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Meldungen vom 5.6.2008

- Enttäuschung über UNO-Hungergipfel -
- Sudan: Angst vor neuem Krieg -
- Bartholomaios I. kommt nach Sankt Paul -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan von Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Deutschland/Vatikan: Zollitsch will Gespräch suchen
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, will offen auf die Medien zugehen. Bei einem Besuch in der Redaktion von Radio Vatikan meinte der Freiburger Erzbischof am Mittwoch Abend, er plane häufige Auftritte und Wortmeldungen, um Themen anzusprechen, die der Kirche am Herzen liegen: „Denken Sie etwa bei uns an die Frage nach dem Schutz des Lebens von Anfang an bis zum Ende; denken Sie an die Werte, von denen unsere Gesellschaft lebt wie Solidarität, oder nennen wir sie auch christliche Nächstenliebe. Dass auch das Kapital, nicht nur das Eigentum, sozialverpflichtet ist; dass ich warne vor der neuen Armut, wenn die Schere zwischen Arm und Reich auseinandergeht... oder dass sich auch die Parteien an bestimmte Werte erinnern, für die sie einstehen sollen – da habe ich keine Angst, das auch so zu formulieren und zu sagen.”
Erzbischof Zollitsch ist derzeit zum zweiten Mal seit seiner Wahl zum „Chef-Bischof” im Frühjahr zu Gesprächen im Vatikan. Gegenüber Radio Vatikan erklärte er, er habe Gesprächspartner an der Kurie von sich aus auf Meldungen angesprochen, in denen ein falscher Eindruck über seine Vorstellungen vom Zölibat verbreitet wurde.
„Ich habe eine Erfahrung gemacht: Das, was ich zum Zölibat sagte, dass nämlich die Verbindung zwischen der Ehelosigkeit und dem Priestertum „kein Dogma ist” (weil ich so gefragt worden war), dass das aber ein Geschenk des Herrn an seine Kirche ist, für das wir dankbar sind, und dass der Zölibat einen Wert darstellt – ich habe feststellen müssen, dass der zweite Teil oft nicht gesagt worden ist oder durch eine falsche Zwischenüberschrift ein anderer Eindruck geweckt wurde, als ich das sagen wollte... Das kann passieren.” (rv)
Hier zum Nachhören

Sudan: Angst vor neuem Bürgerkrieg
Seit Mitte Mai kommt es im Sudan zu immer neuen Kämpfen zwischen der Armee und Rebellen aus dem Süden des Landes. Dabei ist die zwischen beiden Seiten umstrittene Öl-Stadt Abyei völlig zerstört worden – und mit ihr die Hoffnung, dass das Friedensabkommen von 2005 zwischen Nord- und Südsudan halten könnte. „Ärzte ohne Grenzen” spricht von einer Massenflucht aus Abyei und fürchtet eine humanitäre Katastrophe. Sergio Cecchini von „Ärzte ohne Grenzen”: „Mehr als 60.000 Menschen sind aus der Region geflohen und sind jetzt in einer verzweifelten Lage; sie haben nichts zum Überleben und keine Unterkunft. Die Lage wird stündlich schlimmer; auch wenn die Zusammenstöße in Abyei im Moment unregelmäßig und eher sporadisch sind, sind diese Menschen doch in völliger Unsicherheit. Dazu kommt, dass jetzt die Regenzeit hereinbricht – da sind Krankheiten wie Durchfall oder Atemwegs-Infektionen zu befürchten. In dieser Region herrschte schon vor den Zusammenstößen viel Unterernährung bei Kindern; darum lassen die Kämpfe jetzt bei uns die Alarmglocken schrillen, was die Ernährung von Kindern unter fünf Jahren betrifft.”
„Ärzte ohne Grenzen” ist auch besorgt um seine Mitarbeiter, die nicht rechtzeitig aus der Region fliehen konnten und von denen der Verband im Moment nichts weiß.
„Was jetzt mit der Öl-Region von Abyei werden soll, das wurde in den Friedensabkommen zwischen Nord und Süd nie richtig geklärt. Dabei liegt sie in extrem strategischer Lage; die Hälfte aller Ölfelder des Sudans liegen hier. Hinter dem Konflikt stehen also große wirtschaftliche Interessen, und damit breitet sich das Klima der Unsicherheit, das wir in letzter Zeit in der Provinz Darfur haben, jetzt auch in diese Regionen aus, die eigentlich seit den Abkommen von vor ein paar Jahren für befriedet galten.” (rv)

Deutschland: Thissen und Marx zum Milchboykott
Im Kampf für einen höheren Milchpreis sind deutsche Milchbauern in den Streik getreten und haben medienwirksam ihre Milch in Gruben geschüttet. Die Einzelhandelskette Lidl hat inzwischen eingelenkt und den Preis für Milch und Butter erhöht. Für das Anliegen der Bauern haben mehrere deutsche Bischöfe derweil Verständnis geäußert, aber auch den Umgang mit diesem Grundnahrungsmittel kritisiert. Der Erzbischof von Hamburg Werner Thissen meint, soweit hätte es nicht kommen müssen.
„Ich habe den Eindruck, dass sich die Bauern wehren müssen, um als Milchproduzenten im Geschäft bleiben zu können. Aus diesem Blickwinkel kann ich die Proteste verstehen. Milch zu verschütten halte ich dagegen für ethisch nicht verantwortbar. Meines Erachtens hat auf beiden Seiten das Management versagt. Man hätte das vorher in Auseinandersetzungen klären können und müssen, dann wäre es nicht zu dieser Eskalation gekommen.”
Ebenfalls Verständnis zeigte der bayerische Amtskollege Erzbischof Reinhard Marx. Die Forderung der Landwirte nach einem fairen Milchpreis sei berechtigt, schreibt der Erzbischof von München und Freising in einer Stellungnahme vom Dienstag. In Bayern seien gerade mittlere und kleinere landwirtschaftliche Betriebe betroffen, die oft hart um ihre Existenz ringen müssten. Der Streik zeige, dass marktwirtschaftliche Instrumentarien allein offensichtlich nicht mehr genügen, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. Alle an dieser Auseinandersetzung Beteiligten sollten aber fair bleiben und in der Wahl ihrer Mittel die rechtsstaatliche Ordnung und den Respekt vor allen Mitmenschen wahren. Die weltweiten agrarpolitischen Probleme förderten zur Zeit ein neues Bewusstsein für den Wirtschaftszweig Landwirtschaft, so Marx. (pm)

Deutschland: Missbrauchs-Verdacht
Zwei deutsche Priester müssen sich jetzt in Sachen Kindes-Missbrauch rechtfertigen: Im Bistum Paderborn wurden auf dem PC eines Pfarrers kinder-pornographische Fotos gefunden, und fast zeitgleich gibt es Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester im Bistum Essen. Ulrich Lothar, Pressesprecher des Ruhrbistums, meinte gegenüber dem Kölner Domradio: „Es gibt eine Verfahrensordnung im Bistum Essen. Sobald wir Kenntnis von einem solchen Verdacht erlangen, beurlaubt der Bischof den beschuldigten Priester oder Mitarbeiter sofort von seinem Dienst; das ist auch unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe geschehen. Der Priester ist in Untersuchungshaft; wir hatten am Dienstag erstmals die Möglichkeit, mit ihm Kontakt aufzunehmen, und haben gleich anschließend die Öffentlichkeit informiert.”
Der Beschuldigte weise die Vorwürfe zurück, so Lothar. Dem Sprecher liegt daran, zu betonen: „Ich denke, dass die deutschen Diözesen insgesamt gelernt haben, nicht zuletzt aus den Vorfällen, die es in Amerika und andernorts gegeben hat. Es ist unser Bestreben als Kirche, sehr deutlich zu machen, dass sexueller Missbrauch auch ein schweres Verbrechen ist; dass nichts unter den Teppich gekehrt werden darf; dass wir allerdings auch die Persönlichkeitsrechte der Beschuldigten zu achten haben, denn nach wie vor gilt auch in Deutschland bis zum Beweis des Gegenteils und bis zum Schuldspruch die Unschulds-Vermutung.”
Parallel zum Strafverfahren vor dem weltlichen Gericht werde auch ein kirchenrechtliches Verfahren aufgenommen, kündigte Lothar an. Bis zum Ergebnis beider Verfahren bleibe der Beschuldigte beurlaubt. (domradio)
Hier zum Nachhören

Schweiz: Bischöfe für bessere Medienarbeit
Die Bischöfe wollen die Medienarbeit der Kirche verbessern. Dabei denken sie an mehr Qualität und mehr Quantität gleichzeitig. Eine Arbeitsgruppe soll Vorschläge für eine bessere Kommunikation der Kirche nach außen machen, beschlossen die Schweizer Bischöfe auf ihrer Vollversammlung im Kloster Einsiedeln. Bei dem Treffen, das am Mittwoch zu Ende ging, forderten sie auch mehr Pilgerfahrten ins Heilige Land und freuten sich über die bevorstehende Seligsprechung von Schwester Maria Bernarda Bütler. (pm)
Lesen Sie hier das Presse-Statement der Bischöfe im vollen Wortlaut

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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Bartholomaios I. kommt nach Rom zur Eröffnung des Paulus-Jahres. Am 28. Juni will Papst Benedikt XVI. es feierlich mit der ersten Vesper zum Fest Peter und Paul eröffnen. Bartholomaios I. werde an dem Gottesdienst in der Paulsbasilika teilnehmen, gab der Erzpriester der Basilika, Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo, in Radio Vatikan bekannt. Dem anglikanischen Primas Rowan Williams sei hingegen eine Teilnahme aus Termingründen nicht möglich. (rv)
Die aktuelle Nahrungsmittelkrise darf sich nicht wiederholen. Das forderte Vatikandiplomat Monsignore Renato Volante am Donnerstag im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur. Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei der Welternährungsorganisation FAO beklagte verpasste Chancen in der Entwicklungspolitik. Die Zahl der Hungernden hätte man „bereits vor sechs oder sieben Jahren radikal mindern” müssen, um die Millenniumsziele einhalten zu können. Das damals gesetzte Ziel, die Zahl der Hungernden zu halbieren oder innerhalb einer bestimmten Frist zu verringern, sei nicht erreicht worden, so Volante. „Jetzt scheint es unerreichbar.” Auf dem dreitägigen Gipfel am Hauptsitz der FAO hatten Vertreter der Staatengemeinschaft bis Donnerstag über Ursachen und Konsequenzen der Nahrungsmittelknappheit beraten. Den Klimawandel nannte Volante „zum großen Teil die Folge von sozialen, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen”. Der Vatikan setze auf mehr Bildung, um von Menschen verursachte Katastrophen zu vermeiden. Mit Blick auf das Thema Biotreibstoff unterstrich der Vatikandiplomat den Vorrang der Nahrungserzeugung vor der Energiegewinnung. Lebensmittel müssten zuerst der Ernährung dienen. „Jeder Mensch hat ein Recht auf Nahrung”, sagte Volante. (kna)
Kardinal Tarcisio Bertone reist nach Weißrussland. Der vatikanische Kardinalstaatssekretär wird sich vom 18. bis 22. Juni in dem Land aufhalten und dort auch mit Regierungsmitgliedern sprechen. Das gab der Vatikan am Donnerstag bekannt. Bertone plane Gottesdienste im Erzbistum Minsk sowie den Bistümern Pinsk und Grodno; auch eine Begegnung mit den weißrussischen Bischöfen stehe auf seinem Programm. Die Details sind noch nicht sicher. Wie die meisten Staaten des früheren Ostblocks gilt Weißrussland als mehrheitlich atheistisch; die Kirchen, vor allem die orthodoxe, aber auch die katholische, gewinnen dort jedoch an Boden. (ansa)
Im Verfahren für eine Heiligsprechung von Mutter Teresa fehlt noch ein „klares” Wunder auf ihre Fürbitte. Das erklärte jetzt der Postulator Brian Kolodiejchuk. Bei einer Pressekonferenz in Madrid gab er an, die vatikanische Ärzte-Kommission beschäftige sich im Moment mit mehreren möglichen Wundern, die der Fürbitte der Friedensnobelpreisträgerin zuzuschreiben seien. Mutter Teresa war im indischen Kalkutta Gründerin der Gemeinschaft der „Missionarinnen der Nächstenliebe”; sie wurde von Papst Johannes Paul II: selig gesprochen. (efe)
US-Präsident George Bush lobt das Engagement von Ordensfrauen gegen Menschenhandel. In Rom hat die „Internationale Union von Generaloberinnen” an diesem Donnerstag ein Netzwerk gegen Menschenhandel aus der Taufe gehoben. In einer Rede erklärte die US-Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Bush kenne die Initiative der Ordensfrauen und habe auch den Papst bei dessen Besuch in Washington im April darauf angesprochen. Dem scheidenden US-Präsidenten liege sehr viel an einer Partnerschaft mit religiösen Verbänden, so die Botschafterin Mary Ann Glendon. (ansa)

Europa

Europäische Union
Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) schlägt seinen EU-Amtskollegen die Aufnahme schutzbedürftiger Flüchtlinge aus dem Irak vor. Dazu zählten Angehörige religiöser und ethnischer Minderheiten, heißt es in einem am Donnerstag in Luxemburg verbreiteten Dokument. Die Aufnahme solle auf freiwilliger Basis erfolgen. Deutschland schlägt demnach ein gemeinsames Vorgehen vor, das aufnahmebereite EU-Staaten ermutigt, Binnenflüchtlinge im Irak sowie jene Schutzbedürftigen aufzunehmen, die bereits in Nachbarstaaten des Irak geflohen seien. Dabei sollten die EU-Staaten mit dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR und anderen maßgeblichen Organisationen zusammenarbeiten, so der deutsche Minister. In der EU sollten die Aufgenommenen Flüchtlingsstatus erhalten und Familien grundsätzlich gemeinsam aufgenommen werden. Schäuble verweist darauf, dass die von ihm genannten Gruppen auf absehbare Zeit keine Aussicht hätten, in den Irak zurückzukehren. Auch eine Integration in die Nachbarstaaten sei keine realistische Alternative. Daher solle die EU ein deutliches politisches Zeichen der Solidarität und aktiverer humanitärer Unterstützung setzen. Zwar nähmen bereits jetzt einzelne EU-Staaten Flüchtlinge aus dem Irak auf; aus deutscher Sicht bedürfe es aber eines schnellen Handelns der EU. - Im Irak sind Christen und kleinere andere religiöse Minderheiten derzeit besonders bedroht. Insgesamt gibt es rund 2,7 Millionen Vertriebene innerhalb des Irak; weitere 2,2 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen. (kna)
In der Europäischen Union sollen künftig Mindest-Standards bei der Abschiebung von „illegalen” Ausländern gelten. Darauf verständigten sich die EU-Innenminister jetzt in Luxemburg. Danach können Ausländer, die ohne gültige Ausweispapiere aufgegriffen werden, bis zu einem halben Jahr in Abschiebehaft genommen werden; unter bestimmten Umständen kann diese Haft auf insgesamt anderthalb Jahre verlängert werden. Der Gesetzentwurf, der noch in EU-Recht umgewandelt werden muss, sieht auch die Möglichkeit vor, gegen „Illegale” ein Wieder-Einreise-Verbot auszusprechen. Dessen Dauer ist auf fünf Jahre befristet. Die Kirchen haben den jetzt beschlossenen Gesetzentwurf schon vor seinem Zustandekommen scharf kritisiert. Dabei wenden sie sich gegen die aus ihrer Sicht zu lange Dauer der Abschiebehaft und gegen die Tatsache, dass auch Minderjährige in solche Haft genommen werden können. (ap)
Die Brüsseler Synagoge trägt seit einigen Stunden den Titel „Große Synagoge Europas”.
Er wurde ihr in einer Feier im Beisein des britischen Großrabbiners Jonathan Sacks und des EU-Kommissionspräsidenten Josemanuel Barroso verliehen. Die jüdische Gemeinschaft will mit dem Titel ihr Interesse an einer sichtbaren Präsenz im EU-Entscheidungsprozess zeigen. Bei der Feier in Brüssel wurde ein spezielles Gebet für Europa gesungen. Die jüdische Gemeinschaft in Brüssel nimmt seit Barrosos Amtsantritt an der Spitze der EU-Kommission mehr Interesse an Religionen insgesamt wahr. (ansa)

Deutschland/UNO
Das bischöfliche Hilfswerk „Misereor“ ist enttäuscht über den Welternährungsgipfel in Rom. Er habe gezeigt, dass die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt „offenbar keine nachhaltige Lösung des weltweiten Hungerproblems haben”. Die derzeitige Nahrungsmittelkrise sei „Ausdruck einer jahrelang verfehlten Agrar- und Handelspolitik und war daher vorhersehbar”, erklärt Martin Bröckelmann-Simon von Misereor. Anstatt jetzt nur auf akute Nothilfe und Produktionssteigerungen durch eine neue grüne Revolution zu setzen, wie auf der FAO-Konferenz beschlossen, müssten weitreichendere Strukturveränderungen in Gang gesetzt werden. Die einheimische Nahrungsmittelproduktion vieler Entwicklungsländer sei durch die Liberalisierung des Weltmarkts sowie durch Agrarexportsubventionen in Europa und den USA zerstört worden. „Damit sind etliche Entwicklungsländer abhängig von Nahrungsmittelimporten und den stark schwankenden Nahrungsmittelpreisen. Sie sind die Leidtragenden der hohen Lebensmittelpreise, während Exportunternehmen von Reis, Weizen und Mais von den gestiegenen Preisen profitieren”, so der Misereor-Geschäftsführer. Hinzu komme die wachsende Flächenkonkurrenz zwischen der Nahrungsmittelproduktion und der Produktion von Agrarrohstoffen für den Export. (pm)

Deutschland/Iran
Die deutsche Regierung hat eine „organisierte Verfolgung” der Bahai im Iran beklagt. Seit dem Amtsantritt von Präsident Mahmud Ahmadinedschad häuften sich die Übergriffe auf die Bahai, die mit 300.000 Anhängern die größte nichtmuslimische Gemeinschaft im Iran seien. Das sagte eine Vertreterin des Auswärtigen Amtes im Bundestags-Menschenrechtsausschuss. So habe der iranische Geheimdienst im Mai in zwei Verhaftungswellen die gesamte Führung der Bahai verhaftet. Nach Angaben des Außenamts verstärkten die Sicherheitskräfte die Verfolgung in den vergangenen Wochen deutlich. In Medien und Moscheen werde gegen die Minderheit gehetzt und gepredigt. Parallel dazu konstruiere die iranische Führung eine Verbindung der Bahai zum Westen und zu Israel. Anlass zu schlimmsten Befürchtungen gebe zudem das geplante Apostasiegesetz, das derzeit das Parlament in Teheran berate. Es sehe vor, den Abfall vom Islam mit dem Tod zu bestrafen. - Die Bahai-Gemeinschaft entstand vor rund 150 Jahren aus dem schiitischen Islam heraus im Iran und versteht sich als jüngste Weltreligion. Sie tritt für Toleranz und Völkerverständigung ein. Nach eigenen Angaben hat sie weltweit mehr als fünf Millionen Mitglieder. Ihr spirituelles Zentrum liegt im israelischen Haifa zu Füßen des Berges Karmel. (kna/rv)

Norwegen
Der Storting, das norwegische Parlament, will die so genannte „Homo-Ehe” einführen. Beim Votum am kommenden 11. Juni ist die Mehrheit schon jetzt so gut wie sicher. Der Gesetzesvorschlag sieht vor, die Rechte von Ehepaaren auch auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften auszuweiten. Oslos katholischer Bischof Bernt Eidsvig warnt vor dem Schritt: „In allen bekannten Zivilisationen ist die Ehe zwischen Mann und Frau das Fundament der Gesellschaft”, schreibt er in einem Statement. Der christliche Kirchenrat warnt davor, dass nach einem Ja-Votum Staat und Kirchen in Norwegen nicht mehr über Inhalt und Sinn der Ehe einig seien. Das hätte weitreichende gesellschaftliche Folgen. (apic)

Afrika

Demokratische Republik Kongo
Die UNO macht auf immer neue Fälle der Rekrutierung von Kindersoldaten aufmerksam. In der Region Süd-Kivu im Osten des Kongo seien in letzter Zeit wieder Kinder entführt worden; lokale Rebellen wollten sie zwingen, in ihren Reihen mitzukämpfen. Das teilte die UNO-Mission jetzt in Kinshasa mit. Ende März hatte Unicef die Zahl der Kindersoldaten in den Reihen mehrerer Milizen im Ost-Kongo auf zwischen 2.000 und 3.000 geschätzt. (afp)

Naher Osten

Israel
Eine Gruppe von Knesset-Abgeordneten fordert ein gesetzliches Verbot von „Gay Pride” in Jerusalem. Ein entsprechender Passus, der Homosexuellen-Paraden in der Stadt verbietet, solle in den Gesetzestext aufgenommen werden, in dem Jerusalem als Hauptstadt des Staates Israel bezeichnet wird. Der Vorschlag der mehrheitlich dem religiösen Lager angehörenden Abgeordneten ist schon etwa ein Jahr alt; jetzt bemühen sie sich nach Angaben der Zeitung „Haaretz” um seine Wiederbelebung. (adnkronos)
Zum Auftakt einer weltweiten „Aktionswoche für Frieden im Heiligen Land” hat am Mittwoch in Jerusalem ein ökumenischer Gottesdienst stattgefunden. Ziel der Aktionswoche ist es, den israelisch-palästinensischen Konflikt stärker in das Bewusstsein von Kirche und Öffentlichkeit zu rücken. Sie tun dies mit einem von den Oberhäuptern der Kirchen in Jerusalem formulierten Gebet, das um politische Verantwortliche bittet, „die bereit sind, einen Friedensvertrag zu unterzeichnen, der den Palästinensern Freiheit garantiert, den Israelis Sicherheit gibt und uns alle aus der Angst befreit”. Evangelische, katholische und orthodoxe Gemeinden in 33 Ländern beteiligen sich an der Initiative des Weltkirchenrates vom 4. bis 10. Juni. (kap)

Asien

Indien
Der Bundesstaat Madhya Pradesh in Zentralindien will den Sonntag als Feiertag abschaffen. Damit könnte eine Forderung der radikal-hinduistischen Partei BJP in Erfüllung gehen, die in diesem Bundesstaat den Gouverneur stellt. Sie will den wöchentlichen Ruhetag auf den Dienstag verschieben. Zur Begründung führt sie an, dass Indien „ein Hindu-Land” sei und der Dienstag den Hindus als heiliger Tag gelte. Die Kirche widerspricht dem Plan heftig. (apic)

Amerika

Nicaragua
Ein ehemaliger Priester ist neuer Präsident der UNO-Vollversammlung. Der 75-jährige Miguel D'Escoto Brockmann war unter dem sandinistischen Regime auch Außenminister von Nicaragua. Nach seiner Wahl am Mittwoch nannte er eine Zusammenarbeit der UNO-Mitgliedstaaten für Aufgaben wie Friedenssicherung sowie den Kampf gegen Hunger und Armut unerlässlich. Als wichtiges Ziel seiner Amtszeit bezeichnete er die Demokratisierung der UNO. D'Escoto Brockmann tritt am 16. September die Nachfolge des Mazedoniers Srgejan Kerim an. D'Escoto Brockmann ist Sohn eines nicaraguanischen Diplomaten und wurde zum Priester geweiht, bevor er sich in der Politik engagierte. Als die marxistisch-sozialistischen Sandinisten 1979 die Somoza-Diktatur stürzten, übernahm er das Amt des Außenministers. Da er sich weigerte, seinen Regierungsposten aufzugeben, wurde er vom Priesteramt suspendiert. Er blieb bis 1990 Außenminister. (kna)


Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.


Buchbesprechung:

Titel: Der aufgeklärte Gott - Wie die Religion zur Vernunft kam
Autor: Alexander Kissler
Verlag: Pattloch
Besprochen von P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Auf dem Markt religiöser Bücher boomt es ein wenig. Der Kampf um Gott ist in vollem Gange. Ich möchte Ihnen ein Buch vorstellen, das Ihnen vielleicht hilft, mit Gott wieder etwas anfangen zu können. Es gehrt freilich nicht über das Herz, sondern über den Verstand. Der Titel „Der aufgeklärte Gott“. Autor ist der SJ-Journalist Alexander Kissler. Es ist schon anspruchsvolle Kost, wenn man mit Kissler durch die europäische Denkgeschichte marschiert und dabei gescheiten Leuten begegnet: Um nur einige der Bekanntesten zu nennen: Lessing und Kleist, Voltaire und Kant, Häckel und Giordano Bruno. Es geht dabei nicht nur um den persönlichen Glauben Einzelner, sondern vor allem heute um die Zivilisation Europas. Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt, meinte Dostojewski. Religion und Wissenschaft müssen sich versöhnen, Glaube und Vernunft. Wenn die Menschheit dem Wahn verfiele, dass sie mit Naturwissenschaft und Technik den Menschen glücklich macht, dann verliert sie jede Humanität. Beim Glauben um Gott geht es um unsere Kultur. Das macht Kissler in seinem Buch klar. Aber er braucht anspruchsvolle Leser, die ich ihm auch wünsche.

 






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