THEMEN DES TAGES:
Italien: Papst besucht Lore1to
Papst Benedikt XVI. ist am Nachmittag nach Loreto aufgebrochen. Auf dem Vorplatz des größten italienischen Marienheiligtums wird er am Abend die Fragen von Jugendlichen beantworten, bei einer Gebetsvigil zu ihnen sprechen und morgen Vormittag die Eucharistie feiern. (rv)
Lesen und hören Sie Beitrag von Birgit Pottler
Die Eucharistiefeier und das Angelusgebet mit Papst Benedikt übertragen wir live und mit deutschem Kommentar am Sonntag ab 9.20 Uhr über Kurzwelle 7.225 kHz, in Rom und Umgebung über Mittelwelle 1.611 kHz, im Internet über Audiokanal 3 sowie über die Partnersender. (rv)
Deutschland: Caritas reagiert auf Pflegebericht
Die Pflege in Deutschland steht in der Diskussion. Die Pflege in den Heimen sei gesundheitsgefährdend, so der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) in seinem gestern veröffentlichten Bericht über die Qualität der Pflege. Laut MDS hat sich seit dem letzten Bericht 2004 nicht viel verbessert.
Jeder dritte Patient läge sich wund, weil man ihn nicht häufig genug umbette. Außerdem bekämen genauso viele Pflegebedürftige nicht genug zu essen und zu trinken und litten unter starken Gewichtsverlusten. Insgesamt sei die Kritik jedoch überzogen, sagt der Leiter der Berliner Vertretung des Deutschen Caritasverbands, Mario Junglass: „So weit die Daten mir vorliegen, wurde zunächst einmal festgestellt, dass es deutliche Verbesserungen gibt seit der letzten Untersuchung, und dass diese Verbesserungen im wesentlichen zurückzuführen sind auf den verstärkten Einsatz der Einrichtungen und Dienste. Insbesondere bei den Bewohnerzufriedenheiten und bei der Zufriedenheit derer, die von Sozialstationen gepflegt wurden, liegen wir bei weit über 90 Prozent. Was dann an Kritik kommt, sind Formulierungen die etwa sagen, es fehle in so und soviel Prozent an einer angemessenen Vorsorge, z.B. gegen das Wundliegen. Das ist ein ernster Vorwurf und dem müssen wir nachgehen in jedem Einzelfall.“
Natürlich gebe es in der Pflege auch Herausforderungen zu bewältigen, so die Caritas. Die geplante Pflegereform verspreche Hilfe.
„Wir wollen gerne eine Weiterentwicklung der Sozialstationen zu ortsnahen Gesundheitszentren, die ein umfassendes Angebot ambulant darstellen können, weil wir durchaus diese Struktur unterstützen. Da sagen wir ambulant vor stationär, freilich natürlich immer unter der Prämisse, was der Mensch in seiner Lage konkret braucht. Ein wichtiges Anliegen: Die Leistungen der Pflegeversicherungen, die geldwerten Leistungen sind nicht angehoben worden seit Verabschiedung der Pflegeversicherung. Wir brauchen dringend eine Anpassung und in Zukunft eine Dynamisierung.“
Die Caritas wolle damit nicht mehr Geld verdienen, sondern den gestiegenen Bedarf tatsächlich befriedigen können. Besonders wichtig, so Junglass, sei die Versorgung von Demenzkranken Menschen. Dies würde mehr als 70 Prozent aller Menschen betreffen, die in Heimen leben.
(domradio)
Rumänien: Sibiu soll Impulse setzen
Am Dienstag beginnt im rumänischen Sibiu (Hermannstadt) die 3. Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV3). Rund 2.100 Delegierte wollen dabei aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen diskutieren sowie den Austausch und die Annäherung der Kirchen in Europa voranbringen. Das Treffen steht unter dem Titel „Das Licht Christi scheint über allen. Hoffnung für Erneuerung und Einheit in Europa“.
Kardinal Schönborn betonte jetzt bei einem Pressegespräch, „dass es nur eine gemeinsame Zukunft des Christentums in Europa geben kann“: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass Sibiu uns zeigen wird, wieviel wir in diesen zehn Jahren weitergekommen sind. Dass es diesmal in einem orthodoxen Land stattfindet, hat für mich ein ganz großes Gewicht für Europa. Dass man sich in Europa daran erinnert: Die europäische Kultur besteht nicht nur aus der westchristlichen Tradition – katholisch und evangelisch – sondern auch aus der ostkirchlichen Tradition, die eine lebendige Wirklichkeit im heutigen Europa ist. Das ins Bewusstsein zu heben, das wird ein ganz wichtiger Aspekt von Sibiu sein.“
Die europäische Geschichte sei von vielen kriegerischen Konflikten geprägt gewesen, auch unter Beteiligung der Religion, erinnerte der Wiener Erzbischof: „Das zu sagen heißt gleichzeitig daran erinnern, dass auch das, was Europa die Kraft gegeben hat, trotz aller Konflikte und in allen Konflikten doch sehr entscheidend mit seinen christlichen Wurzeln zu tun hat. Aus diesen christlichen Wurzeln kommt auch die Energie der Friedenbemühungen, die nie so spektakulär sind wie die kriegerischen Ereignisse. Wenn es ein Aufeinanderzugehen der europäischen Völker seit dem zweiten Weltkrieg gibt mit dem Ergebnis der europäischen Integration, dann war das auch der christliche Impuls.“
Das Treffen in Hermanstadt dürfe in seiner Bedeutung nicht unterschätzt werden: „Was in Sibiu geschieht in der Dritten europäischen ökumenischen Versammlung, ist eine Wegetappe auf dem Bewusstwerden, dass Christen, die in diesem Kontinent so viel für Konflikte gesorgt haben, den Weg gehen wollen, von dem wir glauben, dass Christus ihn uns gewiesen hat - den Weg des Miteinander.“
(rv)
Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige erwartet von dem Ökumenischen Treffen in Sibiu einen „deutlichen Impuls für die weitere Einigung Europas auch jenseits der EU-Grenzen“. Die christlichen Kirchen könnten einen wichtigen Beitrag leisten, um „das europäische Fühlen und Denken der Menschen zu stärken“. Feige, der die Delegation der Deutschen Bischofskonferenz leitet, erwartet allerdings keine „theologischen Klärungen“. Feige wörtlich: „Es war schon immer Kennzeichen der Ökumenischen Versammlungen, dass man sich vor allem auf die gesellschaftliche Verantwortung der Christen konzentriert.“ Für theologische Auseinandersetzungen eigne sich diese multilaterale Ebene nicht. (rv)
Als Delegierte der deutschen Bischofskonferenz fahren 80 Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens nach Rumänien, unter Ihnen der Leiter des Berliner Theologischen Instituts Marie-Dominique Chenu, der Dominikaner Thomas Eggensperger.
Hören und lesen Sie hier das Interview mit Pater Eggensperger
Italien: Venedig, „Schockierender Anti-Kriegsfilm“
In Venedig läuft derzeit das traditionsreiche Filmfestival. Ein amerikanischer Film sorgt für Diskussionen, in dem herbe Selbstkritik an der militärischen Präsenz im Irak geübt wird. „Redacted“ heißt der Beitrag von Hollywood-Regisseur Brain De Palma („Mission: Impossible“). Es geht um die Vergewaltigung und Ermordung eines 14-jährigen Mädchens durch US-Soldaten im Irak.
Der Film geht unter die Haut, sagt Rosario Tronnolone, Filmexperte unserer italienischen Redaktion: „Das Publikum hat sehr betroffen reagiert, denn die Bilder sind derart gewalttätig und stark, dass viele sogar vor dem Abspann den Kinosaal verlassen haben. Die Kritiker bewerten den Film einmütig positiv. De Palma ist ja ein großer Meister in der Behandlung des Sujets. Manche haben vielleicht in etwas banaler Weise kritisiert, dass Amerika sozusagen zugleich ,aufbaut und niederreißt’, im Sinne von ‚Erst fangen sie einen Krieg an und dann machen sie Filme darüber’. Aber vielleicht ist diese Sichtweise doch etwas oberflächlich, und es zeigt vielleicht auch, dass wir zu wenig von Amerika wissen. Wir haben den Eindruck, dass das Land einförmig sei, das ist offensichtlich nicht richtig.“
Die öffentliche Meinung könne durch einen solchen Film durchaus verändert werden, meint Tronnolone. Allerdings bringe der Film auch zum Nachdenken über die Medienwirklichkeit: „Sein Kunstgriff, fiktive ,Wirklichkeitselemente’ einzubauen, wie zum Beispiele kleine Videosequenzen aus dem Internetportal Youtube oder Ähnliches, die dem ganzen die Anmutung des Dokumentarischen verleihen, ist nicht nur etwas, was den Krieg betrifft, sondern stellt auch überhaupt die Frage, wie Medien gebraucht werden, wie Manipulation geschieht und Realität konstruiert wird. Das ist meines Erachtens ein nicht unwichtiger Aspekt dieses Films, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft betrifft, sondern auch die Gesellschaften auf der ganzen Welt.“
Der Film sei ein Pamphlet gegen die Weiterführung eines offensichtlich sinnlosen Krieges. „Das Motiv für Brian De Palma diesen Film zu drehen war, das amerikanische Publikum zum Nachdenken zu bringen über diesen Krieg, und zwar durch Bilder, die eben nicht ,gesäubert’ sind wie im Fernsehen und damit irgendwie wie in die Ferne gerückt erscheinen. Er ist davon überzeugt, dass die Kraft der Bilder die Gewissen bewegen kann und vielleicht auch den Krieg beenden.“
(rv)
AUS UNSEREM ABEND-PROGRAMM:
Italien: Theologieprofessorinnen unter sich
Frauen, die als Theologieprofessorinnen arbeiten: Auch heute noch hat das Seltenheitswert. Vor zwanzig Jahren wurde die „Europäische Gesellschaft für theologische Forschung von Frauen“ gegründet, alle zwei Jahre treffen sich die Theologinnen, die in der Forschung tätig sind. In diesem Jahr erstmals in Italien bei Neapel zum Thema: „Lebendige Gemeinschaften werden“.
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Papst Benedikt XVI. hat den Lesern der österreichischen Kirchenzeitungen mit Blick auf seinen Besuch vom 7. bis zum 9. September ein handsigniertes Grußwort übermittelt. Der Heilige Vater bekundet in dem Schreiben, dass er Österreich mit seiner wundervollen Landschaft, seiner großen Kultur und seinen liebenswerten Menschen liebe und dieses „Land in der Herzmitte Europas“ beim Gebet in der päpstlichen Kapelle vor Augen habe. Abschließend lädt er alle Gläubigen dazu ein, gemeinsam mit ihm darum zu beten, dass sein Besuch allen helfen möge, „Gottes von neuem froh zu werden und so Zukunft zu bauen, die Hoffnung ist“. (rv)
Hier das Grußwort im Wortlaut
Europa
Deutschland
Die Bauherren der geplanten Kölner Moschee haben Kritik des rheinischen Präses Nikolaus Schneider an den Bauplänen zurückgewiesen. Der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland polemisiere und desinformiere mit „martialischen“ Begriffen, erklärte die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) am Freitag in Köln. Schneider trage nicht zum konstruktiven Dialog bei. Die Äußerungen zeigten, „dass zu oft Meinungsäußerung vor Meinungsbildung erfolgt“.
Schneider hatte eine Überarbeitung des Moschee-Entwurfs empfohlen. Die Architektur sei – so wörtlich - „schon sehr triumphierend angelegt“. Ein „zurückgenommener“ Entwurf würde „mehr den integrierenden, dienenden Charakter von Religion zum Ausdruck bringen“. Es müsse nicht sein, dass die Minarette den Turm einer nahe gelegenen evangelischen Kirche überragten, so der Präses. Die Gestaltung solle sich danach ausrichten, „was die Menschen in ihrer Mehrheit hinzunehmen bereit sind“. -
Der Streit um den Bau der Moschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld sorgt seit Monaten bundesweit für Schlagzeilen. Das islamische Gotteshaus soll nach den Plänen des Kölner Architekten Paul Böhm 55 Meter hohe Minarette und eine 35 Meter hohe Kuppel erhalten.
(kna)
Rund 500 Kinder, Frauen und Männer aus dem Erzbistum Bamberg nehmen unter der Leitung von Erzbischof Ludwig Schick an einer Romwallfahrt zum 1000-Jahr-Jubiläum des Erzbistums teil. Bis zum 6. September sind die Diözesanen in Rom, um „im Gebet und Gottesdienst den Glaube zu stärken, die Gemeinschaft zu verlebendigen und das Dasein für die Menschen zu erneuert“, so Erzbischof Schick. Auf dem Programm steht auch ein Konzert der Bamberger Symphoniker am 4. September in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo. Unter der Leitung von Chefdirigent Jonathan Nott werden die siebte Symphonie von Beethoven sowie die fünfte Symphonie von Schubert in Anwesenheit von rund 300 geladenen Gästen aufgeführt.
(zenit)
Das Bistum Magdeburg startet am kommenden Wochenende ein Gedenkjahr für die selige Mechthild von Magdeburg. Eine „Nacht der Kirchen“ eröffnet die Feierlichkeiten um den 800. Geburtstag der bedeutenden mittelalterlichen Mystikerin. Das Thema lautet in Anlehnung an Mechthilds Werk „Das fließende Licht der Gottheit“. Mehr als 20 Gemeinden beteiligen sich daran. Bei einem Stadtfest am Wochenende will das Bistum auf die Bedeutung der mittelalterlichen Ordensfrau hinweisen.
(pm)
Österreich
Ohne wesentliche Ergebnisse ist in Wien eine fünftägige Klima-Konferenz der Vereinten Nationen zu Ende gegangen. Die Delegierten aus 158 Ländern einigten sich lediglich darauf, die Empfehlung des Weltklimarates für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen anzuerkennen. Der Rat hatte für die Industrieländer eine Verringerung zwischen 25 und 40 Prozent bis 2020 - gemessen an den Werten des Jahres 1990 - als notwendig bezeichnet. Bei den Gesprächen in Wien plädierte die EU für die Durchsetzung dieser Vorgaben. Andere Staaten - unter ihnen Kanada, Japan, die Schweiz, Neuseeland und Russland - sprachen sich dagegen aus. Die Konferenz sollte den Klimagipfel im Dezember auf Bali vorbereiten, bei dem über ein Nachfolgeabkommen des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls beraten werden soll. (dw)
Schweiz
Heute beginnt in Marienstein (Solothurn) die diesjährige internationale Konferenz der Vereinigung für Militärseelsorge (AMI, „Apostolat Militaire International“). Neben dem Erfahrungsaustausch geht es für die rund 40 Teilnehmer aus zehn Staaten vor allem um die Herausforderungen einer multikulturellen Gesellschaft für die Seelsorge sowie um die Ökumene in der Armee. - Die Schweizer Armeeseelsorge organisiert diese internationale Konferenz der Verantwortlichen für die Militärseelsorge zum ersten Mal. Das Treffen hat eine lange Tradition und findet jährlich in einem andern europäischen Land statt. (kipa)
Asien
China
Die katholische Kirche bereitet sich auf die Gottesdienste während der Olympischen Spiele im nächsten Jahr vor. In Peking und einigen anderen Austragungsorten sollen Athleten und Besucher die Möglichkeit erhalten einen Gottesdienst zu besuchen. In der Kathedrale von Quingdao würden zum Beispiel Gottesdienste in englischer Sprache gefeiert. Außerdem sendet die Diözese Qingdaos auch Priester zu den Spielorten, um dort auf Wunsch Eucharistie zu feiern.
(ucanews)
Kambodscha
Die UNO soll absichtlich die Zahl der AIDS-Betroffenen dramatisiert haben, um von Spendern mehr Geld einzunehmen. Das behauptet der US-amerikanische Epidomologe James Chin in seinem Buch „Die Aids Pandemie“. Seine Thesen scheinen laut Asianews unterstützt durch die von der UNO veröffentlichten Zahlen über die Ansteckung mit dem Hi-Virus. Den letzten Schätzungen nach hat sich die Zahl der Infizierten von 5,7 Millionen auf zwei bis drei Millionen reduziert. Das sei ein Beweis der wissenschaftlichen Entwicklung, so ein Vertreter des Koordinierungsprogramms UNAids in Kambodscha. Man habe außerdem die Umfragemethoden präzisiert und erhebe die Zahlen nicht mehr in den Landeskliniken, sondern in den Familien und Wohnorten.
(asianews)
Amerika
Brasilien
Die katholische Kirche wertet den bislang größten Prozess um Regierungskorruption in der Geschichte des Landes als positives Zeichen der Hoffnung. Im Kampf gegen ausufernde Bestechung sei dies wie „ein Licht am Ende des Tunnels“, erklärte Primas Kardinal Geraldo Majella Agnelo gestern zur Anklageerhebung gegen etliche Politiker. Nun stehe Brasiliens Glaubwürdigkeit auf dem Spiel. Es müsse verhindert werden, dass der Prozess verjähre.
Vor dem Obersten Gericht in Brasilia müssen sich derzeit etwa 40 Angeklagte unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Bestechung verantworten. Zu den Beschuldigten zählen Mitglieder der Führungsspitze der Arbeiterpartei aus der ersten Regierungszeit von Staatspräsident Luis Inacio Lula da Silva, darunter drei damalige Minister. Angeklagt ist auch Lulas früherer Kabinettschef Jose Dirceu. Der Präsident hatte wiederholt erklärt, von den Machenschaften engster Mitarbeiter nichts gewusst zu haben.
Brasilianische Medien bewerten den Prozess als historisch. Nie zuvor wurden so viele mit politischer Macht ausgestattete Persönlichkeiten gleichzeitig angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, mit hohen Summen aus öffentlichen und privaten Quellen regelmäßig Politiker und Parteien bestochen zu haben, um Mehrheiten im Nationalkongress und damit die Regierungsmacht zu sichern. (kna)