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Meldungen vom 5.10.2008

- Feierliche Messe in St. Paul -
-
Papst eröffnet Bischofssynode -
-
„Welt ohne Gott wird konfus“ -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion:
Stefan Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Papst eröffnet Bischofssynode – „Welt ohne Gott wird wirr“
Benedikt XVI. hat am Sonntag eine Bischofssynode zum Thema Bibel eröffnet. Zum ersten Mal geschah eine solche Eröffnung nicht in St. Peter, sondern in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Die 12. Welt-Bischofssynode berät bis zum 26. Oktober im Vatikan; an ihr nehmen über 250 Bischöfe aus aller Welt sowie mehr als hundert Experten und Beobachter teil. In seiner Predigt in St. Paul betonte der Papst, eine Welt ohne Gott werde „gespalten und konfus“.
„Das ist ein wichtiger Organismus“ – so würdigte Benedikt XVI. Bischofssynoden beim Angelus-Gebet nach der Messe. Die Großversammlungen führten zu engerer Einheit zwischen Papst und Bischöfen und machten es möglich, aus erster Hand von den Problemen und der Lage der Kirche in aller Welt zu erfahren. „Die synodale Dimension gehört zur Kirche... schon das griechische Wort bedeutet: gemeinsam einen Weg zurücklegen, und das genau ist die Erfahrung des Volkes Gottes in der Heilsgeschichte.“
„Kirche ist synodal“
Feierlich singt der Chor die „Laudes Regiae“, als Papst Benedikt und die etwa 330 Konzelebranten in die Basilika an der Via Ostiense einziehen, in deren Mitte sich das Grab des Völkerapostels Paulus befindet. „Weil wir ja im Paulusjahr sind“, so erzählt Kardinal Montezemolo, der Hausherr der Basilika, „habe ich dem Heiligen Vater vorgeschlagen, die Eröffnung hier in der Basilika San Paolo zu feiern, was er auch sofort akzeptiert hat. Das gibt der Synode schon zu ihrem Auftakt eine paulinische Inspiration – die Synodenväter werden also den Bibeltext sozusagen durch die Brille des heiligen Paulus und seiner reichen Lehre zur Heiligen Schrift anschauen.“
In den ersten Bänken sitzen Diplomaten, etwas beengter als sonst in St. Peter, dann der römische Bürgermeister Gianni Alemanno und der Chef des „Osservatore Romano“, Gian-Maria Vian. Vor allem die Bischöfe aus aller Welt aber prägen das Bild der Basilika: viele Afrikaner, vierzehn Spitzenvertreter der Ostkirchen, 52 Kardinäle. Am Papstaltar konzelebrieren u.a. die Kardinäle Pell aus Australien, Levada von der Glaubenskongregation und Scherer aus Brasilien – sie sind die Präsidenten der jetzt beginnenden Bischofssynode. Neben dem Altar steht der frühchristliche Osterleuchter, einer der größten Schätze der Paulsbasilika.
„Destruktiver Einfluß moderner Kultur“
„Wenn wir auf die Geschichte blicken“, so sagt ein nachdenklicher Papst Benedikt in seiner Predigt, „dann sehen wir auch bei vielen Christen Kälte und Rebellion... Wir sehen blühende christliche Gemeinschaften in den ersten Jahrhunderten, die völlig verschwunden sind und an die heute nur noch in den Geschichtsbüchern erinnert wird. Und könnte nicht dasselbe auch heutzutage passieren? Nationen, die einstmals reich an Glauben und an Berufungen waren, geben heute ihre eigene Identität auf – unter dem trügerischen und destruktiven Einfluss einer gewissen modernen Kultur. Es gibt Menschen, die beschließen „Gott ist tot“ und werfen sich dann selbst zu Gott auf, indem sie sich für die einzigen Meister ihres Geschicks, für absolute Herren der Welt halten.“
Eine düstere Analyse Benedikts, die auf dem biblischen Gleichnis des Weinbergs und seiner ungetreuen Verwalter fußt.
„Indem er sich Gottes entledigt und von ihm kein Heil mehr erwartet, glaubt der Mensch, tun zu können, was ihm gerade so einfällt, und sich selbst zum Maß seines Seins und seines Handelns aufwerfen zu können. Aber wird der Mensch wirklich glücklicher, wenn er Gott aus seinem eigenen Horizont verbannt? Wird er wirklich freier? Wenn die Menschen sich zu unumschränkten Herren ihrer selbstund zu den einzigen Herren des Geschaffenen erklären – können sie dann wirklich eine Gesellschaft aufbauen, in der Freiheit, Gerechtigkeit und Friede regieren? Oder geschieht nicht – wie die täglichen Nachrichten uns vor Augen führen – eher das Gegenteil? Daß nämlich Machtmißbrauch, egoistische Interessen, Ungerechtigkeit und Ausbeutung das Bild bestimmen, die Gewalt in all ihren Formen? Ganz zum Schluß findet sich der Mensch einsamer wieder – und die Gesellschaft gespaltener und konfuser.“
Auch orthodoxer Patriarch und Rabbiner auf Synode
Doch das Böse und der Tod hätten nicht das letzte Wort, so Benedikt. Das Wort Gottes könne „das Herz des Menschen in seinem Innersten verwandeln“; die Kirche wolle sich deshalb die Heilige Schrift von neuem aneignen, um sie glaubhafter – „und effizienter“ – verkünden zu können. Wie solche Verkündigung aussehen kann, wird der Papst am Sonntag Abend zeigen: Da liest er auf Hebräisch die ersten Verse der Bibel vor und eröffnet damit – per Video-Liveschaltung aus dem Vatikan heraus – einen öffentlichen Bibel-Lesemarathon in der römischen Basilika Santa Croce in Gerusalemme. Eine ungewöhnliche Aktion, die diese Bischofssynode begleitet. Ungewöhnlich an diesem Welt-Bischofstreffen ist auch die Rednerliste: Erstmals werden bei dieser Synode auch das Oberhaupt einer anderen Kirche, nämlich der orthodoxe Ehrenprimas und Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, sowie ein Rabbiner sprechen. Benedikt XVI. hatte den jüdischen Theologen Schar Jischuw Cohen aus Haifa eigens zu der katholischen Kirchenversammlung eingeladen. Beim Angelusgebet am Sonntag Mittag in Rom rief Benedikt Gläubige in aller Welt dazu auf, die Arbeit der römischen Synodenväter im Geist zu begleiten: „In den kommenden drei Wochen werden wir über das Thema „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“ nachdenken. Dafür bitte ich um euer Gebet und lade euch zugleich ein, das Wort Gottes gläubig in euch aufzunehmen und es in eurem Leben sichtbar werden lassen. Gesegneten Sonntag!” (rv)
Zum Nachhören

Europäische Union: Bischöfe besorgt über Christenverfolgung in Indien
Die Bischöfe in Europa sind besorgt über die Jagd auf Christen in einigen Teilen Indiens. Das wurde jetzt auf einem Treffen des Rates europäischer Bischofskonferenzen in Ungarn deutlich. Kardinal Peter Erdö von Budapest sagte im Gespräch mit Radio Vatikan:

„Was die Angriffe auf Christen in Indien betrifft, wollten wir öffentlich unsere Stimme erheben, um alle zu ermutigen, die in irgendeiner Weise Einfluss auf das haben könnten, was da derzeit in Indien passiert. Wir können da gar nicht anders, als die Religionsfreiheit und die grundlegenden Menschenrechte zu verteidigen. Die Angriffe und die Gewalt gegen eine ethnische Gruppe um ihrer Religion willen sind tragisch und gehören nicht in die heutige Welt mit ihrem scharfen Gespür für die Menschenrechte. Alle Religionen und Kirchen haben Anspruch auf diese Rechte, auch die Christen, auch die Katholiken.“ (rv)

Die Nazis und der Rosenkranz
Vor siebzig Jahren versammelten sich Tausende von jungen Menschen im Wiener Stephansdom zu einem Rosenkranzgebet. Keine Routine, sondern eine untergründige Herausforderung an die Nazi-Machthaber - schließlich schrieb man damals das Jahr 1938. In wenigen Tagen wird das Ereignis am Originalschauplatz sozusagen nachgestellt... Birgit Pottler berichtet. Das Material kommt von Radio Stephansdom aus Wien. (rv)
Zum Nachhören


DRUCKFRISCH AUS DER „EDITION RADIO VATIKAN“

„Benedikt XVI. – Die Heilige Schrift. Meditationen zur Bibel“
Rechtzeitig zur Bischofssynode über das Wort Gottes: Dieses von Stefan von Kempis herausgegebene Buch führt in die biblische Spiritualität des Papstes ein. Benedikt XVI. meditiert die wichtigsten Bibeltexte und legt auf anschauliche, leicht verständliche Art die zentralen Stellen des Alten und Neuen Testaments aus.

„Benedikt XVI. – Der heilige Franziskus. Gedanken, Gebete, Meditationen
Zum Gedenktag des „Poverello“: Birgit Pottler hat einen kleinen Bildband herausgegeben mit eigenen Fotos, den schönsten Gebeten des Heiligen Franziskus und Meditationen von Papst Benedikt XVI. über den Patron Italiens.

„100 Irrtümer über Benedikt XVI.“
Zeitlos: Von Mario Galgano stammt ein Buch über Fehleinschätzungen und Falschinformationen rund um den deutschen Papst. „100 Irrtümer über Benedikt XVI.“ stellt diese Vorurteile zunächst vor und dann klar.

Die drei Bücher sind – wie alle Werke der „Edition Radio Vatikan“ – im Sankt Benno-Verlag erschienen. Unter www.edition-radio-vatikan.de finden Sie alle Werke der Reihe.


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Vatikan erwägt laut einem polnischem Fernsehbericht, im kommenden Jahr drei Päpste gleichzeitig seligzusprechen. Geplant sei die gemeinsame Seligsprechung von Johannes Paul II. (1978-2005), Pius XII. (1939-1958) und Paul VI. (1963-1978), meldete der Nachrichtensender „TVN24“ am Wochenende. Der Krakauer Kardinal und ehemalige Sekretär von Johannes Paul II., Stanislaw Dziwisz, begrüßte in einem Interview des Senders entsprechende Überlegungen: „Wenn es zu einer gemeinsamen Seligsprechung von drei Päpsten kommen würde, wäre das auch sehr schön.“ Der stellvertretende Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, der Posener Erzbischof Stanislaw Gadecki, bezweifelt hingegen laut der polnischen Nachrichtenagentur KAI eine gemeinsame Seligsprechung. In Polen war zunächst über eine Seligsprechung Johannes Paul II. zum 30. Jahrestag seiner Wahl zum Papst am 16. Oktober spekuliert worden. Nun wird dieser Schritt für nächstes Jahr erwartet. Das Seligsprechungsverfahren für Pius XII. begann 1974. Es ist wegen seines Verhaltens zur Zeit des Nationalsozialismus umstritten. (kna)
„Die Synode wird eine ökumenische Offenheit zeigen.“ Davon ist der langjährige Rektor des Päpstlichen Bibelinstituts in Rom, der Jesuit Albert Vanhoye, überzeugt. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Zenit meinte der 83-jährige Kardinal, die Aufmerksamkeit für das Wort Gottes sei bei vielen Katholiken etwas Neues. Mit Blick auf andere christliche Gemeinschaften sei das „sicherlich ein Element, das sehr stark verbindet, das uns als Gemeinschaft zusammenführt“. Allerdings sei er sich „nicht so sicher, ob die Synode das Studium der Exegese wird beeinflussen können, wenn sie so etwas wie eine pastorale Perspektive bekommt“. Er verspreche sich von der Synode vor allem „eine größere Akzeptanz der Bibel im Leben der christlichen Gemeinden und im geistlichen Leben der Menschen“. (zenit)

Deutschland
Die deutsche „KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche“ wendet sich mit einem 12-Punkte-Appell an die römische Bischofssynode. Darin kritisiert sie, dass zahlreiche lehramtliche Texte immer noch wenig von der auf dem Konzil entwickelten „Theologie des Wortes Gottes“ erkennen ließen. Die Kirchenführung dürfe die Bibel nicht „als Steinbruch zur Untermauerung kirchlicher Lehraussagen“ missbrauchen: „Sie ist kein Lehrbuch der Dogmatik oder Ethik.“ Die Synodenväter sollten auch die Bedeutung der historisch-kritischen Bibelauslegung bestätigen und „die von der „feministischen Exegese” eröffneten neuen Zugänge zur Bibel“ stärker wahrnehmen. Auch die (tiefen-)psychologische Interpretation biblischer Texte finde „zu wenig Berücksichtigung.“ (rv)
Auch der Papst gratuliert dem Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, zu seinem Silbernen Bischofsjubiläum. In seinem Brief rühmt Benedikt u.a. die „Tatkraft“ und die „einzigartigen Geistesgaben“ Lehmanns. Es sei „nicht verwunderlich“, dass Lehmann „in Deutschland bei jeder gesellschaftlichen Gruppe Wohlwollen und Anerkennung genießt“, schreibt der Papst. (rv)
Wir dokumentieren hier das Schreiben Papst Benedikts in einer ersten, nicht amtlichen Übersetzung. Quelle ist das Bistum Mainz.
Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch will in den kommenden Wochen erneut Sterbehilfe leisten. „Die Vorbereitungen sind weitgehend abgeschlossen“, sagte Kusch dem Münchener Nachrichtenmagazin „Focus“. Die Sterbewilligen seien zwei Männer und eine Frau. Für einen der drei liege ein medizinisch-psychiatrisches Gutachten vor. Zwei weitere Untersuchungen seien in Auftrag gegeben worden. Wie im Fall der 84-jährigen Seniorin aus Hamburg, die sich vergangene Woche mit Unterstützung des Ex-Senators das Leben nahm, sollen die Gutachten den freien Willen der Betroffenen dokumentieren. Außerdem sagte Kusch, dass am Todestag eine Kamera mitlaufen werde, „um den Vorgang zu dokumentieren“. Der frühere CDU-Politiker stellt nach eigenen Angaben für seine Dienste jeweils bis zu 8.000 Euro Honorar in Rechnung. Ein niedrigerer Betrag könne vereinbart werden „unter Berücksichtigung der finanziellen Situation des Sterbewilligen“, heißt es auf der Homepage seines Sterbehilfe-Vereins. Für die Kontakte bis zum ersten persönlichen Treffen beziehungsweise Hausbesuch entstünden keine Kosten. (kna)
Unter dem Leitwort „Mach den Raum deines Zeltes weit“ hat das Internationale Katholische Missionswerk „missio“ am Sonntag seine Kampagne zum Monat der Weltmission in Berlin eröffnet. Erinnert werden soll an das Schicksal von Millionen afrikanischer Flüchtlinge, die gezwungen sind, aufgrund von Krieg, Armut und ethnischen Auseinandersetzungen aus ihrer Heimat zu fliehen, wie das Missionswerk mit Sitz in München und Aachen mitteilte. Geplant sind rund 300 Veranstaltungen, in denen über die Arbeit von missio und seinen Projektpartnern informiert wird. „Wir dürfen die Menschen mit dieser Not nicht allein lassen“, betonten die missio-Präsidenten Eric Englert (München) und Klaus Krämer (Aachen). In Europa sollten sich die Menschen zudem bewusst sein, dass die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge den afrikanischen Kontinent nicht verlasse, sondern Aufnahme in den Nachbarstaaten oder von der Bevölkerung im eigenen Land erfahre. Laut Statistik des UNO-Flüchtlingskommissariats wurden im vergangenen Jahr 42 Millionen Flüchtlinge gezählt. Dabei handelte es sich bei 26 Millionen um sogenannte Binnenflüchtlinge, die Hälfte davon in Afrika. Die Kirche sei in vielen Konfliktregionen Afrikas oft die einzige Institution, die sich an die Seite der Opfer stelle und sie beschütze, sagte Krämer. Englert wiederum kritisierte, dass in der politischen Öffentlichkeit das Thema Migration derzeit auf die Frage reduziert werde, ob Deutschland und Europa Flüchtlinge aus dem Irak aufnehmen sollten. Die globalen Dimensionen der Migrationsproblematik würden immer noch verkannt. Dabei nehme die Zahl der Flüchtlinge weltweit zu. Der Sonntag der Weltmission, an dem in den katholischen Gottesdiensten bundesweit für „missio“ gesammelt wird, fällt dieses Mal auf den 26. Oktober. (kna)

Österreich
Pius XII. war „einer von den großen Päpsten der Kirchengeschichte“. Das hat der steirische Diözesanbischof (und stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz) Egon Kapellari betont. In Mariazell feierte er am Sonntag einen Gedenkgottesdienst für den vor 50 Jahren verstorbenen Pacelli-Papst. Pius habe in den Dimensionen seiner Person und seiner Zeit der Kirche viele Impulse gegeben, die „auch in das Zweite Vatikanische Konzil hineingewirkt haben und - wenn auch meist ohne Benennung ihres Ursprungs - heute weiterhin wirksam sind“. In seinem Wesen und Wirken sei Pius XII. ein „moderner Papst“ gewesen. Man dürfe ihn nicht immer nur durch die verzerrende Brille von Rolf Hochhuths Bühnenstück „Der Stellvertreter“ sehen. Am meisten werde man Pius „in seiner Größe und auch mit seinen Grenzen“ gerecht, wenn man „das gesamte verfügbare Material historischer Quellen“ in den Blick nehme. (kap)

Großbritannien
Bei der Exhumierung von Kardinal John Henry Newman (1801-1890) im mittelenglischen Rednal ist keine Leiche gefunden worden. Wie britischen Medien berichten, soll dies seiner Seligsprechung aber nicht im Weg stehen. Wahrscheinlich seien die sterblichen Überreste des in einem Holzsarg begrabenen Newman wegen der Feuchtigkeit komplett zerfallen, sagte ein Sprecher des „Birmingham Oratory“. Dorthin sollte der Leichnam des Kardinals nach Plänen der Kirchenleitung eigentlich umgebettet werden. Die Pläne hatten im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Homosexuelle warfen der Kirche vor, mit der Exhumierung eine gleichgeschlechtliche Neigung des Kardinals vertuschen zu wollen, der auf eigenen Wunsch in der Grabstätte seines Freundes Ambrose St. John bestattet worden war. Die Kirche argumentierte dagegen, der Kardinal sei in Birmingham für die Verehrung von Gläubigen besser zugänglich. Newman, der mit 44 Jahren als anglikanischer Theologe zum Katholizismus übertrat, ist eine der herausragenden Gestalten in der Kirchengeschichte des 19. Jahrhunderts. Er konvertierte 1845 zur katholischen Kirche und wurde zwei Jahre später zum Priester geweiht. Papst Leo XIII. erhob ihn 1879 zum Kardinal. Newman starb am 11. August 1890 in Birmingham. Für ihn ist ein Seligsprechungsverfahren im Gang. (kna)

Italien
Die Mormonen-Sekte will in Rom einen Tempel bauen. Das kündigte die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“, wie sich die Gemeinschaft selbst nennt, jetzt in ihrer Zentrale in Salt Lake Cityan. In der Stadt ist derzeit die Generalkonferenz der Sekte zusammengetreten. In Italien gebe es derzeit etwa 25.000 Mormonen. (agi)

Afrika

Südafrika
Desmond Tutu ruft nach einer „echten Opposition“ in seiner Heimat Südafrika. „Die Demokratie blüht dort, wo es eine echte Debatte gibt und die Verantwortlichen wissen, dass man sie bei der nächsten Wahl aus ihrem Amt jagen kann“, meinte der Friedensnobelpreisträger jetzt in einem Interview. Der frühere anglikanische Erzbischof, der einer der Vorreiter im Kampf gegen das Apartheid-Regime war, kritisiert die Umstände scharf, unter denen in den letzten Wochen Südafrikas Präsident Thabo Mbeki die Macht verlor. Mbekis Partei ANC verfügt derzeit über siebzig Prozent der Sitze im Parlament. Tutu warnt angesichts der derzeitigen Machtkämpfe innerhalb des ANC vor einer, so wörtlich „Serie von Mini-Staatsstreichen“. (afp)

Amerika

Vereinigte Staaten
Das anglikanische Bistum Pittsburgh will liberale Tendenzen anderer US-Bistümer nicht mitmachen, sondern sich eng an den Mainstream der anglikanischen Weltgemeinschaft anschließen. Darum beschloss das Bistum jetzt seinen Austritt aus der „Episkopalkirche“, wie sich der Verbund anglikanischer Bistümer in den USA nennt. Von jetzt an will Pittsburgh vor allem auf Canterbury hören, wo das Ehrenoberhaupt der Anglikaner, Erzbischof Rowan Williams, residiert. Die Entscheidung im Bistum Pittsburgh fiel mit deutlicher Mehrheit der Abstimmenden. Die „Episkopalkirche“ in den USA, die 2,2 Millionen Mitglieder zählt, sorgt mit ihrer offenen Haltung zu Homosexuellen für große Unruhe in der anglikanischen Weltgemeinschaft. (ap)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.


Buchbesprechung:

Titel: Bernhard von Clairvaux begegnen
Autor: Marianne Sammer
Verlag: Sankt Ulrich-Verlag 2006
Preis: ca. 12 €
Rezensent: P. Max Cappabianca OP

Es gibt Heilige, die faszinieren, weil sie in sich Licht und Schatten vereinen. Eine dieser faszinierenden Gestalten ist der Heilige Bernhard von Clairvaux. Ihm widmet sich Marianne Sammer in einem lesenswerten Buch, das im Sankt-Ulrich-Verlag erschienen ist. Ihr Anliegen ist dabei, den mittelalterlichen Mönch im Kontext seiner Zeit darzustellen und als Persönlichkeit lebendig werden zu lassen. Es ist atemberaubend zu lesen, wie bewegt seine Zeit war und wie aufregend sein Leben. Auch wenn mancher Bernhard-Freund nicht immer mit der Darstellung Sammers zufrieden sein wird, so gelingt es ihr doch, etwas deutlich zu machen von der Faszination dieses Mannes, der mit seinem Orden, den Zisterziensern, europaweit die Kultur prägte. Spannend auch im zweiten Teil des Buches die Wirkungsgeschichte im Luthertum und im Pietismus. Das Fortwirken dieses katholischen Heiligen in der evangelischem Tradition wird auch manchen Protestanten überraschen.

 






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