber hinaus ist Pater Markus Graulich ein gefragter Gesprächspartner für päpstliche Entscheidungen, die das Kirchenrecht betreffen. (rv)
Staaten sollen Maßnahmen erarbeiten,
um die Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel zu verringern. Das fordert der Präsident des Päpstlichen Gesundheitsrates, Erzbischof Zygmunt Zimowski, bei der 67. Weltgesundheitskonferenz in Genf. An dem Treffen nehmen rund 3.000 Teilnehmer aus aller Welt teil, um über das Thema „Klimawandel und Gesundheit“ zu sprechen. Die Gegenmaßnahmen seien vor allem für jene Länder wichtig, die am stärksten von der Erderwärmung betroffen seien. Meist seien es jene Staaten, die zu den ärmsten der Welt gehören, so der Präsident des Päpstlichen Krankenrats. Diese Menschen hätten zu wenig Mittel und Hilfsstrukturen, um sich vor den Umweltfolgen zu schützen. (kna)

Europa

Europäische Union
Die Bischofskonferenzen Europas ermuntern ihre Gläubigen, die Papstreise ins Heilige Land aufmerksam mitzuverfolgen. Das sei auch eine Gelegenheit, den Christen in der Heimat Jesu für ihr Ausharren zu danken: „Ihr seid ein Ansporn und eine Ermutigung für unser Leben als Christen“, so die Botschaft wörtlich. Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) hofft, dass „alle Regierungen Europas“ sich in Folge der Papstreise „anstrengen“, um dem Nahost-Friedensprozess neues Leben einzuhauchen. (rv)

Italien
Die Bischöfe entscheiden künftig erstmals mit über ihren Vorsitzenden. Die Vollversammlung der Bischofskonferenz beschloss am Mittwochabend im Vatikan eine Änderung der Statuten. Demnach wählt der Papst künftig aus einer Liste mit drei Kandidaten den Vorsitzenden aus. Vorgeschlagen werden die drei Bischöfe, die in einer Vorwahl die meisten Stimmen erhalten. Franziskus hatte der Bischofskonferenz ursprünglich angeboten, auf das päpstliche Ernennungsrecht des Vorsitzenden ganz zu verzichten. Die Italienische Bischofskonferenz ist die einzige, deren Vorsitzender durch den Papst bestimmt wird. (kna)

Ukraine
Laut einer aktuellen Studie des Kiewer Rasumkow-Zentrums bekannten sich im April rund 70 Prozent der Menschen in der Ukraine zum orthodoxen Christentum. Von ihnen fühlten sich weniger als 25 Prozent der ukrainischen Kirche des Moskauer Patriarchats zugehörig. 2013 waren es noch 27,7 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Menschen, die sich zum nicht-kanonischen Kiewer Patriarchat bekennen, von knapp 26 auf knapp 32 Prozent. Unverändert rund 40 Prozent der orthodoxen Christen erklären, sie seien „einfach orthodox“. Die Umfrage scheint somit zu bestätigen, dass das Moskauer Patriarchat um seinen Einfluss in der Ukraine fürchten muss. Weder der Staat noch die Kirchen können genau die Zahl der Gläubigen beziffern. (kna)

Asien

Korea
Historischer Besuch: Der Erzbischof von Seoul, Kardinal Andrew Yeom Soo-jung, reiste als erster Kardinal der katholischen Kirche nach Nordkorea. Die Visite fand am Mittwoch statt. Der Kardinal besuchte das Industriegebiet in Kaesong, wo Bürger aus Nord- und Südkorea miteinander arbeiten; Vereinbarungen zwischen den beiden Staaten machen dies möglich. Der Erzbischof kehrte nach wenigen Stunden wieder nach Seoul zurück kehren. Kardinal Yeom ist Apostolischer Administrator von Pjöngjang, darf aber nicht in das eigentliche nordkoreanische Gebiet einreisen. Die derzeitigen Beziehungen zwischen den beiden Teilen Koreas sind seit März erneut angespannt. Die Regierung im südkoreanischen Seoul begrüßte den Besuch des Erzbischofs als positiven Schritt. Ein Minister dementierte jedoch Spekulationen der Medien, die Visite solle einen möglichen Besuch von Papst Franziskus nach Nordkorea während dessen Reise nach Südkorea vom 14. bis 18. August vorbereiten. (fides)

Amerika

Brasilien/Österreich
Einen Monat vor Beginn der Fußball-WM in Brasilien hat der österreichisch-brasilianische Bischof Erwin Kräutler eine Prioritätenänderung eingemahnt. Es gebe wichtigere Dinge als das Sportereignis, betonte der Bischof im Gespräch mit der entwicklungspolitischen Aktion „Sei so frei“ der Katholischen Männerbewegung. Kräutler verwies auf die Situation jener 40.000 Indios, deren Häuser im Rahmen des Staudamm-Projektes Belo Monte im Amazonasgebiet in Kürze überflutet werden sollen. „Statt Fortschritt bringt Belo Monte Tod. Ich werde nie still sein, wenn es um Menschenrechte geht und bin überzeugt, dass eine andere Welt möglich ist“, so der Bischof wörtlich. Die Aktion „Sei so frei“ unterstützt die Betroffenen: Im „Refugio“, einem von Bischof Kräutler gegründeten Haus, finden Kranke vorübergehend ein Dach über dem Kopf, im Haus für Mutter und Kind können Schwangere und Mütter mit ihren Babys vor und nach der Geburt bleiben. (kap)

Vereinigte Staaten/Mexiko
Bischöfe aus den USA, Mexiko und mehreren mittelamerikanischen Ländern sind sehr besorgt über Kinder, die auf eigene Faust in die USA zu gelangen versuchen. Auf einem Treffen in San Salvador diskutierten sie von Montag bis zu diesem Donnerstag über das Thema Migration, vor allem über die wachsende Zahl von Kindermigranten. „Wir überlegen, was wir tun können, um sie zu schützen, und zwar in ihrer Heimat und auf ihrer Migrationsroute“, so einer der Bischöfe gegenüber der Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“. Oft sei es die Gewalt der Jugendbanden in Mittelamerika, die junge Leute zum Auswandern animiere. Der Weihbischof von Seattle, Eusebio Elizondo, sieht deswegen auch die US-Politik in der Pflicht; sie solle mittelamerikanischen Nachbarstaaten helfen, der Gewalt Herr zu werden. (or)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 25.05.2014: Papstreise ins Heilige Land

Dienstag Abend, 27.05.2014: Radioakademie
Die Päpste im Heiligen Land. Heute: Franziskus im Jahr 2014

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“20.20 Uhr „Magazin“6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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