RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 23.5.2014

Tagesmeldungen vom 23.5.2014

- Papstreise: Die Spannung steigt -
- UN: Anti-Folter Bericht präsentiert -
- Sudan: Hoffnung für Christin -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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PAPSTREISE:

Vor dem Papstbesuch: Die Spannung steigt
Es ist erst die zweite internationale Reise des Papstes, aber es ist zugleich eine besonders heikle. Überall in den Medien vor Ort und auch in Europa kann man lesen, was alles schief gehen kann. Eine falsche Bemerkung des für seine Spontaneität bekannten Papstes, eine falsche Geste und die schwierigen Beziehungen zwischen Palästina und Israel, zwischen orthodoxen und lateinischen Christen, zwischen Muslimen, Juden und Christen wären weiter belastet.Sein dichtes Programmweist zugleich reichlich komplexe Punkte auf. Flüchtlinge aus Syrien und Flüchtlinge aus dem Land, das jetzt Israel ist. Der Besuch am Grab des wichtigsten Vertreters des Zionismus, Theodor Herzl. Eine Messe im Abendmahlssaal, der von einigen Juden als Grab Davids verehrt wird. Ein Gebet, das der Vatikan als erstes ökumenisches Gebet in der Grabes- und Auferstehungskirche
bezeichnet, das von Orthodoxen hier aber lediglich ein Treffen, bei dem auch gebetet wird, genannt wird. Pater Bernd Hagenkord berichtet für Radio Vatikan aus Betlehem.
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Reise mit Besonderheiten
Nur drei Tage wird die Visite von Papst Franziskus im Heiligen Land dauern – sogar nur zwei Tage und vierzehn Stunden nach offizieller vatikanischer Zählung. Trotzdem nimmt sich Franziskus dabei Zeit für gleich vier Begegnungen mit dem orthodoxen Patriarchen Bartholomaios. Überhaupt weist das Reiseprogramm, das an vielen Punkten die deutliche Handschrift des Papstes selbst trägt, einige Besonderheiten auf. Klassisch ist der Auftakt in Amman am Samstag: Hier folgt Franziskus den Vorlagen der drei anderen Päpste, die bereits Jordanien besucht haben. Eine Messe im Al-Hussein-Stadion hat auch schon Benedikt XVI. gefeiert. Wie schon 2009 bei Benedikt kommt es auch bei Franziskus nicht zu einem Extra-Besuch in einem jordanischen Flüchtlingslager; dabei liegt in der jordanischen Wüste eines der schlimmsten Lager von Flüchtlingen des syrischen Bürgerkrieges, die es gibt. Immerhin will der Papst einige hundert Flüchtlinge an der Taufstelle Jesu am Jordan treffen. Sehr auffallend ist auch, dass Franziskus in Amman keine Moschee besucht: Johannes Paul II. hatte im syrischen Damaskus die Ommayaden-Moschee betreten, Benedikt XVI. in der Al-Hussein-Bin-Talal-Moschee von Amman eine Grundsatzrede gehalten. (rv)
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Der Wettlauf zum Heiligen Grab
Als Paul VI. vor fünfzig Jahren in Jerusalem einzog, kam er zu Fuß im Gedränge kaum vorwärts. Bei Franziskus, dem vierten Papst der Neuzeit, der Jerusalem besucht, wird das am Sonntagabend ganz anders sein: Die Altstadt wird während seiner Visite zur Geisterstadt, hundert Meter breit wird der Sicherheitskordon um ihn herum, das bedeutet menschenleere Straßen. William Shomali ist der Lateinische Weihbischof von Jerusalem. Er sagt im Gespräch mit Radio Vatikan:

„Das stimmt, die Sicherheitsvorkehrungen hier sind extrem, ich würde sogar sagen übertrieben. Ich verstehe allerdings auch die israelischen Bedenken: Der Papst hat ja einen offenen, ungepanzerten Wagen gewünscht, das ist immer ein Risiko. Das Risiko könnte vor allem von den ultra-orthodoxen jüdischen Extremisten kommen, die dem Papst den Tod wünschen.“ (rv)
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WEITERE THEMEN DES TAGES:

UNO-Komitee gegen Folter veröffentlicht Vatikan-Bericht
Das Genfer UNO-Komitee gegen Folter hat an diesem Freitag in Genf seinen Länderbericht zum Vatikan veröffentlicht. Vatikanvertreter hatten dem Gremium zu Monatsbeginn erstmals Rede und Antwort gestanden. In seinen Schlussfolgerungen verwirft das UNO-Gremium den Hinweis des Heiligen Stuhls, dass seine Jurisdiktion sich im Wesentlichen auf den Vatikanstaat, auf Kurienmitarbeiter und Einrichtungen des Heiligen Stuhls beschränke. Stattdessen macht es den Vatikan für Missbrauchsfälle durch Kleriker haftbar, wo auch immer diese auf der Welt geschahen oder geschehen: Die Verantwortung eines Staates für das Handeln von Amtsträgern erstrecke sich auch auf Bedienstete im Ausland. Der Bericht fordert den Vatikan auf, „effiziente Maßnahmen zu ergreifen, damit jedwede Verletzung der Anti-Folter-Konvention, von der er Kenntnis erhält, sofort den zivilen Behörden gemeldet wird“. Es handelt sich um das Schlussdokument zu einer Überprüfung des Heiligen Stuhls, die das erste Mal stattfand. (rv)
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Interview mit ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls

Sudan: Hoffnung für zum Tod verurteilte Christin
Für die zum Tod verurteilte Christin Meriam Yahia Ibrahim besteht noch Hoffnung: Das Todesurteil gegen die 27-jährige, schwangere Sudanesin könnte „aufgehoben“ werden. Die Botschaft des Sudan in Italien sieht dafür, so schreibt sie in einem Statement an das römische Außenministerium, „vernünftige Möglichkeiten“. Die orthodoxe Christin Meriam gilt nach sudanesischem Recht automatisch als Muslimin, weil ihr Vater Muslim ist; damit wird ihr Bekenntnis zum Christentum als Abfall vom Glauben eingestuft und ist, auf der Basis des Scharia-Rechts, des Todes würdig. Der Comboni-Missionar Giancarlo Ramanzini, der über vierzig Jahre im Sudan gearbeitet hat, berichtet im Gespräch mit Radio Vatikan:

„Soweit ich weiß, wird der Prozess vor Gericht wieder aufgerollt werden. Meriam muss erneut vor den Richtern erscheinen, und das hat mit der Aufmerksamkeit aus dem Ausland zu tun. Sie ist im Gefängnis, im achten Monat schwanger, und bei sich hat sie ihren ersten Sohn, der zwanzig Monate alt ist. Das Frauengefängnis von Omdurman ist nicht der allerbeste Platz für Häftlinge... Vielleicht können die Patres in Omdurman mit ihr sprechen, wenn sie sonntags die christlichen Häftlinge besuchen. Sie haben dort in der Haftanstalt eine kleine Kirche eingerichtet.“ (rv)
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Österreich: Vereinte christliche Konfessionen helfen Balkan
Ein gemeinsamer Spendenaufruf der Spitzenvertreter aller christlichen Konfessionen für die Opfer der Flutkatastrophe aus Bosnien und Serbien kommt aus Österreich: Kardinal Christoph Schönborn, der lutherische Bischof Michael Bünker, der orthodoxe Metropolit Aseios (Kardamakis), Caritaspräsident Michael Landau und Diakoniedirektor Michael Chalupka appellierten am Freitagvormittag gemeinsam vor dem Wiener Stephansdom für Solidarität aus Österreich.

„Als Christen sind wir aufgerufen, gemeinsam Solidarität zu leben und zu zeigen", betont Kardinal Christoph Schönborn und verweist auf den gemeinsamen Schulterschluss aller christlichen Konfessionen für die Nachbarn in Not. In Serbien, Bosnien-Herzegowina und Kroatien sind nach der schlimmsten Flutkatastrophe seit 120 Jahren Menschen aussichtslosen Situationen ausgeliefert. Hunderte Menschen stehen vor dem Nichts. (kap)
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LIVE BEI UNS:

Die Papstreise ins Heilige Land
Von 24. bis 26. Mai unternimmt Papst Franziskus eine Pilgerreise in das Heilige Land, zur Erinnerung an den 50. Jahrestag des Treffens zwischen Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras. Zusammen mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios von Konstantinopel zelebriert der Papst ein ökumenisches Treffen mit Vertretern der christlichen Kirchen in Jerusalem. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Eine Enzyklika von Papst Franziskus zum Thema Armut, Umwelt und Klimawandel wird in etwa sieben oder acht Monaten fertig sein. Das schreibt die italienische Tageszeitung La Stampa am Freitag. Sie beruft sich auf Äußerungen von Papst Franziskus im Gespräch mit italienischen Bischöfen. Nach Angaben des Blattes ging Franziskus auch auf Fragen nach dem Staat-Kirchen-Verhältnis ein, das in Italien besonders komplex ist. Die Verantwortung für den Dialog mit der Politik liege beim einzelnen Bischof, nicht beim Heiligen Stuhl und auch nicht beim Staatssekretariat. Franziskus hatte als erster Papst überhaupt am Montagabend eine Vollversammlung der Italienischen Bischofskonferenz, der größten Europas, eröffnet. Danach hatte der Papst sich noch informell mit den Bischöfen unterhalten. (la stampa)
Die vom Papst einberufene Kommission zur Untersuchung der Wirtschafts- und Finanzorganisation des Vatikans (Cosea) hat „ihre Arbeit beendet“. Das sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Freitag. Franziskus habe der Kommission schriftlich für ihre Vorschläge gedankt, weitere Treffen seien nicht vorgesehen. Ähnlich verhält es sich nach Angaben der Nachrichtenagentur „Ansa“ mit der ebenfalls vom Papst eingerichteten Kommission, die sich mit der Vatikanbank IOR beschäftigte. Die Schlussfolgerungen und Empfehlungen der Kommissionen sind nicht veröffentlicht worden, der Papst entscheidet frei, was davon er umsetzen will. Franziskus hatte die Cosea im Juli 2013 gegründet. Die Kommission hatte von Anfang an eine zeitlich begrenzte Aufgabe. Unter ihren Angehörigen war als einzige Frau die junge PR-Fachkraft Francesca Immacolata Chaouqui, die zuletzt als angebliche Organisatorin eines Luxus-Buffets auf dem Dach eines vatikanischen Bürogebäudes zur Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. und Johannes XXIII. in die Schlagzeilen geriet. (ansa)
Um sich auf seine Heilig-Land-Reise vorzubereiten, hat Papst Franziskus an diesem Freitag keine Audienzen gegeben. Ein vorgesehenes Treffen mit lateinamerikanischen Bischöfen wurde abgesagt, auch aus der Frühmesse des Papstes in der Vatikan-Kapelle Santa Marta wurden keine Predigtauszüge bekannt. Stattdessen teilt Vatikansprecher Federico Lombardi mit, dass Franziskus am Freitagmorgen die römische Basilika Santa Maria Maggiore aufgesucht hat. Dort betete er etwa eine Viertelstunde lang für ein Gelingen der Reise, die am Samstag startet, und legte einen Rosenstrauß nieder. Papst Franziskus hat schon mehrfach die alte Marienikone „Salus Populi Romani“ in Santa Maria Maggiore aufgesucht, auch am Morgen nach seiner Wahl zum Papst im März 2013. (rv)

Vatikan/Russland
Die Sixtinische Kapelle reist nach Moskau: Gemeint ist natürlich nicht der weltberühmte Bau mit den Fresken des Michelangelo, sondern der Vatikan-Chor, der „Sixtinische Kapelle“ heißt. Vom 25. bis 27. Mai werden sich die Sänger in der russischen Hauptstadt aufhalten und u.a. zusammen mit dem Synoden-Chor des orthodoxen Patriarchats ein Konzert geben. Anlass dafür ist der fünfte Jahrestag des Amtsantritts von Patriarch Kyrill. Am 29. Juni werden dann der vatikanische und der russische Chor gemeinsam in Rom bei der Papstmesse zum Fest Peter und Paul singen. (apic)

Europa

Deutschland
Der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst soll eine neue Aufgabe im Ausland erhalten. Die Bischofskongregation sucht derzeit intensiv nach einer neuen Aufgabe, die wohl nicht im deutschsprachigen Raum sein wird. Pfarrer Wolfgang Rösch, Ständiger Vertreter des Apostolischen Administrators Weihbischof Manfred Grothe, sagte der „Frankfurter Neuen Presse“ zur Zukunft von Tebartz-van Elst: „Die Weltkirche steht ihm offen.“ Im Inland könne es keinen unbefangenen Neubeginn geben. Im Ausland dagegen dürfe er mit seinen zweifellos großen Fähigkeiten als Theologe mit Wertschätzung rechnen. Wann Tebartz-van Elst umziehen werde, wisse Rösch nicht, aber „jeder Tag länger in Limburg macht es schwerer - für den emeritierten Bischof und für das Bistum. (kna)

Österreich
Der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn hat im Fall der Exkommunikation von Martha und Gerd Heizer das Vorgehen des Innsbrucker Bischofs Manfred Scheuer bestärkt. „Wenn jemand in einem für unsere Kirche so zentralen Punkt wie der Eucharistie einen Sonderweg geht und propagiert, der weit außerhalb unseres Glaubens liegt, ist das ein schwerwiegender Schritt hinaus aus der Gemeinschaft der Kirchen“, so der Kardinal in einer Kathpress vorliegenden Stellungnahme. Sicher sei für ihn, dass Manfred Scheuer - als „milder und besonnener Bischof“ – in dieser Sache „wirklich alles versucht“ habe, so Schönborn weiter. An Bischof Scheuer liege es auch, die Tragweite eines derartigen Schrittes durch ein Exkommunikationsdekret klar zu machen, wobei er selbst mangels Detailkenntnis zum vorliegenden Fall nichts sagen könne. (kap)

Österreich/Vatikan
Papst Franziskus war dem Vernehmen nach nicht persönlich über das Exkommunikationsverfahren gegen das Paar Heizer informiert. Die Feststellung der Exkommunikation falle in die Zuständigkeit des Diözesanbischofs, hieß es dazu im Vatikan. Da es sich um ein Delikt gegen die Eucharistie handle, habe der Bischof gemäß geltendem Kirchenrecht im Anschluss an eine interne Voruntersuchung die Römische Glaubenskongregation informiert. Diese habe dann festgestellt, dass es sich um einen Fall handle, der gemäß Canon 1379 des Kirchengesetzbuches CIC zur Tatstrafe der Exkommunikation führe. Die Exkommunikation wiederum habe der Bischof dann in der Diözese festgestellt und bekanntgegeben. Nach dem Kirchenrecht ist es auch möglich, dass die Glaubenskongregation in besonders schwerwiegenden Fällen, die zum Beispiel Strafmaßnahmen gegen hochrangige Kleriker nach sich ziehen, auch den Papst persönlich informiert. In der Causa Heizer dürfte dies aber nicht der Fall gewesen sein. (kap)

Schottland
Die reformierte Kirche von Schottland hat einen ersten Schritt zur Ordinierung von Geistlichen in homosexueller Partnerschaft unternommen. Nach einem Votum der Generalversammlung der „Church of Scotland“ sollen Pfarreien künftig selbst entscheiden dürfen, ob sie entgegen der allgemeinen Linie der Kirche praktizierende Homosexuelle als Geistliche haben wollen. in Edinburgh verabschiedete Entwurf muss laut Medienberichten nun die Zustimmung der Mehrheit der 49 regionalen Leitungsgremien, der sogenannten Presbyterien, finden und in einer zweiten Abstimmung im kommenden Jahr bestätigt werden, um rechtskräftig zu werden. Die Regelung sieht vor, dass der Ältestenrat einer Pfarrei die Möglichkeit erhalten soll, sich für die Berufung eines Priesters mit gleichgeschlechtlichem Partner auszusprechen. (kna)

Afrika

Nigeria
Der UNO-Sicherheitsrat hat die nigerianische Gruppe Boko Haram auf die Schwarze Liste der Terrororganisationen gesetzt. Gleichzeitig beschloss er auf Betreiben der nigerianischen Regierung auch Sanktionen gegen die Gruppe, die seit 2009 immer wieder mit Attentaten und Entführungen von sich reden macht. Internationale Konten der Islamisten sollen von nun an blockiert werden, Waffen dürfen nicht mehr an sie geliefert werden. Dem Terror der Boko Haram sind Tausende von Menschen in Nigeria zum Opfer gefallen; mehr als 200 Schülerinnen, die meisten von ihnen Christinnen, sind seit April in den Händen der Gruppe. An der Suche nach ihnen sind auch US-Soldaten beteiligt. (reuters)
Zu seinem fünfzigsten Geburtstag hat ein wohlhabender Katholik seiner Kirche ein besonderes Geschenk gemacht: einen katholischen Fernsehsender. „Lumen Christi“ ist über Kabel zu empfangen und soll „den Glauben in Afrika, Europa und einigen Teilen Asiens voranbringen“, so eine Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur. Der Sendebetrieb wurde am Donnerstag aufgenommen. Die Programme, die von katholischen Pfarreien in Nigeria und anderen afrikanischen Staaten stammen, sind auf Englisch mit Untertiteln in Französisch und anderen Sprachen, darunter im ostafrikanischen Swahili. (apic)

Naher Osten

Syrien
Für Notleidende in Syrien wird es immer schwieriger, an Hilfsgüter zu gelangen. Das sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon in New York. Vor allem die syrische Regierung, aber auch Rebellengruppen seien dafür verantwortlich, dass humanitäre Hilfe kaum noch bis zu denen komme, die sie dringend bräuchten. Konkret warf Ban der Regierung vor, Hilfskonvois vom Irak, von Jordanien und der Türkei aus nicht ins Land zu lassen: Das sei eine Verletzung der im Februar vom Sicherheitsrat verabschiedeten Resolution 2139. Der Rat solle bald „überlegen, welche Schritte er dagegen einleiten kann“, forderte der UNO-Chef. Am 29. Mai will sich der Sicherheitsrat mit der Frage beschäftigen. Nach UNO-Zahlen haben 3,5 Millionen Syrer „kaum Zugang“ zu humanitärer Hilfe. Von diesen 3,5 Millionen Menschen lebten 241.000 in eingeschlossenen Städten; in den meisten Fällen würden diese Städte von der Armee belagert. Ban erinnerte daran, dass „der Einsatz von Hunger als Kriegswaffe gegen das humanitäre Völkerrecht verstößt“. (ansa)

Asien

Thailand
Die katholischen Bischöfe und andere thailändische Religionsvertreter wollen sich gemeinsam als Vermittler anbieten, damit eine politische Lösung in der gegenwärtigen Krise gefunden werden kann. Dies bekräftigt der Vorsitzende der bischöflichen Kommission für interreligiösen Dialog, Bischof Joseph Chusak Sirisut von Nakhon Ratchasima im Nordosten Thailands, am Tag nach dem Militärputsch. Der Bischof bezeichnet den Militärputsch, dem die Verhängung des Kriegsrechts vorausgegangen war, als „gemäßigt und gewaltlos“. „Das Eingreifen des Militärs dient im Wesentlichen der Wiederherstellung des Friedens. Die Menschen betrachten dies nicht als negative Maßnahme, sie sind vielmehr erleichtert nach mehrmonatigen Spannungen“, so der Bischof. In den kommenden Wochen müsse nun „ein plausibler Ausweg für das Land gefunden werden, der den Stillstand beendet“. In dieser schwierigen Phase sei der Beitrag der Religionsvertreter von ausschlaggebender Bedeutung, urteilt Sirisut. (fides)

Amerika

Mexiko
Im Fall des vor 21 Jahren ermordeten Erzbischofs von Guadalajara, Juan Jesus Posadas Ocampo, drängt Mexikos Kirche die Justiz zur Aufklärung. Das mexikanische Volk sei „unruhig“ darüber, noch immer nicht die Wahrheit über den Vorfall zu erfahren, erklärte der Vorsitzende der mexikanischen Bischofskonferenz, Jose Francisco Robles Ortega, bei einer Buchpräsentation in Rom. Am 23. Mai 1993 wurde Kardinal Posadas Ocampo auf einem Parkplatz des Flughafens von Mexikos zweitgrößter Stadt mit 14 Schüssen aus nächster Nähe ermordet. Mitglieder des mexikanischen Drogenkartells und der Geheimdienst machten einander für das Attentat verantwortlich, die Regierung sprach vom „zufälligen Opfer einer Schießerei“, während die Kirche von einem Komplott ausgeht. Zu einer Verurteilung kam es bisher nicht - obwohl die Tat tagsüber und vor mehreren Dutzend Zeugen verübt wurde. (kap)

Brasilien
Die katholischen Bischöfe mildern ihre Verurteilung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften offenbar ab. Das berichtet die Internetseite der Tageszeitung „O Globo“. Sie zitiert den Generalsekretär der Bischofskonferenz, Leonardo Steiner, mit den Worten: „Man muss über die Rechte des täglichen Lebens von Menschen sprechen, die dasselbe Geschlecht haben und zusammenleben wollen. Sie brauchen eine legale Unterstützung der Gesellschaft.“ Die Kirche bemühe sich immer, „die Zeichen der Zeit zu lesen, um zu sehen, was man ändern sollte und was nicht“, so Steiner. Die Glaubenswahrheiten änderten sich allerdings nicht. Vor einem Jahr hatten die Bischöfe eine Entscheidung der brasilianischen Justiz kritisiert, nach der Standesbeamte die Partnerschaften von Menschen desselben Geschlechts ins offizielle Zivilstandsregister einschreiben sollen. Eine Entscheidung des Parlaments dazu steht noch aus. Brasilien ist weltweit das Land mit der größten katholischen Bevölkerung. (afp)

Vereinigte Staaten
US-Kirchenführer drängen Präsident Barack Obama, in einen Dialog mit Kuba zu treten und die Beziehungen zu normalisieren. In einem Offenen Brief urteilen sie, dass eine „Politik des Engagements und der Normalisierung den Kirchen und der Zivilgesellschaft in Kuba gut tun“, würde. Es sei nicht wahrscheinlich, dass der Kongress ein Embargo gegen Kuba aufheben könnte, jedoch die Situation verbessern und die Einreise von Kubanern vereinfachen. (wcc pm)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Sonntag Abend, 25.05.2014: Papstreise ins Heilige Land

Dienstag Abend, 27.05.2014: Radioakademie
Die Päpste im Heiligen Land. Heute: Franziskus im Jahr 2014

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

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