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DEUTSCHSPRACHIGES
PROGRAMM
Meldungen
vom 12.2.2005
-
Papstbrief zum Laizismus in Frankreich -
- Vatikan: "Kranke sind
Mitarbeiter Christi" -
- England: Homosexuelle nicht
diskriminieren -
Verantwortlich:
P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan v. Kempis
Redaktion: Ludwig Waldmüller
Redaktionsschluss: 16.00 Uhr
AUS
UNSERER BERICHTERSTATTUNG:
Vatikan:
Papstbrief an franzsische Bischfe
100 Jahre Laizismus in Frankreich - zu diesem "Jubilum" hat Papst
Johannes Paul II. einen Brief an die franzsischen Bischfe geschrieben.
Die Festlegung der strengen Trennung von Kirche und Staat in Frankreich,
die 1905 per Gesetz geschah war ein "schmerzhaftes und traumarisierendes
Ereignis fr die Kirche in Frankreich", so der Papst. Dieses Gesetz
garantiere lediglich die freie Religionsausbung, rume aber ansonsten
Kirche und Religiositt keinen Platz "im Scho der Gesellschaft"
ein. "Das Prinzip des Laizismus, dem euer Land sehr verpflichtet
ist, gehrt, wenn es richtig verstanden wird, auch in die Soziallehre
der Kirche", unterstreicht der Papst. Es erinnere nmlich an die
Notwendigkeit einer gerechten Gewaltenteilung, die die Lehre Jesu an
seine Jnger wieder erklingen lsst: "Gebt dem Kaiser, was dem
Kaiser gehrt, und Gott, was Gott gehrt". Die Neutralitt des
Staates in Weltanschauungsfragen, die eine Nichteinmischung der zivilen
Macht in das Leben der Kirche und der verschiedenen Religionen bedeutet,
erlaube wiederum, dass alle Glieder der Gesellschaft gemeinsam im Dienst
fr alle und die nationale Gemeinschaft zusammenarbeiten. Die Anwendung
der Prinzipien der Soziallehre der Kirche hat laut Johannes Paul unter
anderem neue Entwicklungen in den Beziehungen zwischen Staat und Kirche
in Frankreich erlaubt; schlielich sei man in den letzten Jahren sogar
dazu gekommen, einen Dialog auf hherem Niveau zu etablieren. Der Papst
nennt hier die Diskussion strittiger Fragen, aber auch die Zusammenarbeit
auf sozialem Gebiet.
Und weiter: "Das Christentum hat gespielt und spielt immer
noch eine wichtige Rolle in der franzsischen Gesellschaft, das ganz
besonders, was politische, philosophische, knstlerische oder literarische
Fragen angeht." Hingegen sei die Krise der Werte und das Fehlen
von Hoffnung, die man in Frankreich - aber auch in der westlichen Welt
- feststellen kann, Teil der Identittskrise, die die modernen Gesellschaften
erfasst hat. Der Papst ermuntert daher die Bischfe, sich regelmig
in die ffentliche Diskussion ber die groen Fragen der Gesellschaft
einzuschalten. Besonders nennt er da die Grundrechte des Menschen und
den Respekt vor seiner Wrde sowie die Zukunft der Menschheit. Auerdem
unterstreicht der Papst den Einsatz der franzsischen Kirche im Sozialen
und vor allem der Bildung und Erziehung. (rv)
Vatikan:
"Kranke sind Mitarbeiter Christi"
Der gesundete Papst grt die Kranken Glubigen. Mit einer Botschaft hat sich
Papst Johannes Paul II. gestern an die alten und kranken Menschen gewandt,
die in der Petersbasilika an einer Eucharistiefeier zum Weltkrankentag
teilnehmen. In der Botschaft, die Kardinalvikar Camillo Ruini verlas,
erinnerte der Papst an die erste Marienerscheinung von Lourdes, die
just am 11. Februar vor 147 Jahren stattgefunden hat. Die groe Menge
von Kranken und Leidenden, die jahraus jahrein an den Ort der Marienerscheinungen
pilgern, sei eine andauernde Ermahnung, Christus und seiner "himmlischen
Mutter" zu vertrauen. "Am Kreuz sterbend hat Christus,
der Mann der Schmerzen, den Plan der Liebe des Vaters vollendet und
die Welt erlst. Liebe Kranke, wenn ihr mit euren Leiden auch euren
Kummer vereint, knnt ihr seine herausragenden Mitarbeiter fr das Heil
der Seelen werden. Das ist eure Aufgabe in der Kirche, die sich immer
der Rolle und des Werts der vom Glauben erleuchteten Krankheit ist sehr
bewusst ist. Euer Leid ist niemals unntz, liebe Kranke! Es ist vielmehr
wertvoll, denn es ist das geheimnisvolle aber reale Teilen der erlsenden
Sendung des Sohnes Gottes."
Johannes Paul II. unterstrich in seiner Botschaft weiter: "Der
Papst zhlt sehr auf den Wert eurer Gebet und eures Leids. Bringt sie
fr die Kirche und die Welt dar; bringt sie auch fr mich und meine
Sendung als universaler Hirte des christlichen Volkes dar!"
Aus der Basilika, so schreibt der Papst in seiner Botschaft weiter,
gehe sein Blick an viele andere Orte dieser Erde, vor allem natrlich
nach Kamerun, wo die Hauptveranstaltung des diesjhrigen Weltkrankentags
stattfindet. "Der afrikanische Kontinent braucht - gemeinsam
mit der ganzen Menschheit - die Erfahrung der barmherzigen Liebe des
Herrn und die Untersttzung der Jungfrau Maria, vor allem in Momenten
der Mhe und der Krankheit." (rv)
Deutschland:
Sicherheitskonferenz im Sinne des Papstes
Krieg ist kein Mittel gegen Terrorismus, man muss die Ursachen der Konflikte
bekmpfen. Das wird Papst Johannes Paul II. nicht mde zu unterstreichen.
Auf der Mnchener Sicherheitskonferenz, bei der sich Vertreter aus 40
Lndern ber Problemherde in der Welt und deren Problemlsung unterhalten,
ist dieses Thema auch angesprochen worden. Der deutsche Verteidigungsminister
Peter Struck verlas in Vertretung des kranken Bundeskanzlers dessen
Rede: "Wir knnen den neuen Herausforderungen nur dann erfolgreich
begegnen, wenn wir uns mit ihren Ursachen auseinandersetzen. Gemeinsam
vorbeugen und umfassend. Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus
darf sich nicht auf militrische und polizeiliche Manahmen beschrnken."
Die in Mnchen versammelten Politiker waren vor allem darauf bedacht,
Eintracht nach den europisch-amerikanischen Unstimmigkeiten ber den
Irak-Krieg zu demonstrieren. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld
bezeichnete sich selbst als "New Rumsfeld", dem der "Old
Rumsfeld" gewichen sei - eine deutliche Anspielung auf sein Diktum
vom alten und neuen Europa. Und er unterstrich: Transatlantische Angelegenheiten
gehren in der Nato diskutiert.
Ins selbe Horn blies auch die CDU-Vorsitzende Angela Merkel: "Europa
darf sich nicht als Gegengewicht zu den USA verstehen oder gar glauben,
dass eine Gegenposition zu den USA die europische Identitt strken
knnte."
Kirchliche und nichtkirchliche Friedensorganisationen haben whrend
der Sicherheitskonferenz Demonstrationen und verschiedene Aktionen angekndigt.
So etwa die "Internationale ffentliche Friedenskonferenz"
im Mnchener Rathaus oder die Konferenz "Alternative Macht Sicherheit",
bei der erfolgreiche Krisen- und Konfliktinterventionen in aller Welt
sollen vorgestellt werden sollten. (rv)
DIE
NACHRICHTEN:
Vatikan
Unter dem Motto "Eine Frau, mit der Sonne bekleidet"
wird morgen eine Ausstellung mit Marienbildern erffnet. Es sind Werke
berhmter Knstler zu sehen, darunter Albrecht Drer, Guercino und Tiepolo.
Prunkstck der Ausstellung ist aber ein Gemlde Leonardo da Vincis:
"La vergine delle rocce". Bei den Werken handelt es sich um
Leihgaben aus dem In- und Ausland. Die Ausstellung findet im Rahmen
der Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag des Dogmas von der Unbefleckten
Empfngnis statt. (ansa)
Dem Papst geht es gut, und er wird bald seine Arbeit wieder aufnehmen
knnen. Das hat der Kardinalvikar fr die Dizese Rom, Kardinal
Camillo Ruini, gegenber der italienischen Zeitung "La Repubblica"
betont. Der Kardinal zeigt sich in den Interview "optimistisch",
was den Gesundheitszustand des Papstes angeht. Der Papst knne auch
gut sprechen. Ruini wrtlich: "Ich kann versichern, dass ich kein
gutes Ohr habe, aber ich habe ihn sehr gut verstehen knnen". Derweil
ist noch nicht bekannt, inwiefern Papst Johannes Paul II. am morgigen
Sonntag beim Angelus-Gebet in Erscheinung treten wird. (afp)
Europa
Deutschland
"EU-Auenminister" Javier Solana hat betont, dass eine internationale
Friedenstruppe fr den Friedensprozess im Heiligen Land von Vorteil
sein knnte. Der Zeitung Bild am Sonntag sagte er: "Nach der Unterzeichnung
des Waffenstillstands knnte eine internationale Truppe die Einhaltung
dieses Abkommens garantieren." Sowohl die UNO, als auch die NATO
und die EU mssten sich in einem solchen Rahmen fr Frieden im Nahen
Osten einsetzen. (afp)
Ohne weitergehende sozialpolitische Perspektiven bleibt karitatives
Engagement nach Ansicht von Caritas international sinnlos. "Die Soforthilfe mit Trinkwasser, Lebensmitteln
und medizinischer Versorgung darf immer nur der Einstieg in den Aufbau
langfristig tragfhiger Strukturen sein". Das schreibt der
Leiter des katholischen Hilfswerks, Martin Salm, in der "Badischen
Zeitung". Nach den Worten Salms mssen etwa Traumatisierungen der
Menschen in den Katastrophengebieten berwunden werden. Auch msse man
die Hilfe so organisieren, "dass die betroffenen Menschen in ihrem
Neubeginn untersttzt und nicht entmndigt oder gar durch ein berma
an wohlmeinender Hilfe berrollt werden". (kna)
Slowakei
Der Erzbischof von Bratislava, Jan Sokol, hat Vorwrfe der Agententtigkeit
fr den kommunistischen Geheimdienst zurckgewiesen. Bei den aufgrund einer
Liste mit Namen von mutmalichen Geheimdienstmitarbeitern aufgekommenen
Vorwrfen gegen ihn und andere Bischfe handle es sich vielmehr um eine
Verleumdungskampagne gegen die Kirche, sagte Sokol gestern in Bratislava.
Die slowakischen Bischfe werden sich vom 23. bis 25. Februar zu ihrer
Vollversammlung treffen, bei dieser Gelegenheit werden sie auch eine
Stellungnahme zu den Vorwrfen verffentlichen, wie aus gut informierten
Kreisen zu erfahren war. (rv)
Grobritannien
Katholische Einrichtungen drfen homosexuelle Menschen nicht vorstzlich diskriminieren. Das hat die Bischofskonferenz des Landes betont. Unabhngig
von seiner sexuellen Orientierung habe jeder Christ das Recht auf eine
uneingeschrnkte und aktive Teilnahme am Leben der Kirche. Die sexuelle
Neigung und praktizierte Homosexualitt mssten unterschieden werden.
Die Bischfe Grobritanniens hatten im Zuge des Europischen Antidiskriminierungsgesetzes
neue Richtlinien fr die sozialen, karitativen und pdagogischen Aktivitten
der Kirche beschlossen. "Die fundamentale Wrde und Gleichheit
aller Menschen" sei dabei oberstes Ziel, so ein Sprecher der Bischofskonferenz.
(rv)
Spanien
Die Bischfe lehnen die Reform des Gesetzes zur Reproduktionsmedizin ab. Der Vorschlag
der sozialistischen Regierung Zapatero sieht vor, die knstliche Erzeugung
von Embryonen zu erlauben, um mit ihrer Hilfe ein genetisch krankes
Kind desselben Elternpaares zu heilen. Der Sprecher der Bischofskonferenz,
Pater Juan Martnez Camino, erinnerte daran, dass die Embryonen alle
genetischen Eigenschaften eines Menschen und ein Recht auf Leben htten.
Ein menschliches Leben kann "fr nichts geopfert werden, nicht
einmal, um die Welt zu retten", so der Sprecher der spanischen
Bischfe. (aci)
Afrika
Togo
Die Kirchen des Landes haben zum Dialog nach dem Staatsstreich aufgerufen. "Angesichts der politischen Situation
dieser Tage und in Folge der tragischen und schmerzhaften Ereignisse,
die der Togo erleben musste, knnen unsere Gemeinschaften nichts anderes
tun als ihrer Besorgnis Ausdruck verleihen", schreiben die
Kirchen in einer Mitteilung, die vom Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz
sowie von den Fhrern der methodistischen und presbyterianischen kirchlichen
Gemeinschaften unterzeichnet. Die Vorgnge in Togo seien nicht in bereinstimmung
mit der Verfassung, unterstreichen die Kirchenleute. (misna)
Amerika
Argentinien
Der Einsatz der Kirche fr Arme und Benachteiligte entspringt der Treue zum
Evangelium und ist keine Ideologie. Daran hat der Erzbischof von Santa Fe de la Vera
Cruz, Jos Mara Arancedo, erinnert. In seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit
schreibt der Bischof, Jesus lade die Glubigen ein, ihn gerade in bedrftigen
Menschen zu entdecken. Dies zu tun, sei ein Akt des Glaubens. Auerdem
lud Arancedo die Katholiken im Jahr der Eucharistie ein, regelmig
zum Sonntagsgottesdienst zu gehen. Die Eucharistie sei "eine Schule
der Nchstenliebe". (aci)
Vereinte Nationen
Zu einer berarbeitung des weltweiten Sozialplans hat der
Sekretr des Ppstlichen Rates fr Gerechtigkeit und Frieden, Bischof
Giampaolo Crepaldi, aufgerufen. Ein neues Konzept msse "politische, wirtschaftliche,
ethische und spirituelle" Aspekte bercksichtigen, sagte er bei
einer Sitzung des UN-Ausschusses fr die soziale Entwicklung. Die Verantwortlichen
wrden den Kampf gegen die Armut vernachlssigen und sich stattdessen
nur auf wirtschaftliche Erfolge konzentrieren. Man knne nicht verantworten,
dass in manchen Lndern die Menschen so arm seien wie vor 150 Jahren,
unterstrich Crepaldi. Es gebe zwar gute Anstze, um die Armut zu bekmpfen,
meinte der Bischof, doch werde es jetzt Zeit, dass diese auch endlich
umgesetzt wrden. (rv)
Bei den Vereinten Nationen in New York beginnen am Montag erneute
Verhandlungen zu einem weltweiten Klonverbot. Nach dem Scheitern
einer Verbotskonvention steht jetzt allerdings lediglich eine unverbindliche
Erklrung mit Appell-Charakter und nicht mehr eine vlkerrechtlich verbindliche
Konvention zur Debatte. Einer Expertengruppe des UN-Rechtsausschusses,
die sich bis Freitag mit dem Thema befassen will, liegt seit lngerem
ein von Italien formuliertes Positionspapier vor. Nach Informationen
der Katholischen Nachrichten-Agentur stt es in den diversen Lagern
auf Zustimmung. (kna)
Buchbesprechung:
Titel:
Lebenskunst in Rom
Autor: Bruno Racine
Verlag: Gerstenberg Hildesheim
Preis: 39.90 Euro
Rezensentin: Sr. Hilliganda Rensing
Lebenskunst
in Rom - So lautet das Buch, das der Verlag Gerstenberg Hildesheim schon
im Jahr 2000 herausgebracht hat. Wir haben uns das Buch erneut vorgenommen
und gefragt, ob es nach 5 Jahren noch unsere volle Aufmerksamkeit verdient.
Die Antwort lautet uneingeschränkt: Ja!
Was Bruno Racine zum Thema Lebenskunst in Rom zu sagen weiß, bürgt
für Qualität. Kein Wunder! Der Autor war seinerzeit Leiter
der frz. Kulturakademie in der Villa Medici in der Nähe der Spanischen
Treppe. Als solcher hatte er übrigens exklusiven Zutritt zu manchen
Kostbarkeiten, die dem Massentourismus verschlossen sind.
Dies Buch besticht durch seinen Charme. Hier gehen Sachkenntnis, praktische
Anschauung und Liebe zum Detail eine glückliche Synthese ein. Gern
folgt der Leser der sachkundigen, abwechslungsreichen und geradezu liebevollen
Führung durch Roms Kirchen, Palazzi, Galerien und Museen, Straßen,
Gärten, Parks, auch in die ausgewählten Restaurants, Cafés,
Weinhandlungen, sogar in geschichtsträchtige Geschäfte und
regional wichtige Märkte. Letzteres gehört zum mehr praktischen
Teil des Buches, indem die genannten Einzelheiten -und noch einiges
mehr - kurz erläutert, also nicht nur aufgezählt sind. Eine
Bibliographie mit Register schließt den 224 Seiten starken Band
ab.
Wer sich auf einen Rombesuch einstellen möchte, aber auch derjenige,
der die Ewige Stadt bereits zu kennen glaubt, wird vom Facettenreichtum
Roms begeistert sein dank Bruno Racines Darstellungskunst und der Photobeiträge
von Alain Fleischer.

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